Donnerstag, 23. September 2021

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Nach Umbenennungsplänen für die Lahnsteiner Deines-Bruchmüller-Kaserne

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Oberbürgermeister Labonte wendet sich an die Präsidentin des BAAINBw und Vertreter*innen der Politik

Lahnstein. In der Lahnsteiner Stadtratssitzung vom 15. April 2021 stellte Kasernenkommandeur Dipl.-Ing. H. Rathke dem Lahnsteiner Stadtrat die Umbenennungspläne für die Deines-Bruchmüller-Kaserne vor. Dabei erläuterte er die Hintergründe und Ideen hinter Kasernenumbenennungen als Folge des „Traditionserlasses der Bundeswehr“, bei dem die Namensgebung für ihre Einrichtungen kritisch überprüft wird. Ziel ist ein sinn- und identitätsstiftender neuer Name, der möglichst eine Verbindung zu verstorbenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens herstellen soll.

Im Zuge dieses Erlasses geriet auch die Lahnsteiner Deines-Bruchmüller-Kaserne in den Fokus. Ein Gremium der Bundeswehr hat unterdessen aus verschiedenen Vorschlägen einen Favoriten ausgesucht: „Rittersturz-Kaserne“, um an die Rittersturz-Konferenz des Jahres 1948 zu erinnern, in der über die Gründung eines westdeutschen Staates beraten wurde.

Ohne die historische und unbestritten hohe Bedeutung der Rittersturz-Konferenz schmälern zu wollen, überzeugte dieser Name die Vertreter*innen der Lahnsteiner Bürgerschaft nicht, denn der Rittersturz liegt auf Koblenzer Gemarkung und ist eng mit Koblenz verbunden.

Und auch wenn es sich um eine bundeswehrinterne Entscheidung handelt, beschloss man im Stadtrat, dass Oberbürgermeister Peter Labonte ein Schreiben mit den „Lahnsteiner Bedenken“ zum neuen Namen versenden würde, damit der Namensvorschlag noch einmal überdacht wird.

Dieses Schreiben ging am 26. April 2021 an die Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Gabriele Korb, die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Kasernenkommandeur Dipl.-Ing. H. Rathke sowie an die im Wahlkreis zuständigen Abgeordneten des Bundes- und Landtages.

In diesem erläutert Oberbürgermeister Labonte, worüber sich im Kern alle im Stadtrat vertretenden Fraktionen einig sind: Die Deines-Bruchmüller-Kaserne hat für die Lahnsteiner Bevölkerung eine ganz besondere Bedeutung, es gibt eine starke Verbundenheit der Menschen vor Ort mit den Soldatinnen und Soldaten. Entsprechend ist die Namensgebung der Kaserne eine Herzenssache, die in der Stadt „leidenschaftlich“ verfolgt wird.

„Für uns Lahnsteiner […] ist es nicht die richtige Namenswahl. Aufgrund der […] außerordentlichen Verbundenheit der Bevölkerung zur Kaserne soll diese Verbundenheit sich unserer Auffassung nach auch in der Namensgebung widerspiegeln. Insofern können wir uns ganz verschiedene Namen, die den regionalen Bezug aufzeigen, sei es Lahneck-Kaserne, Rhein-Lahn-Kaserne oder ähnliches (Anmerkung: diese Namen waren ebenfalls in der von der Bundeswehr zusammengestellten Liste möglicher Umbenennungen aufgeführt), vorstellen.

Ein solcher Name mit regionalem Bezug kann unserer Auffassung nach auch „sinnstiftend“ und „identitätsstiftend“ im Sinne der Vorschrift sein, denn Verbundenheit zwischen Bürgerschaft und Soldat*innen ist ein nicht zu unterschätzender Wert. Er macht die Bedeutung der Bundeswehr für die Menschen vor Ort und umgekehrt deutlich.

Vor diesem Hintergrund würden wir uns hier in Lahnstein sehr freuen, wenn Sie die Pläne zur Umbenennung der Deines-Bruchmüller-Kaserne noch einmal in diesem Sinne überdenken würden“, appelliert Oberbürgermeister Labonte in seinem Schreiben und wünscht sich – wie viele anderen Lahnsteiner*innen auch – eine zeitnahe Antwort auf seinen Brief.