Mittwoch, 11. Dezember 2019

Letztes Update:10:38:50 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Klimarobuste Wälder sind das Ziel

Drucken

CDU-Rhein-Lahn legt Maßnahmenkatalog vor

Rhein-Lahn-Kreis. Die CDU aus dem Rhein-Lahn-Kreis verabschiedete auf ihrem Kreisparteitag einen Maßnahmenkatalog, der den Schutz und die nachhaltige Weiterentwicklung der heimischen Wälder zum Ziel hat. „Aktuelle negative Entwicklungen, wie Schädlingsbefall und durch Klimaveränderungen bedingtes Baumsterben, haben gravierende Auswirkungen auf die Umwelt und treffen die Kassen der waldbesitzenden Kommunen mit voller Wucht. Wir müssen kreative Lösungen finden, um auch in Zukunft noch gesunde heimische Wälder als wertvolle Ökosysteme, Naherholungsgebiete und nicht zuletzt bedeutsame Wirtschaftsgüter der Gemeinden zu haben“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Matthias Lammert.

Um Antworten auf die Frage „Welche Bäume braucht der Rhein-Lahn-Kreis in 50 Jahren?“ zu geben, sieht die CDU die Notwendigkeit zum Aufbau interkommunaler Erprobungskulturen im Kreisgebiet. „Dort könnte man die Pflanzung und Bewirtschaftung von klimastabilen Baumarten unter echten regionalen Bedingen testen“, so Lammert. Hierzu will die Kreistagsfraktion einen entsprechenden Antrag in der Gesellschafterversammlung der WFG Rhein-Lahn stellen. „Unser Ziel ist die Bereitstellung von Mitteln der WFG, denn Waldbewirtschaftung ist Wirtschaftsförderung unserer Gemeinden“, so Günter Groß, der Mitglied der Gesellschafterversammlung ist.

Bei einem kreisweiten Natur- und Erlebnistag an den heimischen Schulen und Kindergärten könnte man dem Nachwuchs spielerisch mehr Wertschätzung für den Wald vermitteln. Mit Blick auf den Bundes- und Landesgesetzgeber will man sich dafür einsetzen, dass Fördermöglichkeiten für Neuaufforstungen sowie Wiederaufforstungen vereinfacht und erweitert werden. „Waldförderung ist Wirtschaftsförderung im ländlichen Raum. Gleichzeitig braucht effektiver Klimaschutz auch Anreize. Daher sollen Waldbesitzer Prämien aus der künftigen CO2-Bepreisung erhalten“, erklärt der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Jens Güllering.

Wald und Wild gehören für die Christdemokraten zusammen, daher sollen Forst und Jagd weiterhin Hand in Hand zusammenarbeiten. „Damit man Schalenwildarten, die insbesondere den jungen Wald schädigen, konsequent bejagen kann, müssen auch praxisnahe Bejagungsmöglichkeiten durch Schneisen in Aufforstungsflächen geschaffen werden“, sagt der Beisitzer im CDU-Kreisvorstand Martin Gasteyer. Kreisgeschäftsführer Marcel Willig richtet den Blick auf den durch Dürre und Naturereignisse bedingten erheblichen Aufwand in der Verkehrssicherung für die waldbesitzenden Kommunen: „Die Gemeinden brauchen für Sicherungsmaßnahmen entlang von öffentlichen Verkehrswegen Unterstützung und verbindliche Regelungen für die Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung sowie dem Landesbetrieb Mobilität.“ Man ist sich einig, dass eine Fachkräfteinitiative für Forstpersonal im Landkreis starten sollte. Nur mit mehr gut ausgebildeten Fachkräften könne schnell und effektiv auf Schadensereignisse wie beispielsweise Borkenkäferbefall reagiert werden. „Dazu muss allerdings für junge Leute der Ausbildungsberuf als Forstwirt attraktiver werden. Der Markt an Bewerbern ist leider derzeit sehr eingeschränkt. Kommunen sollten die die Möglichkeit für freiwillige Ausbildungsprämien ohne kommunalaufsichtliche Nachteile gegeben werden“, schlägt Matthias Lammert vor.

