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Ausgezeichneter Einklang von Ehrenamt und Digitalisierung

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Initiative 55plus-minus im Dekanat Nassauer Land ist Preisträger von landesweitem Ideenwettbewerb


MAINZ/RHEIN-LAHN. (8. November 2019) Die Initiative 55 plus-minus im evangelischen Dekanat Nassauer Land ist in Mainz beim Ideenwettbewerb „Ehrenamt 4.0“ ausgezeichnet worden. Anlässlich des Digitalforums des Landes Rheinland-Pfalz wurden die Gewinner und deren Projekte vorgestellt. Dieter Zorbach und Reimund Heuser nahmen die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung stellvertretend für die Initiative entgegen.

Dass die Digitalisierung auch das Ehrenamt verändere, werde beim Ideenwettbewerb „Ehrenamt 4.0“ deutlich, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer aus Anlass der Preisverleihung. Im Rahmen des Digitalforums wurden ehrenamtliche Projekte ausgezeichnet, die digital oder mit digitaler Unterstützung umgesetzt werden. Der Wettbewerb wurde zum dritten Mal ausgeschrieben und erfreue sich mit 48 Bewerbungen einer wachsenden Resonanz.


Selbstverständlich lebe das Ehrenamt vom direkten Kontakt und Austausch. Und dennoch könnten sich Ehrenamt und Digitalisierung perfekt ergänzen, erklärte Staatssekretär Randolf Stich bei der Prämierung der zehn besten Projekte, die von einer Jury ausgewählt worden waren und zu denen auch die Initiative 55 plus-minus im evangelischen Dekanat Nassauer gehört.

Mit der App „Mein Dorf 55 plus - Trotz Alter bleibe ich!“ ermutige und begleite die Initiative generationenübergreifend Interessierte bei der Kontaktpflege sowie beim Kennenlernen und Erproben der digitalen Medien, heißt es in der Jury-Begründung. Im 15. Jahr ihres Bestehens ist die ehrenamtlich aktive Initiative zu einer sehr bekannten Plattform geworden, die Menschen in den Regionen des Nassauer Landes, des Blauen Ländchens bis zum Mittelrhein zusammenbringt und auf ihr Bürgern und Bürgerinnen Projekte zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit anbietet. Zurzeit gibt es rund 70 Projekte, deren Themen so unterschiedlich sind wie die Anbieter.

Die App weist zunächst in Richtung der Menschen der älteren Generation, die Hilfen und Impulse suchen, um nicht wegen mangelnder Unterstützung oder wegen des Rückgangs an zwischenmenschlicher Nähe den Umzug in ein Seniorenheim zu erwägen. Die Initiative erkennt, dass sich das Alleinsein nicht nur auf ältere Menschen beschränkt. Daher ist der Blick der Community auf die Entwicklung der App auch wichtig, dass gutes Leben ebenso das gute Zusammenwirken zwischen Jung und Alt braucht. Derzeit ist die Initiative dabei, die App auch bei jungen Leuten und sogar bei Schülern in der Region bekanntzumachen.

Der steigende Zuspruch zu den Angeboten der Initiative 55 plus-minus ist hauptsächlich im Konzept der partnerschaftlichen Zusammenarbeit begründet. Im Jahr 2018 gab es rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei 410 Veranstaltungen und Treffen mit über 6.000 Teilnehmenden. Kinder und Jugendliche waren zu Anfang als Lernende oder Zuhörende bei den Handwerks- und Lesepaten im Focus. Jetzt stehen auch Schüler und Schülerinnen als Betreuer von Älteren zur Verfügung, die mehr über die Nutzungsmöglichkeiten ihres Handys erfahren möchten.