Sonntag, 15. Dezember 2019

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Immer weniger Jugendliche in Rheinland-Pfalz leben noch bei ihren Eltern

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Die Zahl der Jugendlichen in Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Jahr merklich zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August mitteilt, gab es 2018 rund 435.100 Personen im Alter von 15 bis 25 Jahren in Privathaushalten am Hauptwohnsitz in Rheinland-Pfalz. Das waren 9.700 Jugendliche weniger als 2017 und 41.900 weniger als zehn Jahre zuvor.

Die meisten Jugendlichen wohnten 2018 noch gemeinsam mit ihren Eltern in einem Haushalt. Knapp 73 Prozent lebten wenigstens mit ihrer Mutter oder ihrem Vater zusammen. Unter den jungen Männern im Alter von 15 bis 25 Jahren war der Anteil mit rund 76 Prozent etwas höher als unter den jungen Frauen (70 Prozent). Insgesamt geht der Anteil der Jugendlichen, die ihr Elternhaus noch nicht verlassen haben, seit einigen Jahren zurück. So wohnten fünf Jahre zuvor noch gut 75 Prozent der Jugendlichen bei ihren Eltern. Zehn Jahre zuvor waren es sogar noch etwas mehr als 77 Prozent. Zu dieser Entwicklung könnten unter anderem die Aussetzung der Wehrpflicht sowie die Einführung des G8 beigetragen haben, da sich in der Folge der Beginn einer Berufsausbildung, eines Studiums oder einer Berufstätigkeit fernab des elterlichen Haushalts für die Jugendlichen im Zuge ihrer Bildungs- und Erwerbsbiographie nach vorne verlagert haben dürfte.

Gut drei Prozent der rheinland-pfälzischen Jugendlichen – das waren etwa 13.300 Personen – hatten 2018 bereits geheiratet oder lebten in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Rund 11.600 Personen im Alter von 15 bis 25 Jahren (bzw. 2,7 Prozent) waren bereits selbst Mutter oder Vater und lebten mit wenigstens einem Kind gemeinsam in einem Haushalt.

Etwas weniger als ein Drittel der Jugendlichen besuchte 2018 noch eine allgemeinbildende Schule. Von denjenigen, die nicht mehr zur Schule gingen und eine gültige Antwort auf die Frage abgaben, äußerten nur 4,4 Prozent, über keinen allgemeinen Schulabschluss zu verfügen. Dies schließt auch Personen ein, die einen Abschluss nach höchstens sieben Jahren Schulbesuch erlangt hatten. Die meisten Jugendlichen mit allgemeinem Schulabschluss verfügten über die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife (137.900 bzw. 48 Prozent). An zweiter Stelle folgten Jugendliche mit einem Realschul- oder vergleichbaren Abschluss (97.400 bzw. 34 Prozent) vor den 15- bis 25-Jährigen mit einem Hauptschulabschluss (49.700 bzw. 17 Prozent).

Einen berufsqualifizierenden Abschluss konnten 94.000 Jugendliche vorweisen. Darunter waren 10.900 junge Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer, die über einen akademischen Titel verfügten, das heißt, bereits einen Bachelor-, Master-, Diplom- oder vergleichbaren Abschluss erworben hatten.

Knapp die Hälfte der Jugendlichen (49 Prozent bzw. 214.000 Personen) gingen 2018 einer Erwerbstätigkeit nach. Weitere 3,4 Prozent bzw. 14.700 Personen im Alter von 15 bis 25 Jahren waren erwerbslos. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Erwerbslosigkeit unter den Jugendlichen erkennbar reduziert. Waren vor zehn Jahren noch 5,1 Prozent aller jungen Frauen und Männer zwischen 15 und 25 Jahren erwerbslos, hatte sich der Anteil fünf Jahre später bereits auf 4,2 Prozent reduziert, ehe er 2017 bei 3,8 Prozent angelangt war. Rund 15 Prozent der erwerbstätigen Jugendlichen sind Auszubildende mit einem vergüteten Ausbildungsvertrag oder streben als Anwärter eine Verbeamtung an. Im Bundesfreiwilligendienst, Freiwilligem Sozialen Jahr bzw. im freiwilligen Wehrdienst engagieren sich dagegen vergleichsweise wenige Jugendliche. Waren 2017 noch etwa 5.900 Personen zwischen 15 und 25 Jahren freiwillig für das Allgemeinwohl aktiv, fiel die Zahl 2018 deutlich unter die Marke von 5.000.

