Montag, 23. September 2019

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Veranstaltung „Rhein in Flammen“ bringt sicherheitsbedingte Einschränkungen mit sich

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Lahnstein. Wenn am Samstag, den 10. August 2019, gegen 21.30 Uhr der Konvoi mit 73 illuminierten Fahrgastschiffen an den bengalisch beleuchteten Häusern und Burgen Lahnsteins vorbeizieht, können gleich mehrere Feuerwerke beobachtet werden. Von den Rheinanlagen in Oberlahnstein hat man eine besonders gute Sicht auf das Feuerwerk von Schloss Stolzenfels sowie von den Anlagen an der Lahnmündung in Niederlahnstein auf das Feuerwerk am Hafenköpfchen.

Die Stadtverwaltung bittet die Besucher um Verständnis, dass aus Sicherheitsgründen die Zuwegung zum Hafenköpfchen gesperrt werden muss. Auch das Campen ist im Bereich des Hafenköpfchens verboten. Die Sperrung beginnt bereits am Restaurant „Rheinkrone“ am Adolf-Kolping-Ufer. Aufgrund der  anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr ist das Grillen in den Rheinanlagen sowie auf dem Festivalgelände in Niederlahnstein verboten.

Um den reibungslosen Ablauf der parallel verlaufenden Veranstaltungen zu gewährleisten, sind noch weitere Absperrungen in beiden Stadtteilen notwendig. In Oberlahnstein ist hiervon der Parkplatz im Bereich der KD Anlegestelle betroffen. Bereits ab der Bahnunterführung in Verlängerung der Brunnenstraße ist die Durchfahrt gesperrt.

Im Bereich Niederlahnstein ist die Johannestrasse ab der Einmündung der Straße „Im Nauling“ in Richtung Johanneskirche gesperrt. Lediglich Anwohner und Gäste des Wohnmobilstellplatzes dürfen mit ihren Fahrzeugen diesen Abschnitt befahren. Dies gilt ebenso in der Blücherstraße hinter der Zufahrt zum Parkplatz am Hallenbad in Richtung Rhein. Der Schotterparkplatz am Restaurant „Rheinterrassen“ ist an diesem Tage ausschließlich für Reisebusse reserviert. Für Gäste, die an Bord der Schiffe gehen und mit PKW anreisen, besteht die Möglichkeit, im Bereich der Stolzenfelsstraße sowie auf dem Marktplatz ihr Fahrzeug abzustellen.

Die Verwaltung bittet um Verständnis für die genannten Maßnahmen.

Sperrung der Straße „Zur Ruppertsklamm“

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Arbeiten am Abwasserkanal

Lahnstein. Ab Montag, den 26. August 2019, bis voraussichtlich zum 13. September 2019, muss die Straße „Zur Ruppertsklamm“ im Bereich der Hausnummer 16 für Kanalarbeiten voll gesperrt werden. In dieser Zeit ist die Zufahrt nur Anliegern erlaubt. Die Sperrung wird an den Tagen, an denen dort gearbeitet wird, für die Zeit von 07:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr nachmittags eingerichtet. Früh morgens und nach 17:00 Uhr sowie an den Tagen, an denen nicht gearbeitet wird, wird die Vollsperrung zur Entlastung der Anwohner aufgehoben.

Das Verbot der Durchfahrt in Richtung Emser Landstraße wird für die Zeit der Sperrung aufgehoben. Um den Begegnungsverkehr in der Engstelle zu ermöglichen, wird eine Ampelregelung eingerichtet.

Die Stadtverwaltung Lahnstein bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für diese dringend notwendige Maßnahme.

Vor 60 Jahren: Ausbildung von Jugendgruppen durch die Deutsche Angestellten Gewerkschaft

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Lahnstein. Auf Wunsch mehrerer Lahnsteiner Bürger veröffentlichen wir ein Foto, das im Januar 1960 in einem Kellerraum des ehemaligen Volkshochschulgebäudes Schulstraße entstand. Das Haus neben der Turnhalle wurde vor einigen Jahren abgerissen. Bei den abgebildeten Personen handelt es sich um eine Jugendgruppe der Deutschen Angestellten Gewerkschaft (DAG) Auf dem Bild sind zu sehen: sitzend Dieter Helbach, Karl-Heinz Klassmann, Hanni Lambrich, Helga Thiel, Richard Kröll, NN, Anneliese Schauren, Else Weiler, Willi Velten, Josef Thiel, Waltraud Dombach und Hans-Dieter Heimbach. Links stehen Jürgen Korb und Otto Eckstein.

Die Gruppenführerin der DAG-Jugendgruppe war Käthe Müller (verh. Bosch) aus der Rödergasse, die später nach Kanada ausgewandert ist. Ein Teil der DAG Jugendgruppe war mit weiteren Jugendlichen im gleichen Haus auch als sogenannte "Scheinfirma" namens „Holzwurm“ aktiv. Richard Kröll erinnert sich: „Hier wurden die theoretischen Grundlagen, die der ehrwürdige und sehr erfahrene Dr. Herold uns morgens in der Berufsschule vermittelte auch abends ebenso unter seiner Leitung umgesetzt. Das Ziel beider Gruppierungen war neben der Gruppenarbeit die Heranbildung versierter und  ehrbarer  Kaufleute. Ein besonderer Höhepunkt war zweifelsohne das alljährliche Zeltlager im Rupbachtal an der Lahn bei Laurenburg, wohin wir mit dem Fahrrad ohne Gangschaltung fuhren. Eine weitere Aufgabe war die Vorbereitung auf Berufswettkämpfe auf Landesebene sowie auf die Bundesjugendkonferenz in Berlin.“

Dr. Reinhold Herold (1904-1970) war nach seiner 1949 erfolgten Rückkehr aus der russischen Kriegsgefangenschaft Berufsschullehrer in Lahnstein. Er lebte zunächst mit seiner Familie in St. Goarshausen, ab 1956 in Lahnstein. „Die DAG ist an ihn herangetreten, um den Lehrlingen, die gewillt waren zu lernen, diese Möglichkeit der zusätzlichen Berufsarbeit/Zusatz zur Berufslehre näher zu bringen“, weiß seine Tochter Ingrid Herkert zu berichten.

