Montag, 25. März 2019

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Reisebusse kontrolliert - Fahrer waren bereits 36 Stunden unterwegs

1. Kontrolle am 05.01.2019 um 09:40 Uhr, Maxi-Autohof Mogendorf

Der Polizeiautobahnstation Montabaur wurde durch Verkehrsteilnehmer ein in Richtung Köln fahrender Reisebus gemeldet, der fast umkippt. Das Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen wurde in Höhe der Ausfahrt Diez festgestellt, wobei ein erheblicher Schiefstand des Kraftomnibus erkennbar war. Bei der anschließenden Kontrolle wurden weitere technische MĂ€ngel erkennbar - es sind zahlreiche Sicherheitsgurte funktionslos.

Die Fahrer gaben an, in Ungarn den Bus erst ĂŒbernommen zu haben und legten dazu entsprechende Bescheinigungen vor. Die Befragung einiger FahrgĂ€ste ergab jedoch, dass die Fahrer bereits seit Fahrtbeginn am 04.01.2019 um 06:00 h im Kosovo den Bus gefahren haben. Damit waren Beide zum Zeitpunkt der Kontrolle bereits 27 Stunden unterwegs und hatten ihre nach 21 Stunden einzulegende Tagesruhezeit unter- und die zulĂ€ssige Lenkzeit deutlich ĂŒberschritten. Die Weiterfahrt wurde aufgrund der technischen MĂ€ngel und der erforderlichen Tagesruhezeit untersagt.

Eine ÜberprĂŒfung des technischen Zustandes am 07.01.2019 bei einer Überwachungsorganisation fĂŒhrte aufgrund mangelnder Bremswirkung und dem Ausfall der Federung zu dem Ergebnis, dass der Bus "verkehrsunsicher" ist. Durch die zustĂ€ndige Zulassungsbehörde in DĂŒsseldorf wurde die sofortige Stilllegung angeordnet, die Kennzeichen wurden entsiegelt. Die 59 FahrgĂ€ste mussten mit einem Ersatzbus abgeholt werden.

FĂŒr Fahrer und Halter und das deutsche Unternehmen wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und Sicherheitsleistungen angeordnet.

2. Kontrolle am 10.01.2019 um 14:40 Uhr, Tank- und Rastanlage Montabaur

Am 10.01.2019 wurde um 14:40 Uhr durch Beamte der Verkehrsdirektion Koblenz ein weiterer Bus der gleichen Firma auf dem Parkplatz der Tank- und Rastanlage Montabaur kontrolliert.

Auch hier wurden mehrere defekte Sicherheitsgurte festgestellt, der Scheibenwischer war funktionslos und der vordere rechte Reifen nur zur HĂ€lfte mit Luft gefĂŒllt, so dass er sich bereits stark erhitzt hatte. Auch wurde wird durch die Fahrer ein falscher Abfahrtsort in Ungarn angegeben. Die FahrgĂ€ste gaben jedoch auch in diesem Fall an, dass beide Fahrer seit 09.01.2019 um 05:00 h im Kosovo losgefahren sind.

Dies konnte anhand einer Fahrgastliste bestÀtigt werden.

Die Aufzeichnungen des Fahrtenschreibers ergaben, dass das Fahrzeug bei der Kontrolle bereits seit 31 Stunden gefahren wurde. Damit war auch in diesem Fall die vorgeschriebene Tagesruhezeit von 9 Stunden erheblich unterschritten. Beide Fahrer waren seit 36 Stunden unterwegs. Eine PrĂŒfung der weiteren Dokumente ergab, dass in Deutschland Haltestellen angefahren wurden, die nicht genehmigt sind. Weiterhin konnten beide Fahrer die erforderliche Berufskraftfahrer-Qualifikation nicht nachweisen.

Aufgrund der MĂ€ngel und VerstĂ¶ĂŸe wurde die Weiterfahrt auch hier zu untersagt.

Kurz vor 20.00 Uhr kam ein Ersatzfahrer, der die notwendigen Dokumente und die Berechtigungen nachwies, so dass der Bus mit 48 FahrgĂ€sten bis zur Endhaltestelle in DĂŒsseldorf konnte.

Gegen die beiden Fahrer, den Fahrzeughalter und das Unternehmen wurden weitere Ordungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, und von den beiden Fahrer Sicherheitsleistungen von einbehalten.


Verkehrsdirektion Koblenz