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175 Jahre Friedhof an der Allerheiligenbergstraße

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Lahnstein hat Geschichte, Folge 638

Lahnstein. Der Ă€lteste, noch in Gebrauch befindliche Gottesacker Lahnsteins darf bereits auf 175 Jahre zurĂŒckblicken. Am 02. November 1845 erfolgte die Einweihung des Friedhofs am Wallfahrtsweg zum Allerheiligenberg. An den Wallfahrtsweg erinnern noch die Rosenkranzkapellchen, die 1874 anstelle frĂŒherer, zerfallener Gebetsstationen entlang der Straße errichtet wurden.

Zuvor wurden die Niederlahnsteiner rund um die Johanniskirche beerdigt, woran noch einzelne freistehende, aber vor allem spĂ€ter in die Friedhofsmauer eingemauerte Basaltgrabsteinkreuze aus dem 16. und 17. Jahrhundert erinnern. Bei Hochwasser wurden die Toten in Oberlahnstein bestattet. Die dem Wasser so sehr ausgesetzte Lage und der beschrĂ€nkte Raum an der seit 1794 zur Ruine verkommenen Johanniskirche forderte erst recht nach dem Einsturz des Nordturmes 1844 dringend und unabweislich die Anlage eines neuen Friedhofs, der im FrĂŒhjahr 1845 höheren Orts verfĂŒgt wurde.

Die GrĂ¶ĂŸe des neuen Friedhofs betrug 216 Ruten, das entspricht ca. 5.400 Quadratmeter. Das von der Gemeinde angekaufte GelĂ€nde wurde planiert. Am 10. November 1845 erfolgte die erste Beisetzung mit der verstorbenen 16-jĂ€hrigen Anna Pink.

Der ursprĂŒngliche Friedhof bestand aus den Grabfeldern A bis F. Die östlich anschließenden Grabfelder wurden spĂ€ter angelegt. Die geringe Einwohnerzahl – ca. 2.000 im Jahr 1845 und ca. 5.000 im Jahr 1900 – erklĂ€rt, dass der Friedhof in den Jahren von 1845 bis 1922 höchstens zweimal belegt wurde. 1908 wurde der Friedhof ostwĂ€rts um 4.185 Quadratmeter (Grabfelder G bis K) vergrĂ¶ĂŸert. Dabei wurde auch eine Treppe aus Basaltlavasteinen als Aufgang zum Hohenrheiner Weg (heutige Straße „Zur Ruppertsklamm“) angelegt.

In den Jahren 1920/22 wurde der ursprĂŒngliche Teil des Friedhofs aufgeschĂŒttet und terrassenförmig neu angelegt. Dadurch wurden die frĂŒheren GrĂ€ber nicht mehr berĂŒhrt. Anschließend wurden diese Grabfelder bis 1963 abermals zweimal belegt, jeweils im Abstand von 22 Jahren.

Der Erweiterungsteil wurde um 1940 terrassenförmig neu angelegt. FĂŒr die vielen gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs einschließlich der zivilen Kriegsopfer wurde ein Teil des Grabfeldes „H“ oberhalb des Hauptweges und fĂŒr die vielen Toten vom Luftangriff am 2. Weihnachtstag 1944 ein Teil des Grabfeldes „K“ unterhalb des Hauptweges zur VerfĂŒgung gestellt. Ihnen wird nach dem Gesetz ewiges Ruherecht gewĂ€hrt. Ebenso wurden die ehemaligen Zwangsarbeiter, die wĂ€hrend oder kurz nach dem Krieg noch in der Kaserne (Lager fĂŒr Displaced Persons) gestorben sind, in einer Reihe gemeinschaftlich bestattet, sofern sie nicht in ihre HeimatlĂ€nder ĂŒberfĂŒhrt wurden.

