Montag, 17. Juni 2019

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50 Jahre Städtepartnerschaft Braubach –Villeneuve sur Yonne

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Die Städtepartnerschaft zwischen Braubach und Villeneuve sur Yonne im französischen Burgund besteht im Oktober 50 Jahre. Die Verbindung zwischen Bürgern der beiden Städte begann jedoch schon früher.

1961 lernten sich die beiden Bürgermeister, Gerhard Lips für Braubach und André Verly für Villeneuve sur Yonne, im Innenministerium in Mainz bei einem Treffen von Bürgermeistern aus Rheinland-Pfalz und Burgund kennen. Die beiden verabredeten künftige Treffen. Schon ein Jahr später fand der erste Schüleraustausch statt, der seit dem 57mal in Folge durchgeführt wurde. Das ist mit dieser Zeitdauer ohne Unterbrechungen einmalig in Rheinland-Pfalz.

Viele persönliche Bekanntschaften entstanden in den Jahren 1961 bis 1968 bei zahlreichen Treffen in Braubach und Villeneuve sur Yonne und werden bis heute gepflegt. Offiziell wurde die Partnerschaft am 26. Oktober 1968 mit Urkunden und Unterschriften besiegelt. In der Folge wurden die gegenseitigen Treffen intensiviert. Viele Vereine und Organisationen nahmen teil, wie VdK, freiwillige Feuerwehr, DRK, Fanfarenzug, MGV, Bürgerwehr, Turnverein und Sportverein.

Vom 10. bis 13 Mai besuchten rund 40 Teilnehmer die französische Partnerstadt. Neben den Jubiläumsfeierlichkeiten stand ein Besuch der deutschen Botschaft in Paris auf dem Programm.

Am 19. Oktober kamen rund 50 französische Freunde aus Burgund zum Gegenbesuch an den Rhein. Bürgermeister Joachim Müller und die Vorsitzende des Partnerschaftskreises Frau Elke Schmidt hießen die Gäste im Winzerkeller in der Philippsburg herzlich willkommen. Bei Zwiebelkuchen und Federweißem wurden die ersten Neuigkeiten ausgetauscht. Anschließend ging es in die Gastfamilien.

Zum großen Festkommers am 20. Oktober ging es mit dem Fahrgastschiff „Königsbacher“  durch das Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Neben der großen Delegation aus Villeneuve sur Yonne und zahlreichen Braubachern waren auch einige Ehrengäste geladen. Doch die Vertreter aus der Politik mussten wegen Delegiertenversammlungen und Parteitagen absagen. Doch Weinkönigin Nadine I. mit ihren Prinzessinnen und Bacchus Bastian I. mit seinen Bacchantinnen und Mundschenk ließen es sich nicht nehmen der Einladung zu folgen. Mit einem Begrüßungsgetränk stießen alle Teilnehmer auf die „Goldene Hochzeit“ zwischen den beiden Städten an. In kurzen Festansprachen der Bürgermeister Cyril Boulleaux  und Joachim Müller wurde auf die Vergangenheit der Städtepartnerschaft eingegangen und die Hoffnung auf den weiteren Bestand und Ausbau der Freundschaft ausgesprochen. Die Vorsitzenden der beiden Partnerschaftskreise Marie Claude Delattré und Elke Schmidt begrüßten ebenfalls alle Teilnehmer und versprachen sich auch weiterhin für die  Partnerschaft einzusetzen. Frau Marie-Christine Böhme-Gendre, Regionalbeauftrage des Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz – Burgund, sprach noch ein Grußwort. Weiterhin hatte sie noch einige Ehrennadeln und Ehrenmedaillen für langjährige Mitglieder der Partnerschaftskreise im Gepäck.
Nach dem Austausch von kleinen Geschenken meldeten sich auch die Weinkönigin und der Bacchus zu Wort. Sie erinnerten nochmals an die schönen Tage im Mai in Villeneuve sur Yonne und wünschten den Gästen eine schöne Feier.
Zum Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung hatte Bürgermeister Müller noch eine ehrenvolle Aufgabe. Auf Beschlüsse des Braubacher Stadtrates wurden mehrere Heinrich-Schlusnus-Medaillen verliehen. Geehrt wurde Klaus-Dieter Schoch für die Fortschreibung der Stadtchronik, die beiden Partnerschaftskreise für die Arbeit um die Städtepartnerschaft, sowie Elke Schmidt für die Verdienste um die Städtepartnerschaft.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen konnte man bei herrlichem Oktoberwetter die Fahrt bis Oberwesel und zurück nach Braubach genießen. Nach rund fünf Stunden traf das Schiff wieder in Braubach ein.

Am Sonntagmorgen traf man sich im festlich geschmückten Rittersaal der Marksburg wieder. Die Begrüßung konnte diesmal kurz ausfallen, denn die offiziellen Ansprachen hatte man ja am Vortag schon gehört. Lediglich VG-Bürgermeister Werner Groß und Loreley Tasmin richteten ein Grußwort an die Festgesellschaft. Führungen durch die Burg in französischer und deutscher Sprache fanden regen Anklang. Mit einem schmackhaften Mittagessen wurde die Veranstaltung fortgesetzt. Nach der Stärkung folgte noch ein musikalischer Leckerbissen. Das Ensemble „Unerhört“ sorgte mit zahlreichen Liedvorträgen für einen kurzweiligen Nachmittag. Angesteckt durch den Musikvortrag formierte sich der gemischte Chor von der Yonne und trug das Burgunderlied vor. Doch auch die Braubacher ließen es sich nehmen und sangen das Braubacher Schunkellied. Zum Abschluss dankte Elke Schmidt allen, die zur Organisation und Gestaltung der Jubiläumsfeierlichkeiten beigetragen hatten und wünschte noch eine schöne Zeit hier in Braubach. Am Abend wurden dann in den Gastfamilien Pläne für die nächsten Treffen geschmiedet.

Montagmorgen traf man sich wieder am Parkplatz am Rhein. Es hieß Abschied nehmen. Eine kleine Überraschung hatte Bürgermeister Müller noch für alle französischen Gäste bereit: Eine Flasche Braubacher Bier als Erinnerung an den Besuch hier am Rhein. Nach einem Zwischenstopp in einem Lahnsteiner Warenhaus traf der Bus mit den französischen Freunden am frühen Abend wieder an der Yonne ein.