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31 Jahre Gottes Wort in den Alltag geholt

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Pfarrer Detlef Wienecke wird am Sonntag evangelischer Kirche Oberlahnstein in Ruhestand verabschiedet


LAHNSTEIN/RHEIN-LAHN. (21. Oktober 2021) Mit einem Gottesdienst wird Pfarrer Detlef Wienecke am kommenden Sonntag in den Ruhestand verabschiedet. Der 63-jährige Theologe war in den vergangenen 20 Jahren Gemeindepfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Oberlahnstein.

Wienecke ist ein Kind des Mittelrheins, denn gleich nach der Geburt in Goslar zog seine Familie nach Braubach, wo ihm in der Kindheit schon die biblischen Worte ans Herz gewachsen sind. „Ich bin immer gern in den Kindergottesdienst zu Luise Metz gegangen“, blickt er auf seine Kindheit und Jugend zurück, als die Weichen für den Pfarrberuf gestellt wurden. Gern besuchte er auch die Gottesdienste seines Konfirmators Pfarrer Künkel. „Er war ein hervorragender, interessanter Prediger, der das Evangelium stets mit aktuellen Bezügen ausgelegt hat.“

Das prägte. Nach seinem Abitur in Oberlahnstein begann er zwar erst ein Germanistik-Studium, schwenkte dann aber auf Theologie um, obwohl er dafür Latein, Hebräisch und Griechisch nachlernen musste. Die Begeisterung die Bibel zu lesen, ist bis heute geblieben. „Pfarrer zu sein, ist einfach ein spannender Beruf“, dachte er damals und sieht es auch nach 31 Jahren noch genauso. Gottesdienste zu feiern, hat ihm stets die größte Freude gemacht. „Der Dienst am Wort ist so faszinierend, weil es sich eben im Alltag auswirkt und auf das Zusammenleben von Menschen.“ Während seines Studiums in Mainz interessierten ihn die sozialhistorischen Wege, sich der Bibel zu nähern. Da habe man auch mal gefragt, welche Kaufkraft hinter dem „Silbergroschen“ damals steckte, für den Judas Jesus verraten hatte. Auch das Judentum sei stärker in den Fokus gerückt worden.

Von der Theorie ging es über Wiesbaden-Naurod nach seiner Ordination im Januar 1990 nach Kemel, wo er Sturm Wiebke erlebte und wie sich das auf eine viel Wald besitzende Kirchengemeinde auswirkt. „Da war ich Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft.“ Bingen war von 1955 bis 2001 die nächste Station, bevor es ihn zurück in die Heimat zog nach Oberlahnstein, wo er auch seinen Ruhestand verbringen wird. Neben dem Predigen bereitete ihm das kollegiale Miteinander Freude, der Teamgeist im Kirchenvorstand und  Unterstützung in Vakanzen – dreieinhalb Jahre tat er das allein in Braubach. Für Vertretungsdienste stehe er auch im Ruhestand zur Verfügung. Sehr viel Spaß habe ihm die Verkündigung in der gemeindeeigenen Kindertagesstätte gemacht. „Wenn nur die ausufernde Verwaltung und Bürokratie nicht wäre“, klagt der künftige Pensionär; insofern sei die Übertragung der Trägerschaft ans Dekanat ein guter Schritt gewesen. Ein Mammut-Projekt war die Sanierung des Gemeindehauses. Interessant fand er die Dienste im Krematorium in Dachsenhausen und die damit verbundenen Formen von Seelsorge- und Trauergesprächen per Telefon.

Eine Herzenssache war und ist ihm das Singen. Froh und stolz bemerkt er, dass es den erst 2002 gegründete ökumenischen Kirchenchor immer noch gibt. In diesem sowie auch dem Männerchor Frohsinn Lahnstein will er weiterhin seine Stimme erklingen lassen. „Singen ist einfach eine tolle Möglichkeit, der Seele Ausdruck zu verleihen“, so Wienecke. „Und die Gemeinschaft in einem Chor ist ebenso wichtig und schön.“ Ein weniger an Verwaltung und Umstrukturierung, die vieles komplizierter statt einfacher mache,  wünscht er sich von seiner Kirche und für die Nachfolge im Amt. Es gelte, viele Kontakte zu vielen Menschen zu suchen, wie sie nicht nur in Chören, sondern auch anderen Vereinen möglich sind. Am Ende ist er sehr dankbar „für 20 schöne Jahre“.

Der Gottesdienst in der evangelischen Kirche Oberlahnstein beginnt um 15 Uhr und kann unter der 2-G-Regel (geimpft oder genesen) besucht werden.