Freitag, 25. September 2020

Letztes Update:06:38:38 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Achtung Schulanfänger!

Drucken

Zur Sicherheit der Kinder: Schulweg festlegen und üben – Empfehlungen für einen gesunden Kita- und Schulweg mit Blick auf Coronavirus/SARS-CoV-2

In diesen Tagen startet in Rheinland-Pfalz die Schule wieder! Besonders jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Schulanfänger müssen lernen, wie sie sicher den Schulweg meistern können.

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UKRLP) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) geben Eltern Tipps und Hilfestellungen, wie sie mit Kindern den sicheren Schulweg üben können. Kleine Umwege machen Sinn, wenn dadurch die Sicherheit erhöht wird. Der sichere Schulweg ist nicht immer der kürzeste Weg.

Wenn auf dem Schulweg die Überquerung einer Fahrbahn unvermeidbar ist, sollten Eltern eine Strecke mit einer sicheren Querungsmöglichkeit wählen, am besten mit einer Ampel. Sie erleichtert es Kindern, sicher über die Straße zu kommen.  Eltern sollten darauf achten, dass beispielsweise Gehwege vorhanden sind und Straßen an einer Ampel oder einem Zebrastreifen überquert werden können. Unfallkasse und DVR empfehlen, den Weg mehrmals mit den Kindern abzulaufen und dabei dem Kind auch mal die Führung überlassen. Verkehrsregeln, wie beispielsweise das Verhalten am Zebrastreifen, sollten erklärt und geübt werden. Es ist besonders wichtig, einen sicheren Schulweg festzulegen und mit dem Kind zu erkunden und zu üben. In der ersten Schulzeit können Eltern ihre Kinder noch begleiten oder an schwierigen Stellen unterstützen.

Viele bisherige Beurteilungen zu möglichen Risiken auf dem Kita- und Schulweg sind durch die aktuelle Pandemiesituation neu zu treffen, um eine Ansteckungsgefahr möglichst zu vermeiden. Konkrete Empfehlungen für einen gesunden Kita- und Schulweg mit Blick auf Coronavirus/SARS-CoV-2 gibt ein Informationsblatt der Unfallkasse und des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung unter www.ukrlp.de, Webcode 1660.

Weitere Informationen zum Üben des Schulwegs umfasst auch die Broschüre „Sicher zur Schule“ unter www.ukrlp.de, Webcode b411.

Übrigens sind Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule gesetzlich unfallversichert.

Warnung vor Gedenkstücken im Bestattungswald

Drucken

Nicht nur wegen Waldbrandgefahr auf Kerzen verzichten

Die Deutsche Friedhofsgesellschaft rät Angehörigen dringend davon ab, Erinnerungsstücke in einem Bestattungswald achtlos abzulegen. Viele Menschen wüssten gar nicht, welche Gefahren dies für das Ökosystem Wald hat.

„Wir wissen, dass es für viele Hinterbliebene ein wichtiger Teil der Trauerarbeit ist, eine Erinnerung am Grab im Wald zu hinterlassen“, sagt Karl-Heinz Könsgen, Geschäftsführer der Deutschen Friedhofsgesellschaft. Doch oft seien den Angehörigen die daraus entstehenden Konsequenzen gar nicht bewusst.

„Das man bei der derzeitigen Trockenheit wegen der Waldbrandgefahr keine brennenden Kerzen im Wald aufstellen darf, dürfte allgemein bekannt sein“, so Könsgen. Doch auch außerhalb der heißen Jahreszeit haben Kerzen nach Aussage von Könsgen im Wald nichts verloren: „Die im Wald lebenden Tiere riechen die Inhaltsstoffe und fressen die Kerzen, leider oft mit den scharfen Plastikteilen“. Auch bei der Ablage von Blumen sollten Angehörige nach Auffassung von Könsgen vorsichtig sein: „Bei manchen Blumen wird der Stil mit einem Plastiküberzug oder mit einem Draht stabilisiert, zudem sind diese Pflanzen teils stark mit Pestiziden belastet.“

Es gibt jedoch Alternativen, so die Deutsche Friedhofsgesellschaft. Manche Angehörige sammeln Zweige vom Waldboden und formen daraus Motive, beispielsweise ein Herz. Auch eine unbehandelte Holzscheibe, auf der Angehörige eine Botschaft hinterlassen, kann ohne Probleme am Grab abgelegt werden. „Entscheidend ist jedoch immer die für den jeweiligen Friedhof gültige Satzung“, so Könsgen. „Wenn Zweifel bestehen, sollte man die örtliche Friedhofsverwaltung fragen“.

Jetzt noch bewerben: Für eine Ausbildung im Handwerk ist es nie zu spät!

