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Sommerreise

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„Starke Frauen, starkes Land“ – unter diesem Motto ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz unterwegs

„Starke Frauen, starkes Land“, das ist das Motto der Sommerreise von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in diesem Jahr. Aus aktuellem Anlass: 2018 ist ein wichtiges Jubiläumsjahr des Wahlrechts für Frauen in Deutschland. „Vor hundert Jahren haben sich großartige und mutige Frauen erfolgreich gegen gesellschaftliche Zwänge und Unterdrückung aufgelehnt. Und heute gestalten Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich unsere Zukunft“, erklärte die Ministerpräsidentin. Deshalb stünden Frauen im Mittelpunkt ihrer Reise durch verschiedene Regionen von Rheinland-Pfalz.

Vom 9. bis 12. Juli 2018 besucht Ministerpräsidentin Malu Dreyer Stationen im Land, an denen Frauen die Hauptrolle spielen. Der erste Tag der Sommerreise, Montag,  9. Juli, beginnt mit einem Besuch von Einrichtungen für Frauen in  Worms, gemeinsam mit den Soroptimistinnen Worms, einem internationalen Club für berufstätige Frauen. Anschließend informiert sich die Ministerpräsidentin in der Frauenklinik des Klinikums Worms über das Projekt „Medizinische Soforthilfe bei Vergewaltigung“. Nachmittags geht es bei der Arbeit & Leben GmbH um das Thema Entgeltgleichheit. Mit einem Besuch der Matoi GmbH, die digitales Holzspielzeug entwickelt und von zwei Frauen gegründet wurde, endet der erste Reisetag.

Am zweiten Tag der Sommerreise, Dienstag, 10. Juli, trifft Ministerpräsidentin Malu Dreyer kommunale Gleichstellungsbeauftragte und Vertreterinnen des Netzwerks „Frauen in Bewegung“ der Region Trier. Nächste Stationen sind das seit vier Generationen von Frauen geführte Weingut Witwe Dr. Thanis, Erben in Bernkastel Kues, der evangelische Kindergarten Vitelliuspark in Wittlich, der seine Öffnungszeiten an Eltern im Schichtdienst angepasst hat und das Training der Frauenmannschaft des FC Bitburg. Zum Abschluss des 2. Tags ihrer Sommerreise besucht die Ministerpräsidentin den Internationalen Frauengarten in Trier.

Am  dritten Tag ihrer  Sommerreise, Mittwoch, 11. Juli, besucht Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Gemeinschaft der Franziskanerinnen auf der Rheininsel Nonnenwerth. Anschließend geht es zur Kleinen Fromagerie in Oberrod. Deren Chefin bringt mit ihrem selbstgemachten Ziegenkäse französischen Genuss in den Westerwald. Den Abschluss dieses Tages bildet eine politische Diskussion mit den LandFrauen Rhein-Lahn.

Am vierten Tag ihrer Sommerreise ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Gast im Atelier von Katja von Puttkamer. Begleitet wird sie hier von der Künstlerin Hirohata Masami und  der Leiterin des Kunst-Mentorings Julia Malcherek. Mittags steht ein Besuch der Ministerpräsidentin bei der Otto Eberle GmbH & Co. KG in Landau auf dem Programm. Ein Bauunternehmen mit langer Familientradition, das Vater und Tochter gemeinsam leiten. Zum Abschluss ihrer Sommerreise besucht Ministerpräsidentin Malu Dreyer dann das Gartenfest der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Dahn.

Die Stationen im Einzelnen:

Montag, 9. Juli 2018

11:00 Uhr

Warbede-Frauenzentrum Worms e. V.; Austausch gemeinsam mit den Soroptimistinnen Worms

Lutherring 21, 67547 Worms

12.45 Uhr

Frauenklinik des Klinikums Worms, Projekt „Medizinische Soforthilfe bei Vergewaltigung“

