Sonntag, 15. Dezember 2019

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Organist Adolf Krämer ist ein „Gehilfe der Freude“

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In Oberwallmenach für 70-jährigen Dienst geehrt: Viele Besucher danken und feiern 95-jährigen Musiker


OBERWALLMENACH/RHEIN-LAHN. (2. Dezember 2019) In einem Adventsgottesdienst ist Adolf Krämer aus Niederwallmenach für seinen 70-jährigen Dienst als Organist geehrt worden. In der evangelischen Kirche von Oberwallmenach zeugten viele Menschen von der Beliebtheit des treuen Musikers; dass dort viel und vielseitige Musik erklang, versteht sich von selbst.

Schon das Vorspiel war eine Freude: Pfarrer Michael Wallau ließ an der Viola, begleitet von Dekanatskantor Markus Ziegler, Bachs bekanntes „Jesu meine Freude“ erklingen. Eigens zum außerordentlichen Organistenjubiläum hatte Pfarrer Armin Himmighofen einen Chor mit Personen aus dem ganzen Kirchspiel zusammengetrommelt, der sich hören lassen konnte. „Gut, dass wir einander haben“, sang der etwa und „Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu“. „Wir sind unheimlich froh, dass wir dich haben“, lobte Gemeindepfarrer Claudia Biester den 95-jährigen Jubilar.

Die Dekanin des Dekanats Nassauer Land Renate Weigel hatte über ihre Ansprache den Bibelvers „Nicht dass wir Herren wären über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude“ gestellt. Glauben zum Angst einflößen, Drohen oder zu Rechthaberei zu nutzen, damit könne sie so wenig anfangen wie sicher auch Krämer. „Aber beim Einladen und locken wie zum Gottesdienst, da bist du dabei“, so die Theologin, „du bist einer der Gehilfen der Freude.“ Krämer komme von der „Mussig“ her mit Singen, Tanzen und Lachen. Die Dekanin schilderte eigene Begegnungen mit dem Jubilar, die ihr in guter Erinnerung blieben. Einmal empfand sie echte Jahrmarktsstimmung bei Krämers Spiel, ein anderes Mal schenkte er einer Tauffamilie zum Nachspiel ein „Wie schön dass du geboren bist“. „Wie fein und liebevoll ist das denn?“, empfand Weigel damals. Man könne Kirche ja als eine eigene Welt betrachten, aber „wenn du spielst, kommt die Welt hinein.“

Dekanatskantor Markus Ziegler erinnerte an die drei Generationen evangelischer Gesangbücher, die Krämer miterlebt hat, ebenso dazu erschienene moderne Begleitbücher. „Du gehst immer mit der Zeit“, freute sich Ziegler, der den sommerlichen Auftritt einer Band erwähnte, die der Musiker aus Leib und Seele spontan mit seinem Akkordeon verstärkte. Im Namen des Dekanats sowie des Zentrums Verkündigung der Landeskirche dankte Ziegler dem Musiker-Kollegen und überreichte ihm mit Grüßen von Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum eine Urkunde für den außerordentlich langen treuen Dienst. Als Jubiläumsgeschenk des Kantors gab's als Nachspiel ein von ihm komponiertes flottes Stück: „Jazz geht's los“, das Krämer sichtlich Freude bereitete. Als 20-Jähriger habe er im Krieg aus Angst um sein Leben wieder das Beten gelernt, erzählte der Geehrte im Dank für die Organisatoren der Feier. „Ich muss dem Herrgott für die guten Gene danken“, so Krämer, der auch viel Lob und eine Umarmung für seine weltoffene Gemeindepfarrerin parat hatte.

Anschließend lud der Kirchenvorstand von Oberwallmenach ins benachbarte Gasthaus zum Essen ein, wo sich zahlreiche Gratulanten einfanden. Odelia Lazar, die mit Gitarrist Michael Wienecke Lieblingslieder Krämers spielte, nannte den Jubilar ein Idol, von denen es überall auf der Welt viel mehr geben sollte, ein Idol, um älter zu werden und in seiner Musik, mit der er für die Gemeinde arbeite. Auch Pfarrer Wilfried Steinke aus Bornich dankte zusammen mit dem Kirchenvorstand des Kirchspiels Niederwallmenach und Reitzenhain für Krämers zuverlässiges Wirken und seine Bereitschaft, immer wieder einzuspringen, wenn Not an der Orgelbank herrscht oder wenn es gilt, musikalische Veranstaltungen mit seinem Spiel zu bereichern.

Eine Welt im Rhein-Lahn-Kreis

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Rhein-Lahn-Kreis. Schon seit mehr als 25 Jahren ist die „Eine-Welt-Idee“ im Rhein-Lahn-Kreis präsent. Die Eine-Welt-Läden gehören, so Landrat Frank Puchtler,  in Bad Ems, Katzenelnbogen, Lahnstein, Nassau und Nastätten  zum festen Bestandteil in den Innenstädten.

