SPD-Fraktion im VG-Rat Loreley

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SPD begrüßt Ausschreibung des Managementplans für das Welterbetal

In schützenswerter Landschaft müssen größere Infrastrukturprojekte wie Verkehrsmaßnahmen oder auch Hotelprojekte welterbeverträglich gestaltet werden. Um dies schneller beurteilen und Entwicklungsräume für das Mittelrheintal aufzeigen zu können, schreibt das Land unter Federführung des Ministeriums des Innern und für Sport und dem in unserer Region beheimateten Staatsminister Roger Lewentz mit dem so genannten Managementplan für das Welterbetal alle bisher vorhandenen Strategiepläne fort und führt diese zusammen. Dazu wurde jetzt die entsprechende Ausschreibung auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvorsitzender Mike Weiland (Kamp-Bornhofen) sowie seine Stellvertreter Karl-Heinz Lachmann (Kaub) und Ottmar Kappus (Weisel) begrüßen dies ausdrücklich. "Damit gelingt es unter anderem, den nächsten Schritt zur absolut notwendigen Planung und zum Bau der Ortsumgehung Braubach zu beschreiten", freut sich Mike Weiland, der seitens der SPD mit den Aktiven das Projekt schon viele Jahre eng bekleidet und nach vorne bringt. Aber auch angedachte Hotelprojekte beispielsweise auf den Rheinhöhen lassen sich so einfacher in Puncto Welterbeverträglichkeit bewerten, was auch für kommunalpolitische Entscheidungen eine Unterstützung sei, begrüßen Karl-Heinz Lachmann und Ottmar Kappus das Vorgehen der Landesregierung.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung ist hier jedoch nicht alleine unterwegs. Daher bedurfte es im Vorfeld in den vergangenen Monaten einer ausreichenden und sorgfältigen Abstimmung mit allen Partnern, die eben auch gewisse Zeit in Anspruch genommen hat. "Klar ist, dass es gerade in Braubach nicht schnell genug gehen kann, denn die Altstadt gerade im Bereich der Oberallee- und der Brunnenstraße rund um das Obertor, die dortigen Bürgerinnen und Bürger verdienen schon lange eine Entlastung vom Verkehr", betonen Mike Weiland und Rita Wolf (Braubach). Da aber die aktuell einzig mögliche Verkehrsführung der angedachten Umgehung von der Dachsenhäuser Straße durch den Marksburg-Berg oberhalb der Bahntrasse im Rheintal ankommen und von dort über eine Rampe in die B 42 münden soll, kann sie nicht gerade als unauffälliger landschaftlicher Eingriff gesehen werden. Daher bedarf es einer genauen Bewertung.

Gemeinsam mit dem Land Hessen, dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal hat das Ministerium des Innern und für Sport die Ausschreibung für die Erstellung des Managementplans mit integrierter Kulturlandschaftsverträglichkeitsstudie für das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal gestartet. Mike Weiland fordert vom neuen Managementplan: "Der Plan muss den Gemeinden und Städten Luft zum Atmen lassen und die positive Entwicklung des Tales weiter ermöglichen und sogar fördern, denn davon ist die Zukunft unserer Heimat abhängig." Es sollen daher insbesondere Perspektiven und konkrete Maßnahmen für die weitere Entwicklung der Welterbestätte zum Beispiel in den Bereichen Denkmal- und Kulturlandschaftsschutz, Wohnen, Tourismus, Wirtschaft oder Verkehr aufgezeigt werden. Nach Vorstellung der SPD muss der Plan eine im Sinne des Welterbes 'positive Machbarkeits-Liste' und darf keine 'negative Verhinderungs-Liste' werden.

Nicht zuletzt sollen daher im Managementplan auch die Planungen zur Bundesgartenschau 2031 berücksichtigt werden. Innenminister Roger Lewentz, ebenfalls intensiver und langjähriger Unterstützer der Ortsumgehung Braubach und Ideengeber der BUGA 2031, ist sich sicher, dass das Tal mit dem neuen Managementplan eine fundierte und mit der UNESCO abgestimmte Grundlage erhalten wird, um die weitere Entwicklung des Mittelrheintals voranzutreiben."

Der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises und Vorsitzende des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal Frank Puchtler befindet, dass man den Managementplan als Fundament für die weitere Arbeit im Mittelrheintal sehen könne, um zielorientiert, flexibel und unter der Leitlinie ‚Gemeinsame Stärke nutzen‘ die Entwicklung vorantreiben zu können.

Aufgabe eines solch verbindlichen Planes ist es nach den Richtlinien der UNESCO, zentrales Planungsinstrument für den Schutz, die Nutzung, die Pflege und die erfolgreiche Weiterentwicklung von Welterbestätten zu sein, mögliche Risiken zu analysieren und Strategien zu deren Vermeidung aufzuzeigen.

Braubachs ehemalige Stadtbürgermeisterin Rita Wolf kommt abschließend noch einmal auf die Situation in Braubach zurück: "Viele verkennen, dass neben dem Engagement der Bürgerinitiative "Braubach lebenswerter e.V." um Helmut Veit es dem politischen Druck von Roger Lewentz und Mike Weiland in der Schlussphase der Entscheidungsfindung beim Landesbetrieb Mobilität zu verdanken ist, dass in der Braubacher Ortsdurchfahrt jüngst überhaupt Tempo 30 angeordnet werden konnte. "Sie erwartet sich mit dem Managementplan unter der Regie von Roger Lewentz daher den nächsten Schritt für eine positive Entwicklung der Wein- und Rosenstadt und des Mittelrheintals.