Drucken

Mehr als 600 offene Lehrstellen: HWK hilft beim beruflichen Einstieg

Rund 600 Lehrstellen sind aktuell im Handwerk der Region offen. Wer in diesem Jahr noch in die Ausbildung starten möchte, hat gute Chancen auf eine der zahlreichen attraktiven Lehrstellen. Interessierte sollte sich schnellstens bewerben, rät die Handwerkskammer (HWK) Trier. Bei der HWK sind zudem bereits mehr als 200 Ausbildungsplätze für das kommende Jahr gemeldet. Die Auswahl ist groß: In fast allen Handwerksberufen suchen Betriebe noch nach motivierten Auszubildenden, etwa Anlagenmechaniker, Elektroniker und Metallbauer. Jugendliche und junge Erwachsene können sich von der HWK kostenlos beraten lassen. Kontakt: Petra Kollmann, Tel. 0651/297-232, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Wie klappt es vielleicht doch noch mit dem Wunschberuf, für den es bisher nur Absagen gegeben hat? Oder gibt es im Handwerk berufliche Alternativen, die möglicherweise viel besser zum eigenen Profil passen? Die Handwerkskammer unterstützt Lehrstellensuchende dabei, unter den 65 Handwerksberufen in der Region den passenden zu finden. Darüber hinaus vermittelt die HWK Kontakte zu geeigneten Ausbildungsbetrieben. Dieser Service ist kostenlos. Wer auf eigene Faust nach Lehrstellen in der Region suchen möchte, kann die kostenfreien Online-Angebote unter https://t1p.de/wh6p nutzen.

Auch wenn das neue Ausbildungsjahr offiziell am 1.8. startet, ist damit der Zug für eine Handwerkslehre noch nicht abgefahren. Ein Einstieg ist auch später noch möglich, etwa zum 1. September oder 1. Oktober. „Für eine gute Ausbildung im Handwerk ist es nie zu spät!“, erklärt Ausbildungsvermittlerin Petra Kollmann von der HWK zum Auftakt der Nachvermittlungsphase. „Wer jetzt noch einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr sucht, hat gute Chancen. Jugendliche und deren Eltern sollen sich Unterstützung bei den zuständigen Berufsberatern der Agentur für Arbeit und den Ausbildungsvermittlern der Kammern suchen“, rät sie. „Dann klappt es auch in diesem Jahr mit dem Ausbildungsplatz und dem eigenen Geld.“

Tiere bei Hitze nicht im Auto lassen

Drucken

Veterinäre weisen auf Gefahren im Sommer hin

KREIS MYK. Wenn sich das Thermometer jenseits der 30-Grad-Grenze einpendelt und die Sonne erbarmungslos niederbrennt, kann es für Hund, Katze, Meerschweinchen und Co. gefährlich werden. Darauf weisen die Veterinäre der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz hin.

Fehlt ein kühles Schattenplätzchen, ist die Frischluftzufuhr oder das Trinkwasserangebot nicht ausreichend, entsteht in den kleinen Tierkörpern ein Wärmestau, der dann schnell die Symptome eines Hitzschlags nach sich zieht. „Abgeschlagenheit, Unruhe oder Taumeln sind erste Alarmzeichen, die vom Tierbesitzer sofortiges Handeln verlangen. In einem solchen Fall muss das Tier sofort in den Schatten, besser noch in einen kühleren Innenraum, gebracht und mit frischem Trinkwasser und Frischluft versorgt werden“, so die Veterinärin Dr. Simone Nesselberger. Bei Krämpfen, Atemnot oder gar Bewusstlosigkeit besteht akute Lebensgefahr. Zeigt ein Tier diese Symptome, sollte es mit feucht-kalten Tüchern bedeckt sofort zum Tierarzt gebracht werden. Während des Transports ist es wichtig, auf ausreichende Luftzirkulation zu achten.

Gefährdet sind vor allem ältere oder herzkranke Hunde und Katzen wie auch hochträchtige und ganz junge Tiere. Sie sollten nicht der sengenden Mittagshitze ausgesetzt werden. Auch bei robust erscheinenden Tieren ist es ratsam, körperliche Aktivitäten immer auf die kühleren Tageszeiten zu verlegen.

Die Veterinäre weisen zudem auf die unterschätzte Hitzschlaggefahr bei Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögeln hin. Gerade Ziervögeln, deren Käfige oder Freigehege im Laufe des Tages der vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, sollte permanent eine natürliche Schattenquelle zur Verfügung stehen. „Die handelsüblichen kleinen Schutzhäuschen aus Sperrholz sind als alleinige Schattenspender nicht ausreichend“, so Nesselberger. Weit verbreitet ist zudem der Irrglaube, Kaninchen und Meerschweinchen benötigen kein Trinkwasser. Dieser Irrtum kann im Hochsommer für die Tiere tödliche Folgen haben.

Erhöhte Hitzschlaggefahr droht allen Tieren, die bei hohen Außentemperaturen im Auto transportiert werden müssen. Autofahrten mit Haustieren erfordern daher eine sorgfältige Vorbereitung. Für längere Fahrten sollten die kühleren Tages- oder Nachtzeiten eingeplant werden. In das Reisegepäck gehören ein ausreichender Vorrat an Trinkwasser und mehrere, möglichst helle Tücher, die bei Sonneneinstrahlung angefeuchtet werden und als kalte Kompressen oder verdunstungsaktive Käfigabdeckung dienen können. Ist der Wagen durch längeres Stehen überhitzt, sind auch kürzere Autofahrten für Tiere belastend und sollten vermieden werden. Grundsätzlich gilt: Ein Tier darf niemals im geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden – auch nicht für kurze Zeit. Offene Fensterspalten sind bei hochsommerlichen Temperaturen kein ausreichender Klimaschutz. „Da kommt es schnell zum Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Dabei gilt: Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit schützt vor Strafe nicht. Man sollte bedenken, dass die Hitze für die Tiere eine Qual ist“, so Nesselberger abschließend.

