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Gebet und Gedenken statt Hass und Hetze

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Dekanat und jüdische Gemeinde erinnern in Bad Emser Römerstraße an 80. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November


RHEIN-LAHN/BAD EMS. (28. Oktober 2018) Am 9. November jährt sich zum 80. Mal die „Reichspogromnacht“, in der 1938 Hass und Hetze gegen die jüdische Bevölkerung in ganz Deutschland offen ausbrachen: Brennende Synagogen und Gebetsstätten, zerstörte und geplünderte Geschäfte, geschändete Friedhöfe – all das gab es auch im Rhein-Lahn-Kreis. Mit einem „Gebet und Gedenken“ wird das Evangelische Dekanat Nassauer Land zusammen mit der jüdischen Gemeinde in Koblenz am Freitag, 9. November um 18 Uhr in Bad Ems auf die damaligen Gräueltaten wieder aufmerksam machen und an deren Opfer erinnern.

Diesmal ist der Standort der ehemaligen Synagoge am Dekanatssitz in Bad Ems Ort der Gedenkveranstaltung. Gebet und Gedenken werden in der Römerstraße 65 um 18 Uhr beginnen und wie in den Vorjahren auch musikalisch umrahmt. Die Dekanin des evangelischen Dekanats Nassauer Land Renate Weigel sowie der Vorsitzende des Landesverbandes jüdischer Gemeinden in Rheinland-Pfalz Avadislav Avadiev werden die Veranstaltung gestalten. Außerdem wird ein Ensemble um den Musiker Hans Joachim Liefke aus Lahnstein Gebet und Gedenken musikalisch umrahmen.

Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, von dort ins Kreishaus auf der Insel Silberau zu gehen, wo es wieder ein kulturelles Programm zur Erinnerung an den 9. November 1938 geben wird. Um 19.30 Uhr präsentiert dort der KulturKreis Rhein-Lahn unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ das Ensemble „Jontef“. Das Quartett aus Tübingen ist bekannt für seine natürliche Art, jiddische Klezmer-Musik zu interpretieren. Im Kreishaus wollen die Musiker Lebensfreude, Humor und Melancholie erzeugen mit Worten und Musik aus der Welt des Schtetl. Der Eintritt fürs Konzert kostet 10 Euro (ermäßigt 8 Euro); Karten im Vorverkauf gibt es in der Buchhandlung Meckel in Bad Ems sowie Restkarten an der Abendkasse ab 19 Uhr.

Telefonische Infos zum Gebet und Gedenken gibt es im Dekanatsbüro unter 02603-509920, zum Konzert im Kreishaus bei der Kreisverwaltung unter 02603-972177.