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Trierer Phonetikerin als Sachverständige in australischem Mordprozess

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Die Studierenden der Universität profitieren von der weltweit gefragten Erfahrung ihrer Professorin

Angelika Braun erlebt zur Zeit etwas Außergewöhnliches. Die Phonetik-Professorin der Universität Trier, die in Einzelfällen nach wie vor als Sachverständige für deutsche Gerichte arbeitet, sagte in dieser Woche per Videoübertragung in einem Mordfall vor dem Supreme Court in Canberra (Australien) aus. In australischen Medien schlägt das Verfahren hohe Wellen.

Dabei wird die forensische Phonetikerin von ihrer Vergangenheit als hauptamtliche Sachverständige am Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen in den 1990er Jahren eingeholt. Seinerzeit erstellte sie ein Gutachten in einer spektakulären Mordsache – der stellvertretende Polizeichef Australiens, Colin Winchester, war erschossen worden. Es existierten Abhör-Aufzeichnungen eines Verdächtigen, die jedoch von so schlechter Qualität waren, dass man den Wortlaut nicht verstehen konnte. Angelika Braun wurde über das Bundeskriminalamt mit der Aufarbeitung dieser Aufzeichnungen beauftragt. Dank ihrer weltweit führenden Expertise und neuester Technik gelang es ihr, den Wortlaut großenteils verständlich zu machen. Die Auswertung wurde als Beweismittel im Prozess zugelassen und der Angeklagte seinerzeit zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Seit einigen Monaten wird der aufwendige und aufsehenerregende Prozess aufgrund von Verfahrensfehlern wieder aufgerollt. Die damals beteiligten Gutachter müssen erneut aussagen – nach den Vorgaben des australischen Rechts. „Es ist für deutsche Sachverständige ungewohnt, auf Gegengutachter zu treffen und ins Kreuzverhör genommen zu werden, aber so sind die Regeln“ sagt Angelika Braun, die diese Aufgabe zudem in englischer Sprache bewältigen musste. Zweieinhalb Stunden lang wurde sie von Vertretern der Anklage und der Verteidigung zu ihrem 23 Jahre zurückliegenden Gutachten befragt.

Selbst für die erfahrene forensische Phonetikerin war der Mord an Colin Winchester ein außergewöhnlicher Fall, für den sich auch ihre Studierenden an der Universität Trier interessieren werden. Nach ihren Tätigkeiten bei den Kriminalämtern wechselte Angelika Braun zunächst zur Universität Marburg und übernahm 2009 in Trier die Professur für Phonetik. Seitdem profitieren die Studierenden der hiesigen Universität von der forensischen Expertise und Erfahrung ihrer Professorin.

In Lehrveranstaltungen zur technischen Aufarbeitung qualitativ schlechter Aufzeichnungen arbeiten sie mit echtem forensischem Material und lernen aus erster Hand, wie forensische Arbeit in der Praxis funktioniert. „Es ist mir wichtig, dass die Studierenden eine möglichst praxisnahe Ausbildung erfahren, die ihnen unmittelbare Anwendungsperspektiven eröffnet. Hierauf legen wir in Trier besonderen Wert, und dies bildet ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Universitäten“, so Angelika Braun.

Ältere Menschen

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Ehrenamtliche Digital-Botschafter gesucht: Älteren Menschen Teilhabe an der digitalen Welt ermöglichen

„Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist die Teilhabe an der digitalen Welt von großer Bedeutung. Nach wie vor gibt es viele ältere Menschen, die in ihrem vorherigen Berufsleben keine Erfahrungen mit digitalen Medien machen konnten, die in Einrichtungen ohne Internetzugang leben oder die sich die digitalen Medien nicht leisten können“, so Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Aus diesem Grund startet das Sozialministerium gemeinsam mit der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz und der Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest (MKFS) das Projekt „Digital-Botschafterinnen und -Botschafter für Rheinland-Pfalz“. Bis 2021 wird im ganzen Land ein flächendeckendes Netzwerk von mindestens 70 bis 100 Ehrenamtlichen aufgebaut.