Psychologie: entscheidender Schritt zum Verstehen von Handlungen

Drucken

Forschende von sieben Universitäten zeigen in einem neuen Rahmenmodell, wie Menschen ihre Handlungen steuern. Das könnte auch für den Alltag höchst relevant sein.

„Man könnte denken, dass das Greifen einer Kaffeetasse nichts Besonderes ist“, sagt Prof. Dr. Christian Frings von der Abteilung für Allgemeine Psychologie der Universität Trier, „doch es ist eine beachtenswerte Leistung unseres Gehirns, das unsere Handlungen steuert.“ In der Psychologie gibt es viele Modelle, die Teilaspekte menschlichen Handelns beschreiben. Sie erklären unter anderem, wie wir neue Bewegungen wie Tennisspielen lernen oder welche Motivation hinter unseren Handlungen steckt. Doch ein übergreifendes Rahmenmodell fehlte bisher. Nun hat eine Forschungsgruppe einen vielversprechenden Vorschlag gemacht.

Brücke zwischen Handlungssteuerung, Lernen, Gedächtnis und Motivation

„Wir wollen eine Brücke zwischen Handlungssteuerung, Lernen, Gedächtnis und Motivation bauen“, sagt Christian Frings als Sprecher der DFG-Forschungsgruppe „Binding and Retrieval in Action Control“ (BRAC). Der Trierer Wissenschaftler und seine Kolleginnen und Kollegen aus Aachen, Jena, Freiburg, Leiden, Passau und Würzburg beschreiben in ihrem Modell die grundlegenden Prozesse der Handlungssteuerung: Zentral ist die Vorstellung, dass Handlungen aus Merkmalskombinationen von Objekten, Bewegungen und Effekten bestehen. Wenn wir zum Beispiel einen Text tippen möchten, ist das Objekt die Taste, die Bewegung die Muskelanspannung im Finger und der Effekt der getippte Buchstabe. Bei Wiederholungen von Merkmalen werden frühere Merkmalskombinationen abgerufen: Wenn wir das nächste Mal einen Text tippen, können wir das schon ein klein wenig schneller. Man kann sich das 10-Finger-Tippen als immer wieder geübte Merkmalskombination vorstellen.

Das Modell der Forschungsgruppe stellt nun heraus, dass der Prozess der Integration von Merkmalen und der Prozess des Abrufs durch Merkmale unabhängig voneinander sind. Dies hat eine weitreichende Bedeutung: Prozesse wie Aufmerksamkeit, Motivation oder Lernen durch Belohnungen/Bestrafungen können demnach an zwei unterschiedlichen Aspekten der Handlungssteuerung ansetzen: beim Entstehen der Merkmalskombinationen oder aber beim Abruf bereits gebildeter Merkmalskombinationen. Das kognitive System hat automatisch ablaufende Kontrollmechanismen, die das Aufrechterhalten ineffizienter oder inkompatibler Merkmalskombinationen verhindern. Aber man kann diese Prozesse auch willkürlich ansteuern.

Methoden der Psychotherapie weiterentwickeln und Fahrassistenzsysteme verbessern

Vor allem für die Grundlagenforschung zur Handlungssteuerung sind die Beschreibungen in diesem Modell von Bedeutung – aber nicht nur. „Das Modell ermöglicht, neue Hypothesen und Vorhersagen treffen zu können.“ Beispielsweise kann es helfen, Methoden der Psychotherapie weiterzuentwickeln oder die Bedienung von Fahrassistenzsystemen im Auto, die ja Handlungen von Fahrern unterstützen, zu verbessern.

Dass ihr Modell wirklich ein großer Schritt zum Verstehen menschlichen Handelns ist, zeigt auch die Veröffentlichung im weltweit sehr renommierten, interdisziplinären Fachmagazin „Trends in Cognitive Sciences“. Anders als gewöhnlich können Forschende ihre Aufsätze nicht selbst einreichen. Vielmehr fragt das Magazin gezielt ausgewählte Forschende an.

Anknüpfungspunkte für weitere Bereiche

Im nächsten Schritt wird die Forschungsgruppe ihr Modell für verschiedene Bereiche weiterentwickeln und Anknüpfungspunkte schaffen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Forschungsgruppe mit 1,8 Millionen Euro.

Link zum Aufsatz:

Frings, C., Hommel, B., Koch, I., Rothermund, K., Dignath, D., Giesen, C., ... Philipp, A. (2020). Binding and Retrieval in Action Control (BRAC). Trends in Cognitive Sciences, 1-13.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL