Montag, 10. August 2020

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Zur Geschichte der Lahnsteiner Heilig-Geist-Kapelle

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Lahnstein. Anlässlich des von den Gremien der Katholischen Pfarrei St. Martin vorgeschlagenen Verkaufs der Heilig-Geist-Kapelle erinnert das Stadtarchiv Lahnstein mit diesem Artikel an die Geschichte des über 800 Jahre alten Kirchengebäudes am Rheinhöhenweg.

Die „Spitalskapelle auf dem Martinsberge“ ist ein flachgedeckter Sakralbau mit halbrundem Chor und Dachreiter. Der dreiachsige Bruchsteinbau stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Viele Details verweisen in die romanische Epoche. Die einstigen Seitenschiffe und Hospitalbauten haben sich nicht erhalten. Der Chorraum wird von je einem rechteckigen Fenster im Norden und im Süden belichtet.

Der heute mittels drei Stufen um 48 cm erhöhte Chorraum ist durch einen Triumphbogen vom rechteckigen Kirchenraum getrennt. Der Kirchenraum ist ca. 11,5 Meter lang und 7 Meter breit und hat rechts und links je drei, an der Westwand zwei romanische Obergadenfenster.

Ein barocker Umbau könnte um 1708 erfolgt sein, da aus diesem Jahr eine päpstliche Ablassurkunde existiert. Im Jahr 1854 ist die Kapelle dem Verfall preisgegeben, 1890 stehen nur noch Mauerreste. Das Türmchen wurde erst bei einer Dacherneuerung 1898 hinzugefügt.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Heilig-Geist-Kapelle in einem  Ablassbrief von 1332, ausgestellt in Avignon, aufbewahrt heute im Stadtarchiv Lahnstein. Nach Urkundenlage wurde schon vor 1342 eine Vikarstelle besetzt. 1505 wird ein Hof bei der Heilig-Geist-Kapelle (nicht das Hospital) verkauft. Auch 1575 wird der Hof bei der Heilig-Geist-Kapelle genannt.

Die Kapelle liegt an einer Süßwasserquelle, der schon im 14. Jahrhundert heilende Wirkung nachgesagt wurde, und an der alten Höhenstraße von Oberlahnstein nach dem Erzbachtal (Bergbau seit der Römerzeit), Bad Ems und Nassau. Christian von Stramberg berichtet von der Sage der reichen Regina Waibelung, die nach Liebeskummer ein Aussatzhospital gründete und dort auch Kranke pflegte. Als sie selbst erkrankte, entsprang nach einem Gebet die Quelle und sie gesundete nach Händewaschungen wieder. Die Heilquelle wurde 1972 mit naturbelassenem Granitbecken und Gedenktafel sowie 2018 neu gefasst. Die letzte Innenrenovierung erfolgte im Jahr 2000 durch den „Förderverein zur Erhaltung und Renovierung der katholischen Kirchen und Kapellen der Pfarrei St. Martin“.

Von der alten Einrichtung der Kapelle ist nichts erhalten. Heute ist die Kapelle barock ausgestattet. Der Altar stand ehemals in der Wenzelskapelle. Zwei Altargemälde stammen von 1816 und hingen ehemals in der Pfarrkirche St. Martin. Die Heiligenfiguren Wendelinus, König David und Sebastian sind ebenso barock, während die neugotische Muttergottes eine von Caspar Weis gefertigte Nachbildung der Hallgartener Madonna ist.

Einst führte ein Kreuzweg hoch zur Heilig-Geist-Kapelle, der während der Karwoche begangen wurde und an den heute die Straßenbezeichnung „Auf‘m Charweg“ erinnert. Ältere Mitbürger können sich noch an die Markusprozession (25. April) und an die Bittprozessionen an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt erinnern, die mit einer Heiligen Messe in der Heilig-Geist-Kapelle endeten.

Lahnsteiner Steuerungsgruppe für den Fairen Handel unterstützt Lieferkettengesetz

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Gesetzesvorhaben der Bundesregierung umfasst notwendige Regelungen für den globalen Handel

Lahnstein. Arbeitsminister Heil und Entwicklungsminister Müller erarbeiteten jüngst den Entwurf eines Lieferkettengesetzes, welches inländische Unternehmen verpflichten soll, die Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten bei ihren Lieferanten zu garantieren.

