Montag, 13. Juli 2020

Letztes Update:04:48:11 PM GMT

region-rhein.de

Teamarbeit und Kreativität nicht nur bei der Arbeit mit Farbe

Drucken

Die Corona-Krise bestimmt derzeit das gesellschaftliche und wirtschaftliche aber auch das schulische und berufliche Leben in Deutschland. Auch das Berufsbildungssystem steht vor der Herausforderung, kurzfristig auf die neuen Rahmenbedingungen reagieren und sich der neuen Situation anpassen zu müssen.

Eine besondere Herausforderung stellten die kurzfristigen Schulschließungen über mehrere Wochen im Rahmen der Corona Prophylaxe auch an die duale Ausbildung im Maler & Lackiererhandwerk.  Die Auszubildenen der Fachstufe II im dritten Ausbildungsjahr sowie die Absolventen zum Bauten- und Objektbeschichter wurden in der intensiven Phase ihrer Prüfungsvorbereitungen in ihrem Berufsbezogenen Unterricht digital beschult und mit abgestimmten digitalen Medien und Tools so auf den theoretischen Teil ihrer Gesellenprüfung vorbereitet.

Aber handwerkliche Abschlussprüfungen beinhalten ebenso einen gleichwertigen praktischen Prüfungsteil, der sich einer Beschulung und Kompetenzförderung in digitaler Form entzieht und eine direkte Lernbegleitung in Schule erfordert.

Mit den schrittweisen Schulöffnungen konnte aber auch dieser Teil der Prüfungsvorbereitung noch vollumfänglich stattfinden. Dies ist nicht zuletzt der kreativen Zusammenarbeit und dem besonderen Engagement von Schulleitung, Fachkollegen, Ausbildungsbetrieben und Innung zu verdanken.

Ein besonderer Dank ist hier durch den Innungsobermeister der Malerinnung Rhein-Lahn, Herr Reiner Tiefenbach, an das Schulleitungsteam der Berufsbildenden Nicolaus-August-Otto Schule in Diez ausgesprochen. Das Schulleitungsteam hat, trotz der immensen Planungsherausforderungen in Bezug auf geltende Hygienevorschriften, eine volle fachpraktische Prüfungsvorbereitung in den Räumen der Schule ermöglicht. Es wurde nicht nur eine ausreichende Raumkapazität zur Verfügung gestellt, um geltende Abstandsregeln zu gewährleisten, sondern darüber hinaus wurden die Türen der Schule den Prüflingen auch an Samstagen geöffnet, um ausgefallene Vorbereitungszeiten in vollem Umfang nachholen zu können. Herr Tiefenbach konnte als Fachpraxislehrer, mit Unterstützung von Herrn Sven Secker, Lehrlingswart der Rhein-Lahn Innung und Herrn Julian Göbel, Beisitzer im Prüfungsausschuss, den Auszubildenden die nötige Sicherheit in ihren Kompetenzen für die drei praktischen Prüfungstage ermöglichen. Nicht zuletzt wurden auch diese drei praktischen Prüfungstage durch die gemeinsame kreative und engagierte Terminplanung von Schulleitung, Kollegen, Ausbildungsbetrieben und Innung, ohne große, zeitliche Verzögerungen sichergestellt.

Im Fazit kann gesagt werden: Trotz aller Planungsschwierigkeiten und Unsicherheiten konnte durch Kreativität, Engagement und Team-Work ein nahezu für die Ausbildung traditionell gewohnter praktischer Prüfungsablauf stattfinden. Die Prüflinge konnten über drei Tage in ihrer gewohnten Lernumgebung, mit allen erforderlichen Ausstattungen, ihre Prüfungsaufgaben unter Einhalt aller gebotenen Hygienevorschriften durchführen.

Den Prüflingen der Ausbildungsgruppe ML FZL 17 kann, nach den drei praktischen Prüfungstagen, zu bestandenen Prüfungen und Teilprüfungen herzlich gratuliert und ihnen mit Stolz alles Gute für Ihre berufliche Zukunft gewünscht werden!

Da die Prüflinge aufgrund der strengen Hygieneauflagen auf ihre traditionelle Freisprechungsfeier verzichten müssen, hat Herr Tiefenbach den Auszubildenden als Entschädigung überraschend eine kleine Verabschiedung in schulischen Rahmen organisiert. Neben dem Schulleiter Herrn Jörg Schmitz, der der Klasse zu bestandener Prüfung persönlich gratulierte, schlossen sich alle Kollegen und der Prüfungssauschuss den ausgesprochenen Glückwünschen an. Herr Tiefenbach händigte im Anschluss die Bescheinigungen zu den bestandenen Prüfung aus und lud alle Anwesende zu von ihm organisiertem Kaffee und Kuchen ein. Auch hier hat sich gezeigt, das mit Kreativität und Teamwork auch unter strengen Auflagen Wertschätzung und Würdigung der Leistungen von drei Ausbildungsjahren möglich gemacht werden kann.

Egal was die Zukunft aber auch bringt, jetzt wird bei den frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen sowie Bauten- und Objektbeschichtern sicher erst einmal die für sie im doppelten Sinn unvergessliche Prüfungszeit und deren Abschluß gefeiert.