Neben dem Verkauf fair gehandelter Produkte haben die Weltläden zwei weitere Schwerpunkte: Die Bildungs- und Kampagnenarbeit. Die Weltläden im Rhein-Lahn-Kreis bieten eine große Vielfalt fair gehandelter Produkte. Neben den Klassikern Kaffee, Tee, Kakao oder Gewürze gibt es auch modische Textilien, Schokolade, Honig, Eistee, Wein, Reis, Blumen, Korb- und Lederwaren, Spielzeug, Schmuck und vieles andere mehr. Dazu hat die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft eine Informationsbroschüre heraus gebracht.

Erhältlich ist der Flyer über die Tourist-Informationen im Kreis. Außerdem kann er bei der WfG angefordert werden: Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft,  Insel Silberau 1, 56130 Bad Ems Tel.: 02603 / 972-262 oder -263, Fax: 02603 / 972 151, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Internet: www.wfg-rhein-lahn.de.

Selbstbewusst mit klarer Nächstenliebe gegen rechtspopulistische Strategien

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Synode des evangelischen Dekanats Nassauer Land diskutiert aktuelles Thema und Umgang mit Stammtisch-Parolen


RETTERT/RHEIN-LAHN. (2. Dezember 2019) „Das wird man wohl doch mal sagen dürfen“ – dass dies ein Türöffner-Satz für Dinge ist, die man eben besser nicht sagen sollte, war nur eine vieler Erkenntnisse, die von den Synodalen des evangelischen Dekanats Nassauer Land von deren Herbsttagung mitgenommen wurde. Wie sich Demokratie stärken lässt und Tipps, wie Kirchengemeinden mit Rechtspopulismus umgehen können, waren thematischer Schwerpunkt, mit dem sich die Synodalen im Dorfgemeinschaftshaus von Rettert beschäftigten.

Matthias Blöser, Referent für die Stärkung der Demokratie beim Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Mainz, gab den 120 Anwesenden zahlreiche informative und hilfreiche Einblicke in die Strategien rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Parteien, die teilweise aufgrund ihrer rassistischen und antidemokratischer Äußerungen und Überzeugungen vom Verfassungsschutz beobachtet werden, sich zudem auf „Meinungsfreiheit“ berufen, obwohl sie diese Anderen, nicht nur den Medien, absprechen. Aus gutem Grund hatte der Dekanatssynodalvorstand das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, wie deren Vorsitzende Anja Beeres erklärte: Im Jahr 2021 stehen die nächsten Kirchenvorstandswahlen an. Was tun, wenn sich dann Menschen bewerben, die mit solchen Parteien sympathisieren oder ihnen angehören, in denen rassistische, nationalistische, völkische und ausgrenzende Überzeugungen – also jene, die dem christlichen Glauben elementar widersprechen – geäußert oder geduldet werden?

Blösers Credo: „Nächstenliebe verlangt Klarheit“. Rechtspopulistische und -extremistische Strategien zielten auf die Stärkung einer Opferrolle und die Verharmlosung verfassungsfeindlicher Äußerungen und Überzeugungen ab. „Keiner braucht meine (auch politische) Meinung zu teilen, aber Demokratie funktioniert nicht, wenn es nicht mehr möglich ist, Argumente auszutauschen.“ Das Ausspielen von Gruppen, indem diffus von „wir“ und „die“ gesprochen wird oder auch das Abwerten von Menschen müssten wach rütteln, Grenzen zu ziehen, wobei der Kontakt mit Sympathisanten unbedingt erhalten bleiben sollte. Der Referent sensibilisierte für Differenzierung und forderte auf, auch im privaten Bereich nicht im „Ungefähren“ zu bleiben, sondern dem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen und konkret zu werden, für was Kirche und Christen einstehen; etwa im diakonischen Handeln. „Christliche Botschaft ist menschenfreundlich, nicht neutral.“ Dazu gehöre auch, empathisch und respektvoll an der Lebensrealität des Gegenübers anzuknüpfen und dessen Fragen und Probleme ernst zu nehmen, so Blöser. Es sei ein Unding, wenn das Einkommen für Familien oder eine Rentnerin nicht ausreicht; „aber hätten die auch nur einen Euro mehr bekommen, wenn die Flüchtlinge nicht gekommen wären?“ Haltung gehöre eingeübt, gezeigt und reflektiert.

Sieben Sätze – gängige Parolen und Vorurteile, wie der oben zitierte Satz – dienten als Diskussionsstoff der Anwesenden in vielen kleinen Gruppen. Dabei wurden Ängste vor der Bildung von Parallelgesellschaften durch mangelnde Sprachkenntnisse ebenso geäußert wie die mediale Überflutung, die Menschen verunsichert und radikalen Kräften Vorschub leistet sowie Argumente, was eigentlich christliches Handeln auszeichnet. „Wichtig ist, dass die Werte nicht untergehen“, fasste Dekanin Weigel das Gespräch ihrer Gruppe zusammen, auch wenn das in Zeiten von Pauschalisierungen und der Verkehrung der Dinge nicht einfach sei. „Aber der Gott, an den wir glauben, ist der Gott aller Menschen auf dieser Erde, und dahinter gehen wir nicht zurück“, so Weigel.