Obwohl knapp jeder zweite Jugendliche einer Erwerbstätig nachgeht, ist sie nur für knapp 40 Prozent die wichtigste Quelle des eigenen Lebensunterhalts. Noch etwas häufiger, nämlich in 53 Prozent der Fälle, sind Jugendliche auf die Einkünfte eines Angehörigen (zum Beispiel der Mutter, des Vaters oder der eigenen Ehepartnerin bzw. des eigenen Ehepartners) angewiesen. Eine öffentliche Transferleistung wurde von 7,1 Prozent der Jugendlichen als Haupteinkommensquelle genannt. Darunter waren 7.800 Personen bzw. 1,8 Prozent, die auf Leistungen nach Hartz IV, das heißt Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, angewiesen waren.

Die Daten stammen aus der Mikrozensuserhebung 2018. Grundlage für die Auswertungen ist eine Hochrechnung der 1-Prozent-Stichprobe auf Basis der Bevölkerung in Privathaushalten am Hauptwohnsitz. Die Stichprobe des jährlich erhobenen Mikrozensus umfasst in Rheinland-Pfalz ca. 20.000 Haushalte. Für die Altersabgrenzung der Jugendlichen wurde anlässlich des Internationalen Tages der Jugend die Definition der Vereinten Nationen zugrunde gelegt, die Jugendliche als Personen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren definieren.

Autor: Sebastian Fückel (Referatsleiter Analysen Staat, Soziales)

Ausgaben für Sozialhilfe um 3,6 Prozent gestiegen

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Im Jahr 2018 wurden in Rheinland-Pfalz netto mehr als 1,2 Milliarden Euro für Sozialhilfe nach dem 3. sowie 5. bis 9. Kapitel SGB XII ausgegeben. Laut Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz entsprach dies einem Anstieg um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auf jede Einwohnerin bzw. jeden Einwohner kamen somit Nettoausgaben in Höhe von 303 Euro. Im Jahr zuvor waren es 293 Euro. In den kreisfreien Städten (363 Euro) wurden netto mehr Leistungen nach dem SGB XII je Einwohnerin bzw. Einwohner aufgewendet als in den Landkreisen (277 Euro).

Die gewährten Leistungen sollen die Folgen von Behinderungen sowie gesundheitlichen und altersbedingten Einschränkungen abmildern. Darüber hinaus helfen sie den Bedarf an Ernährung und hauswirtschaftlichen Gütern sowie persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens zu decken. Aufgrund einer Gesetzesänderung werden im Rahmen der amtlichen Statistik seit 2017 keine Ausgaben und Einnahmen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel SGB XII mehr erfasst.

Die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung stellte wie in den Vorjahren die mit Abstand größte Ausgabenposition dar. Knapp 79 Prozent der amtlich erfassten Sozialhilfeausgaben sind dieser Leistungsart zuzuordnen. Netto wurden rund 972 Millionen Euro aufgewendet; das ist ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2017. Damit stiegen die Ausgaben um 54 Millionen Euro.

Die Unterstützung Pflegebedürftiger (Hilfe zur Pflege) bildet mit Nettoausgaben in Höhe von 164 Millionen Euro die zweitgrößte Leistungsart. Im Vorjahresvergleich ist dieser Wert um knapp 6 Prozent gesunken. Der Rückgang dürfte – wie auch 2017 – größtenteils in den Pflegestärkungsgesetzen begründet liegen, die unter anderem zu einer verstärkten Übernahme von Leistungen durch die Pflegeversicherungen geführt haben.

Für die Hilfe zum Lebensunterhalt sowie den sonstigen Hilfen, beispielsweise die Unterstützung älterer Menschen bei der Beschaffung und Einrichtung einer Wohnung, waren Nettoausgabensteigerungen zu verzeichnen (plus 2,1 bzw. 9,1 Prozent). Demgegenüber wurden für die Hilfe zur Gesundheit knapp 14 Prozent weniger aufgewendet.

