Mittwoch, 08. Dezember 2021

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Fiaccolata 2021:

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Auf 101 Kilometern zu Fuß und mit dem Fahrrad von Koblenz nach Mainz entlang des Rheins

Jugendrotkreuz trägt „Flamme der Hoffnung“ durchs östliche  Rheinland-Pfalz und bringt neuen Schwung in Jugendarbeit während der Corona-Pandemie

Rheinland-Pfalz. Zu einem besseren Zeitpunkt hätte die Fiaccolata (deutsch: Fackelzug) wohl nicht komme können: „Wir haben uns so sehr gefreut als die Anfrage unseres DRK-Landesverbandes kam mit dabei zu sein“, erinnert sich Sophie Petri, Landesleiterin Jugendrotkreuz in Rheinland-Pfalz. Denn gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist Jugendarbeit alles andere als einfach. Deshalb kam die Idee und Abwechslung für einen Staffellauf durch das Mittelrheintal mehr als gelegen.

Die diesjährige Fiaccolata, die normalerweise in Solferino, dem italienischen Ursprungsort des Roten Kreuzes, jährlich gefeiert wird, konnte aufgrund der Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden. Für das Jugendrotkreuz war das Format ein perfekter Einstieg in die JRK-Arbeit. Denn endlich hatten die Mitglieder, zumindest in kleinen Gruppen und Corona konform die Möglichkeit sich zu sehen – JRK- und DRK-Familie wieder zu erleben. „Ich möchte an dieser Stelle auch allen Leitungskräften danken, die mit vielen kreativen Ideen versucht haben die Jugendarbeit während der Corona-Zeit aufrecht zu erhalten. Ob Brief, digitale Gruppenstunden, Bastelpakete oder Geschenke haben die psychische Belastung, gerade auch für Kinder und Jugendliche, für einen Moment vergessen lassen“, so JRK-Landesleiterin Petri.

Während der Aktion legten rund 50 JRKler*innen in Kleingruppen aufgeteilt auf drei Tage und elf Etappen zu Fuß oder mit dem Fahrrad 101 Kilometer von Koblenz nach Mainz entlang des Rheins zurück. Die Routenplanung- und begleitung übernahm Andreas Bär aus dem JRK Bad Dürkheim. Mit dabei waren neben Kindern und Jugendlichen unterstützend Erwachsene und sogar zwei Hunde. Und natürlich ließ es sich die Landesleitung mit Sophie Petri, Alina Kippler (Stellvertreterin) und Lars Fischer (Stellvertreter) nicht nehmen die „Flamme der Hoffnung“ bis nach Mainz mit zu begleiten.

Die Strecke führte vom Rittersturz, der Gedenkstätte zur Wiederneugründung des Deutschen Roten Kreuzes im Jahr 1950, in Koblenz nach Rhens, weiter nach Spay bis St. Goar, über Höhn nach Oberwesel und weiter nach Heidesheim. Von dort aus über Bingen nach Mainz und hier schließlich zur Geschäftsstelle des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Ein besonderes Highlight: Begleitet wurde die Flamme von Rotkreuzgründer Henry Dunant „höchstpersönlich“ und schließlich an DRK-Vorstandsvorsitzende Anke Marzi übergeben.

Über die #Fiaccolata2021:

Am 24. Juni findet alljährlich der Tag der weltweiten Fiaccolata (Fackelzug) in Solferino statt. Dort treffen sich viele Rotkreuzler*innen aus aller Welt, um diesen besonderen Erinnerungstag (Schlacht von Solferino 1859 und Ursprung der weltweiten Rotkreuzbewegung) miteinander zu feiern. Leider konnte dieses Ereignis dieses Jahr erneut aufgrund der Corona-Pandemie nicht live vor Ort in der gewohnten Weise stattfinden. Deshalb hat der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe eine digitale Fiaccolata ins Leben gerufen. Bereits am 8. Mai war der Startschuss in Münster. Von dort aus wurde die Flamme als symbolisches Licht der Hoffnung und Menschlichkeit durch verschiedene Landes- und Kreisverbände, darunter Niedersachsen, Hessen, Nordrhein, über Rheinland-Pfalz nach Baden-Württemberg, Bayern, zum Österreichischen Roten Kreuz und schließlich an das Italienische Rote Kreuz mit Ziel „Solferino“ weiter getragen, gefahren, geflogen. Der DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz war ab dem 3. Juni bis zum 7. Juni mit eigenen Flammen-Mottos (3.6 Altenkirchen „Flamme der Freude“, 4.6 Koblenz „Flamme der Hoffnung“, 5.6 und 6.6 von Koblenz nach Mainz entlang des Rhein, Ankunft am 6.6 in Mainz „Flamme der Vielfalt“, 7.6 Alzey „Flamme der Beständigkeit“) mit dabei. Am 7.6. folgte die Übergabe der „Flamme der Verbundenheit“ in den Kreisverband nach Mannheim und damit an den DRK-Landesverband Baden-Württemberg.

Über das Jugendrotkreuz Rheinland-Pfalz:

Das Jugendrotkreuz (JRK) ist der eigenständige Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes. In Rheinland-Pfalz engagieren sich rund 4.000 Mitglieder innerhalb und außerhalb der Schule in Gruppen. Die jüngsten Gruppenmitglieder sind sechs, die ältesten 27 Jahre alt. Hinzu kommen Mitglieder in Leitungsfunktionen. Die Gruppenstunden sind kostenfrei. Ziel ist es Kindern und Jugendlichen soziale und demokratische Werte zu vermitteln, durch Teamgefühl, die Selbstsicherheit und Selbstwirksamkeit zu stärken. Zugleich stärkt das Ehrenamt die psychische Widerstandskraft von Kindern und Jugendlichen und beeinflusst ihre Entwicklung positiv. Ob Schulsanitätsdienst, Kampagnen-Arbeit, Streitschlichtung oder Ferienfreizeit: Jugendrotkreuzler*innen setzen sich für andere Menschen ein, beschäftigen sich mit den Themen Gesundheit, Umwelt, Frieden und Völkerverständigung und mischen bei politischen Entscheidungen mit. Natürlich dürfen Spiel und Spaß auch nicht fehlen: So stehen genauso gemeinsame Ausflüge und Freizeiten auf dem abwechslungsreichen Programm. Das Gefühl zu einer großen weltweit aktiven Rotkreuz-Familie dazu zu gehören ermutigt Kinder und Jugendliche für ihre Bedürfnisse einzustehen, sich eine Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Das JRK ist vielfältig und für alle Menschen zugänglich unabhängig von persönlichen, kulturellen oder sozialen Merkmalen – jeder Mensch ist willkommen. Jugendrotkreuzgruppen gibt es im gesamten Rheinland-Pfalz. Mehr unter jrk-rlp.de und in den Sozialen Medien (facebook und instagram).