Sonntag, 20. Juni 2021

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Digitale Mitgliederversammlung der Lahnsteiner CDU

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Welchen neuen Namen erhält die Deines-Bruchmüller-Kaserne?

Es ist fast schon alltäglich – aber immer noch nicht überall üblich. Digitale Treffen sind seit letztem Jahr oft die einzige Möglichkeit, sich in einem größeren Kreis zu treffen und Themen zu besprechen.

Und so luden die Lahnsteiner Christdemokraten mit ihrem Vorsitzenden Andreas Korn zur digitalen Mitgliederversammlung ein. Thema war die Umbenennung der Deines-Bruchmüller-Kaserne in Lahnstein.

Bereits in der Stadtratssitzung im April äußerten alle Stadträte ihr Missfallen gegenüber der geplanten Namensänderung, die die Folge des neuen „Traditionserlasses“ der Bundeswehr ist. Im Zuge dieses Erlasses hat die Bundeswehr begonnen, ihre Namensgebung für Einrichtungen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Somit geriet auch die Deines-Bruchmüller-Kaserne  in den Fokus.

CDU-Ratsmitglied Uwe Unkelbach gab einen geschichtlichen Überblick über die Entstehung der Kaserne: Die Anlage wurde am 13. November 1938 fertiggestellt, und beheimatete ursprünglich das Artillerieregiment 70 der Wehrmacht mit der I. (bespannten) Abteilung in der Deines- (rechts der alten Wache) und der II. (motorisierten) Abteilung in der Bruchmüller-Kaserne. Benannt ist die Liegenschaft nach den Artillerie-Generalen Gustav Adolf von Deines und Georg Bruchmüller.

Unkelbach erläuterte den Ablauf der einzelnen Phasen bei Umbenennungen von Kasernen und erklärte, dass bereits die zweite Phase eingeläutet wurde. Das bedeutet, dass ein Gremium der Bundeswehr unter verschiedenen Vorschlägen einen Favoriten ausgesucht hat. Dabei würde man sich immer daran orientieren, möglichst eine Verbindung zu verstorbenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens herzustellen. So habe sich das Gremium für den neuen Namen „Rittersturz-Kaserne“ entschieden. Damit erinnere man an die Rittersturzkonferenz des Jahres 1948 in der über die Gründung eines westdeutschen Staates beraten wurde. Die Beteiligten – unter ihnen der zweite  Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz Peter Altmeier – sollten so geehrt werden.

Günter Groß und Johannes Lauer, die im Rahmen der Stadtratssitzung bereits für die Fraktion deutlich gemacht hatten, dass sie mit dem neuen Namen nicht einverstanden sind, bekräftigten diese Meinung nochmals – ebenso Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte, der sich ebenso für einen anderen Namen einsetzt wie OB-Kandidat Thomas Becher.

Die Mitgliederversammlung beauftragte den Vorstand, in einem Schreiben an Bundestagsabgeordneten Josef Oster und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer darauf hinzuwirken, einen für die Stadt Lahnstein identitätsstiftenden neuen Namen zu finden.