Donnerstag, 25. Februar 2021

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Trotz Corona: Krematorien funktionieren

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Einäscherung von Verstorbenen in Deutschland weiter gewährleistet

Auch während der Corona Pandemie ist die zeitnahe Einäscherung von Verstorbenen in Deutschland weiterhin gewährleistet. Das größte Krematorium Deutschlands, das Rhein-Taunus-Krematorium, verzeichnet zwar wesentlich mehr Einäscherungen, jedoch reichen die Kapazitäten aus - wie auch bei den meisten anderen Krematorien.

„Wir führen derzeit aufgrund der Corona Pandemie wesentlich mehr Feuerbestattungen durch“, sagt Karl-Heinz Könsgen, Geschäftsführer des Rhein-Taunus-Krematoriums. Die Zahl der Einäscherungen sei im Dezember 2020 im Vergleich zum Dezember 2019 um rund 20 Prozent gestiegen. Da die Särge von Verstorbenen, die an oder mit Corona gestorben sind, entsprechend gekennzeichnet sind, kann das Krematorium den Anteil der Corona Sterbefälle gut beziffern. Derzeit liegt dieser bei ca. 30 Prozent der Einäscherungen.

„Wie viele andere Krematorien in Deutschland, so sind auch wir in der Lage, alle Einäscherungen zeitnah vorzunehmen“, so Könsgen. Allerdings investiere man regelmäßig in die Wartung und Pflege der Einäscherungsanlagen, habe flexible Arbeitszeiten und in immer mehr Bereichen werde papierlos gearbeitet. Zudem funktioniere die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden - beispielsweise bei der gesetzlich vorgeschriebenen zweiten Leichenschau - sehr gut.

Nach Auffassung von Könsgen handele es sich bei den nun in der Öffentlichkeit diskutierten Engpässen meist um lokale Probleme, die durch die Corona Pandemie nun besonders sichtbar werden. Könsgen: „Die Probleme, wie eher behördliche Arbeitszeiten, veraltete Anlagen und fehlende Steuerungsprozesse bestanden bereits vor der Pandemie.“

Wichtig sei es, auch in Zeiten der Corona Pandemie die 3-Tage Garantie des Rhein-Taunus-Krematoriums geben zu können. „Wenn alle Papiere vorliegen, kann die Urne nach drei Tagen den Angehörigen zur Beisetzung übergeben werden“, so Könsgen. Gesetzlich vorgeschrieben ist ohnehin eine Wartefrist von 48 Stunden nach Eintritt des Todes. Vor dieser Zeit darf keine Einäscherung erfolgen.

Das Rhein-Taunus-Krematorium verfügt über acht moderne Einäscherungsanlagen. Die maximale Kapazität liegt damit bei rund 150-160 Einäscherungen pro Tag.