Ob in Pflegeeinrichtungen, in Vereinen oder in Seniorencafés: Aufgabe der Ehrenamtlichen ist es, Seniorinnen und Senioren bei der Teilhabe an der digitalen Welt zu unterstützen. Dazu können die Digital-Botschafterinnen und -Botschafter an bestehende Angebote und Strukturen, wie die 60 PC- und Internet-Treffs im Land, anknüpfen und aktiv werden. Außerdem sollen in Kooperation mit Projektpartnern und Einrichtungen vor Ort neue Angebote entstehen. Eine zentrale Rolle spielen die MedienKompetenzNetzwerke der LMK, die im Partnerverbund mit der Landesanstalt für Kommunikation (LfK) und dem Südwestrundfunk (SWR) auch die Stiftung MKFS fördert. „Die LMK möchte Menschen vernetzen und auf ihrem Weg in die digitale Welt begleiten. Dazu knüpfen wir an unser Netzwerk und langjährige Expertise in der Vermittlung von Medienkompetenz an. Mit verschiedenen Angeboten spricht die LMK bereits gezielt ältere Menschen an und möchte mit dem Projekt Digital-Botschafterinnen und -Botschafter eine neue Form sozialer und medialer Teilhabe ermöglichen,“ erklärte Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der LMK.

Ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind, können von den Digital-Botschafterinnen und -Botschaftern zu Hause oder in Altenpflegeeinrichtungen besucht werden. Hierfür steht Ausleihtechnik wie Tablets zur Verfügung.

Als Digital-Botschafterin und Digital-Botschafter kommt in Frage, wer sich bereits in den Bereichen Internet und Seniorenarbeit engagiert oder sich grundsätzlich für digitale Medien interessiert und sein Wissen gerne weitergeben möchte. Die Bewerberinnen und Bewerber werden von Medienpädagoginnen und Medienpädagogen speziell geschult und auch nach der Ausbildung weiter begleitet, zum Beispiel durch Netzwerktreffen, Lehr- und Lernmaterialien, Digitale Stammtische und Telefonsprechstunden.

„Werden Sie Digital-Botschafterin oder Digital-Botschafter! Indem Sie gemeinsam mit uns den demografischen Wandel aktiv gestalten, übernehmen Sie eine wichtige Zukunftsaufgabe, denn: Inklusion umfasst heute auch die Teilhabe in der digitalen Welt: unabhängig von Alter, Geschlecht und Einkommen“, so der Appell von Ministerin Bätzing-Lichtenthäler.

Am 9. Oktober 2018 findet im MedienKompetenzNetzwerk Rodalben eine Auftaktveranstaltung für alle an der Qualifizierung Interessierten statt. Im Anschluss startet in der Südwestpfalz die Ausbildung der ersten Digital-Botschafterinnen und -Botschafter. Weitere Veranstaltungen und Ausbildungsstandorte folgen.

Informationen zum Projekt: Stiftung MedienKompetenzForum Südwest, Ansprechpartner: Fabian Geib, Tel.: 06131/279675, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder online unter www.digibo.rlp.de.

Die Hochschule kommt in die Schule Schülerinnen experimentieren

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- MINT-Projekttag an der KGS Kirchberg-

11. September 2018

Fachrichtung: Werkstofftechnik Glas und Keramik

WesterWaldCampus

Organisation: Dipl.-Ing. (FH) Ilona von Oppeln

Die Hochschule kommt in die Schule – Schülerinnen entdecken die Welt der Technik

KIRCHBERG. Unter dem Motto „Die Hochschule kommt in die Schule – MINT-Projekttag“ nahmen 42 Schülerinnen der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Kirchberg im Alter zwischen 10 und 17 Jahren am MINT-Projekttag teil, den das Ada Lovelace Projekt (ALP) der Hochschule Koblenz angeboten hatte. Im Rahmen des MINT-Projekttages 2018 wurden sie in drei Workshops von zukünftigen Ingenieurinnen begleitet, den Mentorinnen des ALPs aus den Studiengängen Wirtschaftsmathematik, Werkstofftechnik Glas und Keramik, BBS-Bau und Wasser- und Infrastrukturmanagement.