„Dr. Herold war nie DAG-Mitglied, aber ein sehr engagierter Lehrer“, schreibt Else Stern geb. Weiler, eine seiner ehemaligen Schülerinnen über ihn, und Herolds Tochter ergänzt: „Nach seiner Pensionierung hat er auf Bitten von Rektor Gehling noch Bankkaufleute in Rechnen und Buchführung an der Berufsschule unterrichtet, auch die Scheinfirma hat er bis zu seinem frühen Tod mit 66 Jahren geführt.“

Kanalsanierungsarbeiten in der Schulstraße

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Zeitweise Beeinträchtigungen

Lahnstein. Ab dem 5. August 2019 wird der Mischwasserkanal in der Schulstraße saniert. Dazu werden über die in der Straße vorhandenen Schachtbauwerke harzgetränkte Glasfaserschläuche in den Kanal eingezogen und ausgehärtet. Erdarbeiten sind bei dem Verfahren nicht erforderlich. Aufgrund von Aushärtungs- und Entspannungszeiten ist die Baustelle nicht durchgehend besetzt.

Die Stadtverwaltung Lahnstein bittet die Anlieger und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die Maßnahme. Die Arbeiten werden so zügig wie möglich durchgeführt, so dass die Behinderung nur so lange wie nötig bestehen bleibt. In der Regel beträgt die Arbeitszeit nur wenige Tage. Die Firma geht davon aus, die Arbeiten unter Verkehr durchführen zu können und eine Straßensperrung nicht erforderlich ist.

In Erinnerung an den ermordeten jüdischen Mitbürger Hans Levi

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Arbeitsgeräte des ermordeten Lahnsteiner Juden wurden dem städtischen Museum gestiftet

Lahnstein. Hans Levi war ein jüdischer Mitbürger in Niederlahnstein. Unter den Nationalsozialisten hatte seine Familie, die in der Johannesstraße ein Kurzwarengeschäft betrieb, schweres Leid zu ertragen. Sein Bruder Paul Levi, sein Schwager Max Wunsch und er selbst wurden trotz Flucht ermordet – drei Stolpersteine vor dem Haus Johannesstraße 5 erinnern heute an sie.

Hans machte eine Lehre als Sattler und Polsterer. Nach Stationen in Düsseldorf und Coburg lebte er 1934 bei seiner Schwester Hilde Emmel in Niederlahnstein. 1935 emigrierte er zu seiner anderen Schwester Jenny, verh. Wunsch, nach Deventer in den Niederlanden. Dort arbeitete er als Lederarbeiter in einer Fabrik. Als die Nazis ihn Anfang Oktober 1942 abholten, gab er seine Sattelbank und seinen Hocker bei dem Fabrikanten in Gewahrsam, „damit er nach dem Krieg seinen Job wieder aufnehmen konnte“. Hans Levi wurde ins Lager Westerbork gebracht und im Februar 1945 ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Drei Wochen später, am 1. März 1945, starb er dort – laut Eintragung des Roten Kreuzes – an Dysenterie (Ruhr) und Herzschwäche.

Karen Wessels aus Breda in den Niederlanden, eine Enkeltochter des Fabrikanten, wandte sich kürzlich an das Stadtarchiv Lahnstein. Nach dem Tod ihrer Schwester im letzten Jahr kam sie in den Besitz von Sattelbank und Hocker und suchte nach den rechtmäßigen Erben. Sie kontaktierte das Etty Hillesum Centrum in Deventer, die ihr Hilde Emmel, geb. Levi, als überlebende Schwester mitteilte. Hilde Emmel ist vielen Lahnsteinern noch bekannt. Sie überlebte den Holocaust und starb hochbetagt 1996 in ihrer Heimatstadt Lahnstein. Daher wandte sich Karen Wessels an Hildes Enkel Horst Emmel in Lahnstein. Da dieser mit dem Besitz von Hans Levi nichts anzufangen wusste, nahm er gerne die Anregung von Stadtarchivar Bernd Geil auf, diese im städtischen Museum im Hexenturm aufzustellen. Hocker und Sattelbank stehen nun in der volkskundlichen Ausstellung und wurden mit dem Hinweis auf die jüdische Vergangenheit seines letzten Besitzers beschriftet.

Das Ehepaar Wessels freut sich, damit einen geeigneten Ort gefunden zu haben. Stadtarchivar Geil zeigte dem Ehepaar Wessels alle Räume des Museums und auch die Stolpersteine  in Erinnerung an Hans und seine Familie.

Der Hexenturm ist am Tag des offenen Denkmals (Sonntag, den 8. September)  im Rahmen von kostenlosen Turmführungen zu besichtigen, ansonsten auf Anmeldung bei der Touristinformation Lahnstein.

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