Montag, 02. August 2021

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Leuchttürme für den Umweltschutz

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Bistum zeichnet sieben Projekte mit dem Umweltpreis aus

Trier. – Von der gelebten Kräuterkunde bis zu einem eigenen Hühnerstall versuchen sie Kindern die Liebe zur Natur näher zu bringen. Dafür wurde jetzt die Kita Heilige Familie in Winterbach mit der ersten Platzierung des diözesanen Umweltpreises 2020 ausgezeichnet. Der Wettbewerb habe gezeigt, wie man diese Liebe vermitteln könne, betonte Bischof Dr. Stephan Ackermann. Das sei beispielhaft und er hoffe, dass sich viele Einrichtungen in unserem Bistum davon anstecken ließen. Sieben Bewerbungen wurden mit insgesamt 7000 Euro ausgezeichnet. Bedingt durch die Corona-Pandemie war die Verleihung verschoben worden.

Ökologisches und sozial-nachhaltiges Handeln sei dringend notwendig, sagte Bischof Ackermann. Unsere Erde sei einem Klimawandel ausgesetzt, der die Lebensgrundlagen aller zerstöre. Die Kirche sehe sich in besonderer Verantwortung für die Schöpfung, die Gott den Menschen anvertraut hat. Besonders wichtig sei es aber, junge Menschen für Natur- und Umweltschutz zu gewinnen. Denn sie seien es auch, die von den Folgen des Klimawandels am meisten betroffen würden.

Der Umweltpreis 2020 hatte sich speziell an junge Menschen gerichtet. Bewerben konnten sich Katholische Kinder- und Jugendgruppen, Jugendverbände, Kitas, Horte und Schulen in katholischer Trägerschaft, sowie Jugendhilfeeinrichtungen, Offene Einrichtungen, Mehrgenerationenhäuser und Familienbildungsstätten des Bistums und der Caritas. Insgesamt dreizehn Bewerbungen waren eingegangen.

Der Sieger, die Kita Heilige Familie in Winterbach, versteht, nach der Begründung der Jury, als „anerkannter Bewegungskindergarten“ Gesundheit und Natur als eine wichtige Grundlage eines achtsamen Umgangs mit sich selbst, anderen Menschen, anderen Lebewesen und der Umwelt. Durch verschiedene Projekte, etwa bei der Kräuterkunde, werden in Winterbach Nachhaltigkeit und Umweltschutz kindgerecht behandelt und in der Praxis umgesetzt. So wurde auf dem Außengelände der Kindertagesstätte ein Hühnerstall gebaut, in dem Zwerghuhn-Küken ausgebrütet werden. Zudem wurde ein Natur- und Sinnesgarten angelegt. In naher Zukunft sollen sich dort Wildbienen ansiedeln, da dort auch Schmetterlingssträucher und allgemeine Insektennutzpflanzen gepflanzt werden.

Auch die beiden zweiten Plätze gingen an zwei Kindertagesstätten: Die Kita St. Martin in Trier und die Kita St. Bartholomäus in Klarenthal. Die Kita St. Martin erhielt die Auszeichnung unter anderem für einen „Draußentag“. Dabei kümmern sich die Kinder kontinuierlich um einen eigenen Garten und ein Hochbeet. Sie lernen dabei den Wechsel der Jahreszeiten und die damit verbundenen Aufgaben. Teil ihres Preises ist ein Bauwagen, den das Trierer triki-Büro gestiftet hat. ‚Vom Urwald zur ökologischen Kita-Oase‘ heißt das Projekt der Kita St. Bartholomäus in Klarenthal. Mit Bauernhofpädagogik wird den Kindern ermöglicht, Lernprozesse an realen, für sie authentischen Situationen und Begegnungen zu erfahren. Die täglich notwendigen Prozesse, wie das Füttern und Versorgen der Tiere und die Pflege des Gartens bieten eine unendliche Fülle an Themen.

Die weiteren Preise gingen an das Berufsbildungswerks Heinrich Haus in Neuwied und die Maria-Grünewald-Schule in Wittlich (zwei 4. Plätze). Die Azubis des Berufsbildungswerks halfen der Jugendfreizeitstätte Kelberg bei der nachhaltigen Entwicklung, etwa bei der Erstellung einer Fassadendämmung aus regionalen Werkstoffen und dem Austausch energiefressender Glühbirnen durch LED-Leuchtmittel, um den Energieverbrauch der Freizeitstätte deutlich zu senken.

