Dienstag, 24. November 2020

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Kreisverwaltung zeigt Flagge: „NEIN zu Gewalt an Frauen“

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Rhein-Lahn-Kreis.  Die Kreisverwaltung des RheinLahn-Kreises beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an der weltweiten Fahnenaktion zum internationalen Aktions- und Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ am 25. November.

Gewalt an Frauen und Mädchen ist leider immer noch alltäglich - auch bei uns.  An diesem Tag, der seit 1999 von den Vereinten Nationen als Internationaler Gedenktag anerkannt ist, wird von der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ seit 2001 die Fahnenaktion „Frei leben – ohne Gewalt“ organisiert, an der mittlerweile rund 40.000 Institutionen deutschlandweit im Wortsinne „Flagge zeigen“. Zu diesem Anlass hissen Landrat Frank Puchtler und Kolleg*innen der Verwaltung gemeinsam mit Dorothee MillesOstermann, Gleichstellungsbeauftragter des Rhein-Lahn-Kreises, die Fahne am Kreishaus und setzen so ein Zeichen für einen gewaltfreien Umgang.

Weitere Veranstaltungen der Gleichstellungsstellen im Rhein-Lahn-Kreis mussten dieses Jahr pandemiebedingt leider abgesagt werden. „Die Bedrohung von Frauen durch Gewalt ist leider immer noch zu hoch! Wenn das Zuhause nicht mehr der sichere Ort ist, sondern das größte Sicherheitsrisiko, dann geht uns das als Gesellschaft etwas an!  Paare und Familien, die nun in der zweiten Welle der Pandemie erneut in Isolation und Quarantäne viel Zeit miteinander zuhause verbringen und eventuell von finanziellen Sorgen und Zukunftsangst bedroht sind, erleben aktuell eine emotional hoch angespannte häusliche Situation. Auch wenn die Zahlen im ersten Lockdowns zum Glück nicht wie befürchtet gestiegen sind,  bleiben die Zahlen der Gewalttaten noch immer unfassbar hoch! Gerade jetzt ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und NEIN zu sagen zu Gewalt an Frauen. Im letzten Jahr wurden laut aktuellen Zahlen vom BKA 117 Frauen und 32 Männer als Folge häuslicher Gewalt getötet. Die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt lag 2019 um 1000 Fälle höher als im Vorjahr, nämlich bei 141 792! “ sagt die Gleichstellungsbeauftragte und gibt Hinweise, was Sie als Betroffene oder Beobachte*in tun können:

Wenn Sie in Ihrem engen persönlichen Umfeld von jemandem misshandelt, geschlagen, verletzt, bedroht, eingesperrt, gefangen gehalten, zu sexuellen Handlungen gezwungen, vergewaltigt wurden oder werden, haben Sie das Recht und die Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Dies gilt auch für Fälle, in denen Ihnen jemand beharrlich nachstellt, Sie verfolgt oder per SMS, Telefon oder Internet belästigt (Stalking).

Wie erreichen Sie die Hilfsangebote, wenn Sie im Rhein-Lahn-Kreis leben? Jede Polizeidienststelle hat einen Ansprechpartner*in für diese Fälle. Zudem können Sie sich an den Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) in Koblenz wenden. Dieser bietet Beratung und Unterstützung für Frauen, die Gewalt in einer Beziehung oder in der Familie erleben sowie für Menschen, die vermuten, dass eine Frau von Gewalt betroffen ist.  Wenn Sie eine Beratung möchten, wenden Sie sich an den Beratungsladen für Frauen: Tel.: 0261 91489470, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen. Sie werden mit unterdrückter Nummer zurückgerufen.

Wenn Sie eine geschützte Unterkunft brauchen, wenden Sie sich an das Frauenhaus: Tel: 0261 94 21 02 0, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Zusätzlich berät der Frauennotruf Koblenz e.V. telefonisch oder online – in dringenden Fällen auch persönlich.  Auf Wunsch kann anonym beraten werden.  Jugendliche Mädchen und Frauen, die sexuelle Übergriffe erlebt haben oder befürchten, sowie Freundinnen, Angehörige und nahestehende Bezugspersonen einer Betroffenen  können sich an den Frauennotruf wenden: Tel.: 0261 35 000, https://onlineberatung.frauennotrufkoblenz.de/.

Wenn  Sie dringend Hilfe brauchen, finden Sie zudem beim bundesweiten Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen eine erste Anlaufstelle: Tel.: 08000 116 016 oder www.hilfetelefon.de. Dieses Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar und bietet kostenlose Beratungen in vielen Sprachen.

SOLWODI ist eine Beratungs-und Anlaufstelle für Frauen aus dem Ausland, die sich in besonderen Zwangslagen befinden, also  Opfer von Zwangsprostitution, Menschenhandel usw. Die Kontaktdaten: Tel.: 06741-2232, per Mail:  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Adresse:

SOLWODI, Propsteistr. 2, 56154 Boppard.

In Rheinland-Pfalz finden Sie unter www.rigg.rlp.de ebenfalls Hilfeangebote. Außerdem sind dort Downloads und weiterführende Informationen hinterlegt, ebenso wie auf der Homepage  www.gewaltschutz.info.

Alle Hilfsangebote finden Sie auch auf der Homepage der Kreisverwaltung. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Lahn-Kreises, Tel.: 02603 972 285, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Beratungen finden telefonisch, online oder persönlich statt. Bitte vereinbaren Sie einen Termin.