Blöser hatte den Synodalen jede Menge Arbeits- und Argumentationsmaterial mitgebracht, darunter eine sechsseitige Orientierungshilfe für Kirchenvorstände zum Umgang mit Rechtspopulismus, die überdies auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit im Kirchenvorstand darstellt, wie mit Menschen im Kirchenvorstand umzugehen ist, die rechtspopulistische Positionen vertreten oder einer Partei angehören, die menschenverachtende, ausgrenzende, rassistische, juden- und islamfeindliche Äußerungen macht.

Bunter Weihnachtsbaum und strahlende Kinderaugen im Nastätter Verwaltungsgebäude

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Nastätter Kindertagesstätte zu Besuch in der Verwaltung

Wer dieser Tage die Verbandsgemeindeverwaltung Nastätten besucht, findet im Eingangsbereich einen liebevoll geschmückten Weihnachtsbaum.

Auf Einladung der Verbandsgemeinde Nastätten wurde der Baum von den Kindern der kommunalen Kindertagesstätte Bienenkorb geschmückt. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen besuchten die Kinder die Verwaltung und wurden dort von S Bürgermeister Jens Güllering und dem Stadtbeigeordneten Dr. Roland Romer herzlich begrüßt. Im Gepäck hatten die Kleinen selbst gebastelten Baumschmuck, der eigenhändig an der Tanne angebracht wurde.

Bevor die Gruppe wieder zurück zur Kindertagesstätte ging, sangen alle gemeinsam  Weihnachtslieder, was auch die Besucher der Nastätter Verwaltung erfreute.

(Text und Foto: Verbandsgemeindeverwaltung)

Braubacher Hoffnungszeichen unterstützen Wohnungslosenhilfe

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Gerade in der kalten Jahreszeit schmerzt es uns, wenn wir Menschen sehen, die offenbar ohne Wohnung sind, und die Nacht auf der Straße verbringen müssen. Der Hilfe für diese Menschen widmet sich in Lahnstein das Haus Christophorus der Caritas. Wohnungslose Menschen aus Lahnstein und der Region finden dort Obdach, wenn sie sonst keine Bleibe haben oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Amal und Markus Fischer vom Verein Braubacher Hoffnungszeichen wollen diese Arbeit unterstützen.

Mit einer Spende von 300 Euro fördert der Braubacher Wohltätigkeitsverein die Arbeit der Wohnungslosenhilfe in Lahnstein. Joachim Grämer ist seit sieben Jahren Leiter des Wohnheims: "Zehn Personen können wir in unserem Haus unterbringen. Meist sind es alleinstehende Männer, manchmal auch Paare. Außerdem haben wir vier weitere Plätze für wohnungslose Männer unter 25 Jahren, die in einer eigenen Wohngruppe leben. Alle Plätze sind zurzeit belegt. Die Folgen der Wohnungsnot machen sich auch bei uns bemerkbar. Menschen im Alter von 22 bis 67 Jahren leben bei uns", berichtet Grämer.

Weitere Übernachtungs- und Wohnheime gibt es in Koblenz, Leutesdorf und Limburg. Die Grundversorgung finanzieren die Sozialbehörden durch Tagesvergütungssätze für die Unterbringung, Verpflegung und Bekleidung. Alles darüber hinaus finanziert die Caritas aus eigenen Mitteln, die daher auf Spenden angewiesen ist: "Wenn unsere Bewohner beispielsweise eine neue Brille benötigen oder medizinischen Bedarf. Das finanziert die Krankenkasse nicht oder nur mit hohen Zuzahlungen. Hier müssen wir einspringen, da unsere Bewohner häufig völlig mittellos sind." Hier kann nun die Spende der Braubacher Hoffnungszeichen helfen. Auch wenn kulturelle Angebote für die Bewohner geplant werden, kann der unerwartete Geldsegen durch die Braubacher Hoffnungszeichen helfen.

"Unser vorrangiges Ziel ist die Beendigung der Wohnungslosigkeit und die Stabilisierung der persönlichen Lebensverhältnisse der Menschen", erläutert Einrichtungsleiter Joachim Grämer. "Wir stellen also nicht nur die Unterkunft und sichern die materielle Existenz der Menschen. Ganz konkret arbeiten wir auch an der Entwicklung neuer Zukunftsperspektiven, der gesellschaftlichen Integration und versuchen die Menschen wieder auf den Einstieg in die Arbeitswelt vorzubereiten. Oft baucht es auch spezielle Fachdienste wie die allgemeine Lebensberatung, Familienberatung, Suchtberatung oder die Schuldnerberatung, um den Menschen zu helfen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen."

Markus Fischer, Vorsitzender der Braubacher Hoffnungszeichen, freut sich, "dass wir mit unserer Unterstützung etwas Gutes bewirken können. Die Menschen, die wir im Haus Christophorus kennenlernen durften, haben es verdient, dass wir ihnen einen Platz in unserer Gesellschaft geben, eine neue Chance, wieder Fuß zu fassen." Und seine Stellvertreterin Amal Fischer ergänzt: "Die segensreiche Arbeit, die die Mitarbeiter der Caritas hier leisten, wollen wir gerne fördern."

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