Donnerstag, 22. August 2019

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Silvesternacht in Koblenz

Wie üblich wurden die Serviceleistungen der Koblenzer Polizei in der Silvesternacht ausgiebig in Anspruch genommen. In den meisten Fällen ersuchten die Bürger lediglich um deutliche An- oder Fürsprache durch die Beamtinnen oder Beamten. In einigen wenigen Fällen organisierten die fürsorglichen Polizisten auch polizeieigene Unterkünfte, die zwar bis zur Decke gekachelt, dafür aber warm waren. Verstärkte Polizeikräfte im Bereich der Innenstadt von Koblenz schlichteten eine Vielzahl von Streitigkeiten und erteilten diverse Platzverweise. Teils wurden die Kräfte der Polizei aber auch selbst Objekt verbaler Attacken.

Gegen 00:20 Uhr erlitt eine 18-jährige Koblenzerin leichte Verbrennungen am Fuß. Ein unbekannter Täter hatte der Dame wohl unabsichtlich einen explodierenden Böller auf den Fuß geworfen. Sie erlitt leichte Brandverletzungen. Als ihn ein 28-jähriger Begleiter der Dame auf sein Fehlverhalten ansprach, bedrohte und beleidigte er den Mann verbal. Anschließend entfernte sich der Tatverdächtige unerkannt. Er wird wie folgt beschrieben: Ca. 170 - 175 cm groß, südosteuropäisches Aussehen, schwarzes, lockiges Haar, schwarze Jacke, grauer Pullover.

Am Pfarrer-Friesenhahn-Platz wurden gegen 01:00 Uhr einige Fensterscheiben einer Firma eingeworfen. Hierzu verwendeten die vermutlich Verantwortlichen einen vor Ort ausgehobenen Kanaldeckel. Die zur Sicherung der Fenster gerufene Feuerwehr musste durch zwei Streifenbesatzungen der Polizei vor Jugendlichen geschützt werden, die mit Böllern auf die Einsatzkräfte warfen.

Zwei junge Männer erhielten gegen 02:20 Uhr Hausverbot in einer Koblenzer Diskothek, nachdem sie sich im Inneren nicht den Regeln entsprechend verhalten hatten. Vor der Tür fühlte sich einer der beiden Brüder, 22 Jahre alt, ungerecht behandelt und ging in die Diskussion mit den Mitarbeitern. Letztlich zog man die Polizei hinzu, da der junge Mann sich nicht beruhigen wollte. In Anwesenheit der schlichtenden Polizisten erschien dann der 19-jährige Bruder des Mannes und griff unvermittelt die Mitarbeiter der Diskothek an. Beide Randalierer wurden kurzerhand zur Polizeidienststelle sistiert, wo sie sich nach Anzeigenaufnahme merklich abkühlten. Anschließend konnten sie aus der polizeilichen Obhut entlassen werden, nicht ohne die Auflage eines Platzverweises für die Altstadt.

Gegen 03:25 Uhr kam es zur Meldung einer Körperverletzung im Bereich der Burgstraße. Es wurde eine stark am Hals blutende Person gemeldet. Die eingesetzten Beamten konnten den Verletzten antreffen. Die Sachverhaltsaufnahme gestaltete sich schwierig, da der Verletzte einerseits stark alkoholisiert war, anderseits nur vage Angaben zum Ablauf des Geschehens machen konnte (oder wollte) und sich auch nicht helfen lassen wollte. Im Verlauf der Versorgung stellte sich dann heraus, dass er keine Schnittwunde am Hals, sondern an der Wange erlitten hatte. Nach seinen Angaben habe eine noch unbekannte Person mit einer Bierflasche auf ihn eingeschlagen. Es soll sich dabei um eine Person südländischen Aussehens gehandelt haben. Der 20-jährige Verletzte, bei dem eine Alkoholisierung von knapp über zwei Promille festgestellt wurde, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Rückverfolgung der Blutspur führte jedoch weder zum Auffinden eines möglichen Tatmittels, noch zur Feststellung des genauen Tatortes. Bislang konnten auch keine Zeugen vor den Vorfall ermittelt werden, weshalb die Polizeiinspektion Koblenz 1 um Hinweise aus der Bevölkerung unter 0261-103 2510 bittet.

Gegen 04:30 Uhr wurde die Polizei zu einer Auseinandersetzung am Josef-Görres-Platz gerufen. Die Beamten konnten jedoch nur noch eine Jacke eines Tatverdächtigen und einige Zeugen antreffen. Diese gaben übereinstimmend an, dass der Eigentümer der Jacke zuvor mit einem Gürtel auf mehrere Passanten eingeschlagen habe. Dann hätten sich alle handelnden Personen entfernt. Noch während der Sachverhaltsaufnahme erschien ein 23-jähriger Mann, der in der Nacht nicht nur Silvester, sondern auch seinen Geburtstag gefeiert hatte. Er bat um Aushändigung seiner Jacke. Im Zuge der sich nun gegen ihn richtenden Ermittlungen zeigte er sich zunehmend aggressiv. Aus diesem Grund nahmen ihn die Beamten in Gewahrsam und setzten ihn in den Funkwagen. In der weiteren Folge steigerte er sein aggressives Verhalten derart, dass er massiv gegen den Streifenwagen trat. Da er keinerlei Tendenz zeigte, sich zu beruhigen, musste er den Morgen in einer Gewahrsamszelle verbringen. Zwischenzeitlich konnte ein 25-jähriger Geschädigter ermittelt werden. Ein Strafverfahren ist eingeleitet.


Polizeipräsidium Koblenz