Mittwoch, 08. Dezember 2021

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Trotz Corona erneut Bevölkerungszuwachs durch Zuwanderungen

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Die rheinland-pfälzische Bevölkerung ist auch im Jahr 2020 gewachsen, weil mehr Menschen zu- als fortgezogen sind und dieses Wanderungsplus das Geburtendefizit mehr als ausgeglichen hat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes verlegten rund 129.400 Personen ihren alleinigen bzw. Hauptwohnsitz nach Rheinland-Pfalz, rund 14 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Annähernd 112.100 Personen zogen über die Landesgrenze fort, rund 13 Prozent weniger als 2019. Insgesamt ergibt sich ein Wanderungsplus von rund 17.300 Personen.

Dieses übersteigt das Defizit der Differenz aus Geburten und Sterbefällen von rund 11.500 Personen, sodass die Bevölkerungszahl in Rheinland-Pfalz zum 31. Dezember 2020 erneut auf nunmehr annähernd 4.098.400 Menschen anstieg.

Zuzüge aus dem Ausland

Die Zahl der Zuwanderungen aus dem Ausland (60.552) ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Fünftel zurückgegangen (minus 21 Prozent). Rund 83 Prozent dieses Personenkreises (50.128 Personen) entfielen auf Personen nicht deutscher Staatsangehörigkeit, insbesondere aus mittel- und osteuropäischen EU-Staaten, für die seit 2011 bzw. 2014 die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt. Die größte ausländische Zuwanderungsgruppe stellten dabei Rumänen (10.700 Zuzüge). Am zweit- bzw. dritthäufigsten waren Bulgaren (5.064) bzw. Polen (4.783) vertreten. Im Jahresverlauf zogen insgesamt 33.896 ausländische Personen über die Bundesgrenze fort. Im Saldo wanderten damit 16.232 Ausländerinnen und Ausländer mehr aus dem Ausland zu als dorthin fortzogen.

Wanderung zwischen den Bundesländern

Aus anderen Regionen Deutschlands zog es 68.837 Personen nach Rheinland-Pfalz, das sind knapp sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor. Annähernd 66.700 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer verlegten ihren alleinigen bzw. Hauptwohnsitz in eines der anderen Bundesländer (minus 5,4 Prozent). Daraus resultiert – bei sicherlich auch pandemiebedingt merklich reduziertem deutschlandweitem Wanderungsvolumen – ein leichtes Zuwanderungsplus von 2.156 Personen. Aus den angrenzenden Ländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen wanderten wie schon in den Vorjahren wieder mehr Personen zu als dorthin fortzogen; insgesamt ergibt sich mit diesen unmittelbaren benachbarten Bundesländern ein Wanderungsplus in Höhe von 3.777 Personen.

Höchster Wanderungsüberschuss in der kreisfreien Stadt Trier

In den kreisfreien Städten sind im Hinblick auf die Wanderungen über die Landesgrenzen bis auf die Städte Mainz (minus 826 Personen), Landau (minus 140 Personen) und Zweibrücken (minus 27 Personen) positive Bilanzen zu verzeichnen. Die höchsten Überschüsse ergeben sich für die kreisfreien Städte Trier (2.490 Personen), Ludwigshafen (1.463 Personen) und Speyer (1.394 Personen). In sämtlichen Landkreisen außer Kusel (minus 65 Personen) übersteigen die Zuwanderungen aus anderen Bundesländern, aus dem Ausland und von Unbekannt die Abwanderungen nach dort. Die deutlichsten Zugewinne verzeichnen der Eifelkreis Bitburg-Prüm (1.164 Personen) und der Landkreis Trier-Saarburg (1.054 Personen).

Die Daten der Wanderungsstatistik stellen die Einwohnermeldebehörden dem Statistischen Landesamt zur Verfügung gestellt. Einwohnermeldebehörden sind in Rheinland-Pfalz die 170 Verwaltungen der kreisfreien Städte, verbandsfreien Gemeinden sowie der Verbandsgemeinden. Die Zahlen der Zu- und Fortzüge über die Bundesgrenzen umfassen auch Wanderungsbewegungen mit unbekannten Gebieten.
Die Bevölkerungszahlen stammen aus der Statistik der laufenden Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2011. In diese Fortschreibung fließen sowohl die Ergebnisse der Wanderungsstatistik als auch die Ergebnisse der Statistiken der Geborenen und Gestorbenen ein.

Autor: Gerd Reh (Referatsleiter Bevölkerung, Zensus, Verwaltungsstelle Mortalität)