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03.06.2020 Mehr als 300.000 Personen in Rheinland-Pfalz haben Schwerbehindertenausweis

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Ende 2019 lebten in Rheinland-Pfalz 303.189 Frauen und MĂ€nner mit einem gĂŒltigen Schwerbehindertenausweis. Dies entspricht einem Anteil von 7,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Zahl der so erfassten Personen gegenĂŒber der vorherigen Erhebung im Jahr 2017 um rund 13.600 bzw. 4,3 Prozent gesunken. MĂ€nner sind mit einem Anteil von rund 53 Prozent etwas hĂ€ufiger vertreten als Frauen.

Nach dem Sozialgesetzbuch gelten Menschen mit einem Grad der Behinderung von 50 oder mehr als schwerbehindert. Bei etwa einem Drittel der erfassten schwerbehinderten Personen stellte das Landesamt fĂŒr Soziales, Jugend und Versorgung einen Grad der Behinderung von genau 50 fest; fast ein Viertel wies den höchsten Behinderungsgrad von 100 auf.

Von Schwerbehinderung sind ĂŒberwiegend Ältere betroffen; mehr als die HĂ€lfte (54 Prozent) der Menschen mit Schwerbehindertenausweis war 65 Jahre oder Ă€lter; weniger als fĂŒnf Prozent hatte das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet. Insbesondere unter den jĂŒngeren Betroffenen ĂŒberwiegt der Anteil der MĂ€nner mit rund 60 Prozent deutlich.

In ĂŒber 88 Prozent aller FĂ€lle wurde die Behinderung durch eine Krankheit verursacht, gut zwei Prozent der Behinderungen waren angeboren. Die restlichen rund zehn Prozent der FĂ€lle entfielen unter anderem auf ArbeitsunfĂ€lle, VerkehrsunfĂ€lle, anerkannte Kriegs- und WehrdienstbeschĂ€digungen oder sonstige Ursachen.

Mit einem Anteil von fast 27 Prozent waren BeeintrĂ€chtigungen der Funktion von inneren Organen oder Organsystemen die hĂ€ufigste Behinderungsart. Auf FunktionseinschrĂ€nkungen der WirbelsĂ€ule und des Rumpfes sowie Deformierungen des Brustkorbes entfielen rund 20 Prozent. In etwa 18 Prozent der FĂ€lle lagen eine QuerschnittslĂ€hmung, zerebrale Störungen, geistig-seelische Behinderungen oder Suchtkrankheiten vor. Von FunktionseinschrĂ€nkungen der Gliedmaßen waren knapp 11 Prozent, von Blindheit und Sehbehinderung rund 5 Prozent betroffen.

Die Daten zur Statistik der schwerbehinderten Menschen erhĂ€lt das Statistische Landesamt in zweijĂ€hrigem Turnus vom Landesamt fĂŒr Soziales, Jugend und Versorgung. In der Statistik werden gemĂ€ĂŸ § 214 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX nur schwerbehinderte Menschen mit ausgehĂ€ndigtem und gĂŒltigem Ausweis nachgewiesen. Schwerbehinderte Menschen, die vom Landesamt fĂŒr Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz zwar erfasst sind, deren Ausweis am Erhebungsstichtag noch nicht ausgestellt bzw. bei denen die GĂŒltigkeitsdauer des Ausweises abgelaufen ist, werden in der Statistik nicht ausgewiesen. Die Gesamtzahl der schwerbehinderten Menschen ohne RĂŒcksicht auf die AusweisgĂŒltigkeit belief sich nach Angaben des Landesamtes fĂŒr Soziales, Jugend und Versorgung Ende 2019 auf 425.876.
Der Grad der Behinderung ist ein Maß fĂŒr die BeeintrĂ€chtigung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Er besagt nichts ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit am Arbeitsplatz und ist unabhĂ€ngig vom ausgeĂŒbten oder angestrebten Beruf. Er wird, nach Zehnergraden abgestuft, von mindestens 20 bis höchstens 100 eingeschĂ€tzt. Als schwer behindert gelten nach dem Sozialgesetzbuch IX Personen, denen ein Grad der Behinderung von 50 und mehr zuerkannt wurde.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)