Die Maria-Grünewald-Schule hatte in Kooperation mit der Kurfürst Balduin Realschule Wittlich eine Naturbaustelle geschaffen und mit den Jahren stetig weiterentwickelt, unter anderem mit einem Schulgarten, Hochbeeten, und einem Gartenhaus als „Grünem Klassenzimmer“. Die Platzierungen sechs und sieben gingen zum einen an die Privatinitiative Schöpfungsjugend Bad Neuenahr unter anderem für ihre Pflanzentausch-kauf-info-Börse „Bäumchen wechsel dich!“ und die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der DPSG Betzdorf für die Umsetzung eines nachhaltigen Pfingstlagers.

Die Klimaschutzmanagerin des Bistums, Charlotte Kleinwächter dankte allen 13 Initiativen, die sich um den Umweltpreis beworben hatten: „In allen Projekte steckt Herzblut drin! Der Jury ist die Entscheidung nicht leicht gefallen.“

Seit 1996 vergibt das Bistum Trier in unregelmäßigen Abständen einen Umweltpreis für ökologische Initiativen oder Projekte. Initiator ist die Diözesankommission für Umweltfragen. Die Mitglieder der Kommission werden vom Bischöflichen Generalvikar berufen und kommen aus den verschiedenen Aufgabenfeldern. Ihre Aufgabe ist es, das Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt in den Dienststellen und Kirchengemeinden des Bistums vor dem Hintergrund des christlichen Schöpfungsverständnisses und Menschenbildes zu fördern,

Der nachhaltige Umgang mit der Schöpfung ist ein wichtiges Anliegen des Bistums Trier. 2009 traf die Bistumsleitung die Entscheidung, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Zuletzt wurden 2017 die ökologischen Leitlinien überarbeitet und Handlungsanweisungen für alle kirchlichen Angestellten erlassen. Vorangetrieben wird das Thema im Bistum Trier unter anderem von der Diözesanen Kommission für Umweltfragen (DKU). Die DKU unterstützt ausdrücklich den Aufruf „Churches for Future“ des Ökumenischen Netzwerks Klimagerechtigkeit als Solidarität mit der weltweiten „Fridays for Future“-Bewegung.

Weitere Informationen auf www.umwelt.bistum-trier.de

Arbeiten in Corona-Test- und Impfzentren

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Unfallkasse Rheinland-Pfalz informiert

Die Arbeit in den Corona-Test- und Impfzentren kommt landesweit immer stärker in Fahrt. Damit einher geht der Einsatz von zahlreichen Beschäftigten und ehrenamtlich Tätigen. Sie sind bei ihrer Arbeit gesetzlich unfallversichert. Darauf weist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz hin. Sie ist als Unfallversicherungsträgerin der öffentlichen Hand für die Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten der dort tätigen Personen zuständig. Beschäftigte anderer Unternehmen, die an Test- und Impfzentren mitarbeiten, bleiben über die Berufsgenossenschaft ihres Arbeitgebers bzw. ihrer Arbeitgeberin versichert, wenn dieser das Gehalt zahlt.

Die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Tätigkeiten und Aufgaben im Betrieb von Impfzentren hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zusammengestellt. Hier finden Sie auch viele weitere Informationen und Antworten zu Tätigkeiten in Impfzentren, wie zum Beispiel zur Unterweisung der Beschäftigten und zur Desinfektion.

Menschen, die aufgrund ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit aktuell vorrangig geimpft werden, stehen ebenfalls unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Sollten Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie uns per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Internationaler Tag gegen Lärm: SGD Nord will Bewusstsein stärken

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„Immer noch zu laut!?“ Auch in diesem Jahr möchte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord das Bewusstsein für Lärm in Beruf und Alltag stärken. Aufgrund der Corona-Pandemie können leider keine Aktionen zur Aufklärung durch die SGD Nord in Betrieben stattfinden. Interessierte sind aber eingeladen, an der kostenlosen, digitalen Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. zum 24. "Tag gegen Lärm - International Noise Awareness Day" am 28.04.2021 von 13:30-16:00 Uhr teilzunehmen.

Berufskrankheiten. Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe der SGD Nord, insbesondere junge Menschen für das Thema Lärm zu sensibilisieren, um eine dauerhafte Schädigung ihres Gehörs zu vermeiden“, so SGD-Nord-Präsident Uwe Hüser.