Gabriel-von-Seidl-Straße 81, 67550 Worms

14:00 Uhr

„Dialog Entgeltgleichheit“ der Arbeit & Leben gGmbH

Siegfriedstraße 20 – 22, 67547 Worms

17:30 Uhr

Matoi GmbH

Schülersmühle 3, 55481 Dillendorf

Dienstag, 10. Juli 2018

10:15 Uhr

Austausch mit kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und Netzwerk „Frauen in Bewegung“ der Region Trier

Gartenfeldstraße 12, 54295 Trier

12:30 Uhr

Weingut Wwe. Dr. H. Thanisch, Erben Thanisch

Saaralle 31, 54470 Bernkastel-Kues

14:00 Uhr

Evangelischer Kindergarten Vitelliuspark
Römerstraße 80, 54516 Wittlich

17:00 Uhr

FC Bitburg 1919 e.V. – Training Frauenmannschaft

Stadion-Ost Bitburg, Ostring, 54634 Bitburg

18:30 Uhr

Internationaler Frauengarten

Ehranger Str. 100b, 54293 Trier

Mittwoch. 11. Juli

12:15 Uhr

Franziskanerinnen in Nonnenwerth

Insel Nonnenwerth, 53424 Remagen

15:45 Uhr

Kleine Fromagerie

Obere Wiesenstraße 8, 56479 Oberrod

18:15 Uhr

Politischer Talk mit den LandFrauen Rhein-Lahn

Hotel Berghof, Bergstraße 3, 56368 Berghausen

Donnerstag, 12. Juli 2018

08:30 Uhr

Besuch des Ateliers von Katja von Puttkamer gemeinsam mit der Künstlerin Hirohata Masami und  der Leiterin des Kunst-Mentorings Julia Malcherek

Unterer Zwerchweg 37, 55218 Ingelheim

13:00 Uhr

Otto Eberle GmbH & Co. KG

St.-Elisabethen-Straße 13, 76829 Landau

16:30 Uhr

Gartenfest mit der Frauenselbsthilfe nach Krebs, Gruppe Dahn

Gelände des Obst – und Gartenbau Verein Dahn, Pirminiusstraße, 66994 Dahn

Zahl der Wohngeldhaushalte leicht gesunken

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Ende 2017 bezogen in Rheinland-Pfalz knapp 26.400 Haushalte Wohngeld. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 1.800 bzw. gut sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Haushalte (23.500 bzw. 89 Prozent) erhielt Wohngeld als Zuschuss zur Miete (Mietzuschuss), den übrigen Empfängerhaushalten (2.900 bzw. elf Prozent) wurde es als Zuschuss zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums gewährt (Lastenzuschuss). In 95 Prozent der Fälle hatten alle Haushaltsmitglieder einen Anspruch auf Wohngeld; hier spricht man von reinen Wohngeldhaushalten. In den übrigen fünf Prozent der Haushalte wohnten Personen mit und ohne Wohngeldanspruch zusammen (sogenannte wohngeldrechtliche Teilhaushalte).

Im Jahr 2017 brachten Bund und Land insgesamt rund 49,6 Millionen Euro für Wohngeld auf. Die Wohngeldausgaben lagen somit leicht über dem Vorjahresniveau (plus 0,2 Millionen Euro bzw. plus 0,5 Prozent). Im Durchschnitt hatte ein Empfängerhaushalt Ende 2017 einen monatlichen Wohngeldanspruch von 154 Euro (2016: 158 Euro).

Regionale Unterschiede

Die höchsten Zuschüsse im Jahr 2017 wurden mit durchschnittlich 211 Euro je Monat und Empfängerhaushalt im Rhein-Pfalz-Kreis gewährt, gefolgt von den kreisfreien Städten Ludwigshafen (192 Euro) und Mainz (190 Euro). Am niedrigsten fielen die Zuschussbeträge in den kreisfreien Städten Pirmasens (115 Euro) und Zweibrücken (117 Euro) aus.

Pirmasens weist bezogen auf die Bevölkerung die relativ höchste Zahl an Empfängerhaushalten auf. Auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner entfallen dort fast 14 Haushalte mit Wohngeldbezug. Mit zwölf bzw. elf Haushalten je 1.000 Einwohner folgen Trier und Koblenz. Mit einem Wert von etwa drei weist der Landkreis Trier-Saarburg die niedrigste Quote aus.