Kreisverwaltung an Weihnachten geschlossen

Drucken

Rhein-Lahn-Kreis. Die Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises bleibt am 24., 27. und 31. Dezember 2019 geschlossen. Publikumsverkehr ist an diesem Tag nicht möglich. Dies gilt auch für die Kfz-Zulassungsstellen in Diez und Nastätten. Die Verwaltung bittet um Beachtung und Verständnis.

Senioren feiern Heiligabend in Nassau und Diez gemeinsam

Rhein-Lahn-Kreis. Auch in diesem Jahr organisiert das Seniorenbüro des Rhein-Lahn-Kreises „Die Brücke“ wieder einen Heiligabend-Treff für ältere Menschen in Diez und Nassau. Kooperationspartner sind die Pflegestützpunkte und die „Netten Nachbarn“ aus Bad Ems und Nassau, die katholische Herz-Jesu-Gemeinde, die evangelische Stiftskirchengemeinde Diez und das AWO-Zentrum Nassau. Die G. und I. Leifheit Stiftung unterstützt die Heilig-Abend-Treffs mit einer Spende. Die Teilnahme für alle Treffs ist kostenfrei.

Treffpunkt in Nassau ist in diesem Jahr bereits um 15.30 Uhr in der AWO-Seniorenbegegnungs-stätte „Kaffeekanne“ in der Schlossstraße 4. Um 18 Uhr folgt ein Gottesdienstbesuch in der evangelischen Kirche. Anschließend findet ein gemeinsames Abendessen statt. Zu der besinnlichen Feier am Nachmittag zählt auch eine kleine Bescherung, mit Gedichten und selbst verfassten Geschichten von Hildegard Klöckner. Für die musikalische Unterhaltung sorgt Gisela Schönrock. Die Bürgerstiftung Bad Ems unterstützt diesen Treff finanziell. Anmeldungen für die Feier in Nassau nimmt das Seniorenbüro „Die Brücke“, Uschi Rustler, Tel. 02603/ 972-336, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. entgegen.

Treffpunkt in Diez ist um 14.30 Uhr der Gemeindesaal der evangelsichen Stiftskirchengemeinde, Schlossberg 13. Die Gäste können sich an diesem Nachmittag bei Gedichten, Geschichten und Liedern sowie Kaffee, Tee und selbst gebackenem Weihnachtsgebäck auf das Weihnachtsfest einstimmen. Um 17 Uhr ist ein Gottesdienstbesuch in der Stiftskirche geplant. Anschließend folgt ein gemeinsames Abendessen. Anmeldungen nehmen Lydia Törner, Tel. 06432/4336, und Kornelia Gros von den Driesch, Tel. 06432/61271, entgegen. Auf Wunsch findet ein Hol- und Bring-Service statt.

UKEA Dachsenhausen und Grünschnittlagerplatz Cramberg geschlossen

Rhein-Lahn-Kreis. Vom 16. Dezember 2019 bis zum 31. Januar 2020 bleibt der Umschlagsplatz für Kompost, Erdaushub und Altbaustoffe (UKEA) in Dachsenhausen geschlossen. Der Betrieb wird am 3. Februar 2020 wieder aufgenommen. Des Weiteren macht  die Annahmestelle für Grünschnitt in Cramberg (beim Quarz-Kieswerk Hartmann) von Freitag, 20. Dezember 2019 bis einschließlich Freitag, 3. Januar 2020, Betriebsferien. Am 6. Januar 2020 wird die Annahmestelle wieder geöffnet. Die Rhein-Lahn-Kreis Abfallwirtschaft bittet um Verständnis und Beachtung. Die Anlieferung von Abfällen kann im Abfallwirtschaftszentrum Rhein-Lahn in Singhofen erfolgen. Die Öffnungszeiten finden sich im Abfall-Info „Re:tour“ sowie im Internet unter www.rhein-lahn-kreis-abfallwirtschaft.de. Weitere Auskünfte unter Tel.: 02603/972-301 oder -312.