Jugendliche, die in einem lärmintensiven Beruf arbeiten, sollten sich von ihren Vorgesetzten über mögliche Gesundheitsrisiken aufklären lassen. Denn bei längerer Überschreitung der Grenzwerte für Lärm kann Schwerhörigkeit entstehen, die nicht heilbar ist. Auch im privaten Bereich spielt Lärm eine Rolle. Zunächst als angenehm empfundene Geräusche, können zur Schädigung des Gehörs beitragen. So ist es möglich, dass das Hören von zu lauter Musik bereits nach wenigen Stunden dem Lärmpegel einer ganzen Arbeitswoche gleicht. In diesem Zusammenhang wurde bei einer Testmessung in der Vergangenheit ermittelt, wie laut die Auszubildenden in ihren Autos Musik hören. Die dabei gemessenen Werte lagen über denen an ihren Arbeitsplätzen.

Zum Schutz vor gesundheitsschädlichem Lärm trägt die SGD Nord in vielen Bereichen bei. Hierzu zählen beispielsweise die Überwachung von Lärmgrenzwerten von Anlagen und Industriebetrieben mit Blick auf die Arbeitnehmenden und die Nachbarschaft. Auch im Bereich der Produktsicherheit sorgt die SGD Nord dafür, dass Verbraucherprodukte nicht zu laut sind. Aktive Präventionsarbeit wird durch die Information von Arbeitgebenden zu Lärmminderungsmaßnahmen in ihren Betrieben sowie durch die jährliche Beteiligung an der bundesweiten Aktion „Tag gegen Lärm“ betrieben.

Weitere Informationen:

Die zentrale Veranstaltung findet im Online-Format am Mittwoch, den 28. April 2021um 13:30 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Den Link zur Veranstaltung sowie den Programmflyer finden Sie unter: www.tag-gegen-laerm.de

Weitere Informationen unter www.sgdnord.rlp.de

Zoo Neuwied erhält weiterhin Unterstützung – auch von Amazon Koblenz

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Koblenz, den 22. April 2021. Etwa 8.000 Euro kostet es pro Tag, den Zoo Neuwied zu betreiben. Normalerweise kann der Tierpark dies durch Ticketverkäufe, Fördergelder und Spenden abdecken. Doch da Besuche weiterhin nur eingeschränkt möglich sind, bricht dem Zoo eine wichtige Einnahmequelle weg – und ist umso mehr auf Spenden angewiesen. Bereits im Januar wandte sich der Zoo darum mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. Auf Anregung des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Steven Landgrebe unterstützt nun auch das Logistikzentrum Amazon Koblenz den Tierpark.  Am Freitag, den 16. April, übergaben er und Florian Sanner, Produktionsleiter bei Amazon Koblenz, im Namen der Belegschaft 2.333,11 Euro an den Zoodirektor Mirko Thiel.

In der vergangenen Woche sammelten die Mitarbeiter:innen des Logistikzentrums insgesamt 333,11 Euro für den Tiergarten. Organisiert wurde die Sammelaktion vom stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Steven Landgrebe: „Ich hatte von den Problemen des Zoos bereits in der Zeitung gelesen und wollte helfen. Darum habe ich dem Standort vorgeschlagen, den Zoo Neuwied mit einer Spende zu unterstützen.“ Standortleiter Rogier Thijs ergänzt: „Wir sind sehr stolz, das sich unsere Mitarbeiter:innen für den Zoo Neuwied engagieren. Darum legen wir als Unternehmen auch noch einmal 2.000 Euro drauf.“

Zoodirektor Mirko Thiel kann das Geld weiterhin gut gebrauchen: „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen, um unsere Tiere zu versorgen und den Zoo über Wasser zu halten.“ Nach dem öffentlichen Hilferuf des größten Zoos in Rheinland-Pfalz wurden innerhalb von vier Tagen über 250.000 Euro gespendet – was etwa dem Monatsbedarf des Tierparks entspricht. „Aktuell können wir zum Glück wieder Tickets verkaufen. Die Einnahmen daraus helfen uns natürlich.“ Termine müssen dazu unter
gebucht werden.

