Freitag, 23. August 2019

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SPD: ÖPNV attraktiver gestalten

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Durchgängiger Zug in den späten Abendstunden soll kommen

Bei 60 Minuten SPD kündigte Verbandsdirektor Thorsten Müller einige Vorhaben an – Mike Weiland: In Überlegung befindlicher Regional-Expresse soll „Loreley-Express“ heißen

Der Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Rheinland-Pfalz Nord, Thorsten Müller, hat im Rahmen der Veranstaltung „60 Minuten SPD zum Schienen-Personen-Nahverkehr“ bekanntgegeben, einen durchgängigen Nahverkehrszug zwischen Koblenz und Wiesbaden auf der rechtsrheinischen Bahnstrecke für die späten Abendstunden beim Streckenbetreiber, der VIAS GmbH, angemeldet zu haben. Damit kommt er der Anregung des SPD-Kreisvorsitzenden Mike Weiland nach, der sich vor einigen Wochen mit einem entsprechenden Schreiben an ihn gewandt hatte. „Der ÖPNV bedarf im Rhein-Lahn-Kreis noch einiger Verbesserungen. Ein zusätzliches Zugpaar in beide Fahrtrichtungen in den späten Abendstunden ist ein Beispiel dafür“, so Mike Weiland.

Mike Weiland hatte in den zurückliegenden Wochen erfahren, dass eine solche Verbindung auf der linksrheinischen Strecke, die vormals eingekürzt worden war, jetzt wieder erweitert wurde. „Mit Blick auf die Pendler und dem Bestreben, dass der ÖPNV größeren Nutzen und höhere Akzeptanz erfährt sowie mit Blick auf die BUGA 2029 müssen wir jede Chance ergreifen, die Angebote noch attraktiver zu machen“, so Mike Weiland jetzt in Kaub. Ob die Zugverbindung zum Fahrplanwechsel im Dezember tatsächlich komme, könne Thorsten Müller noch nicht sagen, da VIAS auch die Fahrzeuge und das entsprechende Personal haben müssen. Mike Weiland wird sich hierzu in den kommenden Tagen an die VIAS GmbH wenden und dem Ansinnen des SPNV Nord und seiner Forderung Nachdruck zu verleihen.

Zudem sei es laut Thorsten Müller eine Überlegung des SPNV Nord, in Ergänzung des aktuellen stündlichen Zugangebotes, künftig einen ergänzenden „Regional-Express“ in den Fahrplan aufzunehmen, der schneller unterwegs ist, weil er nicht überall halten wird. Auch das war schon lange eine Forderung der SPD, um Pendler, die ins Rhein-Main-Gebiet müssen, besser zu versorgen. Spontan erhob Mike Weiland auch die Forderung, dass dieser bei der Einführung den Namen „Loreley-Express“ erhalten solle. Die derzeitige VIAS-Linie habe damals den Namen „Rheingau-Linie“ erhalten, wobei dieser Begriff nicht die komplette Strecke abbilde. Mit Blick auf die BUGA 2029 müsse unbedingt mit der Loreley geworben werden, begründet Weiland seine Forderung und wird dies ebenfalls in seinem Schreiben an die VIAS GmbH aufgreifen.

Obwohl die Tarifgestaltung nicht in die Zuständigkeit des SPNV Nord fällt, da dieser das Ergebnis der jeweiligen Verhandlungen der Vertragspartner lediglich anzuwenden hat, sind SPD-Kreisvorsitzender und Verbandsdirektor einer Meinung, dass es mit der Verzahnung der Tarife zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen vorangehen muss. Es könne nicht sein, dass die ÖPNV-Nutzung gerade im Grenzbereich so unterschiedlich viel koste, obwohl die Strecke durchgängig sei. Ein klares Bekenntnis – und auch da zielt der SPNV Nord ebenfalls in die gleiche Richtung wie die SPD Rhein-Lahn – gab Thorsten Müller auch zur Reaktivierung der Aartalbahn ab: Eine durchgehende Verbindung von Diez bis Wiesbaden bzw. Mainz muss angestrebt werden, damit das Projekt sinnvoll ist. Eine diesbezügliche Machbarkeitsstudie werde laut Thorsten Müller gerade von den Verantwortlichen in Angriff genommen. Der Verbandsdirektor sprach sich daher dafür aus, jetzt zügig ein Bus-Linienbündel zur Verbesserung des ÖPNV im Aartal und der umliegenden Region auf den Weg zu bringen, dies aber zeitlich mit einer kürzeren Laufzeit als die üblichen 10 Jahre zu gestalten, dass man die Aartalbahn möglichst zügig ins Konzept aufnehmen könne. Ansonsten lobte Thorsten Müller das Vorgehen des Rhein-Lahn-Kreises: Er sei mit Landrat Frank Puchtler an der Spitze Vorreiter in der Neugestaltung des ÖPNV-Konzeptes im kompletten nördlichen Rheinland-Pfalz, was auch die Buslinien betreffe.

Eine positive Nachricht mit Blick auf den Tourismus hatte Müller für die Lahntalbahn im Gepäck: Hier sei es künftig gesichert, Fahrräder im Zug mitnehmen zu können.

Ein letztes Augenmerk zur Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV richteten Müller und Weiland auf die noch ausstehenden Bahnsteigsanierungen im Kreis und hier beispielsweise entlang der Rheinstrecke. „Sowohl die Sanierung in Kaub als auch in Kamp-Bornhofen müssen nun endlich von der Deutschen Bahn angegangen werden“, betonte Mike Weiland und vor allem für den Braubacher Bahnhof müsse seitens der Bahn ein Konzept zur Barrierefreiheit erstellt und dann zügig inklusive Sanierung angegangen werden, so Weiland und Müller abschließend.