Neue Wettbewerbsrunde „startup innovativ“

Rhein-Lahn-Kreis. Gründerinnen und Gründer können sich ab sofort auf die zweite Runde des Förderprogramms „startup innovativ“ bewerben. Darauf macht die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Rhein-Lahn jetzt aufmerksam. Mit „startup innovativ“ werden in Rheinland-Pfalz Gründungen gefördert, die aufgrund digitaler Möglichkeiten neue innovative Geschäftsmodelle auf Basis bestehender Technologien hervorbringen, aber nicht selbst neue Technologien entwickeln. Große Beispiele sind z.B. Uber, Mytaxi oder Airbnb. Gefördert werden innovative Gründungen bis zum fünften Jahr nach dem Unternehmensstart mit mindestens 10.000 Euro bis maximal 100.000 Euro. Bewerben kann man sich bis zum 29. Februar 2020, die Bekanntgabe der Vorhaben, die eine Förderung erhalten, erfolgt im Frühjahr 2020. Das Programm ist als Wettbewerb ausgestaltet, so dass die Gründer mit der Auszeichnung „startup innovativ“ auch für sich werben können. Weitere Informationen und das Ausschreibungsformular finden isch im Internet unter www.gruendungsinitiative.rlp.de.

Organist Adolf Krämer ist ein „Gehilfe der Freude“

Drucken

In Oberwallmenach für 70-jährigen Dienst geehrt: Viele Besucher danken und feiern 95-jährigen Musiker


OBERWALLMENACH/RHEIN-LAHN. (2. Dezember 2019) In einem Adventsgottesdienst ist Adolf Krämer aus Niederwallmenach für seinen 70-jährigen Dienst als Organist geehrt worden. In der evangelischen Kirche von Oberwallmenach zeugten viele Menschen von der Beliebtheit des treuen Musikers; dass dort viel und vielseitige Musik erklang, versteht sich von selbst.

Schon das Vorspiel war eine Freude: Pfarrer Michael Wallau ließ an der Viola, begleitet von Dekanatskantor Markus Ziegler, Bachs bekanntes „Jesu meine Freude“ erklingen. Eigens zum außerordentlichen Organistenjubiläum hatte Pfarrer Armin Himmighofen einen Chor mit Personen aus dem ganzen Kirchspiel zusammengetrommelt, der sich hören lassen konnte. „Gut, dass wir einander haben“, sang der etwa und „Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu“. „Wir sind unheimlich froh, dass wir dich haben“, lobte Gemeindepfarrer Claudia Biester den 95-jährigen Jubilar.

Die Dekanin des Dekanats Nassauer Land Renate Weigel hatte über ihre Ansprache den Bibelvers „Nicht dass wir Herren wären über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude“ gestellt. Glauben zum Angst einflößen, Drohen oder zu Rechthaberei zu nutzen, damit könne sie so wenig anfangen wie sicher auch Krämer. „Aber beim Einladen und locken wie zum Gottesdienst, da bist du dabei“, so die Theologin, „du bist einer der Gehilfen der Freude.“ Krämer komme von der „Mussig“ her mit Singen, Tanzen und Lachen. Die Dekanin schilderte eigene Begegnungen mit dem Jubilar, die ihr in guter Erinnerung blieben. Einmal empfand sie echte Jahrmarktsstimmung bei Krämers Spiel, ein anderes Mal schenkte er einer Tauffamilie zum Nachspiel ein „Wie schön dass du geboren bist“. „Wie fein und liebevoll ist das denn?“, empfand Weigel damals. Man könne Kirche ja als eine eigene Welt betrachten, aber „wenn du spielst, kommt die Welt hinein.“