Am oberen Ende befinden sich GrĂŒfte, unter anderem eine von der Industriellenfamilie Schmidt (Drahtwerke). In den 1890er Jahren wurden von den Familien DouquĂ© zwei neugotische Friedhofskapellen aus Tuffstein errichtet. In der linken DouquĂ©-Kapelle befinden sich die RuhestĂ€tten der Maria DouquĂ© und des Heimatschriftstellers Tony MĂŒller (1896-1980) sowie seiner Frau Trude. In der rechten sind Daniel DouquĂ© (Kirchenvorsteher und Schulvorstand, 1806-1891) und seine Frau Agnes mit Tochter und Schwiegersohn bestattet. In der Kapelle befindet sich heute auch der Grabstein von EhrenbĂŒrger Geistlicher Rat Johann Baptist Ludwig (1849-1943). Sein Grab wurde inzwischen aufgelöst, ebenso die PriestergrĂ€ber, deren Grabsteine vor und neben der Kapelle stehen, unter anderem von Johann Friedrich Ries (gestorben 1854), EhrenbĂŒrger Jakob Menges (gestorben 1957) und Karl Schwarz (gestorben 1978), die allesamt in St. Barbara wirkten, sowie von Pfarrer Franz Berg (gestorben 1898), einem gebĂŒrtigen Niederlahnsteiner, der als PensionĂ€r auf dem Allerheiligenberg lebte und die von ihm erworbenen Liegenschaften der Kirchengemeinde vermachte. Noch in Reihe befindet sich das Grab von Pfarrer Wilfried Bandel, der 2013 beigesetzt wurde. An der rechten Außenseite der Kapelle steht der selbstgestaltete Grabstein des Altarbildhauers Caspar Weis (1849-1930).

Der Friedhof wurde auch zur letzten RuhestĂ€tte unserer EhrenbĂŒrger SanitĂ€tsrat Dr. Theodor Michel (1847-1932) und BĂŒrgermeister Christoph Strobel (1837-1912) sowie zahlreicher BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die im öffentlichen Leben Niederlahnsteins eine Rolle gespielt haben. Noch vorhanden sind beispielsweise die GrĂ€ber von den Karnevalisten Lorenz Schlösser, genannt Knieles (1901-1990), seinem Sohn Lorenz gen. Lori Schlösser, Ernst Rech (1936-2018) und Ria Hewel (1924-2015), von den Hoteliers Ludwig Kuhlmann (Straßburger Hof) und Peter Satori (Hotel Weißes Ross), von den Kirchenmalern Waldemar Kolb (1898-1975) und Alban Kolb (1900-1982), von den Ärzten Dr. med. Carl Rody, Dr. med. Werner Klinke, Dr. med. Hubert Schulte und Dr. med. Hans-Joachim Neuenfeldt, von Strombaudirektor Eduard Adolph Nobiling (1801-1882), von Amtsgerichtsdirektor Dr. jur. Gustav Krauss (1891-1952), von den Verlegern Dr. Fritz Nohr (1913-1987) und Wolfgang Hopstein (1926-1994), von Drucker Heinz Prinzen (1940-2019), von den Mundartpublizisten Dr. Willi Schwank (1931-2006) und Willi Hoffmann (1896-1980), von Heimatforscher Franz Merfeld (1927-2009), von den KĂŒnstlern Willi Britschgi (1932-2014), Ludwig Nett (1934-2016) und Hans-Georg Schleifer (1940-2017), von Musiker Heinrich Geis (1931-2009), vom Gesellschafter der Firma Zschimmer & Schwarz Volker Schwarz (1942- 2018), von Schlossermeister Josef Heimbach, von den Bauunternehmern Peter Neitzer, Hans Engel und Martin Lenz, von den Stadtbaumeistern Franz Lock (1881-1961) und Heinz Hermann (1908-1998). ErwĂ€hnt seien auch die GrĂ€ber des Reichstagsabgeordneten Dr. Anton Dahlem (1859-1935), des Beigeordneten Leo Freudemann (1930-1997), des Stadtrechners und Schiedsmanns Anton Reetz (1900-1996) und von zahlreichen Stadtratsmitgliedern wie Willy Hewel (1900-1978), Hans Holl (1919-1998), Bernd Wittkemper (1942-1990), Maria Ohms (1919-1998), Toni Becher (1929-2016) oder Edi Wolf (1934-2018). Stellvertretend fĂŒr die vielen Gewerbetreibenden seien Kaufmann Friedrich Westenberger (1911-2002), Fotografin Inge Maiwald (1925-2007) und Metzger und Hobbyfotograf Emil Simonis (1928-2010) erwĂ€hnt.

Manche Grabplatten erinnern an die zahlreichen Vertreter des Schiffergewerbes in Niederlahnstein, zum Beispiel an die Familien Scheer, Unkelbach, Dehe, Hewel, Krauß, Runkel, Rössler und Dasting. Einige ihrer GrĂ€ber sind mit einem Anker geschmĂŒckt. Zwei besonders markante Grabsteine sind der nahe dem Haupteingang stehende versteinerte Holzstamm von Eberhard Burkard (Holzhandlung) sowie von Toni Born, auf dessen Stein der Turm der Johanniskirche abgebildet ist.

