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Von Herzen gesund

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Apotheken beraten, wie Herz und Kreislauf fit bleiben

Mainz, den 20. September 2021 – Vorbeugung ist gerade bei Herz-Kreislauferkrankungen ein wichtiges Thema. Über 331.000 Menschen haben 2019 in Deutschland einen Herzinfarkt erlitten. Zudem geht im Durchschnitt jährlich rund ein Drittel der gesamten Todesfälle auf Herz-Kreislauferkrankungen zurück. Deswegen ist es wichtig, Risikofaktoren zu kennen und möglichst frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Darauf weist der Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV im Vorfeld des Weltherztages am 29. September hin.

Bluthochdruck, ein hoher Cholesterinspiegel oder Diabetes sind entscheidende Risikofaktoren für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauferkrankungen, erklärt Petra Engel-Djabarian, Mitglied im Vorstand des Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV.: „Das Tückische ist, dass diese Symptome schleichend und oft unbemerkt beginnen. Denn Betroffene haben keine Schmerzen oder spüren anfangs keine Beeinträchtigung, wenn der Blutdruck oder der Cholesterinwert erhöht sind.“ Kommen dann noch Übergewicht, Stress, übermäßiger Alkoholgenuss oder das Rauchen hinzu, steigt das Risiko, eine ernste Herz-Kreislauferkrankung auszubilden.

Durch konsequentes Umsetzen einer veränderten Lebensführung lassen sich die ersten Anzeichen einer Herz-Kreislauferkrankung aber auch wieder umkehren. So-gar bereits bestehende Erkrankungen können mit einfachen Mitteln deutlich verbessert werden, zeigt die Apothekerin auf. Wichtig sei dabei besonders eine ausgewogene Ernährung: „Die Mittelmeerdiät ist da ein gutes Stichwort. Dabei isst man reichlich Gemüse, Salat, Obst und Hülsenfrüchte. Vollkorn statt Weißmehl wählen und mehr Fisch statt Fleisch essen. Bei den Fetten punkten Oliven- oder Rapsöl und mit Salz sollte sparsam umgegangen werden. Damit die Mahlzeiten gut gewürzt sind und schmecken, kommen Kräuter von Basilikum über Petersilie bis hin zu Thymian und Rosmarin zum Einsatz.“

Wer regelmäßig Bewegung in seinen Alltag einbaut, trainiert sein Herz und baut gleichzeitig schädlichen Stress ab. Die Apothekerin schlägt vor: „Bei Ungeübten reicht es schon aus, regelmäßig spazieren zu gehen. Auch im Alltag kann man die Treppe nehmen und den Lift oder die Rolltreppe links liegen lassen. Jeder Gang und jeder Schritt zählt.“ Natürlich sollten Betroffene oder Menschen mit familiärer Vorbelastung auf übermäßigen Alkoholkonsum und das Rauchen verzichten. Im Bereich der Selbstmedikation gibt es einige Produkte, die der Herzgesundheit förderlich sein können, so Engel-Djabarian. „Die Kombination von Kalium und Magnesium als Mineralstoffe sind hier zu nennen. Sie unterstützen die Herzzellen in ihrer Pumpleistung. Omega-3 Fettsäuren und die Aminosäure Arginin können einen positiven Einfluss auf einen zu hohen Blutdruck haben. Ballaststoffe wie Flohsamenschalen oder Weizenkleie können ganz natürlich einen zu hohen Cholesterinspiegel senken.“

Damit Herz-Kreislauferkrankungen frühzeitig erkannt werden, lohnt es sich, den Blutdruck sowie Blutzucker- und Cholesterinwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Viele Apotheken bieten die Messung dieser Werte unkompliziert an. Sie raten dann auch zum Arztbesuch, wenn die ermittelten Werte außerhalb der Norm liegen. Dann müssen mögliche Ursachen und das weitere Vorgehen ärztlich abgestimmt werden.

Wege aus der Stressfalle

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Kostenlose Telefonfortbildung der LZG am 29. September 2021

Stress ist in unserem (Arbeits-)Alltag allgegenwärtig und wird meist negativ erlebt. Eine Telefonfortbildung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) will dazu beitragen, der Stressfalle zu entkommen und vermittelt aktive Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht darum, die Individualität von Stress zu verstehen und gleichzeitig leicht umsetzbare und dauerhaft anwendbare Maßnahmen zur Bewältigung von akuten Stressspitzen sowie zur allgemeinen Stressreduktion kennenzulernen. Ziel ist, diese langfristig für das eigene Leben, aber auch für Arbeitsteams nutzen zu können.

