Montag, 23. September 2019

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Aktionsbündnis: Gute Nachricht aus Berlin

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Wie strukturschwache Städte und Regionen aufholen können

Lahnstein. „Für 70 Kommunen im Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ und ihre mehr als 9 Millionen Einwohner ist es eine gute Nachricht, dass der Gesetzgeber endlich bezahlt, was er bei den Städten und Gemeinden jahrelang bestellt hat.“ Mit diesen Worten kommentieren die Sprecher des parteiübergreifenden Aktionsbündnisses die jüngste Entscheidung des Bundeskabinetts zur Wiederherstellung gleichwertiger Lebensbedingungen

Die Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte und Kämmerer der betroffenen Kommunen werden mit konkreten Daten von vor Ort der Bundesregierung und den Parlamenten bei der Verwirklichung der angekündigten politischen Entscheidungen engagiert helfen, damit eine zügige Umsetzung gelingt. Dazu auch die Stellungnahme von Oberbürgermeister Peter Labonte der Mitgliedsstadt Lahnstein: „Das macht auch unserer Kommune Mut! Die Befreiung von Altschulden und die Entlastung von Sozialausgaben gibt uns wieder politische Gestaltungsfähigkeit!“

Vor 40 Jahren starb Rektorin a. D. Sophie Schlaadt

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Lahnstein. Sophie Schlaadt ist vielen älteren Mitbürgern noch als langjährige Rektorin der Kaiser-Wilhelm-Schule in Lahnstein bekannt. Unbeugsam trat sie gegen das NS-Regime auf und durfte deshalb auch nach dem Dritten Reich bis zu ihrer Pensionierung 1953 ununterbrochen als Schulleiterin wirken. Darüber hinaus gestaltete sie das kulturelle Leben der Stadt Lahnstein mit.

Geboren am 25. Januar 1888 in Wiesbaden, unterrichtete sie nach ihrer ersten Lehramtsprüfung zunächst in Bensheim. Im November 1907 wurde sie als Volksschullehrerin nach Oberlahnstein versetzt, wo ihr Vater Prof. Wilhelm Schlaadt von 1897 bis 1921 Rektor des Städtischen Gymnasiums war Sophie Schlaadt war zunächst als Lehrerin an der Höheren Töchterschule tätig. Durch Fortbildung errang sie die Qualifikation als „Lyceallehrerin“ und wurde 1919 Leiterin der Höheren Töchterschule. Als die Stadt deren Trägerschaft aus finanziellen Gründen an die Dernbacher Schwestern abgab („Hildegardisschule“), verlor Sophie Schlaadt ihren Posten und blieb vier Jahre bei vollem Gehalt ohne Amt. 1931 erhielt sie von der Stadt die Verwaltung der Rektorenstelle der Kaiser-Wilhelm-Schule übertragen. Die Kaiser-Wilhelm-Schule wurde 1906 als räumliche Dependance der Oberlahnsteiner Volksschule eingeweiht, 1926 von dieser organisatorisch zu einer reinen Mädchenschule getrennt, während die Jungenschule den Namen „Freiherr-vom-Stein-Schule“ (am Standort der heutigen Berufsschule) erhielt.

Durch die in ihrem streng katholischen Elternhaus genossene Erziehung war Sophie Schlaadt der nationalsozialistische Führerkult wesensfremd. Entsprechend war ihre Amtsführung: Sie zog nicht mit ihren Schülerinnen nach der Pogromnacht 1938 durch die Stadt und unterließ es auch, ihre Schülerinnen zu allen NS-Feierlichkeiten zu führen. Ihre stark christlich-humanistisch geprägte Persönlichkeit führte zu Anfeindungen gegen sie als Frau und Nicht-Parteimitglied. Dennoch schaffte es Bürgermeister Jäger (NSDAP) nicht, sie abzuberufen. Wie sich Sophie Schlaadt gegen den Zeitgeist gesträubt hat, zeigt beispielsweise ihre Haltung bei der durch die Nationalsozialisten 1939 erfolgten Unbenennung der Kaiser-Wilhelm-Schule in Hans-Schemm-Schule Sie ignorierte den Namen im amtlichen Schriftverkehr, so dass sich kaum ein Lahnsteiner, der damals die Mädchenvolksschule besuchte, an den Namen „Hans Schemm“ erinnern kann.  Schemm war Gauleiter in Niederbayern, Leiter des NS-Lehrerbundes und kam 1935 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er wurde an Schulen regelrecht als „guter“ Nationalsozialist verherrlicht, nicht so in Lahnstein.

