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„Gut, dass es in schwieriger Zeit den Kirchentag gibt“

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Christen aus dem Rhein-Lahn-Kreis haben sich digitales Programm zusammengestellt – Jugendband dabei


FRANKFURT/RHEIN-LAHN. (14. Mai 2021) Digital und dezentral – so muss der 3. Ökumenische Kirchentag unter dem Motto „schaut hin“ gefeiert werden. Trotzdem hoffen die Veranstalter und die Gastgeber des katholischen Bistums Limburg und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau auf eine große Teilnahme am digitalen Programm. Im Vorfeld hatte Kirchenpräsident Volker Jung die Bedeutung des Festes betont: Gerade jetzt brauche es Gelegenheiten, um über Themen, wie den Klimawandel, die Pandemie oder Reformen in den Kirchen zu diskutieren. Außerdem sei der Wunsch nach seelischer Stärkung und geistlicher Orientierung groß, so Jung.

Deshalb freuen sich viele auf die konfessionellen Gottesdienste am Samstag mit ökumenisch sensibel gefeierter Eucharistie, Vesper und Abendmahl. So soll der Kirchentag ein zuversichtlicher Impuls in Zeiten der Pandemie sein. In dieser sei die Frage laut geworden, ob die Kirchen ausreichend auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen. „Hier sind wir. Schaut hin, fragt nach, hört zu“, ermutigte der Limburger Bischof Georg Bätzing zur Teilnahme an den Diskussions-Formaten des Kirchentags. Und weil der ÖKT weitgehend digital stattfindet, vertraut EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung darauf, „dass wir auch in der medialen Welt die Gegenwart Gottes spüren."

Im Programm diskutiert am Sonntag nicht nur Kanzlerin Angela Merkel mit Klimakativistin Luisa Neubauer; darin findet sich auch ein Beitrag aus dem Rhein-Lahn-Kreis. Am Samstagabend ist die Jugendband der evangelischen Kirchengemeinde Klingelbach „No Name of Times“ zu hören und zu sehen. „In die Nacht“ lautet das Kulturprogramm, in dem die Konfi-Teamer aus dem Einrich auftreten. Ab 19 Uhr gibt es einen Gottesdienst in der Stadthalle Katzenelnbogen, in dem das Video der Band eingespielt wird; eine Anmeldung ist nötig unter E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder Telefon 06486-911754.

Auch in der Region Rhein-Lahn-Westerwald freuen sich die Christen aufs digitale Programm. „Auf diesen Kirchentag bin ich besonders neugierig und gespannt, weil er so ganz anders sein wird als die Vorgänger-Kirchentage“, sagt Ralf Skähr-Zöller. Als Mitglied des regionalen ökumenischen Vorbereitungskreises schmerzt ihn, dass von den ursprünglich geplanten Angeboten wie etwa zum Abend der Begegnung jetzt nichts wurde. Aber er findet es gut, dass der 3. ÖKT in diesen schwierigen Zeiten stattfindet und ein ökumenisches Zeichen setzt und freut sich auf neue Erfahrungen: „Ich werde mich überraschen lassen, die  ökumenische Vielfalt erleben und, wo es möglich sein wird, in einen guten Austausch mit anderen Kirchentags-teilnehmende  kommen.“ Das Motto „schaut hin“ sei jetzt nicht nur das inhaltliche, theologische Leitwort des Kirchentages, „sondern wir können es auch so verstehen, dass wir in Zoom-Videokonferenzen uns begegnen, austauschen und hin schauen, digital und dezentral“. Highlights sind für ihn neben der Übertragung des Abschlussgottesdienstes am Sonntag ist am heutigen Samstag das Schwerpunkt-Thema des ÖKT-Studios „Zusammenleben“ und abends im Kulturprogramm „Perlen des kreativen ÖKT“ zu entdecken.

Sehr angetan zeigte sich Stephan Geller vom katholischen Bezirksbüro Westerwald schon mal vom Eröffnungsgottesdienst: „Der hat mich in seiner Vielfalt positiv überrascht“. Ohne großes Drumherum sei das ein sehr schöner und stilvoller Auftakt mit tollen Bildern gewesen, der Hoffnung schenkt. Für Sigrid Dreßler aus Miehlen sind Kirchentage alle zwei Jahre ein beliebtes Reiseziel. „Wir hatten uns nach der Rückkehr vom Kirchentag in Dortmund schon sehr auf den Besuch in Frankfurt gefreut“, erzählt sie. Und es war alles geplant: Von Wiesbaden aus wollte sie mit einer Bekannten jeden Tag per S-Bahn zum Programm in die Main-Metropole fahren. „Aber jetzt müssen wir umdisponieren.“ Selbst wenn sie der überdimensionierte Tisch in Frankfurt lockt, will sie doch auf Nummer sicher gehen und zuhause am digitalen Programm teilnehmen. Ihre Auswahl hat sie unter oekt.de „Mein Kirchentag“ für sich markiert. „Einheit in der Vielfalt“, die Bibelarbeiten mit Eckart von Hirschhausen und Margot Käßmann und „Wie glaubwürdig sind die Kirchen?“ sind Veranstaltungen, die dazu gehören. Besonders gut findet sie, wenn sie sich am Samstag 24 Stunden reinklicken kann, wo und wann es ihr zeitlich am ehesten passt. Thematische Spaziergänge durch die Kirchentags-Städte fand sie in Stuttgart und Dortmund hoch interessant. Der digitale diesmal durch Frankfurt lässt sich ja vielleicht einmal analog nachholen.