Wohngeld ist ein vom Bund und den Ländern je zur Hälfte getragener Zuschuss zu den Wohnkosten. Er wird einkommensschwachen Haushalten gewährt, damit diese die Aufwendungen für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der zu berücksichtigenden Miete bzw. Belastung sowie dem Gesamteinkommen des Haushaltes.

Zur Erstellung der Wohngeldstatistik erhält das Statistische Landesamt regelmäßig Angaben aus Verwaltungsdaten der rheinland-pfälzischen Wohngeldbehörden, das sind in der Regel die Verwaltungen der kreisfreien Städte, der Landkreise und der großen kreisangehörigen Städte. Diese Daten werden vierteljährlich aufbereitet.
Die Zahl Empfängerhaushalte bezieht sich auf den Stichtag 31. Dezember, die Ausgaben auf das gesamte Jahr.

Autorin: Dr. Julia Stoffel (Referat Auswertungen, Analysen Abteilung 1)

Gleichstellung von männlichen Opfern bei Partnerschaftsgewalt ernst nehmen

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Zweimal im Jahr tagt auf Einladung der städtischen Gleichstellungsstelle der Arbeitskreis gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen im Koblenzer Rathaus. Hier kommen 32 AkteurInnen verschiedener Institutionen wie zum Beispiel Frauenhaus, Polizei, Justiz und soziale Einrichtungen zusammen, die das Thema Gewalt gegen Frauen und den Schutz weiblicher Opfer bei Partnerschaftsgewalt bearbeiten.

Eine Besonderheit war deshalb die Einladung von René Pickhardt, der als ehemaliges Opfer von Beziehungsgewalt in seinem Vortrag auf die speziellen Probleme männlicher Opfer in unserem Land hinwies und über die Absicht des Aufbaus einer Männerschutzwohnung berichtete.
Dazu Pickhardt: “Obwohl laut Kriminalstatistik der Koblenzer Polizei etwas mehr als 20 % der Opfer von Partnerschaftsgewalt männlich sind, gibt es weder in Koblenz, noch in Rheinland-Pfalz Hilfsangebote, die sich an männliche Opfer richten. Selbst auf der Website der Polizei wird das Thema häusliche Gewalt nur aus Sicht der weiblichen Opfer und männlichen Täter dargestellt. Geht man als Mann zu einer Einrichtung für Opfer häuslicher Gewalt, wird man mit dem Hinweis abgewiesen, dass man entsprechend der Fördermittel und -bedingungen des Familienministeriums ausschließlich Hilfe für Frauen anbieten könne. Somit sind männliche Opfer in unserer Gesellschaft besonders hilflos. Das empfinde ich als einen Verstoß gegen Artikel 3 unseres Grundgesetzes, der die Chancengleichheit für alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, Rasse oder ihrer Religion garantieren soll.”

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass den Teilnehmenden des Arbeitskreises gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen tatsächlich landesweit kein einziges Projekt bekannt ist, das sich auf die Opferarbeit mit männlichen Opfern von häuslicher Gewalt bezieht.

René Pickhardt verwies in diesem Zusammenhang auf das Projekt Gender Mainstreaming des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, wobei ein Schwerpunkt das sogenannte Gender Budgeting sei. Darunter versteht man die geschlechtssensible Budgetierung von Finanzmitteln in öffentlichen Einrichtungen. Er warb dafür, dass sich der Arbeitskreis dafür einsetzen möge, dass von der Landesregierung - unter Berücksichtigung der aktuellen Kriminalstatistiken- neben den bestehenden Zuschüssen für Frauenhäuser künftig auch zusätzliche finanzielle Mittel für die Förderung von Gewaltschutzwohnungen für Männer bereitgestellt werden.
Gabriele Mickasch, Gleichstellungsbeauftragte hierzu:
„Wir sind froh, dass Herr Pickhardt offen über seine eigenen Erfahrungen spricht und versucht, auf friedliche Art und Weise den bestehenden Ungleichbehandlungen entgegen zu wirken. Im Arbeitskreis sind wir uns einig, dass die Gleichstellung von männlichen Opfern bei Partnerschaftsgewalt ernst genommen werden muss. Deshalb unterstützen wir das Anliegen, in Koblenz zügig die erste rheinland-pfälzische Gewaltschutzwohnung für Männer einrichten zu können.“

