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Corona-Jahr 2020: Rekord bei Krankmeldungen wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischer Leiden

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Mainz, 16. April 2021 – Noch nie haben Beschäftigte aus Rheinland-Pfalz wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und psychischer Beschwerden öfter im Job gefehlt als im Pandemiejahr 2020. Das zeigen repräsentative Auswertungen der BARMER, für die die Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von 196.000 bei ihr versicherten Erwerbspersonen mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet hat. „Der Corona-Alltag hat viele Beschäftigte körperlich und seelisch an ihre Grenzen gebracht. Arbeitgeber sollten auch in Zeiten von Corona auf betriebliches Gesundheitsmanagement setzen und damit besonders Krankheiten bei ihren Mitarbeitern vorbeugen, die durch die Pandemielage begünstigt werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die Hauptursache für Krankmeldungen von Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz waren im letzten Jahr Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Sie sorgten im Land für 4,2 Arbeitsunfähigkeitstage je Erwerbsperson (2019: 4,1 Tage). Die häufigste Diagnose lautete dabei „Rückenschmerzen“ (1,0 Tage). Von den bundesweit 403 Landkreisen und kreisfreien Städten verzeichnete der Landkreis Birkenfeld bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen den dritthöchsten Wert (6,0 Tage). Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage infolge von Problemen mit dem Muskel-Skelett-System ist in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren regelmäßig gestiegen und lag im Vorjahr 27,3 Prozent über dem Wert des Jahres 2010 (3,3 Tage).

Pandemie begünstigt Rückenschmerzen und psychische Leiden

Über alle Krankheiten hinweg zählten die BARMER-Statistiker im letzten Jahr 18,3 Arbeitsunfähigkeitstage je Beschäftigten in Rheinland-Pfalz und damit weniger als im Jahr 2019 (18,5 Tage). Für Kleis sind höhere Ausfallzeiten durch Muskel-Skelett-Erkrankungen bei geringerem Krankenstand kein Widerspruch: „In der Corona-Pandemie war das Training im Verein oder Fitnessstudio kaum möglich. Bewegungsmangel fördert Rückenschmerzen und könnte zum Höchststand bei den Fehlzeiten wegen Problemen am Muskel-Skelett-System beigetragen haben.“ In Zeiten von Kontaktsperren seien Fahrrad fahren, Lauftraining, Spaziergänge und aktive Pausen mit Übungen für die Rückenfitness gute Möglichkeiten, um sitzende Tätigkeiten auszugleichen.

Wegen psychischer Leiden wie Depressionen fehlte im letzten Jahr jeder Beschäftigte aus Rheinland-Pfalz rechnerisch 3,7 Tage bei der Arbeit (2019: 3,6 Tage). Das entspricht einer Zunahme von 54,2 Prozent im Vergleich mit dem Jahr 2010 (2,4 Tage). Unter den zehn Landkreisen und kreisfreien Städten mit den bundesweit höchsten Fehlzeiten infolge seelischer Erkrankungen befinden sich gleich zwei Landkreise aus Rheinland-Pfalz. Der Landkreis Südwestpfalz nimmt dabei den traurigen Spitzenplatz ein mit 6,0 Arbeitsunfähigkeitstagen. Der Landkreis Kusel (5,3 Tage) landet auf Platz fünf. „Corona hat viele Beschäftigte durch Kurzarbeit und Homeoffice isoliert und psychisch belastet. Die Zahl der Fehltage im Job wegen seelischer Leiden wächst aber auch ohne Corona seit Jahren“, erklärt Kleis.

Weniger Verletzungen, Atemwegserkrankungen stagnieren

Atemwegserkrankungen wie Erkältungsschnupfen und Bronchitis führten im Jahr 2020 wie schon im Jahr zuvor durchschnittlich zu 2,4 Tagen von Arbeitsunfähigkeit bei jedem Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz. Von allen Arbeitsunfähigkeitstagen infolge von Atemwegserkrankungen entfielen dabei 3,0 Prozent auf Covid-19. „Gerade zu Beginn der Pandemie sind viele Beschäftigte mit Atemwegserkrankungen schon bei leichten Erkältungssymptomen vorsorglich krankgeschrieben worden. Ferner hat die Krankschreibung per Telefon bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege, die ab März möglich war, zu einem vorübergehenden Anstieg der Krankschreibungen beigetragen“, erläutert Kleis. Dies könne erklären, warum die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage im Land wegen Atemwegserkrankungen im Coronajahr 2020 trotz Abstands- und Hygiene-Regeln nicht gesunken sei.

Rückläufig war im Vorjahr die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage durch Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen unter den Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz. Sie sank von rechnerisch 2,3 Krankheitstagen je Beschäftigten im Jahr 2019 auf 2,1 Tage. „Besonders in Branchen mit körperlicher Belastung dürften Kurzarbeit und Lockdown zu weniger Verletzungen geführt haben“, sagt Kleis. Mehr als zwei Drittel der Tage von Arbeitsunfähigkeit in Rheinland-Pfalz gingen im Jahr 2020 auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen (23,0 Prozent), psychischer Leiden (20,2 Prozent), Atemwegserkrankungen (13,1 Prozent) und Verletzungen (11,5 Prozent). Sie waren dort die vier häufigsten Gründe für berufliche Fehlzeiten.

