Mittwoch, 05. August 2020

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Weiterhin hohe Umsatz- und Beschäftigungseinbußen im Gastgewerbe

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Trotz erster Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus im Mai 2020 muss das rheinland-pfälzische Gastgewerbe unverändert massive Umsatz- und Beschäftigungsverluste hinnehmen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems brachen im Mai 2020 die Umsätze sowohl real (um Preisveränderungen bereinigt) als auch nominal (in jeweiligen Preisen) um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich um 26 Prozent.

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Gravierende Umsatzeinbußen zeigten sich ausnahmslos in allen Wirtschaftszweigen. In der Gastronomie, auf die zwei Drittel der Gastgewerbeumsätze entfallen, reduzierten sich die Erlöse im Mai 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat real um 56 Prozent. Deutlich schlechter verlief die Umsatzentwicklung bei den Caterern und Erbringer sonstiger Verpflegungsdienstleistungen: Hier beliefen sich die Verluste auf 70 Prozent. In der speisengeprägten Gastronomie, zu der Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben zählen, betrug der Rückgang 48 Prozent; damit lag der Wert unter dem des Vormonats (April 2020 minus 70 Prozent). Mit einem Umsatzrückgang von 73 Prozent ist die Lage Im rheinland-pfälzischen Beherbergungsgewerbe, das ein Drittel der Umsätze des Gastgewerbes erwirtschaftet, unverändert sehr angespannt.

Beschäftigung

Der Beschäftigungsabbau ist im Mai 2020 mit einem Minus von 26 Prozent sehr hoch; er liegt aber unter dem Wert des Vormonats (April 2020 minus 39 Prozent). Die Zahl der Vollzeitkräfte ging im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um acht Prozent zurück und die der Teilzeitkräfte um 35 Prozent.

Zeitraum Januar bis Mai

In den ersten fünf Monaten sanken die Umsätze im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe real um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (nominal: minus 40 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten reduzierte sich um 14 Prozent. Der Rückgang bei den Teilzeitkräften fiel mit 18 Prozent deutlich höher aus wie der bei den Vollzeitkräften (minus 7,2 Prozent).

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei 280 ausgewählten Gastgewerbeunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten bundesweit auf höchstens fünf Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Hotel- und Restaurantketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten. Da es sich um eine Stichprobenerhebung handelt, liegen keine absoluten Werte sowie Regionalangaben vor.
Die Gastgewerbemesszahlen werden in fünfjährigem Abstand auf ein neues Basisjahr umgestellt. Ab dem Berichtsmonat März 2018 beziehen sich alle Daten der Gastgewerbestatistik auf das Basisjahr 2015 (zuvor 2010).
Durch die Corona-Krise sind die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)