Freitag, 22. Februar 2019

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Immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz erhalten Pflegeleistungen

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Zum Jahresende 2017 erhielten rund 161.200 Personen in Rheinland-Pfalz Leistungen der Pflegeversicherung. Laut Statistischem Landesamt in Bad Ems waren dies knapp 29.000 Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger bzw. 22 Prozent mehr als in der vorangegangenen Erhebung im Jahr 2015.

Hintergrund dieser Entwicklung ist einerseits die wachsende Zahl älterer Menschen, die natürlicherweise einem erhöhten Risiko der Pflegebedürftigkeit unterliegen. Darüber hinaus steht der deutliche Anstieg der Fallzahlen in engem Zusammenhang mit Anpassungen im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes II, welches vor allem den Pflegebedarf von Demenzkranken, geistig Behinderten und psychisch Kranken besser erfassen und abdecken soll.

Mehr als 60 Prozent aller Pflegebedürftigen waren weiblich, was in erster Linie auf den höheren Frauenanteil unter der älteren Bevölkerung zurückzuführen ist. Rund 80 Prozent aller Pflegebedürftigen waren im Dezember 2017 älter als 70 Jahre, nahezu 60 Prozent hatten bereits das 80. Lebensjahr vollendet.

Art der Versorgung

Über die Hälfte (55 Prozent) aller Pflegebedürftigen nahm zum Stichtag der Erhebung ausschließlich Pflegegeldleistungen in Anspruch und wurde zu Hause gepflegt; häufig von Familienangehörigen. Weitere 22 Prozent der pflegebedürftigen Frauen und Männer erhielten zu Hause Unterstützung von einem Pflegedienst; mitunter nutzten sie zusätzlich teilstationäre Angebote der Tages- oder Nachtpflege in Heimen. Die restlichen 23 Prozent der Leistungsempfängerinnen und -empfänger befanden sich Ende 2017 in vollstationärer Pflege in einem Heim – 22 Prozent in Dauerpflege und ein Prozent vorrübergehend in sogenannter Kurzzeitpflege.

Pflegegrade

Infolge geringer Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit waren 1,6 Prozent aller Pflegebedürftigen dem Pflegegrad 1 zugeordnet, 44,3 Prozent waren erheblich (Pflegegrad 2) und 31,2 Prozent schwer beeinträchtigt (Pflegegrad 3). Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit (Pflegegrad 4) lag bei 16,9 Prozent der Personen vor; in 5,9 Prozent der Fälle galt es darüber hinaus besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung gerecht zu werden (Pflegestufe 5). In wenigen Fällen (0,1 Prozent) war die Einstufung durch den medizinischen Dienst zum Stichtag der Erhebung noch nicht erfolgt.

Pflegeheime und -dienste

Ende 2017 gab es in Rheinland-Pfalz insgesamt 539 Pflegeheime mit knapp 35.000 Beschäftigten, die rund 40.500 Personen in der voll- und teilstationären Pflege betreuten – davon 62 Prozent in Einrichtungen freigemeinnütziger Träger und gut 35 Prozent in Heimen privater Träger. Gegenüber der Erhebung im Jahr 2015 hat sich die Zahl der Heime um 23 Einrichtungen erhöht; die Beschäftigtenzahl ist um fast 1.400 gestiegen.

Darüber hinaus unterstützten 516 Pflegedienste mit rund 15.300 Beschäftigten die Pflege von knapp 36.000 Personen; das waren 28 Dienste und knapp 1.100 Beschäftigte mehr als 2015. Auf freigemeinnützige Träger entfielen rund 57 Prozent dieser ambulanten Pflegeverhältnisse, knapp 43 Prozent auf private Dienstleister.

Die Angaben stammen aus der Pflegestatistik zum Stichtag 15. bzw. 31. Dezember 2017. Die Pflegestatistik wird alle zwei Jahre erhoben. Befragt wurden die ambulanten Pflegedienste und die stationären Pflegeheime in Rheinland-Pfalz, mit denen ein Versorgungsvertrag nach dem SGB XI bestand (Stichtag 15. Dezember). Die Pflegegeldempfänger (Stichtag 31. Dezember) wurden von den Pflegekassen an das Statistische Bundesamt gemeldet und von dort den Ländern zugeordnet.

