Dienstag, 07. Dezember 2021

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Regionales Projekt zur Abfallvermeidung wirkt gegen Kinderlähmung

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- Initiative „Rhein-Lahn-Recycling“ gegründet -

Rhein-Lahn-Kreis. Begonnen hat es mit dem Projekt „Deckel gegen Polio“ des Rotary Club St. Goarshausen - Loreley. Hierbei geht es bereits seit einigen Jahren darum, Kunststoffdeckel zum Beispiel von Getränkeflaschen zu sammeln, diese an Verwertungsunternehmen zu verkaufen und mit dem Erlös Impfungen gegen Kinderlähmung zu finanzieren. Seit Beginn des Projektes beteiligen sich zahlreiche Schulen, Kindergärten, öffentliche Einrichtungen und viele weitere Akteure der Region begeistert und fleißig an der Sammlung der Kunststoffdeckel.

Bereits hier hat Andreas Warnstedt, Technischer Werkleiter der Abfallwirtschaft RheinLahn und selbst Rotarier, den Bezug zur Abfallwirtschaft erkannt. Nicht zuletzt, sagt er, geht es hierbei um Abfallvermeidung und um die Etablierung von bewusstem Umgang mit den Ressourcen unserer Umwelt. Und so engagierte sich die Abfallwirtschaft Rhein-Lahn von der ersten Stunde an als Logistikpartner mit in diesem Projekt und leistet seinen Beitrag.

Im Zuge dessen erfasste die Abfallwirtschaft Rhein-Lahn gemeinsam mit dem langjährigen kommunalen Partner, dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Rheingau-Taunus-Kreises, acht 1m³-BigBags prall gefüllt mit Kunststoffdeckeln. Recycelter Kunststoff gewinnt in der Kunststoffproduktion zunehmend an Bedeutung. Das hat auch Volker Degner, Geschäftsführer der PT Plastic Technologie in Dörscheid, früh erkannt und den Projektpartnern die Abnahme der Kunststoffdeckel zu einem attraktiven Erlös angeboten. Zur Freude aller Beteiligten konnten nun die acht Bigbags von der Abfallwirtschaft Rhein-Lahn unter Beteiligung der anderen Projektpartner an Plastic Technologie in Dörscheid übergeben werden.

Die acht Bigbags ergaben dabei ein Gewicht von 1100 kg. Mit dem Erlös der über die Abfallwirtschaft erfassten Deckel werden von Rotary 3300 Impfungen gegen Kinderlähmung in der dritten Welt ermöglicht.

Aus diesem ursprünglichen Projekt heraus hat sich nun ein Kreis von Fachleuten aus der Region gebildet, die gemeinsam nach Lösungen suchen, um zum einen Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden sowie zum anderen regionale Kreisläufe und Wertschöpfung im Kunststoffbereich zu ermöglichen. Teil dieser Initiative sind Gunnar Vahlenkamp (Kunststoffexperte), Alfred Fürbeth (Produktentwickler), Volker Degner (Kunststoffproduzent) und Andreas Warnstedt (Abfallwirtschaft Rhein-Lahn).

Eine Zusammenarbeit im Rahmen des rotarischen Projekts „Deckel gegen Polio“ soll nur der Anfang sein. Hierbei werden die regional gesammelten Deckel in der Region recycelt und daraus Produkte hergestellt, die wiederum in der Region zum Einsatz kommen. Weitere Kooperationen sollen folgen, verbunden mit dem langfristigen Ziel, Abfälle zu vermeiden und regionale Kreisläufe zu fördern. Dabei wird auch diskutiert, wie zukünftige Kunststoffprodukte so entwickelt werden können, dass sie wieder recycelbar sind und weniger negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Als nächsten Schritt in Richtung „Rhein-Lahn-Recycling“ zielt Andreas Warnstedt darauf ab, Kunststoffe im AWZ versuchsweise separat zu erfassen, um die Verwertbarkeit in der Region zu testen.