Die Daten der Ausgaben der Sozialhilfe erhält das Statistische Landesamt jährlich von den Sozialämtern der kommunalen Gebietskörperschaften und vom Landesamt für Jugend, Soziales und Versorgung.
Anspruch auf Sozialhilfe nach dem Zwölften Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB XII) hat, wer sich in einer Notlage befindet, die nicht aus eigenen Kräften und mit eigenen Mitteln behoben werden kann. Die Sozialhilfe greift ein, wenn keine anderen Leistungsansprüche (z. B. Unterhaltsleistungen, Sozialleistungen aufgrund anderer Normen) bestehen.
Hilfebedürftige, die erwerbsfähig sind, bekommen infolge der sog. Hartz IV-Reformen seit 2005 Leistungen der Bundesagentur für Arbeit nach dem Zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II). Aufwendungen hierfür sind in den hier nachgewiesenen Sozialhilfeausgaben nicht enthalten.
Aufgrund einer fehlenden gesetzlichen Grundlage werden ab dem Berichtsjahr 2017 keine Ausgaben und Einnahmen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel SGB XII mehr erfasst. Aufwendungen für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sind somit – im Gegensatz zu den Vorjahren – in den hier nachgewiesenen Sozialhilfeausgaben nicht mehr enthalten.
Die Nettoausgaben entsprechen den insgesamt ausgezahlten Beträgen abzüglich der Einnahmen (z. B. Kostenersatz, Erstattungen von Sozialleistungsträgern).

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)

Wussten Sie schon, ... ​dass die SGD Nord etwa 1000 Baustellen im Jahr kontrolliert?

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Ziel der Kontrollen ist die Sicherheit der Arbeitsplätze, der Schutz der Beschäftigten vor gefährlichen Stoffen und die Verringerung von Staub- und Lärmbelästigungen für die Nachbarschaft. Gerade Arbeitsplätze auf Baustellen, die sich permanent ändern und wo auch viele unterschiedliche Gewerke arbeiten, haben im Vergleich zu stationären Arbeitsplätzen ein höheres Unfallrisiko.

Etwa 1200 Beanstandungen werden durch die SGD Nord im  Schnitt pro Jahr  festgestellt. Dies sind zum Beispiel fehlende Absperrungen oder mangelhafte Gerüste, unzureichender Schutz vor verwendeten Chemikalien, defekte Maschinen oder das Heben schwerer Lasten ohne Unterstützung.

Bei größeren Baustellen, wie zum Beispiel dem Abriss des Kühlturms des Kernkraftwerkes Mülheim-Kärlich, finden regelmäßig Besprechungen und Inspektionen statt. Dabei wurden der Einsatz der Abbruchroboter incl. des Sicherheitskonzeptes, sowie die Maßnahmen zur Verringerung möglicher Erschütterungen nebst Lärm- und Staubemissionen mit dem Unternehmen erörtert und festgelegt.

Zum Hintergrund:

Der SGD Nord, mit ihrer Abteilung Gewerbeaufsicht,  obliegen vielfältige Aufgaben. Dazu gehören tägliche Routinearbeiten, wie die Erstellung von öffentlich-rechtlichen Zulassungen, die Abgabe von fachtechnischen Stellungnahmen, die Durchführung von Betriebs-besichtigungen im Rahmen von Genehmigungsverfahren, anlassbezogene oder gesetzlich vorgeschriebene Revisionen, die Bearbeitung von Petitionen, Nachbarschaftsbeschwerden oder Beschwerden von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Hinzu kommen die Beratung und Information von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie von Privatpersonen, die Mitwirkung in Fachausschüssen und die Bearbeitung von Berichtspflichten an die Europäische Union.

Weitere Informationen unter www.sgdnord.rlp.de

181 Adoptionen in Rheinland-Pfalz – davon rund 60 Prozent im vertrauten Umfeld

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Im Jahr 2018 wurden in Rheinland-Pfalz 181 Personen unter 18 Jahren adoptiert. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 23 Adoptionen weniger als ein Jahr zuvor. Mädchen und Jungen waren nahezu gleichermaßen betroffen.

Rund die Hälfte aller adoptierten Kinder und Jugendlichen (49 Prozent) war jünger als drei Jahre; etwa 12 Prozent hatten das erste Lebensjahr noch nicht vollendet. Knapp 22 Prozent der Adoptierten hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Auffällig ist, dass unter den drei- bis fünfjährigen adoptierten Kindern mehr als die Hälfte eine nicht deutsche Staatsangehörigkeit besaß.

