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Pfarrerin widmet sich der Seelsorge im Alter

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Angelika Astrid Meder wird am Sonntag im Bad Emser Vömel-Haus von Dekanin Weigel in Dienst eingeführt


BAD EMS/RHEIN-LAHN. (11. Februar 2019) Dekanin Renate Weigel wird am Sonntag, 17. Februar um 14 Uhr in einem Gottesdienst Pfarrerin Angelika Astrid Meder als neue Altenseelsorgerin fürs Dekanat Nassauer Land im Georg-Vömel-Haus der Friedenswarte Bad Ems in den Dienst einführen. Die 59-Jährige, die viele Jahre in einer Großstadt Pfarrerin war, freut sich sehr auf ihren Dienst im Nassauer Land.

Meder wuchs als Viertes von sechs Kindern in einem Dorf in der Wetterau auf, wo schon die Grundschullehrerin der „Zwergenschule“ im gemeinsamen Unterricht der Erst- bis Viertklässler ihre Liebe zu Musik und Religion weckte. Über Kindergottesdienst, Konfirmation und Jugendkreis wuchs sie ins kirchliche Gemeindeleben und -Engagement hinein. Der Blick von Frauen auf die Zusammenhänge des Lebens habe sie in Kindheit und Jugend geprägt, später die feministische Theologie. Die innere Weiche fürs Pfarramt wurde aber erst während eines USA-Aufenthaltes bei einer Freundin nach dem Abitur gestellt. „Deren Mann war Pastor und meinte, ich könne doch Theologie studieren“, erinnert sie sich.

Das tat sie in Tübingen und Marburg, absolvierte ein Vikariat in der evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt im damalige Südbezirk, bevor sie insgesamt 28 Jahre als Gemeindepfarrerin in Offenbach und dem Stadtteil Bieber arbeitete. Zwischen 1999 und 2007 prägte sie zudem als Dekanin des Dekanats Offenbach das kirchliche Leben in der hessischen Region. Seit 2016 war Meder Altenseelsorgerin im Dekanat Ingelheim, das jüngst mit dem Dekanat Oppenheim fusionierte.

Mit ihrem Umzug ins Nassauer Land fühlt sie sich auch etwas an ihre Wurzeln in der ländlich geprägten Wetterau erinnert. „Pfarrerin sein ist ein wunderschöner Beruf, der in Verbindung bringt mit allen Generationen und der alle Seiten des Lebens berührt“, schwärmt die Theologin, der die intensive Begleitung von Menschen in Freud und Leid schon immer am Herzen lag. Glaube schenke Vertrauen, leben zu dürfen und dabei nicht allein gehen zu müssen, weil man sich in ewigen Armen getragen wisse.

Das gelte auch für die Altenseelsorge, gerade in einem Haus wie der Friedenswarte, wo ein Schwerpunkt ihres Dienstes im Dekanat liegen wird. Meder: „Die Seelsorge für die Bewohner steht im Focus, aber auch der Kontakt mit Angehörigen, Pflegenden und ehrenamtlich engagierten Menschen; und ganz wunderbar finde ich hier in Bad Ems die Kooperation mit der Kindertagesstätte der evangelischen Kirchengemeinde“. Zudem sei es für sie selbst immer wieder sehr erfüllend, zu spüren, wie Trost und Begleitung und ein Gottesdienst ältere Menschen bewegt und ihnen Halt gibt, sagt die Theologin, die eine erwachsene Tochter hat und mit ihrem Mann derzeit noch mitten im Umzug von Ingelheim an die Bäderstraße steckt.