Bundesförderung für Menschen mit Aphasie

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Erwin Rüddel: „Damit die betroffenen Menschen weiterhin eine Stimme haben“

Waldbreitbach. „Der Landesverband Aphasie Rheinland-Pfalz e.V. mit Sitz in Waldbreitbach erhält für den Zeitraum 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2022 vom Bund wieder Fördermittel, diesmal in Höhe von 149.983,54 Euro, für das Projekt der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderung“, teilt aktuell der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel mit.

Aphasie weist vier Standardsyndrome auf und bezeichnet eine erlangte Sprachstörung, deren Ursache in 80 Prozent der Fälle auf einen Schlaganfall zurückzuführen ist. Weitere Ursachen können eine unfallbedingte Kopfverletzung, ein Tumor oder ein entzündlicher Gehirnprozess sein. Wichtig für die Therapie ist die nicht immer einfache Abgrenzung der verschiedenen Kommunikationsstörungen wie Aphasie, Dysarthrie und Sprechaparxie.

„Das Aphasiezentrum in Waldbreitbach versteht sich als Beratungs- und Begegnungszentrum für Betroffene und deren Angehörige. Es sieht seine Aufgabe darin die Versorgung Betroffener in der Akutphase, in der Rehabilitation und danach im häuslichen Umfeld zu verbessern. Dabei geht es neben der Vermittlung Betroffener in ambulante Therapien und Selbsthilfegruppen auch um eine intensive Angehörigenbetreuung“, so der Abgeordnete.

Das Angebot des Landesverbandes Aphasie RLP ist unentgeltlich und nur den ratsuchenden gegenüber verpflichtet. „Da ist es richtig und wichtig, dass der Bund dieses überaus notwendige Angebot fördert. Gerade auch Menschen mit Aphasie bedürfen der Hilfe. Hier kommt die Zuwendung des Bundes an der richtigen Stelle an“, bekräftigt Erwin Rüddel.

BARMER fordert mehr Geld für Klinikinvestitionen

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Mainz, 18. März 2021 – Anlässlich der Vorstellung des rheinland-pfälzischen Krankenhausinvestitionsprogramms für das Jahr 2021 fordert die BARMER vom Land eine bessere finanzielle Ausstattung der Kliniken für ihre Investitionen. Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sagt: „Erhalten Kliniken nicht genug Geld vom Land, müssen sie das Geld der Krankenkassen nehmen, das für die Bezahlung des Personals vorgesehen ist, und begleichen damit die Lücke bei den Kosten für Investitionen.“ Das sei eine ungewollte Quersubventionierung, die zu Personalengpässen bei Kliniken beitrage.

Aktuelle Klinikförderung reicht nicht aus

Laut INEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus gibt es in Rheinland-Pfalz einen jährlichen Krankenhaus-Investitionsbedarf von 319 Millionen Euro. Ein Gutachten des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2016 geht von einem bei den Kliniken im Land aufgelaufenen Investitionsstau in Milliardenhöhe aus. „Die aktuell von der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Verfügung gestellte Klinikförderung in Höhe von 128 Millionen Euro reicht nicht aus, auch wenn die Fördersumme jüngst angehoben wurde und dies ein Schritt in die richtige Richtung war“, betont Kleis.

Verzahnung von Investitionsförderung und Krankenhausqualität

Laut Kleis sollte das Land künftig Geld für Investitionen vorrangig Kliniken geben, die medizinische Qualitätsvorgaben erfüllen: „Die Verzahnung von Geldzuweisungen an Kliniken durch das Land und Qualitätskriterien soll ein Anreiz für Kliniken sein, sich im Sinne der Patientensicherheit stärker um die Einhaltung von Qualitätsvorgaben zu bemühen.“ Bisher seien zu wenige Qualitätskriterien für Kliniken durch das Land definiert. Zudem sanktioniere das Land Kliniken, die Qualitätsvorgaben nicht einhalten, unzureichend. Auch plädiert Kleis dafür, dass künftig durch eine Mindestinvestitionsquote ein fester und auskömmlich hoher Prozentsatz des von den Krankenkassen für die Betriebskosten der Krankenhäuser zur Verfügung gestellten Geldes vom Land für Klinikinvestitionen bereitgestellt wird.

Floh und Co. im Fell richtig behandeln

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Medikamente fürs Tier gibt es auch in der Apotheke

Mainz, den 18. März 2021 – Nicht nur Menschen finden in der Apotheke Hilfe bei gesundheitlichen Problemen. Auch wenn es um die Gesundheit von Haustieren geht, hat die Apotheke den einen oder anderen guten Rat und bietet Lösungen an. So kann die Apotheke zum Beispiel bei Flöhen und Zeckenbefall bei Hunden und Katzen gut helfen, erklärt der Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV.

Hunde- und Katzenbesitzer wissen es: Anders als bei Medikamenten für die Menschen werden die meisten Tierarzneimittel direkt vom Veterinär mitgegeben. Doch bei verschiedenen Symptomen reicht auch ein Gang in die Apotheke. „Kratzt sich Hund oder Katze übermäßig oft, kann mit einem speziellen Läusekamm überprüft werden, ob Flöhe im Fell sind“, erklärt Petra Engel-Djabarian aus dem Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV. „Dazu fährt man mit dem engzinkigen Kamm durch das Fell und die Unterwolle. Das, was in den Zinken hängen bleibt, streift man dann auf ein feuchtes Papiertuch. Gibt es dort dann schwarz-rötliche Spuren, weist das auf Flöhe hin, denn Floh-Kot enthält Blut.“ so die Apothekerin weiter.

Helfen können dann sogenannte Spot-on-Tropfen, die regelmäßig im Nacken oder zwischen den Schulterblättern des Tieres auf die Haut getropft werden. Aber Achtung: Mittel, die für Hunde gut geeignet sind, können Katzen sogar schaden. „In der Apotheke wissen wir, welche Produkte für welches Tier geeignet sind und beraten auch zur Wirkungsweise, Anwendungshäufigkeit und Dosierung.“

Diese gute Beratung rund um die Gesunderhaltung von Hund und Katze ist auch besonders wichtig – insbesondere dann, wenn Medikamente, die eigentlich für Menschen gemacht wurden, zum Einsatz am Tier kommen sollen. Hier gilt: Nicht alle Arzneimittel für Menschen sind auch für Tiere geeignet. Und hinzukommt: Selbst wenn diese Arzneimittel zwar grundsätzlich für Tiere geeignet sind, sind sie nicht immer für alle Tiere unterschiedslos einsetzbar. Manchmal gibt es sogar rassespezifische Besonderheiten. Engel-Djabarian erklärt ein Beispiel: „Durchfall bei Hunden kann man durchaus mit entsprechenden Produkten behandeln, die auch wir Menschen einnehmen können – natürlich in anderen Dosierungen. Aber: Collies können im Unterschied zu anderen Hunderassen zum Beispiel den durchaus gängigen Wirkstoff Loperamid nicht vertragen.“ Die Apothekerin rät deshalb dringend: „Verlassen Sie sich nicht auf die Tipps anderer Tierhalter. Die können im Zweifel für Ihren Liebling lebensgefährlich sein!“ Bei gesundheitlichen Störungen sollte deshalb zum Wohl des Tieres immer der Rat vom Tierarzt oder der örtlichen Apotheke eingeholt werden.

Wichtig auch: Für Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, gibt es in punkto Arzneimittel ganz spezielle und strenge Vorschriften und zusätzlich in der Apotheke eine aufwändige Dokumentationspflicht. Unter diese Rubrik fallen auch Ziegen, Hühner oder Lämmchen, die als reine Haustiere gehalten werden und vom Besitzer nicht als Lebensmittel angesehen werden. „Ein für den Menschen rezeptfreier Wirkstoff kann für die Anwendung am Tier durchaus verschreibungspflichtig sein“, erklärt Apothekerin Engel-Djabarian, „deshalb darf man zum Beispiel für seine Ziege oder sein Lämmchen bei uns nicht einfach ein Schmerzmittel oder einen Hustensaft einkaufen! Diese Tiere unterliegen auf Grund ihrer Art automatisch diesen strengen Vorschriften.“

Sicher und gesund im Wahllokal?

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Die Unfallkasse informiert

Wenn am 14. März in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen sind, werden – auch in Zeiten der Corona-Pandemie – wieder zahlreiche Wahlhelfende im Einsatz sein. Denn neben der Stimmabgabe durch die Briefwahl haben Bürgerinnen und Bürger auch wieder die Möglichkeit, ihre Stimmen in Wahllokalen abzugeben.

Damit die bei den Wahlen ehrenamtlich Tätigen und Beschäftigten ihre wichtigen Aufgaben für die Allgemeinheit sicher durchführen können, müssen die Infektionsschutz-rechtlichen Regelungen entsprechend der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz (CoBeLVO) berücksichtigt werden. Außerdem sind konkretisierende Allgemeinverfügungen der zuständigen Kommunalverwaltungen zu beachten.

Welche Aspekte bei der Organisation und Einrichtung der Wahllokale und am Wahltag mit Blick auf Sicherheit und Gesundheit zu berücksichtigen sind, hat die Unfallkasse Rheinland-Pfalz in Abstimmung mit Landeswahlleiter Marcel Hürter zusammengefasst. Diese Information soll allen Beteiligten als Orientierung dienen. Sie beinhaltet auch den Versicherungsschutz für Wahlhelfende.

Dazu zählen beispielsweise die Ausweisung möglichst großer Wahlräume, die grundsätzliche Maskenpflicht im Wahlraum der Zugang zu den Wahlräumen unter Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Personen.
Viele weitere Informationen für Wahlhelfende und Stimmberechtigte sind im Infoblatt der Unfallkasse unter www.ukrlp.de zusammengefasst.

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