In der Todesanzeige von 1979 steht: „Sie leitete die Geschichte ihrer Schule, auch in schwieriger Zeit, umsichtig und stets zum Wohle der ihr anvertrauten Kinder orientiert.“ Auch am Wiederaufbau der im Krieg schwer beschädigten Schule wirkte sie mit. Eine Zeitlang leitete sie gleichzeitig auch die Freiherr-vom-Stein-Volksschule.

Mit dem Erreichen der Altersgrenze schied sie am 31. Januar 1953 aus dem Schuldienst aus. Bis 1978 behielt sie ihren Wohnsitz in Lahnstein bei. Ihre letzten Monate lebte sie in einem Altenheim in Bad Soden, wo sie am 12. Mai 1979 verstarb.

Tisch mit Gravur der „Kegelgesellschaft 1922 Lahnstein“ der Stadt gestiftet

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Lahnstein. In Lahnstein gab es in den 1970er Jahren noch 40 Kegelklubs, deren Namen und Präsidenten dem Stadtarchiv bekannt sind. Einer der ältesten Kegelvereine war die „Kegelgesellschaft 1922 Oberlahnstein“. Zum 50-jährigen Bestehen wurde 1972 ein handgeschmiedeter Tisch mit einer runden Schieferplatte aus einem Stück angefertigt. Auf diesem sind die Vornamen der Mitglieder im Jubiläumsjahr eingraviert: Theo Huster, Peter Kursch, Paul Zaklowski, Karl Pott, Albert Krebs, Wilhelm Zengler, Hans Huth, Ali Harig, Josef Körber und Ernst Wagner. Der Verein bestand noch bis in die 1980er Jahre. In einer Festschrift der Gesellschaft ist die Vereinsgeschichte von 1922 bis 1972 dargestellt. Demnach wurde der Verein 1922 von Textilkaufmann Josef Becker gegründet. Man kegelte auf der Bahn von Philipp Hauck „Zur Stadt Mainz“ in der Adolfstraße. Nachdem das Gebäude am 11. November 1944 durch Bomben total zerstört wurde, kegelte man nach dem Krieg bei Familie Steinebach im Hotel „Altes Haus“. Präsident wurde zunächst Wilhelm Bollinger, später Theo Huster. Vereinsintern wurde der Monatskegler ermittelt, aber es wurden auch Stadtmeisterschaften unter den Kegelclubs ausgetragen. Beim Jubiläumskegeln 1972 nahmen insgesamt 29 regionale Männerclubs, 20 gemischte und neun Damen-Kegelclubs teil.

Klaus Wagner, Sohn des letzten Präsidenten und  Ehrenbürgers Ernst Wagner, hat den Jubiläumstisch jetzt dem Stadtarchiv Lahnstein gestiftet. Der Tisch steht für jeden einsehbar auf der Außenveranda am Kaiserplatz.

Vor 20 Jahren: Neue Stadtgeschichte wurde anlässlich der 675-Jahrfeier herausgegeben

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Lahnstein. In diesem Jahr feiern die Lahnsteiner bekanntlich die Zusammenlegung der ehemals selbstständigen Städte Niederlahnstein und Oberlahnstein zur Stadt Lahnstein vor 50 Jahren. Vor 20 Jahren gab es einen weiteren Grund zu feiern: Der 675. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte, die Kaiser Ludwig im Jahre 1324 an Oberlahnstein verlieh. Dieses Ereignis feierten die Lahnsteiner im Rahmen des Heimatfestes 1999 mit Festumzug, Festakt und großem Rahmenprogramm auf dem Salhofplatz.