Hierbei sollen Unternehmen, welche im globalen Handel tätig sind, Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Zwangs- und Kinderarbeit, von Diskriminierung, von Verstößen gegen die Vereinigungsfreiheit, den Arbeitsschutz oder Landrechte und von Schädigungen der Gesundheit und der Umwelt auferlegt erhalten.

In der Vergangenheit haben nicht einmal 20 Prozent der 400 teilnehmenden Firmen in einer vom Bund beauftragten Befragung 2019 angegeben, Vorkehrungen getroffen zu haben, damit Zulieferer aus Entwicklungsländern diese Standards einhalten.

Folgerichtig tritt jetzt eine Regelung aus dem Koalitionsvertrag der Regierung in Kraft, dass die Verpflichtungen nunmehr gesetzlich geregelt werden sollen, da sie durch die Firmen nicht auf freiwilliger Basis umgesetzt wurden. Allerdings trifft der vorgelegte Gesetzesentwurf nicht nur auf Befürworter.

Die Lahnsteiner Steuerungsgruppe für den Fairen Handel unterstützt die Einführung des Lieferkettengesetzes ausdrücklich. Bereits seit Längerem ist es ein Anliegen in der Stadt Lahnstein als Fair-Trade-Stadt, den Fairen Handel zu unterstützen. Die Stadt Lahnstein unterstützt ebenso die  Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, die auf das Ziel einer gerechteren und menschenwürdigeren Welt ausgerichtet ist.

Nicht zuletzt werden durch den nachhaltigeren globalen Handel Fluchtursachen bekämpft.

Dazu Bürgermeister Adalbert Dornbusch, Vorsitzender der Lahnsteiner Steuerungsgruppe für den Fairen Handel: „Das Lieferkettengesetz der Bundesregierung soll als wirksames Mittel eingesetzt werden, den globalen Handel fairer werden zu lassen. Insbesondere ist es uns ein Anliegen, ausbeuterischer Kinderarbeit und Ausbeutung von Arbeitskraft durch Unterbezahlung entgegenzuwirken.“

Beginn der Lahnsteiner Sommerschule

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Lahnstein. Um den Grundschülern den Start in das neue Schuljahr zu erleichtern,  bietet auch die Stadt Lahnstein im Rahmen des landesweiten Programms in den letzten beiden Ferienwochen eine kostenfreie Sommerschule auf freiwilliger Basis an.

Bedingt durch die Covid-Pandemie gab es in den letzten Monaten wenig Präsenzunterricht für die Schüler*innen, versäumter Lernstoff in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik kann nun aufgearbeitet werden.

Die Lahnsteiner Sommerschule findet diese sowie nächste Woche in jeweils drei Gruppen mit bis zu zehn Schülern statt, wobei die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregelungen selbstverständlich eingehalten werden.

Insgesamt gab es 50 verbindliche Anmeldungen. Die Schulkinder der Goetheschule (24 Anmeldungen), Schillerschule (24 Anmeldungen) sowie der Grundschule Friedrichssegen (zwei Anmeldungen) werden zentral in den Räumlichkeiten der Schillerschule unterrichtet.

Die Betreuung erfolgt durch die vier Lehramtsstudentinnen Sabrina Ley, Katharina Usczeck, Selina Frohmann und Sarah Zitzen, die sich sehr auf die Herausforderung des praktischen Unterrichts freuen, da es auch im Studium covidbedingte Einschränkungen gibt, wodurch meist nur theoretische Praktika durchgeführt werden.

Vor 20 Jahren wurde das Bergbaumuseum Grube Friedrichssegen eröffnet

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Lahnstein. Am 4. August 2000 wurde das Bergbaumuseum in Friedrichssegen eröffnet. Das Stadtarchiv Lahnstein erinnert heute an dieses Kleinod, das der Arbeitskreis Grube Friedrichssegen ehrenamtlich aufgebaut und seither fast 9.000 Besuchern gezeigt hat.

