Donnerstag, 13. Mai 2021

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Viele offene Fragen um den Wall am Hangrutsch

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Ob der 100 Meter lange und 6 Meter hohe Wall, der von der Deutschen Bahn jetzt am Bahndamm künstlich geschaffen wurde, bestehen bleibt und damit einen Zufahrtsweg unpassierbar macht, wird in den nächsten Wochen geklärt. Die Ortsgemeinde Kestert hatte hierzu eine Nachricht erhalten, wonach der Wall dauerhaft bestehen bleiben sollte. Daraufhin haben VG-Bürgermeister Mike Weiland und Ortsbürgermeister Uwe Schwarz gemeinschaftlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um hiergegen vorzugehen.

Wöchentlich finden auf Anregung von Bürgermeister Mike Weiland mit der Bahn Videokonferenzen statt. Bereits in den beiden letzten Terminen, an denen auch der Konzernbevollmächtigte Dr. Klaus Vornhusen teilgenommen hat, haben Uwe Schwarz und Mike Weiland unmissverständlich das Thema Wall angesprochen: „Wir haben nach der Baugenehmigung und nach der Welterbeverträglichkeit gefragt - ebenso die Frage gestellt, wie lange der Wall bestehen bleiben soll – ohne klare Antwort der Bahn.“

Auf Nachfrage von Bürgermeister Mike Weiland meldete sich vergangene Woche Freitag der Konzernbevollmächtigte per Mail: „Wir bedauern, dass es hier zu einem Missverständnis gekommen ist. Richtig ist, dass die DB nach dem Hangrutsch in Kestert aus Sicherheitsgründen kurzfristig einen sechs Meter hohen, 100 Meter langen Schutzwall errichtet hat. Kletterer:innen befestigen dahinter am Fels an 620 Ankern zusätzliche Netze mit einer Fläche von 2.100 Quadratmetern. Zur endgültigen Befestigung des Hangs stimmt sich die DB selbstverständlich in bewährter Weise mit den zuständigen Behörden, Gemeinden sowie Anliegern ab. Aktuell prüft die DB ergebnisoffen verschiedene Varianten zum Standort eines dauerhaften Schutzwalles inklusive der Befahrbarkeit des Weges. Alle Auflagen zur Bewahrung der Welterbe-Kulturlandschaft werden dabei umgesetzt. Ziel der langfristigen Hangbefestigung ist die größtmögliche Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden am rechten Rhein.“

Der Bahnbevollmächtigte führt zudem weiter aus, dass die von Ortsbürgermeister Uwe Schwarz und Bürgermeister Mike Weiland gestellten Fragen erst beantwortet werden könnten, wenn die Bahn die Varianten erarbeitet habe. Nun wurden Weiland, Schwarz und Landrat Frank Puchtler zwei Varianten vorgestellt, die sowohl für die Gemeinde Kestert als auch für die Verbandsgemeinde Loreley beide nicht akzeptabel sind. „Wir haben die Interessen der Kommunen und der Eigentümer der Flächen hinter der Bahnlinie nachhaltig und im Klartext gegenüber der Bahn zum Ausdruck gebracht und gefordert, dass eine Lösung herbeigeführt werden muss.“ Hinter der Bahn liegt eine etwa 75.000 Quadratmeter große Fläche mit zahlreichen kleineren Grundstücken, die für die Eigentümer weiter wie bisher erreichbar sein muss. Hinzu kommen die Anbindung eines Wohnhauses und Einrichtungen der Verbandsgemeindewerke, die regelmäßig gewartet werden müssen. Ebenso haben Schwarz und Weiland vehement eine schnelle und klare Lösung zur Nutzung der Kleingärten im Bereich vor der Bahnlinie an der B 42 sowie die Nutzung der Straße durch Radfahrer gefordert.

Der Konzernbevollmächtigte hat die Erarbeitung eines Zeitplans inklusive weiterer Varianten bis Ende dieser Woche zugesagt.