Dekanatskantor Markus Ziegler erinnerte an die drei Generationen evangelischer Gesangbücher, die Krämer miterlebt hat, ebenso dazu erschienene moderne Begleitbücher. „Du gehst immer mit der Zeit“, freute sich Ziegler, der den sommerlichen Auftritt einer Band erwähnte, die der Musiker aus Leib und Seele spontan mit seinem Akkordeon verstärkte. Im Namen des Dekanats sowie des Zentrums Verkündigung der Landeskirche dankte Ziegler dem Musiker-Kollegen und überreichte ihm mit Grüßen von Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum eine Urkunde für den außerordentlich langen treuen Dienst. Als Jubiläumsgeschenk des Kantors gab's als Nachspiel ein von ihm komponiertes flottes Stück: „Jazz geht's los“, das Krämer sichtlich Freude bereitete. Als 20-Jähriger habe er im Krieg aus Angst um sein Leben wieder das Beten gelernt, erzählte der Geehrte im Dank für die Organisatoren der Feier. „Ich muss dem Herrgott für die guten Gene danken“, so Krämer, der auch viel Lob und eine Umarmung für seine weltoffene Gemeindepfarrerin parat hatte.

Anschließend lud der Kirchenvorstand von Oberwallmenach ins benachbarte Gasthaus zum Essen ein, wo sich zahlreiche Gratulanten einfanden. Odelia Lazar, die mit Gitarrist Michael Wienecke Lieblingslieder Krämers spielte, nannte den Jubilar ein Idol, von denen es überall auf der Welt viel mehr geben sollte, ein Idol, um älter zu werden und in seiner Musik, mit der er für die Gemeinde arbeite. Auch Pfarrer Wilfried Steinke aus Bornich dankte zusammen mit dem Kirchenvorstand des Kirchspiels Niederwallmenach und Reitzenhain für Krämers zuverlässiges Wirken und seine Bereitschaft, immer wieder einzuspringen, wenn Not an der Orgelbank herrscht oder wenn es gilt, musikalische Veranstaltungen mit seinem Spiel zu bereichern.

Eine Welt im Rhein-Lahn-Kreis

Drucken

Rhein-Lahn-Kreis. Schon seit mehr als 25 Jahren ist die „Eine-Welt-Idee“ im Rhein-Lahn-Kreis präsent. Die Eine-Welt-Läden gehören, so Landrat Frank Puchtler,  in Bad Ems, Katzenelnbogen, Lahnstein, Nassau und Nastätten  zum festen Bestandteil in den Innenstädten.

Neben dem Verkauf fair gehandelter Produkte haben die Weltläden zwei weitere Schwerpunkte: Die Bildungs- und Kampagnenarbeit. Die Weltläden im Rhein-Lahn-Kreis bieten eine große Vielfalt fair gehandelter Produkte. Neben den Klassikern Kaffee, Tee, Kakao oder Gewürze gibt es auch modische Textilien, Schokolade, Honig, Eistee, Wein, Reis, Blumen, Korb- und Lederwaren, Spielzeug, Schmuck und vieles andere mehr. Dazu hat die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft eine Informationsbroschüre heraus gebracht.

Erhältlich ist der Flyer über die Tourist-Informationen im Kreis. Außerdem kann er bei der WfG angefordert werden: Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft,  Insel Silberau 1, 56130 Bad Ems Tel.: 02603 / 972-262 oder -263, Fax: 02603 / 972 151, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Internet: www.wfg-rhein-lahn.de.

Selbstbewusst mit klarer Nächstenliebe gegen rechtspopulistische Strategien

Drucken

Synode des evangelischen Dekanats Nassauer Land diskutiert aktuelles Thema und Umgang mit Stammtisch-Parolen


RETTERT/RHEIN-LAHN. (2. Dezember 2019) „Das wird man wohl doch mal sagen dürfen“ – dass dies ein Türöffner-Satz für Dinge ist, die man eben besser nicht sagen sollte, war nur eine vieler Erkenntnisse, die von den Synodalen des evangelischen Dekanats Nassauer Land von deren Herbsttagung mitgenommen wurde. Wie sich Demokratie stärken lässt und Tipps, wie Kirchengemeinden mit Rechtspopulismus umgehen können, waren thematischer Schwerpunkt, mit dem sich die Synodalen im Dorfgemeinschaftshaus von Rettert beschäftigten.