Wege aus der Stressfalle

29. September 2021 von 11:00 – 12:00 Uhr

Tanja Wehrmeier

Betriebliches Gesundheitsmanagement, Persönlichkeitsdiagnostik & -entwicklung, endlich ich sein, Schiffweiler

Neben dem fachlichen Input durch die Expertin bleibt genügend Zeit für die Fragen der Teilnehmenden.

Interessierte wählen sich zum angegeben Termin mit der Telefonnummer 0221 98203406 und dem Zugangscode 245877# ein.

Weitere Themen und Termine für Telefonfortbildungen auf www.lzg-rlp.de/de/telefon-fortbildungen.html

Informations- und Unterstützungsangebote im Rahmen des Brustkrebsmonats 2021

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In diesem Jahr bieten die "Kooperationspartner:innen zum Brustkrebsmonat in Koblenz" zahlreiche Informations- und Unterstützungsangebote für Betroffene und Interessierte im Rahmen des Brustkrebsmonats 2021 an. Die Gleichstellungsstelle der Stadtverwaltung Koblenz ist eine der Kooperationspartner:innen.

Nähere Informationen und Hinweise hierzu finden sich unter www.koblenz-wird-pink.de

Corona-Pandemie

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KNAPPSCHAFT wertet Zahlen für den ersten und zweiten Lockdown während der Corona-Pandemie aus

· Erheblicher Rückgang der akutstationär zu behandelnden Erkrankungen
· 27 Prozent weniger Krankenhausbehandlungen wegen Schenkelhalsfrakturen
· Sportverletzungen steigen nach Lockdowns an

Nach der Auswertung der Fallzahlen ihrer rund 1,5 Millionen Versicherten während der ersten beiden Lockdowns kam die KNAPPSCHAFT zu interessanten Ergebnissen.

Die Zahl der dringlich im Krankenhaus zu behandelnden Erkrankungen ist während des ersten und zweiten Lockdowns erheblich zurückgegangen. Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzin­farkt oder Schenkelhalsfrakturen, deren Behandlung nicht ambulant erfolgen oder verschoben werden können, sind nach einer Untersuchung der KNAPPSCHAFT im zweiten Lockdown im zweistelligen Prozentbereich gesunken. So wurden gut 20 Prozent weniger Patienten mit ei­nem Herzinfarkt (-21 %) in ein Krankenhaus eingeliefert, beim Schlaganfall (Hirninfarkt) war der Rückgang teilweise noch deutlicher (-24 %). Bei der Schenkelhalsfraktur gab es im zwei­ten Lockdown einen Rückgang von 27 Prozent.

Dazu sagt Sportmediziner und Experte der KNAPPSCHAFT, Dr. Markus Bruckhaus-Walter: „Angesichts der deutlichen Reduktion der Bewegungsfreiheit und die damit verbundene Ein­schränkung der Mobilitätsmöglichkeiten während der Lockdowns war der Aktivitätsradius ein­geschränkt, der zu einem Sturzereignis hätte führen können. Dadurch kam es zu weniger Oberschenkelhalsfrakturen, die gerade im höheren Alter eine erhebliche lebensbedrohliche Gefährdung darstellen.“

Bei Sportverletzungen, die ambulant behandelt werden können, ergibt sich ein ähnliches Bild. „Sportverletzungen sind durch die Passivität insbesondere durch den Ausfall von Kontakt­sportarten deutlich rückläufig gewesen. Die im Lockdown selbst durchgeführten Aktivitäten führten angesichts geringerer Intensitäten zu nachweisbar weniger Verletzungen im Bereich des Bewegungsapparates wie Muskeln oder Gelenke.

Mit Wiederaufnahme der Trainings und der allgemeinen Wettkampfvorbereitungen stieg die Anzahl der Muskel, Gelenk- und Sehnenverletzungen durch Überlastung und übertriebenem Ehrgeiz nach den eingeschränkten Möglichkeiten enorm an“, so Bruckhaus-Walter.