Im Ortsteil Friedrichssegen fanden sich 1994 fünfzehn Männer zusammen, um die fast vergessene Bergbaugeschichte ihres Heimatdorfes aufzuarbeiten und den Nachkommen sichtbar zu machen. Sie gründeten den Arbeitskreis „Grube Friedrichssegen“ und entwickelten sich zu wahren Bergbau-Enthusiasten. Sprecher des Kreises wurde Hans-Günther Christ (1929-2009), der in den zuständigen Archiven zahlreiche Akten, Pläne und Literatur auswertete und bei vielen Friedrichssegener Familien Fotoalben durchforstete, um Standorte und Aussehen der Gebäude zu dokumentieren. 1995 organisierten Christ und seine Mitstreiter eine erste Ausstellung. Bereits 1997 gaben sie eine ca. 400 seitenstarke „Chronik des Bergbaudorfes Friedrichssegen“ heraus. Sodann begannen sie mit der „Erschließung“ und Markierung der Wege. Der 1937 letztmals belegte Bergmannsfriedhof, der nach den Bestimmungen der Forst- und Denkmalbehörde renaturiert, also der Natur zurückgegeben wird, wurde vom Arbeitskreis soweit instand gesetzt, dass er wieder begehbar ist. Ein Viadukt wurde wiederaufgebaut, die Münder von Felix-, Heinrich- und Carlstollen freigelegt und vor dem Carlstollen ein Rastplatz errichtet, auf dem auch eine Lore („Hunt“) an den Verlauf der 2.500 Meter langen Trasse der Grubenbahn vom Bahnhof zum Tagschacht erinnert. Reste der alten Simultankirche wurden freigelegt, die Kirche in ihren Grundmauern teils wiederaufgebaut.

Anlaufpunkt für alle an der Historie Interessierten sollte ein eigenes Museum werden. Dazu stellte die Stadt Lahnstein dem Arbeitskreis das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Kläranlage Friedrichssegen, das durch den Bau des Pumpwerkes überflüssig geworden war, zur Verfügung. Die Schlüsselübergabe fand am 27. August 1999 bei der Einweihung des Pumpwerkes statt. Den Innenausbau des kleinen Museums finanzierte der Arbeitskreis selbst, unterstützt von heimischen Betrieben und Spenden. Die Stadt Lahnstein richtete den Zugangsweg her und stellte das Gebäude kostenlos zur Verfügung.

Nach fast einem Jahr wurde das „Bergbau-Museum Grube Friedrichssegen“ feierlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter reger Teilnahme der Bevölkerung konnte Oberbürgermeister Peter Labonte viele Gäste begrüßen, darunter den Landtagsabgeordneten Roger Lewentz (heutiger Staatsminister des Innern), Landrat Kurt Schmidt und viele Mitglieder des Stadtrats. Labonte hob in seiner Ansprache das persönliche Engagement der Mitglieder des Arbeitskreises hervor und würdigte die ehrenamtliche Tätigkeit. Nach dem Grußwort des Landrats hob Hans-Günther Christ als Sprecher des Arbeitskreises in seinem geschichtlichen Abriss über das Bergbaudorf Friedrichssegen hervor, dass Friedrichssegen wohl die jüngste Siedlungsgründung in weitem Umfeld sei. Solange die Erzvorräte reichten, war durch die Gewinne von der Grube eine Struktur geschaffen worden, die nicht nur Friedrichssegen selbst, sondern auch dem Umland Segen brachte. So hoch der Ort durch die Grube wirtschaftlich und sozial gestiegen war, so tief sank der Lebensstandard nach dem Konkurs im Jahre 1913. Not und Elend herrschten die Jahre nach dem 1. Weltkrieg, bis nach dem 2. Weltkrieg im Ortsteil Ahl das „neue“ Friedrichssegen entstand. Musikalisch untermalt wurde die Eröffnungsveranstaltung vom MGV Eintracht Friedrichssegen, der u. a. das Steigerlied („Glück auf der Steiger kommt!“) anstimmte. Pfarrer Winfried Didinger segnete das Museum und mit dem Zerschneiden des Bandes durch Janik Herber wurde das Museum eröffnet.

