Donnerstag, 25. Februar 2021

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Modellstadt St. Goar: SGD-Nord-Präsident Uwe Hüser macht sich vor Ort ein Bild

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Die der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat mit ihrer Initiative Baukultur im Jahr 2009 in St. Goar einen europaweit ausgelobten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb zur Neugestaltung des Rheinvorlandes durchgeführt. Ziel des Wettbewerbes war es, ein innovatives und langfristig tragfähiges Gesamtkonzeptes für die Rheinseite der Stadt zu erstellen. Baumaßnahmen unterschiedlicher Akteure sollten gestalterisch und funktional miteinander in Einklang gebracht werden – auch unter Beachtung des UNESCO-Weltkulturerbes. Zwischenzeitlich sind fast alle Bauabschnitte realisiert und die Ideen des Preisträgers des Wettbewerbs, der Landschaftsarchitekten RMP Stephan Lenzen aus Bonn, umgesetzt worden.

Davon hat sich der Präsident der SGD Nord, Uwe Hüser, vor Ort überzeugt. „Die gute Zusammenarbeit mit Vertretern der Stadt und den Experten der SGD Nord aus der Baukultur und der Wasserwirtschaft war vorbildlich. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und sind ein gutes Beispiel dafür, wie eine innovative und nachhaltige Rheinvorlandgestaltung funktionieren kann“, erklärt Hüser, der sich beeindruckt zeigte. Der SGD-Nord-Präsident dankte auch Stadtbürgermeister Falko Hönisch für sein Engagement.

Die Koordinierung und Umsetzung der Maßnahme war Aufgabe der bei der SGD Nord angesiedelten Initiative Baukultur. Diese übt sie auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung aus, die im Jahr 2011 zwischen allen beteiligten Institutionen des Bundes, des Landes Rheinland-Pfalz, des Rhein-Hunsrück-Kreises, des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal, der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel und der Stadt St. Goar geschlossen wurde.

Wesentliche Eckpunkte des Wettbewerbs waren die ortsgerechte Gestaltung der Ortsdurchfahrt Bundesstraße 9, die Gestaltung der Stadteingänge, der öffentlichen Plätze und der Rheinuferpromenade. Bereits im Wettbewerbsverfahren gab es wichtige Aufgaben zu lösen: Die Parkplätze mussten neugeordnet, die Belange des Naturschutzes und der Denkmalpflege sowie die Hochwasserproblematik mussten beachtet werden. Zudem galt es auch, die Maßnahmen barrierefrei und kinderfreundlich umzusetzen und den Anforderungen des Tourismus und der Personenschifffahrt gerecht zu werden. Auch Möglichkeiten zur Stadtbeleuchtung und -möblierung wurden erarbeitet.

Die SGD Nord hat auch mit ihrer Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, damit dieses Projekt gelingt. Das Rheinvorland zwischen Hafengelände und der ehemaligen Panzerrampe wurde unter wasserwirtschaftlichen und ökologischen Aspekten aufgewertet. Grundvoraussetzung dafür war der Abriss der leer stehenden Gewerbehalle direkt am Hafen im Jahr 2008. Im Zuge der Neuplanung wurde der gesamte Bereich um die Gewerbehalle bis zur ehemaligen Panzerrampe neu gestaltet, damit dort künftig eine, der besonderen Lage der Fläche gerecht werdende Nutzung stattfinden kann. Die Panzerrampe selbst wurde in eine attraktive Sitzstufenanlage umgestaltet. Etwa zur gleichen Zeit wurde das Rheinufer im Bereich des Campingplatzes von St. Goar gegenüber der Loreley umgestaltet. Aufenthaltsmöglichkeiten am Flussufer und eine durchgängige Uferpromenade haben die Erholungsqualität des touristischen Schwerpunktbereiches im Tal verbessert. Auch wurde so der Hochwasserabfluss positiv beeinflusst, da Retentionsraum im Überschwemmungsgebiet des Rheins geschaffen wurde.

Aktuell steht aus dem Projekt Modellstadt St. Goar noch die Neugestaltung des Rheinuferbereiches zwischen der ehemaligen Panzerrampe und dem Rheinbalkon an. Diese Maßnahme soll als parkähnliche Grünfläche den Lückenschluss bilden. Momentan wird die Planung mit den beteiligten Fachstellen abgestimmt, bevor es dann in die Genehmigungsphase geht und danach der Bau losgehen kann.