Autor: Markus Elz (Referat Soziale Leistungen, Gesundheit, Rechtspflege)

Wo ist bloß das Zahnbonusheft?

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BARMER erste Krankenkasse mit Zahnbonus-App

Mainz/Saarbrücken, 18. Dezember 2018 – Zu wenige Versicherte nutzen ihren Zahnbonus bei Prothesen, Brücken und Kronen. Nach einer Analyse der BARMER haben gerade einmal 52 Prozent der anspruchsberechtigten Versicherten einen um 30 Prozent erhöhten Festzuschuss zum Zahnersatz erhalten. Voraussetzung dafür ist ein über zehn Jahre lückenlos gepflegtes Bonusheft. Ein Zuschuss kann bereits an simplen Problemen scheitern. Laut repräsentativer Umfrage der BARMER muss jeder sechste Besitzer sein Bonusheft zunächst suchen. „Als erste Krankenkasse stellen wir eine App zur Verfügung, die an Vorsorgetermine erinnert und die Besuche digital erfasst“, so Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Damit reagiere die Krankenkasse auf einen zentralen Wunsch ihrer Versicherten. Laut Umfrage befürworteten 59 Prozent der Befragten eine digitale Version des Zahnbonushefts. In Rheinland-Pfalz und im Saarland können rund 582.000 Versicherte der BARMER die neue App nutzen.

Zwei von drei Versicherten besitzen Zahnbonusheft

Die neue App gehöre zum sogenannten Gesundheitsmanager in der BARMER-App und sei mit wenigen Klicks aktivierbar. BARMER-Versicherte könnten damit den erhöhten Zuschuss zum Zahnersatz ohne Vorlage des herkömmlichen Bonusheftes in Anspruch nehmen. Das erleichtere den lückenlosen Nachweis. Denn laut der BARMER-Umfrage kommt es bei der Pflege des Heftes häufig zu Versäumnissen. So habe ein Viertel der Befragten sich nachträglich keinen Stempel abgeholt, wenn sie das Zahnbonusheft beim Zahnarztbesuch vergessen hatten. Zudem besäßen nur rund 66 Prozent der Versicherten hierzulande überhaupt ein Zahnbonusheft. Kleis: „Allein im Jahr 2016 haben bei der BARMER mehr als 290.000 Versicherte und damit fast jeder Dritte auf einen Extra-Zuschuss beim Zahnersatz verzichtet, weil sie kein Bonusheft hatten oder dieses nicht lückenlos geführt wurde.“ Die Zahnbonus-App der BARMER sei Erleichterung und Anreiz zugleich, damit künftig mehr Versicherte einen Bonus erhalten könnten.

Depressionen führen junge Erwachsene öfter zum Arzt

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Koblenz, 17. Dezember 2018 – Junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren in Koblenz sind immer öfter wegen Depressionen in ärztlicher Behandlung. Das geht aus dem Arztreport der BARMER hervor. Thomas Esch, Regionalgeschäftsführer der BARMER in Koblenz, sagt: „Junge Erwachsene mit Depressionen sind überdurchschnittlich oft von weiteren seelischen und körperlichen Erkrankungen betroffen. Das macht die Situation für sie besonders dramatisch.“

Laut Arztreport waren im Mittel der Jahre 2013 bis 2016 in Koblenz 8,3 Prozent der 18- bis 25-Jährigen wegen Depressionen bei einer Praxis in Behandlung. Im Mittel der Jahre 2006 bis 2009 waren es nur 7,2 Prozent. Der Anteil der jungen Erwachsenen, denen ein Antidepressivum verschrieben wurde, stieg im gleichen Zeitraum von 4,4 Prozent auf 5,1 Prozent. Esch sagt: „Junge Erwachsene in Studium und Beruf sind einem stetig steigenden Leistungs- und Zeitdruck ausgesetzt, der zunehmend zu psychischen Problemen führt.“