Durch handwerkliches Geschick und Idealismus schufen Egon Korn und Siegfried Herber sowie ihre Mitstreiter einen schmucken Raum. Die gesamte Mitte wird ausgefüllt von einem Modell der einstigen Bergbausiedlung.  Alle 96 Gebäude, die ehemals von der „Neuen Welt“ bis zum Bergmannsfriedhof standen, sind nachgebildet, die Grubenbahn fährt als Märklin-Lok durch das Friedrichssegener Tal. Darüber hängen passend zum jeweiligen Modellpunkt anschauliche Skizzen und zum Teil ganz seltene historische Fotografien der einzelnen Gebäude, ob Schmiede, Werkhallen und Schornsteine oder Direktorenhaus und Badeanstalt. Modell, Skizzen und Fotos werden ergänzt mit den Erläuterungen der Hobbyhistoriker. Neben Fotografien aus der alten Grubenzeit sind auch die 119 Sorten an Mineralien zu bewundern, die in Friedrichssegen bekannt sind, darunter die Pyromorphite, die selbst in amerikanischen Archiven mit dem Fundort „Friedrichssegen/Lahn“ beschriftet sind. Unter einem Mikroskop können die Minerale bei 20-facher Vergrößerung betrachtet werden. Besucher sind immer wieder hell auf begeistert über die Schönheit der Friedrichssegener Mineralien.

Zu sehen sind auch einzigartige Fotos aus dem Felixstollen, den der Arbeitskreis bis auf 1017 m begehbar gemacht hatte. Eine Schaufensterpuppe trägt die Galauniform der Bergleute. An der Außenwand des Museums ist ein dreidimensionaler Querschnitt durch die Stollengänge beim Inneren Grubenschacht, mehr als vier Quadratmeter groß und zehn cm tief, angebracht. Auch Modelle sind zu sehen.

Bereits im Sept. 2002 wurde der 2.000 Besucher begrüßt, demnächst wird der 9.000 Besucher erwartet. Auf eine große Feier zum 20-jährigen Bestehen wird coronabedingt verzichtet. Das Museum ist bis 31. Oktober dienstags von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie ganzjährig nach Vereinbarung (Egon Korn, Tel. 02621 50848) zu besichtigen. Pandemiebedingt sind die strengen Abstands- und Hygieneregeln zu beachten – so dürfen derzeit nur zwei Personen gleichzeitig ins Museum.

Das Museum befindet sich am Ortseingang von Lahnstein-Friedrichssegen, von der B260 kommend über die Brücke rechts, gegenüber dem THW. Ausführliche Infos, auch zur Friedrichssegener Geschichte, sind der Homepage www.bergbaumuseum-friedrichssegen.de zu entnehmen.

Ferienaktionen im Jugendkulturzentrum kamen sehr gut an

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Neues Angebot in den letzten beiden Ferienwochen

Lahnstein. In diesem Jahr waren die Ferienangebote des Jugendkulturzentrums etwas anders als sonst. Nachdem die geplante Jugendfahrt nach Hamburg bedingt durch Covid abgesagt werden musste, bot das Team des JUKZ um Nasti Houshmand und Thomas Seggel in der vierten Ferienwoche eine weitere Woche Kinderfreizeit für die Daheimgebliebenen an.

Insgesamt 21 Kinder nahmen an den Freizeitaktivitäten teil. Es wurde der Zoo in Neuwied, die Lahnsteiner Spaßfabrik und – wie bei jeder Freizeit – auch das Kino in Lahnstein besucht. Kinobetreiber Thomas Birkelbach hatte hierfür zu einer Sondervorstellung eingeladen, eine ganz besondere Geste in diesen schweren Tagen, in denen das Kino lange Zeit geschlossen bleiben musste.

Weitere Stationen waren die Minigolfanlage in Koblenz-Ehrenbreitstein, der Kletterpark in Bendorf-Sayn sowie ein Besuch des Wildparks Remstecken.

Doch die Ferien gehen weiter und deshalb möchte das Team des JUKZ ein weiteres Angebot unterbreiten: In den letzten zwei Ferienwochen gibt es die Möglichkeit allein oder mit Freunden spontan ohne Anmeldung ins JUKZ zu kommen. Der offene Treff ist in den Ferien von montags bis donnerstags zwischen 10.00 und 15.00 Uhr für bis zu zehn Personen geöffnet. Alle Kinder und Jugendlichen ab sechs Jahren sind herzlich willkommen gemeinsam ein paar schöne Stunden im JUKZ zu verbringen. Es besteht die Möglichkeit Billard zu spielen, zu kickern, Musik zu hören, zu toben und Spaß zu haben. Es gibt auch eine große Auswahl an Brettspielen. Das Team des JUKZ freut sich auf die Besucher.

Weitere Informationen erteilt das Jugendkulturzentrum Lahnstein, Wilhelmstr. 59, unter 02621 50604 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

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