Über René Pickhardt:
René Pickhardt  war  Spitzenkandidat zur Bundestagswahl für die Piratenpartei. Neben seinem Augenmerk auf Themen im Bereich des freien Wissens und sozialen Wohnungsbaus setzt er sich seit rund 3 Jahren für eine Verbesserung der Situation männlicher Opfer von häuslicher Gewalt ein.

Wissenschaft

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Forschungserfolge an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Wissenschaftsminister gratuliert

Wissenschaftsminister Konrad Wolf hat drei Einrichtungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für ihre besonderen Erfolge bei der Einwerbung von Drittmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gratuliert. Bis 2023 stellt die DFG hierfür Mittel in Höhe von insgesamt 17 Millionen Euro zur Verfügung. „Ich gratuliere allen an den drei Initiativen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diesem großen Erfolg! Die Einwerbung eines neuen Graduiertenkollegs sowie die weitere Förderung eines Sonderforschungsbereichs und eines Graduiertenkollegs sind ein hervorragender Ausweis der Forschungsstärke und der Nachwuchsausbildung. Dies wird den Wissenschaftsstandort Mainz weiter stärken.“

Die aktuellen Erfolge im Wettbewerb um die begehrten DFG-Kollegs spiegeln die dynamische Entwicklung der Forschungslandschaft an den rheinland-pfälzischen Hochschulen in den letzten zehn Jahren wider: So konnten die Universitäten und die Fachhochschulen ihre Drittmitteleinnahmen insgesamt nahezu verdoppeln.

„Die Dynamik an unseren Hochschulen ist beeindruckend“, betonte Minister Wolf. „Die Forschungsinitiative des Landes, die vor genau zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, hat die Herausbildung von Forschungsstärken an den rheinland-pfälzischen Hochschulen enorm befördert.“ Die Mittel der Forschungsinitiative stehen den Hochschulen außerhalb der Grundfinanzierung zur Verfügung und stärken leistungsstarke Bereiche, die durch die Hochschulen selbst identifiziert wurden. Diese werden als Forschungsschwerpunkte oder Forschungszentren gefördert. „Die Forschungsinitiative hat beachtliche Wirkungen in den Hochschulen ausgelöst und dazu beigetragen, deren Forschungsstärke zu verbessern. Die aktuellen Erfolge zeigen, dass wir mit diesem Ansatz richtig liegen“, stellte der Wissenschaftsminister fest.

Hintergrund

Die DFG ist der wichtigste Drittmittelgeber der rheinland-pfälzischen Universitäten. Ihre Sonderforschungsbereiche (SFB) genießen in der Wissenschaft auf Grund der hohen Qualitätsansprüche höchstes Ansehen. SFB sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen an Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Sie dienen damit der Struktur- und Profilbildung an den beteiligten Hochschulen. In der Programmvariante SFB/Transregio arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus bis zu drei Hochschulen zusammen.

Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die von der DFG für maximal neun Jahre gefördert werden. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen eines thematisch begrenzten Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts.

In Rheinland-Pfalz werden gegenwärtig 11 Graduiertenkollegs und 16 Sonderforschungsbereiche von der DFG gefördert.

Die aktuell erfolgreichen Initiativen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sind:

Das Graduiertenkolleg Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption wird 2018 neu eingerichtet. Die beteiligten (Nachwuchs-) Forscherinnen und Forscher widmen sich der Frage, wie Kriege die Entwicklung von Gesellschaften in verschiedener Weise prägen. Das Byzantinische Reich stand schon auf Grund seiner geographischen Lage im ständigen Austausch und Konflikt mit Nachbarn und Konkurrenten. Das Kolleg untersucht erstmals systematisch die große Bedeutung von Byzanz für die Kultur und Geschichte des euromediterranen Raums. Neben der Universität sind das Römisch-Germanische Zentralmuseum sowie das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte beteiligt, die bereits im Rahmen des Leibniz-WissenschaftsCampus „Byzanz zwischen Orient und Okzident“ kooperieren.

Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg Life Sciences, Life Writing wird bereits seit 2014 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gefördert. Das Kolleg untersucht körperliche Grenzerfahrungen wie  Essstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder die lebenslangen Auswirkungen einer Frühgeburt. Die beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen wollen gemeinsam neue Blickweisen auf den Menschen gewinnen. Am Graduiertenkolleg sind neben dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und dem Forschungs- und Lehrbereich Amerikanistik die Studienfächer Kulturanthropologie, Pharmazeutische Biologie, Molekularbiologie, Psychosomatik und Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie das Institut für Molekulare Biologie (IMB) beteiligt.

Am Transregio-Sonderforschungsbereich Multiskalen-Simulationsmethoden für Systeme der weichen Materie sind neben der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Technische Universität Darmstadt und das Max Planck-Institut für Polymerforschung beteiligt. Forscherinnen und Forscher aus der Physik, der Chemie, der angewandten Mathematik und der Informatik untersuchen seit 2014 Systeme weicher Materie. Durch Modellsysteme erforschen sie grundlegende physikalische Phänomene. Weiche Materien sind zum Beispiel Flüssigkristalle, Polymerlösungen oder Tenside. Sie werden durch ein subtiles Wechselspiel von Energie und Entropie bestimmt, und winzige Änderungen der molekularen Wechselwirkungen können große Änderungen des ganzen Systems nach sich ziehen.

Das Internet der Zukunft: Zwischen Freiheit und Zwang

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Am kommenden Mittwoch stimmt ein Ausschuss des EU Parlaments über den Entwurf zur neuen Urheberrechts-Richtlinie ab. Die Idee klingt nachvollziehbar: Verleger sollen mehr Geld bekommen, wenn sie ihre Artikel online zur Verfügung stellen, und die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten soll durch technische Maßnahmen erschwert werden. Leider schießt die EU hier mit Kanonen auf Spatzen, beziehungsweise mit Zensur auf die Freiheit der Kommunikation und der Informationsbeschaffung im Internet.

Nach diesem Entwurf würden alle Verleger dazu verpflichtet werden, Nachrichtenportale zur Kasse zu bitten, sobald diese ihre Publikationen verlinken. Diese Regelung hat in Spanien bereits dazu geführt, dass Google News kurzerhand geschlossen wurde. Wie die Verlage so Mehreinnahmen erzielen sollen, ist fragwürdig.

Doch damit nicht genug: Artikel 13 der neuen Richtlinie verpflichtet die Betreiber von Social-Media Plattformen einen Uploadfilter zu installieren. Dieser automatisierte Algorithmus soll dann jeden Beitrag, egal ob Text, Video, Ton oder Bild, mit einer zentralen Datenbank von urheberrechtlich geschützter Materialien abgleichen und bei einer erkannten Übereinstimmung den Upload blockieren. Die Online-Verbreitung von wissenschaftlichen Artikeln, satirischen Beiträgen, Memes und sogar Katzenvideos würde damit ein jähes Ende finden. Dass solche Filter anfällig für Fehler und Missbrauch sind, zeigt das Beispiel eines Facebook-Filters: Dort werden zum Beispiel Renaissancegemälde blockiert, sobald der Filter eine nackte Brust erkannt hat. Dass das Bild keinen pornografischen Inhalt darstellt, kann durch den Filter nicht erkannt werden, denn der Algorithmus kann den Kontext nicht bewerten und ist dadurch sehr fehleranfällig.
Und da den Plattformen hohe Bußgelder drohen, würde der Filter so konzipiert werden, dass im Zweifelsfall zu viel, statt zu wenig geblockt wird. Das wäre das Ende der freien Kommunikation im Internet, wie wir sie kennen.

Wer mithelfen möchte, das zu verhindern, kann sich beteiligen unter: https://www.change.org/p/european-parliament-stop-the-censorship-machinery-save-the-internet

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