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Corona beschäftigt auch Partnerschaft mit Mabira

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Austausch zwischen Kirchendistrikt in Tansania und Dekanat Nassauer Land besteht 2021 seit 40 Jahren – Neue Broschüre


NASSAU/RHEIN-LAHN. (29. Juli 2020) Die Coronakrise beschäftigt weiterhin die Partnerschaft zwischen dem evangelischen Dekanat Nassauer Land und dem evangelisch-lutherischen Distrikt Mabira in Tansania. In der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Mabira-Nassauer Land gab der Vorsitzende Berthold Krebs einen Überblick über die Lage und die wichtigsten Entwicklungen.

Seit Pfingsten werden in den Gemeinden des Distrikts wieder Gottesdienste angeboten; Händewaschen, Desinfektion, Gesichtsmasken und Abstand seien dabei Pflicht, habe ihm Distriktpfarrer Jerryson Mambo mitgeteilt.


Die Partner im evangelischen Dekanat Nassauer Land hatten unter anderem die Krankenstation in Mabira mit 3400 Euro unterstützt; damit wurden Medikamente finanziert, Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und eine Info-Tour über die Dörfer, die über wichtige Schutzmaßnahmen aufklärte.


Was die Ausbreitung des Virus anbelangt, darüber gebe es keine verlässlichen Angaben. Patienten mit heftigem Husten werden zur weiteren Untersuchung in die Krankenstation in Kamuli verwiesen, in der in Ibamba sei aber auch ein separates Zimmer mit Wasser und Toilette für unerwartete Fälle eingerichtet worden. „Es sei alles okay“, habe ihm Pfarrer Mambo mitgeteilt, so Krebs.


Einen großen Dank übermittelte Mambo an die Pfarrpersonen und Mitarbeitenden des Dekanats Nassauer Land, die Kollegialität bewiesen und eine Nothilfe von rund 4800 Euro an die kirchlichen Mitarbeitenden wie Pfarrpersonen oder Evangelisten in Mabira gespendet hatten. Drei Monate gab es dort keine Gottesdienste, deren Kollekten unter anderem zum Broterwerb des Distriktpersonals dienen.


Die Pandemie wird sich auch auf die ursprünglich geplanten Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft im kommenden Jahr auswirken. Turnusgemäß stünden 2021 ein Partnerschaftsbesuch im Rhein-Lahn-Kreis sowie eine Jugendbegegnung in Mabira an, die dazu Gelegenheit geboten hätten. „Wegen der Corona-Pandemie ist derzeit nicht abschätzbar, ob Reisen und Besuche dieser Art in 2021 überhaupt möglich sein werden“, so Krebs. Eine separate Arbeitsgruppe soll sich nun mit der Frage beschäftigen, wie das Jubiläum gefeiert werden kann.


In gedruckter Form erinnert eine bildreiche zweisprachige Broschüre schon einmal an wichtige Grundsätze, Geschichte, Entwicklung und Projekte der Partnerschaft. Dietmar Menze hat sie unter dem Titel „Gemeinsam! Kwa pamoja!“ mit Unterstützung von Claudia Wirsch von der „designwerkstatt“ Nassau zusammengestellt und gestaltet. Sie ist in gedruckter Form erhältlich oder kann über die Website des Dekanats Nassauer Land heruntergeladen werden.


Ungeachtet der Coronakrise will der Arbeitskreis ein neues Projekt starten, um die Versorgung mit Wasser in Mabira noch weiter zu verbessern. Dazu sollen zwei Wassertanks und erstmals ein Tiefbrunnen gebaut werden. Für den Betrieb einer entsprechenden Pumpe will Berthold Krebs jetzt prüfen, ob diese mit einer Solaranlage oder einem Windrad angetrieben werden kann.