Wie programmiere ich einen Roboter, wie liest man eine technische Zeichnung und wie entwickele ich ein Forschungsprojekt? Diese und andere Fragen gaben den jungen Nachwuchs-Forscherinnen den Anstoß, die Welt der Technik intensiver zu erkunden. Einen ganzen Tag lang tauchten sie in die Welt der Wissenschaft ein. Unter Anleitung der Mentorinnen lernten sie das Programmieren mithilfe des Lego-Roboters ROBERTA kennen. So bekamen die Schülerinnen diverse Kreativitätsmethoden an die Hand und sie hatten die Chance, die Welt des Projektmanagements zu erkunden. Welche Bedeutung und wie wichtig Präzision ist, erschloss sich den Schülerinnen im Workshop „die geheime Sprache der Zeichnung“, in der am Ende ein Modell eines Einfamilienhauses gebaut werden konnte.

„Der MINT-Tag ermöglicht den Schülerinnen, sich selbst auszuprobieren und einen tieferen Einblick in den Studien- sowie Forscheralltag zu bekommen“, erklärte ALP-Koordinatorin Ilona von Oppeln, „dabei können sie sich zudem direkt im Kontakt mit den Mentorinnen des Ada Lovelace Projektes zu den verschiedenen Studiengängen austauschen und dabei erfahren, welche Berufschancen im Anschluss an einen MINT-Studiengang stehen können.“

Das Programm kam gut bei den Schülerinnen an: „Mir hat sehr gut gefallen, dass wir selbstständig arbeiten konnten. Besonders cool fand ich, dass wir die von uns hergestellten Modelle auch mit nach Hause nehmen durften.“ Susanne Weiß, stellvertretende Schulleiterin der KGS, hatte den Tag ermöglicht und betonte wie wichtig es sein, dass die Schülerinnen frühzeitig auf die aktuell allerbesten Berufschancen in MINT-Berufen aufmerksam gemacht würden: „Es ist wunderbar, dass wir neben der MINT-AG am KGS auch in die MINT-Studiengänge der Hochschule Koblenz Einblick bekommen haben. Die Schülerinnen dürfen, nach Vereinbarung, sogar die Studierenden einen Tag lang in Vorlesungen und Labore begleiten.“ Die Teilnehmerinnen waren sehr zufrieden mit diesem besonderen Tag: „Es hat sich echt gelohnt, an einem eigentlich schulfreien Freitagnachmittag viel länger in der Schule zu bleiben.“

Dem Workshop-Konzept liegt das Ada-Lovelace-Projekt (ALP) zugrunde. Es handelt sich dabei um ein Rheinland-Pfälzisches Mentoring-Netzwerk für Mädchen und junge Frauen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Förderer sind die Ministerien in Rheinland-Pfalz und der Europäische Sozialfond.

Bei der Geldanlage machen Vietnamesen und Deutsche die gleichen Fehler

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Eine Studie an der Universität Trier bestätigt: Freunde und Verwandte sind schlechte Berater

Wenn Vietnamesen Geld anlegen, verhalten sie sich kaum anders als Deutsche oder Amerikaner. Das haben Prof. Dr. Marc Oliver Rieger und Thuy Chung Phan von der Universität Trier herausgefunden. Diese Erkenntnis überrascht, wäre doch zu vermuten, dass sich wirtschaftliche, soziale und kulturelle Unterschiede auch auf das Anlageverhalten auswirken. „Letztlich ist bei der Geldanlage weniger der kulturelle Unterschied als die Psychologie der ausschlaggebende Faktor. Die psychologischen Motive sind bei den Menschen gleich – ob im Westen oder in einem sich entwickelnden Land wie Vietnam“, sagt Marc Oliver Rieger, Professor für Bank- und Finanzwirtschaft.

Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Wirtschaftssystemen machen die gleichen Fehler bei der Geldanlage. Das ist ein weiteres Ergebnis der Studie von Marc Oliver Rieger, Thuy Chung Phan und Professorin Mei Wang (WHU – Otto Beisheim School of Management), in der sie den sogenannten „social transmission bias” erstmals empirisch belegen. Dahinter verbirgt sich folgender Zusammenhang: Geldanleger, die sich von Freunden, Verwandten oder Bekannten beeinflussen lassen, gestalten ihr Aktien-Portfolio überproportional risikoreich. Statt das Anlagevermögen auf viele verschiedene Aktien zu streuen und die Gefahr von Verlusten zu minimieren, setzen sie zu sehr auf eine einzelne Aktie.

Grund ist ein Nachahmer-Effekt. Wird im Bekanntenkreis über Geldanlagen gesprochen, neigen die Gesprächspartner dazu, nur von ihren erfolgreichen Aktiengeschäften zu berichten und Fehlschläge zu unterschlagen. Das verleitet die Zuhörer, selbst konzentriert in diese vermeintliche Erfolgsaktie zu investieren. Marc Oliver Rieger rät dazu, die Einzelaktien-Strategie den Profis zu überlassen. „Mit einem gestreuten Anlagenportfolio erreicht man die gleiche Durchschnittsrendite bei einem geringeren Risiko.“

In einigen Aspekten unterscheiden sich Geldanleger in Vietnam und im Westen aber doch. „In Vietnam investiert man auch vergleichsweise kleine Summen in Aktien. Außerdem sind Vietnamesen beim Kaufen und Verkaufen von Aktien deutlich aktiver“, hat Thuy Chung Phan herausgefunden, die für die Studie 620 vietnamesische Investoren befragt hat. Sie erklärt den Unterschied mit geringeren Vermögen und damit, dass in Vietnam die Geldanlage als eine seltene Möglichkeit für einen Zusatzverdienst genutzt wird.

Gegenüber vorhergehenden Untersuchungen verfolgt die Studie den neuen Ansatz, sich nicht nur auf einen Aspekt der Entscheidungsfindung von Anlegern zu konzentrieren. Sie betrachtet vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Variablen und deren Bedeutung.

Die Studie ist auch für Bankberater interessant, denn die Ergebnisse legen nahe, dass über Länder und Kulturen hinweg gleiche Muster in der Geldanlage-Beratung angewendet werden können. Dank der dynamischen und zuletzt konstanten wirtschaftlichen Entwicklung dürfte sich Vietnam für die internationale Finanzwirtschaft zu einem stetig interessanteren Markt entwickeln.

Die Studie

Die Studie „What leads to overtrading and under-diversification? Survey evidence from retail investors in an emerging market“ von Thuy Chung Phan, Marc Oliver Rieger und Mei Wang ist im „Journal of Behavioral and Experimental Finance“ erschienen: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S221463501730117X

Trier, 28. August 2018 Wirkt sich die Ernährung auf die Stressresistenz aus?

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Die Abteilung Biologische und Klinische Psychologie der Universität Trier untersucht, ob bestimmte Ernährungsfaktoren das Auftreten von Stress im Alltag verringern oder begünstigen können. Um Antworten auf diese Fragen zu finden, werden Teilnehmer an einer Studie gesucht.

Teilnehmen können Männer zwischen 18 und 40 Jahre. Sie leisten damit nicht nur einen Beitrag zur Erforschung dieser relevanten Frage, sondern erfahren auch etwas über ihre eigene Stressresistenz.  Darüber hinaus erhalten Teilnehmer eine Aufwandentschädigung in Höhe von 30 Euro.

Die Studie wird im Labor an der Römerbrücke in Trier durchgeführt. Sie besteht aus einem kurzen Online-Fragebogen, einem etwa zehnminütigen Telefongespräch zur Prüfung von Einschlusskriterien und einem etwa zweistündigen Testungstermin am späten Nachmittag. Dabei ist ein Belastungstest zu absolvieren und es wird zu mehreren Zeitpunkten das Stressniveau auf physiologischer und subjektiver Ebene gemessen.

Interessierte wenden sich per E-Mail (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) an Dr. Bernadette von Dawans mit dem Betreff „Ernährung und Stressresistenz – 006“ oder sie füllen gleich den Online-Fragebogen aus: ww2.unipark.de/uc/Glucose/Screen.

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