Donnerstag, 25. Februar 2021

Letztes Update:04:26:11 PM GMT

region-rhein.de

Annähernd 4,1 Millionen Einwohner in Rheinland-Pfalz

Drucken
Am Jahresende 2020 lebten in Rheinland-Pfalz rund 4.099.600 Personen. Nach einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Landesamtes ist die Einwohnerzahl damit zum neunten Mal in Folge gestiegen. Der Bevölkerungszuwachs fiel mit annähernd 5.700 Personen gegenüber den beiden Vorjahren deutlich schwächer aus. Ungeachtet dessen ist dies die höchste Zahl in der mehr als 70-jährigen Landesgeschichte.

Wie in den Jahren zuvor geht der Anstieg der Bevölkerungszahl auf die räumliche Bevölkerungsbewegung zurück; das heißt, es zogen deutlich mehr Menschen nach Rheinland-Pfalz als das Land verließen. Dieser Wanderungsüberschuss belief sich schätzungsweise auf rund 16.900 Personen. Die natürliche Bevölkerungsbewegung weist dagegen – nicht zuletzt aufgrund der im vierten Quartal 2020 verstärkt aufgetretenen Auswirkungen der Corona-Pandemie – ein deutliches Defizit aus. Die Zahl der im gesamten Jahresverlauf Gestorbenen dürfte mit schätzungsweise mehr als 49.000 um rund 11.500 über der mit den Vorjahren vergleichbaren Zahl der Geborenen von rund 37.600 gelegen haben.

Um den Bevölkerungsstand zum Jahresende 2020 zu schätzen, wurden Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung sowie Bestandsdaten der rheinland-pfälzischen Meldebehörden herangezogen, die Angaben zum Geschlecht, zum Alter sowie zur Staatsangehörigkeit der Einwohnerinnen und Einwohner beinhalten. Genauere Angaben zu den Zu- und Fortzügen sowie zu den Geburten und Sterbefällen, mit denen der Bevölkerungsstand amtlich fortgeschrieben wird, liegen in einigen Monaten vor.

Fast jeder Achte hat keine deutsche Staatsangehörigkeit

Nach vorläufigen Ergebnissen ist die Zahl der in Rheinland-Pfalz lebenden Ausländer gegenüber dem 31. Dezember 2019 um annähernd 13.000 und gegenüber der jüngsten Volkszählung, dem Zensus 2011, um mehr als 211.000 auf etwa 483.000 gestiegen. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp zwölf Prozent. Annähernd jeder achte Rheinland-Pfälzer verfügt somit nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil ist im Vergleich zum Ende des Jahres 2019 um 0,3 Prozentpunkte und gegenüber der Volkszählung vom 9. Mai 2011 um 5 Prozentpunkte angestiegen.

Gesellschaftliche Alterung schreitet weiter voran

Die steigende Lebenserwartung und die vergleichsweise niedrigen Geburtenzahlen der vergangenen Jahrzehnte tragen dazu bei, dass sich die Altersstruktur kontinuierlich wandelt. So leben heute ca. 748.500 Personen in Rheinland-Pfalz, die das zwanzigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Das sind 8.500 bzw. 1,1 Prozent weniger als zum Stichtag des Zensus im Mai 2011. Rund 2.131.400 Personen waren zum zurückliegenden Jahreswechsel 20 bis 59 Jahre alt. Auch diese Bevölkerungsgruppe hat sich demnach seit der Volkszählung verringert, und zwar um rund 50.400 bzw. 2,3 Prozent. Stark gestiegen ist hingegen die Zahl der 60-Jährigen und Älteren auf nunmehr etwa 1.219.600. Am 9. Mai 2011 zählten noch 168.600 Personen weniger zu dieser Altersgruppe. Insgesamt hat sich die Zahl der 60-Jährigen und Älteren seitdem um knapp 16 Prozent erhöht. Allein im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl um 23.000 bzw. 1,9 Prozent.

Bevölkerungszuwachs in den kreisfreien Städten stärker als in den Landkreisen

Bei regionaler Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung zeigt sich, dass die Einwohnerzahl seit dem Zensus 2011 in den kreisfreien Städten stärker gestiegen ist als in den Landkreisen. Während sich der Bevölkerungsstand bis Ende 2020 in den kreisfreien Städten schätzungsweise um 5,7 Prozent bzw. um 57.300 Personen erhöht hat, dürfte der Bevölkerungszuwachs in den Landkreisen lediglich bei 1,8 Prozent bzw. 52.500 Personen gelegen haben.

Mit Ludwigshafen und Mainz verbuchten zwei unmittelbar am Rhein gelegene Städte die höchsten Zugewinne (plus 9,5 bzw. plus 8,4 Prozent). Dagegen stellt sich in der kreisfreien Stadt Zweibrücken und in der Stadt Pirmasens gegenüber dem Zensusstichtag ein geringfügiger Bevölkerungsrückgang ein (minus 0,4 bzw. minus 1,7 Prozent). Von den 24 Landkreisen verzeichnen insgesamt 16 – zum Teil leichte – Zugewinne, acht müssen hingegen Einwohnerverluste hinnehmen. Im Rhein-Pfalz-Kreis und in den Landkreisen Mainz-Bingen sowie Trier-Saarburg hat die Einwohnerzahl im Vergleich der Landkreise prozentual mit jeweils mehr als 5 Prozent am stärksten zugenommen. Am schwächsten entwickelte sie sich in den Kreisen Kusel und Südwestpfalz; die Bevölkerungszahlen waren dort im Vergleich zu 2011 stark rückläufig (minus 3,8 bzw. minus 3,6 Prozent).

Die vorläufigen Ergebnisse zum Bevölkerungsstand am 31. Dezember 2020 wurden auf der Grundlage einer Schätzung ermittelt. Die Grundlage dieser Berechnungen bilden die Ergebnisse der laufenden Bevölkerungsfortschreibung zum 31. Dezember 2019. Diese Ausgangsbasis wurde mit den Bestandsveränderungen aus der kommunalen Melderegisterstatistik für das Jahr 2020 nach Geschlecht, Altersgruppen und Staatsangehörigkeit fortgeschrieben. Regionalergebnisse der Schätzung nach Alter und Geschlecht liegen bis auf Ebene der verbandsfreien Gemeinden und Verbandsgemeinden, Regionalergebnisse in Differenzierung nach Staatsangehörigkeit bis auf Kreisebene vor.

Endgültige Jahresergebnisse der laufenden Bevölkerungsstatistiken für das Jahr 2020 werden in den kommenden Monaten unmittelbar nach Abschluss der noch laufenden Aufbereitungsarbeiten veröffentlicht. Fachlich und regional tief gegliederte Ergebnisse der im Jahresverlauf erfolgten Zu- und Fortzüge liegen voraussichtlich Ende Mai 2021 vor. Endgültige Jahresergebnisse zu Geburten, Sterbefällen und Eheschließungen sowie zu den sich im Zuge der laufenden Bevölkerungsfortschreibung ergebenden Bevölkerungsständen und -strukturen am 31.12.2020 sind aus heutiger Sicht Anfang des dritten Quartals 2021 zu erwarten.

Autor: Gerd Reh (Referatsleiter Bevölkerung, Zensus, Verwaltungsstelle Mortalität)