Matthias Blöser, Referent für die Stärkung der Demokratie beim Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Mainz, gab den 120 Anwesenden zahlreiche informative und hilfreiche Einblicke in die Strategien rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Parteien, die teilweise aufgrund ihrer rassistischen und antidemokratischer Äußerungen und Überzeugungen vom Verfassungsschutz beobachtet werden, sich zudem auf „Meinungsfreiheit“ berufen, obwohl sie diese Anderen, nicht nur den Medien, absprechen. Aus gutem Grund hatte der Dekanatssynodalvorstand das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, wie deren Vorsitzende Anja Beeres erklärte: Im Jahr 2021 stehen die nächsten Kirchenvorstandswahlen an. Was tun, wenn sich dann Menschen bewerben, die mit solchen Parteien sympathisieren oder ihnen angehören, in denen rassistische, nationalistische, völkische und ausgrenzende Überzeugungen – also jene, die dem christlichen Glauben elementar widersprechen – geäußert oder geduldet werden?

Blösers Credo: „Nächstenliebe verlangt Klarheit“. Rechtspopulistische und -extremistische Strategien zielten auf die Stärkung einer Opferrolle und die Verharmlosung verfassungsfeindlicher Äußerungen und Überzeugungen ab. „Keiner braucht meine (auch politische) Meinung zu teilen, aber Demokratie funktioniert nicht, wenn es nicht mehr möglich ist, Argumente auszutauschen.“ Das Ausspielen von Gruppen, indem diffus von „wir“ und „die“ gesprochen wird oder auch das Abwerten von Menschen müssten wach rütteln, Grenzen zu ziehen, wobei der Kontakt mit Sympathisanten unbedingt erhalten bleiben sollte. Der Referent sensibilisierte für Differenzierung und forderte auf, auch im privaten Bereich nicht im „Ungefähren“ zu bleiben, sondern dem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen und konkret zu werden, für was Kirche und Christen einstehen; etwa im diakonischen Handeln. „Christliche Botschaft ist menschenfreundlich, nicht neutral.“ Dazu gehöre auch, empathisch und respektvoll an der Lebensrealität des Gegenübers anzuknüpfen und dessen Fragen und Probleme ernst zu nehmen, so Blöser. Es sei ein Unding, wenn das Einkommen für Familien oder eine Rentnerin nicht ausreicht; „aber hätten die auch nur einen Euro mehr bekommen, wenn die Flüchtlinge nicht gekommen wären?“ Haltung gehöre eingeübt, gezeigt und reflektiert.

Sieben Sätze – gängige Parolen und Vorurteile, wie der oben zitierte Satz – dienten als Diskussionsstoff der Anwesenden in vielen kleinen Gruppen. Dabei wurden Ängste vor der Bildung von Parallelgesellschaften durch mangelnde Sprachkenntnisse ebenso geäußert wie die mediale Überflutung, die Menschen verunsichert und radikalen Kräften Vorschub leistet sowie Argumente, was eigentlich christliches Handeln auszeichnet. „Wichtig ist, dass die Werte nicht untergehen“, fasste Dekanin Weigel das Gespräch ihrer Gruppe zusammen, auch wenn das in Zeiten von Pauschalisierungen und der Verkehrung der Dinge nicht einfach sei. „Aber der Gott, an den wir glauben, ist der Gott aller Menschen auf dieser Erde, und dahinter gehen wir nicht zurück“, so Weigel.

Blöser hatte den Synodalen jede Menge Arbeits- und Argumentationsmaterial mitgebracht, darunter eine sechsseitige Orientierungshilfe für Kirchenvorstände zum Umgang mit Rechtspopulismus, die überdies auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit im Kirchenvorstand darstellt, wie mit Menschen im Kirchenvorstand umzugehen ist, die rechtspopulistische Positionen vertreten oder einer Partei angehören, die menschenverachtende, ausgrenzende, rassistische, juden- und islamfeindliche Äußerungen macht.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL