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Vor 100 Jahren wurde die Malerin und Graphikerin Renate Schultzen geboren

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Lahnstein hat Geschichte, Folge 669

Lahnstein. Im Werk der Malerin Renate Schultzen steht das menschliche Antlitz im Vordergrund. Sie wurde am 10. Juli 1921 als Renate Autenrieth in Stuttgart geboren. Nach der Schule studierte sie in Stuttgart und in München. Besonders der Einfluss ihres Lehrers Willi Baumeister prägte das Werk der Künstlerin entscheidend.

Während ihre früheren Arbeiten noch in der Tradition des Expressionismus der 1920er Jahre stehen, erlebte sie den kulturellen Neuanfang nach 1945 in Stuttgart. Sie beschäftigte sich mit dem Mystizismus und orientalischen Kulturen. Eine Anzahl von Bildnissen zeigt Gesichter in knapper Stilisierung, in denen das Augenpaar und der Mund besonders eindrucksvoll erscheinen. Meist reduziert sich die Darstellung auf wenige Striche und kehrt zur Grundform des Ovals zurück. Häufig wird das menschliche Antlitz als Motiv in figuralen Bildern verwendet: Figurengruppen, die an Schachfiguren erinnern und von der Künstlerin als „Aufstockleute“ bezeichnet wurden. Manchmal verfremdete Renate Schultzen auch durch abstrakte Strichführung.

1950 heiratete sie den Maler, Zeichner und Journalisten Georg Schultzen. 1984 zog Renate Schultzen nach Lahnstein. Hier war ihr nur ein Jahr beschieden, denn sie starb bereits am 11. Dezember 1985.

Ihr Nachlass umfasst rund 200 Bilder und graphische Arbeiten. Einige waren nach ihrem Tod in der Hospitalkapelle in Lahnstein und im Kreishaus in Bad Ems ausgestellt.