Saturday, 25. January 2020

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Ein mit 350 t Kohle überladener Schubverband fuhr sich fest

Am Samstagmorgen, den 14. Dezember, um 3:45 Uhr, fuhr sich ein 193 m langer Schubverband unterhalb des Clemensgrundes in Höhe Trechtingshausen bei Rkm 534,800 fest.

Verletzt wurde niemand, Wassereinbruch an den Schiffen wurde nicht festgestellt. Inwieweit Unterwasserschäden entstanden sind, kann derzeit noch nicht festgestellt werden.

Ein nächtlicher Freiturnversuch mittels eines bestellten Schleppschiffes brachte keinen Erfolg, so dass der Schubverband derzeit weiter festliegt.

Der mit insgesamt 4650 t Kohle beladene Schubverband befand sich auf der Bergfahrt von Rotterdam nach Karlsruhe.

Der Schiffsführer gab bei der nächtlichen Havarieaufnahme durch die Beamten der WSP-Station St. Goar an, dass er einem talfahrenden Schiff ausgewichen sei und hierdurch außerhalb der Fahrrinne geriet.

Bei der weiteren Aufnahme stellte sich jedoch heraus, dass die Abladetiefe des Schubverbandes nicht den Anforderungen an die Wasserstraße entsprochen hatte.

Obwohl der aktuelle zuständige Pegel Oestrich nur eine Fahrrinnentiefe von 295 cm garantierte, fuhr der Schubverband mit einer gemittelten Abladetiefe von 315 cm. Somit hatte der Schubverband ca. 350 Tonnen zu viel auf den örtlichen Pegel Oestrich abgeladen. Die übrige Schifffahrt in Trechtingshausen kann derzeit den Havaristen ohne Einschränkungen passieren.

Ob der Schubverband geleichtert wird, muss von dem Havariekommissar und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung entschieden werden. Vielleicht hilft ja auch Petrus, der Schutzpatron der Schiffer, da in den nächsten Tagen viel Regen und steigendes Wasser erwartet wird. So könnte der Schubverband auch von allein wieder freikommen. Die Ermittlungen gegen den Schiffsführer wegen der Festfahrung dauern an.“

WASSERSCHUTZPOLIZEISTATION ST. GOAR