Montag, 13. Juli 2020

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SGD Nord hilft den Kommunen, damit diese für den nächsten Starkregen besser gerüstet sind

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Juni? Da war doch was? Vor genau 4 Jahren, von Ende Mai bis Ende Juni 2016, hat der Norden von Rheinland-Pfalz eine bis dahin unbekannte Serie von schädlichen Starkregen erlebt. Quasi jeden Tag gab es Unwetter, kein Landesteil blieb verschont. Dabei traf es die Grafschaft im Kreis Ahrweiler bereits zum dritten Mal in zehn Jahren. Ein gerade erst fertiggestelltes Hochwasserrückhaltebecken in Nierendorf wurde überflutet. Weitere Unwetter mit schweren Schäden gab es unter anderem auch in Daun, in Stromburg und am Simmerbach. Ereignisse wie diese erfordern ein umfassendes Handeln. Zum einen, um die entstandenen Schäden zu beseitigen. Zum anderen, um künftig für solche Ereignisse besser gerüstet zu sein. „Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord unterstützt die Kommunen dabei auf vielfältige Art und Weise“, erklärt SGD-Nord-Präsident Dr. Ulrich Kleemann. „Sie ermittelt Schadensursachen, berät fachlich und sorgt dafür, dass nötige Fördergelder des Landes schnell zur Verfügung gestellt werden.“

Dass dies unbedingt nötig ist und dass es sich bei den Ereignissen von 2016 nicht um Ausreißer handelt, zeigen weitere Fälle: Anfang Juni 2018 führte ein extremes Regenereignis am oberen Fischbach im Hunsrück zu schweren Überschwemmungen – unter anderem in der Gemeinde Herrstein. Im gleichen Zeitraum traf es auch den Eifelkreis Bitburg-Prüm, besonders die Verbandsgemeinde Bitburger Land. Der Ort Dudeldorf stand innerhalb weniger Tage mehrfach unter Wasser, der Stausee Bitburg konnte die Wassermassen nicht mehr fassen und lief über. Im Norden des Kreises wurde der Eifelzoo Lünebach überflutet und teilweise zerstört.

Ursache waren in allen Fällen konvektive Wetterlagen. An den heißen Tagen bildeten sich lokale Gewitterzellen aus, die in kurzer Zeit auf begrenztem Raum zu sehr ergiebigen Niederschlägen führten. So hat das Landesamt für Umwelt aus Radardaten in Bruchweiler im Hunsrück am 27. Mai 2018 circa 150 Millimeter in 1,5 Stunden ermittelt. In der Grafschaft waren es 2016 115 Millimeter in 2 Stunden. Zum Vergleich: Das langjährige Mittel für den Monat Juni liegt in Rheinland-Pfalz bei 69 Millimeter. Bis heute können diese Unwetter zeitlich und örtlich nicht genau vorausgesagt werden.

Die Folge sind häufig Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, an Gebäuden, Brücken, Straßen und Wegen. Nicht selten sind auch Schäden an den Gewässern zu beklagen. Diese sind dann zu beheben, wenn eine Gefahr für Anlieger entstehen kann, etwa bei Uferabbrüchen, umgestürzten Bäumen und unterspülten Bauwerken. So drohte 2018 ein unterspültes Wehr am Kannenbach mitten in Biesdorf am See zusammenzubrechen. In solchen Fällen ist es erforderlich, Schäden schnell zu beseitigen, um noch größere Schäden zu verhindern. Das Land Rheinland-Pfalz hilft hier durch eine Förderung der Maßnahmen. Nach den Unwettern 2016 und 2018 wurden für den Bereich der SGD Nord 3,75 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Aufgabe der SGD Nord ist es, für eine schnelle Abwicklung der Förderanträge zu sorgen und die gewässerunterhaltungspflichtigen Kreise und Verbandsgemeinden fachlich zu unterstützen.

Viele Sachschäden haben ihre Ursache in Fehlern oder leichtfertigem Handeln in der Vergangenheit. Die SGD Nord hat nach den 2016er-Ereignissen typische Schadensursachen ermittelt: Schneller Abfluss auf landwirtschaftlichen Flächen, verrohrte Bäche in den Ortslagen, Bauen bis direkt an die Gewässer, verstopfte Rechen und verlegte Brückenbauwerke waren häufige Ursache für überflutete Straßen und vollgelaufene Gebäude. Aus diesen Erfahrungen heraus wurden seit 2016 zahlreiche Gewässerausbauprojekte zur Beseitigung oder Entschärfung solcher Ursachen durchgeführt. Auch hier fördert das Land die Kreise und Verbandsgemeinden. Im Bereich der SGD Nord wurden Fördermittel in Höhe von fast 5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zum Beispiel wurden in Kamp-Bornhofen nach einem Unwetter im Frühjahr 2016 mit Unterstützung des Landes Sofortmaßnahmen eingeleitet, um die beschädigte Verrohrung des Bornhofener Bachs zu reparieren. Gleichzeitig begann die Planung für die Sanierung. Diese wurde vor kurzem abgeschlossen. Von den Kosten, die sich auf rund 596.000 Euro belaufen, trug das Land 50 Prozent.

Nicht immer jedoch lassen sich diese Schwachpunkte aber beseitigen. Daher ist es wichtig, Ortslage für Ortslage zu analysieren, welche Folgen und Schäden durch Starkregen ausgelöst werden können und wie Vorsorge bei Hochwasser und Überflutungen betrieben werden kann. Das Land Rheinland-Pfalz hat nach den Unwettern 2018 reagiert. Die Städte und Gemeinden sind aufgefordert, örtliche Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte zu erarbeiten. Diese werden durch die Wasserwirtschaftsverwaltung mit bis zu 90 Prozent durch Zuschüsse gefördert. Im Bereich der SGD Nord wurden bisher 125 Anträge für mehr als 500 Gemeinden und Städte gestellt. Die Fördersumme hierfür liegt bei etwa 5,3 Millionen Euro.

Um eine umfassende fachliche Beratung der Kommunen sicherzustellen und die Umsetzung der entwickelten Maßnahmen zu begleiten, hat das Land ein Kompetenzzentrum Hochwasservorsorge und Hochwasserrisikomanagement geschaffen.

Weiter Infos unter: www.sgdnord.rlp.de