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Liturgie-Sammlung im Dekanat zeigt örtliche Besonderheiten

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Auftakt war in Nassau – Musik der Gottesdienstordnungen steht in Hahnstätten und Miehlen im Mittelpunkt


RHEIN-LAHN. (14. Mai 2019) Wie läuft ein Gottesdienst ab? Welche Reihenfolge ist für die einzelnen Liturgieteile vorgegeben, welche örtlichen Besonderheiten gibt es? Fragen, auf die Dekanatskantor Martin Samrock und Pfarrerin Melanie Schneider jetzt interessierten Theologen und Personen im ehrenamtlichen Verkündigungsdienst während eines Infoabends in Nassau Antworten lieferten.

Im evangelischen Gemeindehaus stellten die Beiden die erstmals fürs Dekanat Nassauer Land zusammengetragenen Gottesdienstordnungen der einzelnen Kirchengemeinden vor und erläuterten Sinn und Ursprung der Liturgie. Obwohl Bestandteile und Reihenfolge der Liturgie im Wechsel zwischen Liturg und Gemeinde auf die gleiche Historie zurückgehen, vor allem auf die vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. eingeführte Ordnung, wie Samrock erläuterte, gibt es örtlich doch eine Reihe kleiner Unterschiede was etwa den Wortlaut oder die Stichworte für den Organisten anbelangt, von den ortsüblichen Melodien ganz abgesehen.

„Ich habe diese Sammlung schon im ehemaligen Dekanat Diez als sehr hilfreich empfunden“, erläuterte Schneider den anwesenden Pfarrern, Prädikanten und Lektoren den Sinn der Zusammenstellung. Mit ihr lasse sich der Dienst in fremden Kirchengemeinden gut vorbereiten, damit Organist und Gemeinde etwa nicht vergeblich aufs richtige Stichwort warten, um in die liturgischen Gesänge einzustimmen. „Und wer dann noch wegen einer plötzlichen Erkrankung von einem auf den anderen Tag einspringen muss, der hat mit der Ordnung schon mal eine Sorge weniger.“

Hinzu kommt, dass bei besonderen Gottesdiensten wie Taufen, mit einem Abendmahl oder mit Fürbitten für Verstorbene Liturgieteile mancherorts auch wegfallen oder verschoben werden. Örtlich unterschiedlich haben die Kirchenvorstände auch festgelegt, wann und von wem die Abkündigungen mit Veranstaltungen aus der Gemeinde vorgetragen werden und ob der Gottesdienst mit dem Segen oder dem Schlusslied endet.

Ganz praktisch zeigte Samrock unter anderem, wie die PDF-Dateien umgewandelt werden, um sie mit den Psalm- und eigenen Gebetstexten in die Agende zu integrieren. Der Kirchenmusiker wies aber auch darauf hin, dass die Sammlung weder vollständig noch als abgeschlossen betrachtet werden könne. „Von manchen Gemeinden sind etwa auch die Abläufe für Abendmahl und Taufe oder Kasualien angegeben.“

Sehr unterschiedlich fallen teilweise die Melodien der einzelnen liturgischen Teile aus. Speziell für die nebenamtlichen Kirchenmusiker der Gemeinden wie Organisten und Chorleiter stellt Martin Samrock deshalb die Sammlung noch einmal in einer separaten Fortbildung am Samstag, 25. Mai von 10 bis 12 Uhr in Hahnstätten und um 15.30 Uhr in Miehlen vor, um die verschiedenen Fassungen kennen zu lernen. Dabei gibt es auch Tipps zur Ausführung an der Orgel. Im Anschluss an die zweistündige Fortbildung in Miehlen wird es dort in der Kirche um 18 Uhr noch einmal ganz praktisch, wenn Samrock in Form eines Kleinkonzertes mit Liturgie eine musikalische Abendandacht mit frühsommerlicher Orgelmusik gestaltet, zu der auch alle anderen Interessenten eingeladen sind.

Mehr Infos und Anmeldungen für die Fortbildung in Miehlen bei Martin Samrock unter Telefon 06439-929281 oder E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .