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Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.

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Initiative Organspende RLP startet virtuelle Aufklärungsaktion an Schulen Junge Helden e.V. unterstützt die Kampagne

Junge Menschen interessieren sich mindestens genauso für das Thema Organspende wie ältere. Das zeigt eine aktuelle Studie* der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), und das erleben auch die Veranstalter der „Schultour Organspende“ jedes Jahr aufs Neue.

Da die üblichen Besuche in den Schulen 2021 nicht stattfinden können, hat die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz ihre Aufklärungskampagne ins Netz verlegt. Im Aktionszeitraum vom 28. Juni bis 13. Juli 2021 bietet sie gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Junge Helden e.V. unter anderem Online-Fragestunden mit Experten und Betroffenen an. Das Ziel der Kampagne ist, junge Menschen für das Thema Organspende zu sensibilisieren und sie bei der individuellen Entscheidungsfindung zu unterstützen. Angesprochen werden Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 10 der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz. Interessierte Lehrkräfte, Schulleitungen und Schülervertretungen können sich über die Website www.initiative-organspende-rlp.de bis zum 10. Mai 2021 bewerben.

„Es ist und bleibt eine wichtige Aufgabe, das Thema der Organspende an die Menschen heranzutragen, darüber zu informieren und aufzuklären. Um die Auseinandersetzung mit dem Thema zu stärken und die Entscheidungsfindung zu unterstützen, braucht es aber auch die Gelegenheit für das direkte Gespräch und den Austausch. Die rheinland-pfälzische Schultour ist für junge Menschen eine tolle Gelegenheit, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und Fragen zu stellen. Toll, dass die Schultour dieses Jahr digital stattfinden wird“, so Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Ich bin froh, dass die Organspendezahlen in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr trotz der CoronaPandemie sogar gestiegen sind. Das ist Hoffnung für all jene, die auf ein Spenderorgan warten“, betont die Ministerin.

„Durch unsere Online-Angebote möchten wir das Thema Organspende weiter im Fokus halten, auch wenn aktuell keine Präsenzveranstaltungen in Schulen möglich sind. Dabei können wir nach mehr als einem Jahr Pandemie auf erprobte Organisationsformen für das Distanzlernen zurückgreifen“, erklärt Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in RLP e.V. (LZG), unter deren Federführung die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz agiert.

Die im Rahmen der Schultour angebotenen 90-minütigen Unterrichtseinheiten werden durch einen kurzen Input zu Zahlen und Fakten sowie mit dem Aufklärungsfilm von Junge Helden e.V. eingeleitet. Berichte von Menschen, die selbst mit einem Spenderorgan leben, oder Angehörigen, die sich in einer Situation, in der Trauer und Schmerz besonders heftig sind, mit der Frage einer Organspende aus-einandersetzen mussten, machen das Thema greifbar. Für fachliche Auskünfte stehen Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zur Verfügung. „Wir haben mit den virtuellen Schulbesuchen bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Ob in Präsenz oder digital, das Interesse der Schüler*innen am Thema zeigt einfach, dass Jugendliche über gesellschaftsrelevante Themen informiert werden wollen. Insbesondere, wenn es ein Thema wie Organspende ist, das sie selbst oder ihre Familien betreffen könnte“, sagt Angela Ipach, Geschäftsführerin und Mitbegründerin von Junge Helden e.V.

Zur Vor- und Nachbereitung des Themas bietet die Initiative Organspende ergänzende Infomaterialien an. Ein Erklärvideo mit Mirko Drotschmann, auf YouTube bekannt als MrWissen2go, ist bereits abrufbar. Eine speziell für die junge Zielgruppe entwickelte Informationsbroschüre, die auch im Klassensatz angefordert werden kann, sowie Präsentationsfolien werden ab Mai zur Verfügung stehen. „Dieser Teil unseres Angebotes ist auch unabhängig von der Schultour zugänglich“, erläutert Matthias Krell. Er hofft, dass im kommenden Schuljahr auch wieder Veranstaltungen im Rahmen des Präsenzunterrichtes in den Schulen möglich sein werden.

Auch wenn der eigene Tod für Jugendliche sehr weit weg erscheint, ist die Thematik für höhere Schulklassen durchaus relevant: Ab dem 16. Lebensjahr dürfen sie der Organspende zustimmen, bereits ab dem 14. Geburtstag können sie einer Spende widersprechen.

Anmeldung zur Schultour sowie weitere Informationen unter www.initiative-organspende-rlp.de

Anmeldeschluss

10. Mai 2021

Ansprechpartnerin in der LZG

Monika Seibel, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Initiative Organspende Rheinland-Pfalz

Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz, ein Bündnis verschiedener Gesundheitspartner, arbeitet unter der Federführung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) daran, den Menschen Mut zur rechtzeitigen Entscheidungsfindung zu machen. Die Projekte werden finanziell unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie RLP sowie durch die gesetzlichen Krankenkassen. Ziel der Aufklärungsarbeit ist, dass möglichst jede Bürgerin und jeder Bürger in Rheinland-Pfalz eine persönliche Entscheidung pro oder contra Organspende im Falle des Hirntodes trifft und diese auch mittels Organspendeausweis dokumentiert. www.initiative-organspende-rlp.de

Junge Helden e.V.

Junge Helden e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der deutschlandweit und ergebnisoffen insbesondere junge Menschen über Organspende aufklärt. Dabei gilt: Ein „Junger Held“ ist, wer sich zu Lebzeiten mit dem Thema auseinandersetzt, darüber spricht und eine persönliche Entscheidung trifft. Der Verein wurde 2003 von Claudia Kotter, ihrer Familie und ihrem Freundeskreis gegründet. Was aus persönlichem Schicksal und Freundschaft entstand, besteht auch nach dem Tod von Claudia Kotter fort. www.junge-helden.org

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

Besser mit Stress umgehen

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Gesund gegensteuern, damit ihr Job Sie nicht schafft!

Mainz, den 23. April 2021 – Jeder Mensch kennt stressige Lebenslagen: Aufgaben und Termine nehmen kein Ende, man fühlt eine ständige Alarmbereitschaft und auch in den Pausen fällt es schwer, abzuschalten. Damit aus fordernden Arbeitsprojekten oder auch aus einer langanhaltenden Anspannung wie während der Corona-Pandemie kein gesundheitsschädlicher Dauerstress wird, muss für Ausgleich gesorgt werden. Der Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV rät, Symptome und Warnsignale frühzeitig zu erkennen, damit Stresssituationen besser verarbeitet werden können. Schon mit einfachen Mitteln kann jede*r Einzelne für eine bessere Balance sorgen.

Ein Leben ohne Stress gibt es nicht. In beruflichen und privaten Situationen taucht er immer wieder auf. Wer gestresst ist, zeigt unterschiedliche Überlastungssymptome, weiß Petra Engel-Djabarian, Mitglied des Vorstandes des Apothekerverbandes Rhein-land-Pfalz – LAV: „In sehr fordernden Zeiten merken wir alle, dass wir unkonzentrierter und ungeduldiger werden, je länger wir unter Druck stehen. Wenn wir über Tage oder Wochen nicht zur Ruhe kommen, reagieren wir nervös und gereizt. Weitere Symptome wie Schlaflosigkeit, innere Unruhe und Schmerzen aber auch Sehstörungen, Ohrgeräusche oder eine Ängstlichkeit können dann auftreten.“ Bei diesen Alarmsignalen sei es dann höchste Zeit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ansonsten können aus dem Stress ernstere gesundheitliche Probleme entstehen. Denn das Herz-Kreislauf-System wird unter Stress deutlich stärker belastet, der Ausnahmezustand kann auf Dauer auch das Immunsystem schwächen. Wer über Wochen und Monate unablässig unter hoher Anspannung steht, wird immer empfindlicher für weiteren Stress. Sehr schnell kann so ein Teufelskreis entstehen, aus dem Betroffene nur noch schwer ausbrechen können und dann ärztliche Hilfe benötigten.

Die besten Gegenmittel bei Stress sind immer noch Ruhe und Entspannung. Pausen sollten bewusst eingehalten werden und jede*r Betroffene sollte auch das Schlafverhalten überprüfen. „Stressabbau kann aber auch gelingen, wenn man sich bewegt. Längere Spaziergänge in der Natur – egal wie lang oder kurz – oder auch andere Aktivitäten, die Freude machen, bringen eine Entlastung“, so die Apothekerin. Wichtig sei außerdem, dass es konsequent arbeitsfreie Zeiten gäbe.

Unterstützen können Arzneimittel auf pflanzlicher Basis, die beruhigend, ausgleichend und sogar stärkend wirken können. „Am bekanntesten ist wohl der Baldrian. Häufig wird er zusammen mit Hopfen und Melisse angeboten. Diese Kombination kann vor allem schlafanstoßend wirken. Wichtig ist, dass die Wirkstoffe ausreichend hoch dosiert sind. Gleiches gilt für Arzneimittel mit den Heilpflanzen Lavendel, Rosenwurz oder Johanniskraut. Sie können Nervosität und Ängstlichkeit reduzieren und neue Kraft geben.“ Wichtig sei aber, so Engel-Djabarian, diesen pflanzlichen Präparaten Zeit zu geben: „Es dauert oft mindestens eine Woche oder etwas darüber hinaus, bis sich die erwartete Wirkung einstellen kann“.

Corona-Jahr 2020: Rekord bei Krankmeldungen wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischer Leiden

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Mainz, 16. April 2021 – Noch nie haben Beschäftigte aus Rheinland-Pfalz wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und psychischer Beschwerden öfter im Job gefehlt als im Pandemiejahr 2020. Das zeigen repräsentative Auswertungen der BARMER, für die die Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von 196.000 bei ihr versicherten Erwerbspersonen mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet hat. „Der Corona-Alltag hat viele Beschäftigte körperlich und seelisch an ihre Grenzen gebracht. Arbeitgeber sollten auch in Zeiten von Corona auf betriebliches Gesundheitsmanagement setzen und damit besonders Krankheiten bei ihren Mitarbeitern vorbeugen, die durch die Pandemielage begünstigt werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die Hauptursache für Krankmeldungen von Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz waren im letzten Jahr Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Sie sorgten im Land für 4,2 Arbeitsunfähigkeitstage je Erwerbsperson (2019: 4,1 Tage). Die häufigste Diagnose lautete dabei „Rückenschmerzen“ (1,0 Tage). Von den bundesweit 403 Landkreisen und kreisfreien Städten verzeichnete der Landkreis Birkenfeld bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen den dritthöchsten Wert (6,0 Tage). Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage infolge von Problemen mit dem Muskel-Skelett-System ist in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren regelmäßig gestiegen und lag im Vorjahr 27,3 Prozent über dem Wert des Jahres 2010 (3,3 Tage).

Pandemie begünstigt Rückenschmerzen und psychische Leiden

Über alle Krankheiten hinweg zählten die BARMER-Statistiker im letzten Jahr 18,3 Arbeitsunfähigkeitstage je Beschäftigten in Rheinland-Pfalz und damit weniger als im Jahr 2019 (18,5 Tage). Für Kleis sind höhere Ausfallzeiten durch Muskel-Skelett-Erkrankungen bei geringerem Krankenstand kein Widerspruch: „In der Corona-Pandemie war das Training im Verein oder Fitnessstudio kaum möglich. Bewegungsmangel fördert Rückenschmerzen und könnte zum Höchststand bei den Fehlzeiten wegen Problemen am Muskel-Skelett-System beigetragen haben.“ In Zeiten von Kontaktsperren seien Fahrrad fahren, Lauftraining, Spaziergänge und aktive Pausen mit Übungen für die Rückenfitness gute Möglichkeiten, um sitzende Tätigkeiten auszugleichen.

Wegen psychischer Leiden wie Depressionen fehlte im letzten Jahr jeder Beschäftigte aus Rheinland-Pfalz rechnerisch 3,7 Tage bei der Arbeit (2019: 3,6 Tage). Das entspricht einer Zunahme von 54,2 Prozent im Vergleich mit dem Jahr 2010 (2,4 Tage). Unter den zehn Landkreisen und kreisfreien Städten mit den bundesweit höchsten Fehlzeiten infolge seelischer Erkrankungen befinden sich gleich zwei Landkreise aus Rheinland-Pfalz. Der Landkreis Südwestpfalz nimmt dabei den traurigen Spitzenplatz ein mit 6,0 Arbeitsunfähigkeitstagen. Der Landkreis Kusel (5,3 Tage) landet auf Platz fünf. „Corona hat viele Beschäftigte durch Kurzarbeit und Homeoffice isoliert und psychisch belastet. Die Zahl der Fehltage im Job wegen seelischer Leiden wächst aber auch ohne Corona seit Jahren“, erklärt Kleis.

Weniger Verletzungen, Atemwegserkrankungen stagnieren

Atemwegserkrankungen wie Erkältungsschnupfen und Bronchitis führten im Jahr 2020 wie schon im Jahr zuvor durchschnittlich zu 2,4 Tagen von Arbeitsunfähigkeit bei jedem Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz. Von allen Arbeitsunfähigkeitstagen infolge von Atemwegserkrankungen entfielen dabei 3,0 Prozent auf Covid-19. „Gerade zu Beginn der Pandemie sind viele Beschäftigte mit Atemwegserkrankungen schon bei leichten Erkältungssymptomen vorsorglich krankgeschrieben worden. Ferner hat die Krankschreibung per Telefon bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege, die ab März möglich war, zu einem vorübergehenden Anstieg der Krankschreibungen beigetragen“, erläutert Kleis. Dies könne erklären, warum die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage im Land wegen Atemwegserkrankungen im Coronajahr 2020 trotz Abstands- und Hygiene-Regeln nicht gesunken sei.

Rückläufig war im Vorjahr die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage durch Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen unter den Beschäftigten aus Rheinland-Pfalz. Sie sank von rechnerisch 2,3 Krankheitstagen je Beschäftigten im Jahr 2019 auf 2,1 Tage. „Besonders in Branchen mit körperlicher Belastung dürften Kurzarbeit und Lockdown zu weniger Verletzungen geführt haben“, sagt Kleis. Mehr als zwei Drittel der Tage von Arbeitsunfähigkeit in Rheinland-Pfalz gingen im Jahr 2020 auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen (23,0 Prozent), psychischer Leiden (20,2 Prozent), Atemwegserkrankungen (13,1 Prozent) und Verletzungen (11,5 Prozent). Sie waren dort die vier häufigsten Gründe für berufliche Fehlzeiten.

Bundesförderung für Menschen mit Aphasie

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Erwin Rüddel: „Damit die betroffenen Menschen weiterhin eine Stimme haben“

Waldbreitbach. „Der Landesverband Aphasie Rheinland-Pfalz e.V. mit Sitz in Waldbreitbach erhält für den Zeitraum 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2022 vom Bund wieder Fördermittel, diesmal in Höhe von 149.983,54 Euro, für das Projekt der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderung“, teilt aktuell der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel mit.

Aphasie weist vier Standardsyndrome auf und bezeichnet eine erlangte Sprachstörung, deren Ursache in 80 Prozent der Fälle auf einen Schlaganfall zurückzuführen ist. Weitere Ursachen können eine unfallbedingte Kopfverletzung, ein Tumor oder ein entzündlicher Gehirnprozess sein. Wichtig für die Therapie ist die nicht immer einfache Abgrenzung der verschiedenen Kommunikationsstörungen wie Aphasie, Dysarthrie und Sprechaparxie.

„Das Aphasiezentrum in Waldbreitbach versteht sich als Beratungs- und Begegnungszentrum für Betroffene und deren Angehörige. Es sieht seine Aufgabe darin die Versorgung Betroffener in der Akutphase, in der Rehabilitation und danach im häuslichen Umfeld zu verbessern. Dabei geht es neben der Vermittlung Betroffener in ambulante Therapien und Selbsthilfegruppen auch um eine intensive Angehörigenbetreuung“, so der Abgeordnete.

Das Angebot des Landesverbandes Aphasie RLP ist unentgeltlich und nur den ratsuchenden gegenüber verpflichtet. „Da ist es richtig und wichtig, dass der Bund dieses überaus notwendige Angebot fördert. Gerade auch Menschen mit Aphasie bedürfen der Hilfe. Hier kommt die Zuwendung des Bundes an der richtigen Stelle an“, bekräftigt Erwin Rüddel.

BARMER fordert mehr Geld für Klinikinvestitionen

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Mainz, 18. März 2021 – Anlässlich der Vorstellung des rheinland-pfälzischen Krankenhausinvestitionsprogramms für das Jahr 2021 fordert die BARMER vom Land eine bessere finanzielle Ausstattung der Kliniken für ihre Investitionen. Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland, sagt: „Erhalten Kliniken nicht genug Geld vom Land, müssen sie das Geld der Krankenkassen nehmen, das für die Bezahlung des Personals vorgesehen ist, und begleichen damit die Lücke bei den Kosten für Investitionen.“ Das sei eine ungewollte Quersubventionierung, die zu Personalengpässen bei Kliniken beitrage.

Aktuelle Klinikförderung reicht nicht aus

Laut INEK – Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus gibt es in Rheinland-Pfalz einen jährlichen Krankenhaus-Investitionsbedarf von 319 Millionen Euro. Ein Gutachten des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2016 geht von einem bei den Kliniken im Land aufgelaufenen Investitionsstau in Milliardenhöhe aus. „Die aktuell von der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Verfügung gestellte Klinikförderung in Höhe von 128 Millionen Euro reicht nicht aus, auch wenn die Fördersumme jüngst angehoben wurde und dies ein Schritt in die richtige Richtung war“, betont Kleis.

Verzahnung von Investitionsförderung und Krankenhausqualität

Laut Kleis sollte das Land künftig Geld für Investitionen vorrangig Kliniken geben, die medizinische Qualitätsvorgaben erfüllen: „Die Verzahnung von Geldzuweisungen an Kliniken durch das Land und Qualitätskriterien soll ein Anreiz für Kliniken sein, sich im Sinne der Patientensicherheit stärker um die Einhaltung von Qualitätsvorgaben zu bemühen.“ Bisher seien zu wenige Qualitätskriterien für Kliniken durch das Land definiert. Zudem sanktioniere das Land Kliniken, die Qualitätsvorgaben nicht einhalten, unzureichend. Auch plädiert Kleis dafür, dass künftig durch eine Mindestinvestitionsquote ein fester und auskömmlich hoher Prozentsatz des von den Krankenkassen für die Betriebskosten der Krankenhäuser zur Verfügung gestellten Geldes vom Land für Klinikinvestitionen bereitgestellt wird.

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