Auch über Amazon Smile kann der Förderverein Zoo Neuwied e.V. unterstützt werden - ohne zusätzliche Kosten für Kunden oder den Verein. Kunden wählen auf smile.amazon.de eine Organisation aus und Amazon gibt 0,5% der Einkaufssumme aus eigener Tasche an die gewählte soziale Organisation weiter. 

Unser Beitrag

Seit über 20 Jahren ist Amazon fest in Deutschland verwurzelt. Wir bringen uns ein an den Standorten, an denen Mitarbeiter:innen von Amazon leben und arbeiten: Wir übergeben Sachspenden an bedürftige Menschen und helfen Kindern, ihr Potenzial zu entfalten, unterstützen die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen finanziell und öffnen unsere Türen, um unser Wissen mit ihnen zu teilen. Zusätzlich ermöglichen wir unseren Mitarbeiter:innen, sich ehrenamtlich zu engagieren.
Insgesamt haben wir im Jahr 2020 an über 50 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 330 verschiedene Organisationen mit rund sechs Millionen Euro unterstützt. Mehr Informationen zu unserem Engagement finden Sie hier.

Vorbilder stärken Lockdown-Akzeptanz und Impfbereitschaft

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Die erfolgreichen Corona-Strategien anderer Länder sind in Deutschland wenig bekannt. Das fand ein Wissenschaftler der Universität Trier heraus.

Die unterschiedlichen Strategien zur Covid-19-Bekämpfung sind politisch und wissenschaftlich umstritten. Länder im ost- und südostasiatischen Raum wie China, Taiwan, Japan, Australien und Neuseeland halten die Zahl der Todesfälle und Infizierten mit einer Virus-Ausrottungstaktik auf einem niedrigen Stand. Andere, vornehmlich westliche Länder setzen darauf, die Infektionskurve abzuflachen und das Virus durch Massenimpfungen einzudämmen — bei deutlich höheren Fallzahlen von Toten und Infizierten.

Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Marc Oliver Rieger von der Universität Trier hat in einer Studie vordergründig untersucht, wie stark das Wissen über diese Zusammenhänge verbreitet ist. Für die Umsetzung von Corona-Maßnahmen ist jedoch ein anderes Ergebnis von höherem Wert. „Wer die Erfolge dieser Länder in der Pandemie-Bekämpfung kennt, zeigt sowohl eine größere Motivation Lockdown-Eingriffe mitzutragen als auch eine höhere Impfbereitschaft“, so Professor Rieger. Das Wissen, dass Covid-19 zumindest lokal kontrolliert werden kann, verstärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit und es entwickelt sich eine positivere Sicht auf Maßnahmen gegen die Pandemie.

In einer zwischen März und November 2020 durchgeführten Befragung sollten die Teilnehmer die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Deutschland, China und einigen anderen Ländern angeben. Es wurde auch verglichen, wie die Befragten die Maßnahmen in China und in Deutschland bewerten und ob sie die ostasiatischen Länder als Vorbild sehen. Bei der Auswertung von mehr als 2.000 Fragebögen zeigten sich systematische Abweichungen. Die Mehrheit der Befragten unterschätzte die Fallzahl für Deutschland deutlich. Nur eine kleine Minderheit kannte dagegen die niedrigen Raten in Ostasien. Die meisten gaben eine markant höhere Zahl von Corona-Toten in diesen Ländern an.

In einer weiteren Studienphase suchte der Trierer Wissenschaftler nach Zusammenhängen zwischen den Todesfall-Schätzungen der Befragten und deren Haltung zum Impfen und zu Corona-Maßnahmen. Hier stieß er auf eine signifikante Korrelation: Diejenigen, die von den erfolgreichen Strategien anderer Länder wussten, bewerteten Distanzierungsmaßnahmen positiver und waren aufgeschlossener gegenüber Impfungen gegen Covid-19.

„Die Befragungen haben ergeben, dass das Wissen über die Pandemie-Lage in ostasiatischen Ländern gering ist. Allerdings lässt sich aus den Daten auch erkennen, dass im Lauf der Zeit immer mehr Menschen hierzulande Ostasien als Vorbild für den Umgang mit der Pandemie betrachten“, so Marc Oliver Rieger.

Die Studie

Marc Oliver Rieger (2021): „East Asia's success against COVID-19 – acclaimed or ignored?'', Economics Bulletin, Vol. 41 No. 2 pp. 662-675. www.accessecon.com/Pubs/EB/2021/Volume41/EB-21-V41-I2-P59.pdf

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