Esch fordert mehr niederschwellige Angebote, die psychische Erkrankungen vermeiden und junge Erwachsene gut erreichen: „Häufig meiden Betroffene aus Scham den Gang zum Arzt. Ein großes Potenzial beim Kampf gegen Depressionen haben daher Online-Angebote. Wir bieten zum Beispiel ein Online-Training an, mit dem nachweislich Depressionen verhindert werden können.“ Bei wenig ausgeprägten Beschwerden, die keine Psychotherapie nötig machten, könne das Training genutzt werden. Hausärzten käme eine wichtige Lotsenfunktion zu bei der Frage, ob der Gang zum Psychotherapeuten ratsam sei.

Arzneimittel im Straßenverkehr

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Trotz Pillen sicher und fit unterwegs

Mainz, den 12. Dezember 2018 – Viele Menschen nehmen manchmal oder sogar dauerhaft Medikamente ein. Oftmals wird dabei nicht daran gedacht, dass Arzneimittel die Fahrtüchtigkeit oder allgemein die Reaktionszeiten einschränken können. Darum weist der Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV darauf hin, dass schon rezeptfreie Arzneimittel wie ein Erkältungssaft oder Mittel gegen Allergien Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit haben können. Insgesamt empfehlen die Apothekerinnen und Apotheker in Rheinland-Pfalz, sich hierzu gezielt beraten zu lassen oder den Beipackzettel gründlich zu lesen.

Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV erklärt: „Ich kenne viele Patienten, bei denen erst ein Arzneimittel dazu führt, dass sie wieder am Leben und am Straßenverkehr teilnehmen können. Das trifft zum Beispiel auf einen gut eingestellten Diabetiker zu. Oder auch Menschen mit Epilepsie können durch Medikamente, die die Krampfanfälle eindämmen, wieder am Verkehr teilnehmen. Manche Arzneimittel haben aber eine gegenteilige Wirkung – sie vernebeln die Wahrnehmung. Hier wollen wir sensibilisieren. Verkehrsteilnehmer ist nicht nur der Autofahrer, sondern auch der Fußgänger oder der Radler. Alle müssen sich bewusst sein, dass manche Arzneimittel Beeinträchtigungen mit sich bringen können, die einen selber oder andere gefährden können.“

Schon harmlose Augentropfen können das Sehen so beeinflussen, dass man nicht sicher am Verkehr teilnehmen kann. Auch beruhigende – also sedierende Arzneimittel oder Schlafmittel können gefährlich sein, weil sie so genannte Überhänge entwickeln können, zeigt die Apothekerin auf: „Das heißt, sie nehmen am Abend ein Schlafmittel oder ein Beruhigungsmittel ein und sind aber am Morgen noch benommen. Das kann zum Beispiel auch schon bei freiverkäuflichen Schlafmitteln passieren.“ Auch manche Schmerzmittel haben eine so starke Wirkung, dass sie die Reaktionsfähigkeit stark herabsetzen können. Weitere Beispiele sind stark blutdrucksenkende Medikamente, die den Kreislauf so herunterregeln können, dass man nicht fahrtüchtig ist. Gleiches gilt für manche Arzneimittel gegen Reiseübelkeit. Die darf der Fahrer selbst nicht einnehmen. „Bei all diesen Arzneimitteln ist der Blick in den Beipackzettel immer besonders wichtig. Dort stehen die Hinweise auf die eingeschränkte Fahrtüchtigkeit oder Gefährdungen beim Bedienen von Maschinen mit aufgeführt. Wer sich unsicher ist, sollte immer den Arzt oder Apotheker konkret darauf ansprechen.“

Arzneimitteltherapie mangelt es an Sicherheit

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Mainz, 7. Dezember 2018 – Verschriebene Medikamente gefährden unnötig oft die Gesundheit der Rheinland-Pfälzer. Das zeigt der Arzneimittelreport der BARMER, für den die Autoren vom Klinikum Saarbrücken und der Universität Köln Daten aus dem Jahr 2016 ausgewertet haben. „Ärzte verschreiben zu häufig Medikamente, die nicht zum Gesundheitszustand des Patienten passen oder aufgrund des Alters der Patienten nicht verschrieben werden sollten. Hinzu kommen Risiken durch die gleichzeitige Einnahme vieler Arzneien“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