Der Sportmediziner rät „zunächst mit geringer Intensität anzufangen und mehrfache Wieder­holungen“ zu machen. „In den ersten zwei Wochen gilt: Start low, go slow“. Ebenso wichtig sei gezieltes Dehnen und Strecken als „warm up“. Dabei betont Dr. Markus Bruckhaus-Walter, dass „beim Einstieg ins Training die Warnzeichen wie Muskelkater und Gelenkschmerzen nicht ignoriert werden dürfen.“

Information und Wissen haben heilsame Wirkung

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Corona hält Menschen vom Zahnarztbesuch ab

Ein Trierer Forschungsteam hat gesundheitsfördernde Effekte durch Patientenedukation festgestellt. Dennoch führt die Maßnahme ein medizinisches Schattendasein.

Die Gesundheit von Patienten lässt sich durch die Vermittlung von Wissen über die eigene Krankheit nachweislich stabilisieren und sogar verbessern. Wissenschaftler der Universität Trier haben in einer gerade veröffentlichten Studie herausgearbeitet, dass sich bei vielen Krankheitsbildern durch eine Aufklärung der Betroffenen gesundheitsfördernde Effekte erreichen lassen. „Im Vergleich zu komplexen und meist teuren operativen oder pharmakologischen Therapien ist die Patientenedukation eine einfache und effektive Methode zum Wohl der Patienten – und das ohne bekannte negative Nebenwirkungen“, sagt die Autorin der Studie, Dr. Bianca Simonsmeier-Martin.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Seit vielen Jahrzehnten wird in kleineren Einzelstudien zur Patientenedukation geforscht. In diesen Studien wurde jeweils eine spezifische Maßnahme für eine Stichprobe von Patienten mit einem bestimmten Krankheitsbild untersucht. Die Allgemeingültigkeit der Aussagen zur Wirksamkeit von Patientenedukation war daher bisher unklar.

Die Trierer Wissenschaftler Dr. Bianca Simonsmeier-Martin, Dr. Maja Flaig, Thomas Simacek und Prof. Dr. Michael Schneider haben in ihrer Metastudie 776 Einzelstudien aus den vergangenen 60 Jahren unter Beteiligung von insgesamt knapp 75.000 Patienten ausgewertet. Keine dieser Studien kam zu dem Ergebnis, dass Patientenedukation negative Folgen haben könnte. „Unsere Metaanalyse hat sehr homogene Befunde und somit sehr robuste Ergebnisse und belastbare Aussagen ergeben“, stellt Bianca Simonsmeier-Martin fest. Patientenedukation erzielt demzufolge insbesondere bei chronischen Krankheiten die stärksten Effekte und bei Leiden, an deren Behandlung die Betroffenen durch eigenes Handeln im Alltag mitwirken können.

Unter dem Begriff Patientenedukation fassen die Trierer Psychologen alle Maßnahmen zusammen, die dazu dienen, Betroffenen Wissen und Fertigkeiten zu einer Krankheit und ihrer Behandlung zu vermitteln. Die Bandbreite reicht vom einfachen Thekengespräch in der Apotheke oder Infoblatt im Wartezimmer bis zu umfangreichen Trainings. Angesichts der jahrzehntelang betriebenen Forschung und der nachgewiesenen Wirksamkeit stellt sich die Frage, warum Patientenedukation nicht intensiver und nicht schon viel länger als therapieunterstützendes Instrument eingesetzt wird.

Bianca Simonsmeier-Martin erklärt das durch verschiedene Aspekte: „Der kulturelle Wandel, dass Patienten vom Arzt Informationen und ausführliche Aufklärung einfordern, hat erst spät stattgefunden. Patientenedukation ist in unserem Gesundheitswesen auch deshalb unterrepräsentiert, weil es schlichtweg für Ärzte schwer abrechenbar ist und möglicherweise auch, weil Medizinern die positive Wirkung von Patientenedukation zu wenig bekannt ist.“


Daher würde die Wissenschaftlerin der Universität Trier gerne auf diesem Gebiet weiter forschen und in Kooperation mit medizinischen Einrichtungen anwendungsbezogene Lösungen entwickeln, um Patientenedukation effektiv und pragmatisch zum Vorteil von kranken Menschen stärker zu etablieren. Anders als beispielsweise für die Einführung von Medikamenten gibt es für die Anwendung von Patientenedukation bisher keine einheitlichen Standards.

Die Studie
Bianca A. Simonsmeier, Maja Flaig, Thomas Simacek & Michael Schneider (2021)
What sixty years of research says about the effectiveness of patient education on health: a second order meta-analysis.
Health Psychology Review, https://doi.org/10.1080/17437199.2021.1967184

Kontakt

Dr. Bianca Simonsmeier-Martin
Pädagogische Psychologie
Tel. +49 176-70341207
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