Saturday, 25. January 2020

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Im Jahr 2017 wurden rund 5.900 Personen eingebürgert

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Im Jahr 2017 wurden in Rheinland-Pfalz 5.881 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Dies sind 183 (3 Prozent) weniger als im Jahr zuvor. Von den 2.542 Männern und 3.339 Frauen lebte die Hälfte bereits 15 Jahre oder länger in Deutschland. Im Schnitt waren die eingebürgerten Personen 34 Jahre alt.

Die Liste der am häufigsten eingebürgerten Nationalitäten wird, wie schon seit Jahren, von türkischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern (822) angeführt. Es folgen Polen (426), Briten (378), Italiener (357) und Kosovaren (243). Damit erhielten auch ein Jahr nach dem Brexit-Referendum deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger des Vereinigten Königreiches die deutsche Staatsbürgerschaft als in den Jahren und Jahrzehnten zuvor. Diese behielten allerdings allesamt auch ihren britischen Pass. Dies gilt auch für die Angehörigen der EU-Mitgliedsstaaten Polen und Italien, wohingegen von den eingebürgerten Türken lediglich rund 29 Prozent und von den Kosovaren 11 Prozent ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufrecht erhielten bzw. aufrecht erhalten konnten.

Bezogen auf die hier lebenden Ausländerinnen sowie Ausländer und dabei beschränkt auf Nationalitäten, die im Jahresdurchschnitt 2016 landesweit mit mindestens 150 Personen vertreten waren, ergibt sich die höchste Einbürgerungsneigung bei Briten (8,6 Prozent), Kamerunern (7,4 Prozent), Togoern (7 Prozent), Irakern (6,9 Prozent) sowie Kongolesen (6,6 Prozent). Türken belegen – unter Bezugnahme auf die jeweilige Zahl hier lebender Landsleute – mit 1,4 Prozent lediglich Rang 52.

Wie bereits in den Vorjahren wurde die mit Abstand höchste Zahl von Einbürgerungsurkunden in den kreisfreien Städten Ludwigshafen (866) und Mainz (570) ausgehändigt. Die wenigsten Einbürgerungen erfolgten im Landkreis Cochem-Zell (13) und in der kreisfreien Stadt Zweibrücken (16). Stellt man die Zahl der Einbürgerungen je Kreis in Bezug zur Zahl der im Jahresdurchschnitt 2016 im Ausländerzentralregister jeweils registrierten Personen, belegten der Landkreis Ahrweiler sowie die kreisfreien Städte Ludwigshafen und Koblenz die Spitzenplätze. In Ahrweiler erhielten 2,1 Prozent der dort lebenden Ausländerinnen und Ausländer einen deutschen Pass, in Ludwigshafen und Koblenz waren es jeweils zwei Prozent. Relativ gesehen die wenigsten Einbürgerungen gab es im Landkreis Cochem-Zell (0,3 Prozent) sowie im Eifelkreis Bitburg-Prüm (0,4 Prozent).

Die Zahlen stammen aus der Einbürgerungsstatistik. Sie werden den statistischen Landesämtern von den Einbürgerungsbehörden übermittelt. Einbürgerungsbehörden sind in Rheinland-Pfalz die Verwaltungen der kreisfreien Städte und Landkreise. Nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz haben insbesondere Personen, die mindestens acht Jahre in Deutschland leben, einen besonderen Anspruch auf Einbürgerung, wenn sie bestimmte, gesetzlich festgelegte Anforderungen erfüllen. Durch die Einbürgerung werden die Betroffenen gleichberechtigte deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger mit allen Rechten und Pflichten. Bei Mehrstaatlern wurde lediglich die bis zur Einbürgerung jeweils erste bisherige bzw. fortbestehende ausländische Staatsangehörigkeit ausgewertet.

Autorin: Andrea Heßberger (Referat Bevölkerung, Gebiet, Zensus)