Die letzte VergrĂ¶ĂŸerung erhielt der Friedhof in den 1950er Jahren mit den Grabfeldern „L“ und „M“. Zwischen diesen wurde die Einsegnungs- und Aufbahrungshalle 1958 errichtet. Bis dahin startete die Beerdigung am Haus des Verstorbenen oder an der Leichenhalle am Krankenhaus Bergstraße. Als der Friedhof Ende der 1960er Jahre abermals erweitert werden sollte, entschied man sich fĂŒr einen neuen Friedhof oberhalb der Allerheiligenbergsiedlung, der 1971 eingeweiht wurde. Da sich inzwischen die Bestattungskultur in vielerlei Hinsicht geĂ€ndert hat, bietet der alte Friedhof mit seinen 14.393 Quadratmetern genĂŒgend Platz, sodass der obere aus KostengrĂŒnden geschlossen wurde.

UnterstĂŒtzung fĂŒr Lahnsteins Partnerstadt Ouahigouya in Burkina Faso

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Minister Lewentz ĂŒbergibt Bewilligungsbescheid fĂŒr ein Projekt zur Verbesserung der sozio-ökonomischen Lebensbedingungen der Frauen

Lahnstein. Seit ĂŒber 40 Jahren ist Ouahigouya Partnerstadt von Lahnstein. Die afrikanische Stadt liegt am Rande der Sahelzone im Norden des Binnenstaates Burkina Faso und zĂ€hlt 55.000 Einwohner, die vorrangig von Landwirtschaft und Handel leben.

Derzeit wird sich in Ouahigouya um mehrere tausend FlĂŒchtlinge aus dem eigenen Land gekĂŒmmert. Terroristen dringen aus den NachbarlĂ€ndern in den Norden des Landes ein und ĂŒberfallen die kleinen Dörfer. Viele Menschen suchen Schutz und Zuflucht in der nĂ€chstgrĂ¶ĂŸeren Stadt – Ouahigouya – darunter viele Frauen und Kinder. Bereits im vergangenen Jahr wurden auch in Lahnstein in einer Zusammenarbeit von Landesregierung, Stadt und Partnerschaftskreis Lahnstein-Vence-Ouahigouya monetĂ€re Mittel zur Hilfe bei der FlĂŒchtlingsarbeit gespendet.

Diese Hilfe wird auch im Jahr 2021 fortgesetzt und zielt vor allem auf die Eigenversorgung der BinnenflĂŒchtlinge ab. Bei dem „Projekt zum Aufbau eines GemĂŒsegartens zur Verbesserung der sozio-ökonomischen Lebensbedingungen der Frauen“ soll in drei Dörfern je ein Hektar Land eingezĂ€unt und mit einer Randbepflanzung versehen werden. Die FlĂ€che soll dann von Frauen mit dem Anbau von GemĂŒse genutzt werden.

Dadurch soll nicht nur die ErnÀhrungssituation der Familien durch gesunde und abwechslungsreiche Kost verbessert, sondern auch eine nachhaltige Einkommensquelle geschaffen werden.

„Der GemĂŒseanbau soll vor Ort fĂŒr eine bessere ErnĂ€hrung der Familien sorgen. Zudem erhalten die Frauen die Möglichkeit, sich auch wirtschaftlich zu betĂ€tigen und eine nachhaltige Einkommensquelle zu erschließen. So können beispielsweise Schulgeld, Anschaffungen oder Medikamente finanziert werden", sagte Lewentz.

Die Maßnahme ist mit rund 9.075 Euro veranschlagt. Minister Lewentz ĂŒberreichte einen Bewilligungsbescheid ĂŒber 3.000 Euro, die das Land zusteuert, weitere Mittel (1.075 Euro) trĂ€gt der Partnerschaftsverein in Eigenleistung  und weitere 5.000 Euro steuert das Entwicklungspolitische Netzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) dazu.

„Ich freue mich, dass das Land Rheinland-Pfalz weiterhin ein verlĂ€sslicher Partner bei der Partnerschaftsarbeit und Hilfe fĂŒr unsere afrikanische Partnerstadt Ouahigouya ist“, so Lahnsteins OberbĂŒrgermeister Peter Labonte bei der Übergabe. „Damit kann die wichtige Arbeit zur Verbesserung der dortigen Situation weiter fortgesetzt werden.“

Baumaßnahmen der DB Netz AG Ende MĂ€rz

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Bereiche Nieder- und Oberlahnstein

Lahnstein. Nach Mitteilung der DB Netz AG werden im Bereich Niederlahnstein in der Nacht von Freitag, 26. MĂ€rz 2021 auf Samstag, 27. MĂ€rz 2021 und im Bereich Oberlahnstein in der Nacht von Sonntag, 28. MĂ€rz 2021 auf Montag, 29. MĂ€rz 2021 Gleisbaumaßnahmen durchgefĂŒhrt, die aus betrieblichen GrĂŒnden in den Fahrpausen der Nachtzeit stattfinden mĂŒssen.

Dadurch kann es zu LĂ€rmbelĂ€stigungen kommen. Die beauftragten Unternehmen sind allerdings bemĂŒht, diese so gering wie möglich zu halten. Die Deutsche Bahn bittet die betroffenen Anwohner um VerstĂ€ndnis.

Großaufgebot der Polizei in Oberlahnstein

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Am 02.03.2021 kam es gegen 16:30 Uhr zu einem Großaufgebot der Polizei in Lahnstein. Ein per Haftbefehl gesuchter StraftĂ€ter konnte in der Weißergasse festgestellt werden. Bei Erkennen der EinsatzkrĂ€fte flĂŒchtete er zunĂ€chst in ein Haus und im spĂ€teren Verlauf auf die DĂ€cher von Oberlahnstein. Er konnte auf den DĂ€chern nicht verfolgt werden, da er zum Teil in 8m Höhe von Dach zu Dach sprang. WĂ€hrend der Flucht geriet er durch ein Großaufgebot der Polizei Lahnstein und DiensthundefĂŒhrern immer mehr in die Enge und konnte im Keller eines Anwesens festgenommen werden. Bei dem FlĂŒchtigen wurde noch BetĂ€ubungsmittel gefunden. Ihn erwartet ein weiteres Strafverfahren. Im Nachgang versuchte die Freundin des FlĂŒchtigen ihn aus den FĂ€ngen der Polizei zu befreien. Sie erwartet daher auch ein Strafverfahren.

Polizeiinspektion Lahnstein

Eisenbahnerstadt Oberlahnstein

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Auswirkungen der neuerrichteten Besatzungszonen auf die Eisenbahnerstadt Oberlahnstein und die Hebung der gesprengten EisenbahnbrĂŒcke vor 75 Jahren

Lahnstein hat Geschichte, Folge 637

Lahnstein. Derzeit ist das Thema „BrĂŒcke“ allgegenwĂ€rtig: Sowohl die derzeit laufenden oder anstehenden BrĂŒckenbaumaßnahmen rund um Koblenz / Lahnstein, die MittelrheinbrĂŒcke oder die fĂŒr die Buga 2029 in Lahnstein vorgesehene BrĂŒcke an der LahnmĂŒndung. Doch auch schon vor ĂŒber hundert Jahren waren BrĂŒcken fĂŒr die Eisenbahner-Stadt Lahnstein bedeutend.

Wie alle anderen Lahnsteiner BrĂŒcken wurde auch die 1910 errichtete EisenbahnbrĂŒcke am 18. MĂ€rz 1945 von der Deutschen Wehrmacht gesprengt, um das VorrĂŒcken der Alliierten aufzuhalten. Als die Amerikaner sich am 27. MĂ€rz 1945 von SĂŒden und Osten aus nach Oberlahnstein bzw. von Norden aus nach Niederlahnstein hineingekĂ€mpft hatten, war am Rhein-Lahn-Eck der Krieg zu Ende.

Die US-Armee war zunĂ€chst darauf bedacht, rasch eine Nachschubverbindung fĂŒr die Versorgung der Fronttruppen zu schaffen, nicht aber, den besiegten Deutschen die Verkehrsinfrastruktur wieder aufzubauen. Die rechte Rheinstrecke musste als Nachschubverbindung außen vor bleiben, weil der völlig zerstörte Bahnknoten Köln nicht zur VerfĂŒgung stand und umgangen werden musste. So setzten die amerikanischen Eisenbahnpioniere mit Vorrang die Verbindung Aachen – Bonn – Koblenz – Mainz instand.

Erst Ende Mai 1945, Deutschland hatte am 08. Mai kapituliert, erteilte die Besatzungsmacht die Genehmigung zur Wiederherstellung der Bahnanlagen, die wegen Material- und Fahrzeugmangel jedoch nur mĂŒhsam wieder in Gang kamen. Nachdem der Deutschen Reichsbahn am 11. Juni 1945 von der US-Besatzungsmacht die BetriebsdurchfĂŒhrung wiedergestattet worden war, kam ein erster, bescheidener Bahnverkehr wieder in Gang. Auf der Lahntalbahn konnte von Oberlahnstein aus allerdings wegen der zerstörten BrĂŒcken nur bis vor Nassau, auf der rechten Rheinstrecke nach Norden wegen der zerstörten LahnbrĂŒcke zunĂ€chst gar nicht gefahren werden.