Im gleichen Jahr erschien auch nach sechsjähriger Vorarbeit die neue Stadtgeschichte unter dem Titel „Vom kurfürstlichen Ort zur großen kreisangehörigen Stadt. Die Geschichte Lahnsteins im 19. und 20 Jahrhundert.“ Sie entstand unter Federführung des Historikers Dr. Hubertus Seibert und bildet zugleich Fortsetzung und Ergänzung der Stadtgeschichte von Dr. Fritz Michel, die dieser 1925/1960 (Oberlahnstein) bzw. 1953 (Niederlahnstein) herausgegeben hatte und die Stadtverwaltung Lahnstein 1982 in einem Band nachdrucken ließ. Während Michels Studien in der Vor- und Frühgeschichte beginnen und schwerpunktmäßig Mittelalter und Frühe Neuzeit beinhalten, beginnt der 1999 erschienene Band im Jahr 1803.

Die Aufhebung der kurfürstlichen Herrschaft und der Übergang von Lahnstein an das Herzogtum Nassau markieren den Beginn einer neuen, modernen Zeit, in der Lahnstein den umfassendsten Veränderungen in seiner über 1000-jährigen Geschichte unterzogen wurde. Die mitunter rasante Entwicklung Lahnsteins in den letzten zweihundert Jahren zeichnet die neue Stadtgeschichte in 33 Einzelbeiträgen in Wort und Bild nach. Inhaltlich gliedert sie sich in drei große Themenkomplexe: Geschichte – Politik – Parteien; Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen; Kulturelles und Leben.

Als Autoren wirkten mit: Wolfgang Atzesberger (+), Eva Bonn, Hans-Günther Christ (+), Wolfgang David (+), Willi Eisenbarth, Friedrich Felgenheier, Thomas Grebel, Wiggo Halbroth (+), Hans G. Kuhn (+), Franz Merfeld (+), Manfred Radermacher, Herbert Roth (+), Thomas Schneider, Dr. Hubertus Seibert, Judith Sommer und Dr. Hans Willi Steil. Dieses Team aus Fachleuten und interessierten Bürgern befragte Zeitzeugen, sichtete Bilder und Dokumente, recherchierte in Büchern, Zeitungen und Archiven. Wichtige Fundgruben waren das Hessische Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden, das Landeshauptarchiv in Koblenz, das Diözesanarchiv in Limburg und das Stadtarchiv Lahnstein.

Der Einblick in die Ereignisse und das Leben im Lahnstein des 19. und 20. Jahrhunderts ist für alle Generationen lesenswert. „Die neue Stadtgeschichte will eine Brücke in die Vergangenheit und zum Alltag der hier lebenden Menschen bauen. Denn nur derjenige kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten, der die Geschichte kennt. Dieses Buch will dazu wertvolle Hilfe leisten“, so der Herausgeber im Vorwort. Der 969-Seitenstarke Band ist 1999 im Selbstverlag der Stadt Lahnstein erschienen und im Buchhandel und bei der Touristinformation Lahnstein käuflich zu erwerben.

Anästhesie-Ambulanz in neuen Räumen

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Um den Patienten den Zugang zur Anästhesie-Ambulanz des St. Elisabeth Krankenhauses Lahnstein zu erleichtern, ist diese Anfang Juli ins Erdgeschoss umgezogen.

Lahnstein. Wer im Krankenhaus operiert wird, braucht entweder eine Vollnarkose oder eine Teilbetäubung. Daher wird sowohl jeder ambulante als auch stationäre Eingriff von den Kollegen der Klinik für Anästhesie begleitet. Um individuell und in Ruhe alle Möglichkeiten der Narkose zu besprechen und das passende Anästhesieverfahren zu erläutern, findet vor jeder OP eine Untersuchung und ein Aufklärungsgespräch durch die Kolleginnen und Kollegen der Klinik statt – und das noch vor dem eigentlichen Krankenhausaufenthalt.

Bisher waren die Räume der Mediziner im 6. Stock des Krankenhauses. „Sprich, man musste durchs ganze Haus, um uns zu erreichen“, erklärt Dipl.-Med. Ralf Terczki, Chefarzt der Klinik für Anästhesie. Um das zu verbessern und patientenfreundlicher zu gestalten, ist die Anästhesie-Ambulanz nun ins Erdgeschoss umgezogen. So ist diese nicht nur deutlich schneller und leichter für die Patientinnen und Patienten zu erreichen – schließlich ist sie nur wenige Schritte vom Haupteingang entfernt. „Zusätzlich haben wir im 6. Stock durch den Umzug zwei neue Patientenzimmer gewinnen können; also ein echtes Plus für alle!“

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