Rund 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen konnten im Rahmen der Adoption in ihrem vertrauten Umfeld verbleiben: In 105 Fällen erfolgten die Adoptionen durch den Stiefvater oder die Stiefmutter. Darüber hinaus wurden vier Kinder durch Verwandte adoptiert. In fast 99 Prozent aller Adoptionsfälle hatte mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft.

Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der abgebenden Eltern bzw. sorgeberechtigten Elternteile waren zum Zeitpunkt der Adoption ledig. In einem von zehn Fällen lebten die Eltern in einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft, 13 Prozent waren bereits geschieden. Für die restlichen Adoptionen konnte der Familienstand der abgebenden Personen nicht ermittelt werden.

Die Angaben zu den im Laufe eines Kalenderjahres rechtskräftig erfolgten Adoptionen sowie zu den jeweils am 31. Dezember vorgemerkten Adoptionsbewerbungen und zur Adoption vorgemerkten Kindern und Jugendlichen liefern die Adoptionsvermittlungsstellen der öffentlichen sowie der freien Träger der Jugendhilfe einmal jährlich. Auch anerkannte Auslandsvermittlungsstellen nach § 4 Abs. 2 Satz 2 AdVermiG melden Daten zu dieser Statistik.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)

Wasservögel, Tauben und Co. – Warum Füttern verboten ist

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Wasservögel und Tauben werden oft und gern gefüttert, warum dies verboten ist, erklärt das Ordnungsamt Koblenz.

Wer kennt es selbst nicht von früher? „Komm Kind, wir gehen Entchen füttern“, hieß es in der Kindheit oft, wenn man an Rhein, Lahn oder Mosel mit den Eltern spazieren ging. Ein Spaß für Groß und Klein, die possierlichen Enten oder majestätischen Schwäne mit Futter zu versorgen.

Doch aus diesem Spaß ist mittlerweile bitterer Ernst geworden: Viele Spaziergänger versorgen Wasservögel und Nutrias im Übermaß mit Futter. In den meisten Fällen handelt sich dabei um Brot, was an die Tiere verfüttert wird. Möhren hat der eine oder andere Nutria Fan aber auch im Gepäck, um die Nager damit zu versorgen. Was sicherlich nett gemeint ist, ist jedoch im Sinne der Gefahrenabwehr verboten, dies erklärt zumindest das Ordnungsamt. Denn im Paragraph 2 Abs. 10 der Gefahrenabwehrverordnung (GefAbwVO) heißt es: „Auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen ist es verboten, Tauben oder Wasservögel zu füttern, Futter auszulegen oder auszustreuen, soweit dieses üblicherweise auch von Tauben oder Wasservögeln aufgenommen wird“. Handelt man zuwider und wird erwischt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet wird. Dies kann sich von 55,00 Euro und im Falle von Wiederholungstätern bis zu 5000,00 Euro bewegen.

Der Paragraph umfasst zwar nicht die Nutrias, aber wenn man für diese Tiere Nahrung auslegt, bietet man diese natürlich auch gleichzeitig anderen Tieren in deren Umgebung an. Insofern wird eine Fütterung der Nutrias ebenfalls nicht gerne gesehen.

Gründe für das Verbot gibt es reichlich: Es lockt Ungeziefer an, es ist nicht gut für die Wasservögel, kann die Tiere also krank machen oder sogar zu ihrem Tod führen und das Brot verändert das ökologische Milieu der Gewässer. Oft fressen die Wasservögel nämlich nicht das gesamte Futter, dass ihnen zugeworfen wird. Brot z.B. weicht dann auf, sinkt an den Gewässerboden und verfault dort. Die biologischen und chemischen Prozesse dieses Abbaus verbrauchen große Mengen Sauerstoff, der Fischen und anderen Wassertieren fehlt. Es kann dazu kommen, dass Algen stark wachsen und das Gewässer "umkippt".

Besonders betroffen sind eher stehende Gewässer wie der „Schwanenteich“ in den Rheinanlagen oder das Hafenköpfchen in Ehrenbreitstein. Bei beiden Örtlichkeiten hat man unmittelbaren Zugang zu den Wasservögeln und Nutrias. Jeder, der sich dort aufhält und Tiere füttert, sollte sich also selbst danach befragen, ob er mehr Schaden als Nutzen anrichtet, wenn er Wasservögel füttert.

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