Nach SĂŒden war zwischen Kaub und Lorchhausen eine neue Zonengrenze entstanden, denn Frankreich bekam von Großbritannien und den USA eine eigene Besatzungszone zugestanden. Damit ĂŒbernahm Frankreich am 10. Juli 1945 von der US-Besatzungsmacht auch die Eisenbahnaufsicht in seiner Zone.

Entsprechend der Besatzungszonen mussten die Direktionsgrenzen der Reichsbahn angepasst werden. Das bisher fĂŒr das Bahnbetriebswerk (Bw) Oberlahnstein zustĂ€ndige Reichsmaschinenamt (RMA) Wiesbaden lag nun in der US-Zone. Die neue Grenze auf der rechten Rheinstrecke zwischen den Direktionen Frankfurt und Mainz befand sich nun sĂŒdlich von Kaub an der Grenze zwischen der französischen und amerikanischen Besatzungszone, die spĂ€ter zur Grenze zwischen den BundeslĂ€ndern Rheinland-Pfalz und Hessen mutierte. Im Norden erfolgte fĂŒr die rechte Rheinstrecke bei Unkel die Abgrenzung zwischen französischer und britischer Besatzungszone bzw. den heutigen LĂ€ndern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Schließlich wurde im Herbst 1945 auch der bislang zur Reichsbahndirektion (RBD) Frankfurt gehörende Abschnitt der Lahnstrecke von Hohenrhein bis Diez der RBD Mainz ĂŒbertragen.

In diesem Zusammenhang wurde anstelle von Limburg zunĂ€chst in Diez, aber bereits im Dezember 1945 in Oberlahnstein ein Eisenbahnmaschinenamt eingerichtet, das nach Abschluss der Umgliederung fĂŒr die Bahnbetriebswerke Oberlahnstein, Niederlahnstein, Engers, Linz (Rhein), Altenkirchen und Betzdorf zustĂ€ndig war. Der Dampflokbestand in Oberlahnstein betrug im Dezember insgesamt 19 Dampflokomotiven, wovon zehn betriebsfĂ€hig waren. Noch konnten wegen der Baustelle auf der Lahn einige bei Kriegsende in Oberlahnstein gestrandete Loks der Bw Niederlahnstein und Engers noch nicht zu ihren Heimatdienststellen zurĂŒckgefĂŒhrt werden.

Erst Ende Januar 1946 ging die LahnbrĂŒcke zwischen Ober- und Niederlahnstein nach behelfsmĂ€ĂŸiger Reparatur zunĂ€chst eingleisig, ab Ende 1946 auch zweigleisig wieder in Betrieb. Dazu erfolgte am 30. Januar 1946 die Belastungsprobe mit zwei Lokomotiven, wie man auf dem Foto erkennen kann. Bei der fĂŒhrenden Lok handelt es sich um eine 50er Lok, vermutlich vom Bw Oberlahnstein. Die zweite Lok ist offensichtlich eine 52er mit Steifrahmentender, die anscheinend nicht unter Dampf steht und wohl irgendwo dem Schadpark entnommen wurde. Die BrĂŒcke ist mit einem Richtbaum und französischen Fahnen geschmĂŒckt. Eine Anzahl Schaulustiger sĂ€umt die Ufer sowie die fĂŒr FußgĂ€nger eingerichtete PontonbrĂŒcke ĂŒber die Lahn.

Im ersten Nachkriegskursbuch fĂŒr die Französische Zone vom 18. MĂ€rz 1946 finden sich sowohl bei der Lahntalbahn als auch der rechten Rheinstrecke erste AnsĂ€tze fĂŒr einen regulĂ€ren Betrieb. Eingesetzt wurden hierzu im Lahntal Lokomotiven des Bw Oberlahnstein. Dort gab es allerdings wegen der zerstörten BrĂŒcken keinen durchgehenden Zugverkehr zwischen Koblenz und Limburg. Eine ausfĂŒhrliche Bearbeitung zur Geschichte des Bahnbetriebswerks Oberlahnstein ist zurzeit von dem gebĂŒrtigen Oberlahnsteiner Karl-Hans Fischer, heute in Koblenz wohnhaft, in Bearbeitung. Die Ausarbeitung wird im Herbst 2021 erscheinen.

Die reparierte EisenbahnbrĂŒcke erfĂŒllte noch bis 1968 ihren Zweck, dann wurde sie durch einen Neubau ersetzt.

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