So erhielt fast jeder fünfte Rheinland-Pfälzer (18,2 Prozent) eine Verschreibung für Protonenpumpenhemmer (PPI). Bei nicht mal jedem Zweiten davon (40,1 Prozent) lag eine Diagnose vor, die eine entsprechende Verordnung nötig gemacht hätte. PPI kommen zum Beispiel bei der Behandlung von Sodbrennen zum Einsatz. „Der Verdacht liegt nahe, dass vielen Versicherten ungeprüft PPI weiterverordnet werden“, sagt Kleis. Dabei könnten PPI schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, unter anderem ein höheres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Antirheumatika bei Herzschwäche und PRISCUS-Medikamente

Ein Risiko für die Patientensicherheit sind auch Antirheumatika wie Diclofenac und Ibuprofen, wenn sie Patienten mit Herzschwäche verordnet werden. Beide Mittel können die Herzschwäche verschlimmern. Dennoch erhielt jeder zehnte Rheinland-Pfälzer mit Herzschwäche (10,4 Prozent) eine Verordnung für Diclofenac und sogar mehr als jeder fünfte (21,6 Prozent) für Ibuprofen. „Es geht es nicht um Schuldzuweisungen in Richtung Ärzte. Für sie ist es enorm schwierig, den Überblick zu behalten. Patienten müssen allerdings besser vor Risiken in der Arzneimitteltherapie geschützt werden“, fordert Kleis.

Laut Arzneimittelreport weist Rheinland-Pfalz bundesweit einen der höchsten Anteile an älteren Menschen auf, denen ein Medikament verordnet wurde, das potenziell mehr Risiko als Nutzen für sie hat. „Manche Arzneimittel sind für Senioren kritisch und werden daher auf der sogenannten PRISCUS-Liste aufgeführt“, erklärt Kleis. Mehr als jeder vierte Rheinland-Pfälzer über 65 Jahren (27,2 Prozent) hat im Jahr 2016 ein PRISCUS-Medikament erhalten. Derzeit umfasst die PRISCUS-Liste 83 Medikamente, die als potenziell ungeeignet für alte Menschen gelten.

Polypharmazie: Medikationsplan nutzen

Ein besonders Risiko für die Arzneimitteltherapiesicherheit ist die Polypharmazie. Von ihr spricht man, wenn Patienten mehr als fünf Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen. Je älter die Menschen sind, desto häufiger leiden sie unter chronischen Krankheiten, die medikamentös behandelt werden und desto höher ist das Risiko für Polypharmazie. In Rheinland-Pfalz ist jeder vierte BARMER Versicherte (25 Prozent) von Polypharmazie betroffen.

„Polypharmazie geht nicht zwangsläufig mit einer unangemessenen Übertherapie einher. Untersuchungen legen aber nahe, dass Patienten mit Polypharmazie Arzneimittel teils unnötig einnehmen“, erklärt Kleis. Dabei bestehe ein erhöhtes Risiko von unerwünschten Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten. „Nimmt ein Patient Medikamente ein, die sich nicht vertragen, kann die Medizin im schlimmsten Fall zum tödlichen Cocktail werden“, verdeutlicht Kleis.

Patienten haben Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete Medikamente gleichzeitig und dauerhaft einnehmen. Unter den rheinland-pfälzischen BARMER Versicherten ist das fast jeder Zweite (47 Prozent). Die Bedeutung des Medikationsplans wird auch dadurch deutlich, dass rund zwei Drittel der von Polypharmazie betroffenen BARMER Versicherten in Rheinland-Pfalz (66 Prozent) ihre Medikamente von drei oder mehr Ärzten verordnet bekommen und rund ein Drittel (35 Prozent) der von Polypharmazie Betroffenen Medikamentenrezepte in drei oder mehr Apotheken einlöst.

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