Freitag, 07. August 2020

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Düngeverordnung

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Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau kritisiert den aktuellen Verordnungsentwurf auf das Schärfste

Koblenz. In seiner Stellungnahme zum Verordnungsentwurf zur Änderung der Düngeverordnung hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau die geplanten Verschärfungen fachlich fundiert scharf kritisiert und weitgehend abgelehnt.

Den studierten und ausgebildeten landwirtschaftlichen Fachleuten müssen endlich wieder mehr zugetraut werden. So seien bei einer Hangneigung von fünfzehn Prozent auf mindestens zehn Meter Abstände zu Gewässern einzuhalten. Das sei bei einer sich stetig verbessernden Ausbringungstechnik nicht mehr zu vermitteln. Ebenso wurde die geplante Einarbeitungsfrist organischer Düngemittel innerhalb einer Stunde abgelehnt. Hierfür müssten mindestens zwei Personen mit entsprechender Mechanisierung zur Verfügung stehen.

Die Ausdehnung der Sperrfrist für Festmist sowie für Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff in „Roten Gebieten“ über vier Monate hinweg habe mit Praxisrelevanz nichts mehr zu tun. Darüber hinaus kritisierte der Verband die Reduzierung der Düngemenge um zwanzig Prozent unter dem Bedarf der jeweiligen Kulturpflanze als völlig inakzeptabel. Ebenso setze sich der Bauern- und Winzerverband dafür ein, dass auch in den „Roten Gebieten“ vor Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten eine Andüngung erfolgen könne. Die Düngeverordnung nehme auf die Bedürfnisse der Kulturpflanzen keine Rücksicht. Außerdem spiele das C:N-Verhältnis offensichtlich bei politischen Entscheidungsträgern auf EU- und Bundesebene keine Rolle.

In seiner Stellungnahme hat der Verband noch viele weitere Punkte kritisiert. Er fordert zudem, dass Betriebe, die innerhalb der „Roten Gebieten“ nachweisen können, dass die Stickstoffgehalte im Boden weniger als 35 Kilogramm pro Hektar betragen, von den Auflagen in diesen Gebieten freigestellt werden müssten. Diese Individualregelung, die den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben ermögliche, sich selbst aus der Umklammerung der scharfen Auflagen herausnehmen zu können, trage schließlich zur Reduzierung des Stickstoffgehalts im Boden und somit zu einem verringerten Auswaschungspotentials bei.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau arbeitet intensiv an Entschärfungen der Düngeverordnung und für mehr Eigenverantwortung der landwirtschaftlichen Unternehmer. Umso bedauerlicher sei, dass die Politik den fachlichen Kompetenzen der landwirtschaftlichen Unternehmer nicht Rechnung trage.