Freitag, 23. August 2019

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Schattenseiten einer Schwangerschaft – Wieso psychisch auffällige Mütter unsere Hilfe brauchen

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"Die Schwangerschaft zu hassen, heißt nicht, dass wir unsere Babys hassen, und depressiv zu sein, heißt nicht, dass wir es hassen, Mütter zu sein. Manchmal ist das einfach Chemie." Diesen Satz könnte eine mutige Mutter offenbart haben. Sie hätte es geschafft - trotz des gesellschaftlichen Drucks - ihre Gefühle in ihrer Schwangerschaft ehrlich zu beschreiben.

Neben den Glücksgefühlen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, gibt es auch die Schattenseiten. Diese Schattenseiten durchleben derzeit 10-15% aller Frauen in Deutschland. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

Aus diesem Grund haben sich, auf Einladung der Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz-Kindergesundheit des Landkreises Mayen-Koblenz, Gabriele Teuner, und der Netzwerkkoordinatorin Kindeswohl der Stadt Koblenz, Sabine Schmengler, multiprofessionelle Fachkräfte aus den Arbeitsfeldern Medizin, Soziale Arbeit, Geburtshilfe, Jugendamt, Psychotherapie und Beratungsstellen getroffen und einen Runden Tisch zum Thema „Psychisch auffällige Mütter rund um die Geburt“ ins Leben gerufen.

Mit großem Bedauern wurden aus allen Bereichen große Versorgungslücken in Koblenz  und dem Bereich des Kreisjugendamts Mayen-Koblenz zurückgemeldet. Die Zahl der ambulanten und niedrigschwelligen Therapieangebote ist verschwindend gering. Therapieplätze für betroffene Frauen liegen meist bei einer Wartezeit zwischen 6 und 16 Monaten. Gerade für akut betroffene Frauen und deren Kinder kann das gravierende Folgen haben. Eine schnelle therapeutische Anbindung wäre nötig, um Krisen abzuwenden und Frauen den Leidensdruck zu nehmen. Auch wenn die jeweiligen Beratungsstellen/ Institutionen Schwangere und Mütter therapeutisch anbinden möchten, ist das in der Region nicht ohne weiteres möglich, da schlichtweg das Angebot fehlt. Der Runde Tisch kam gemeinsam zu dem Entschluss, dass ein ambulantes, therapeutisches Angebot geschaffen werden muss, um Betroffenen schnelle Hilfen zu vermitteln. Der Arbeitskreis sieht die Notwendigkeit ein Angebot zu schaffen, das psychisch kranken Müttern auch kurzfristig Erstgespräche ermöglicht, um diesen ihren Leidensdruck zu mildern und Krisen zu vermeiden. Hier sind die Politik und die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz gefragt, diese gravierende Versorgungslücke zu schließen.

Ein Blick auf andere Städte zeigt, dass es geht. Zu nennen ist zum Beispiel die LWL Klinik Dortmund, die das Projekt „Eltern sein“ ins Leben gerufen hat. Dieses bietet eine wöchentliche Beratung für psychisch kranke Eltern, welche in Form eines Gruppen- oder Einzelangebotes wahrgenommen werden kann. Ziel dieses Angebotes ist die Entlastung der psychisch kranken Eltern und deren Kinder, die Stärkung der Elternkompetenz, sowie ggf. die Vermittlung weiterer Hilfsangebote.
Die Fachkräfte sind sich einig: wir benötigen ein ambulantes, therapeutisches Angebot,  um Frauen in dieser schwierigen Phase aufzufangen. Beratungsstellen und Institutionen müssen eine Möglichkeit erhalten, ihre Klientinnen und Klienten sowie Patientinnen und Patienten in professionelle Hände geben zu können.

Rheinland-Pfälzer leiden besonders oft unter Reizdarm

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Mainz, 17. Mai 2019 – In fast keinem anderen Bundesland leiden anteilig mehr Menschen unter einem Reizdarm als in Rheinland-Pfalz. Das zeigt der Arztreport der BARMER. „Menschen mit einem Reizdarm sind oft in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Der Weg zur Arbeit, ein Treffen mit Freunden oder ein Kinobesuch kann mit dieser Erkrankung zur quälenden Belastung werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Das Reizdarmsyndrom sei gemessen an der Zahl der Betroffenen ein Volksleiden.

Das Reizdarmsyndrom äußert sich durch häufige und lange anhaltende Beschwerden im unteren Verdauungstrakt mit unbekannter Ursache. Typische Beschwerden sind Bauschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen. Laut Arztreport wurde im Jahr 2017 bei knapp 60.000 Rheinland-Pfälzern ein Reizdarm diagnostiziert. Das sind 1,5 Prozent der Bevölkerung in dem Bundesland. Nur im Saarland sowie in Baden-Württemberg, Bremen und Thüringen erfolgte die Diagnose öfter. „Befragungsstudien legen nahe, dass in Deutschland 17 Prozent der Bevölkerung an einem Reizdarm leiden. Viele Betroffene meiden aus Scham den Arztbesuch“, berichtet Kleis.

Reizdarmsyndrom betrifft auffallend viele Menschen in der Pfalz

In Rheinland-Pfalz wird auffällig oft in der Pfalz ein Reizdarm diagnostiziert. Zu den Landkreisen und kreisfreien Städten mit den bundesweit höchsten Diagnoseraten gehören der Kreis Kusel (3,0 Prozent), Speyer (2,5 Prozent), Ludwigshafen (2,4 Prozent), der Donnersbergkreis, der Rhein-Pfalz-Kreis (je 2,3 Prozent) und der Kreis Bad Dürkheim (2,1 Prozent). Der Kreis Kusel weist im Ranking aller deutschen Kreise und Städte den dritthöchsten Wert auf. Speyer und Ludwigshafen folgen auf den Plätzen sechs und sieben. Den geringsten Bevölkerungsanteil in Rheinland-Pfalz mit der Diagnose „Reizdarm“ gibt es im Kreis Vulkaneifel (0,8 Prozent).

Laut Kleis stellen sich Reizdarm-Patienten oft bei vielen Ärzten vor, bis sie die richtige Diagnose erhalten: „Die Anzeichen der Erkrankung sind sehr unspezifisch. Zudem ist das Reizdarmsyndrom eine Ausschlussdiagnose. Das heißt, es müssen erst andere Ursachen ausgeschlossen werden, die die Beschwerden ebenso auslösen können.“ Bei der Diagnose würden zu oft bildgebende Verfahren wie Computer- und Magnetresonanztomografien eingesetzt, obwohl sie in der Regel nicht zur Abklärung eines Reizdarmsyndroms vorgesehen seien. „Gerade Computertomografien sollten aufgrund der hohen Strahlenbelastung zurückhaltend eingesetzt werden“, betont Kleis.

Der Arztreport liefert nicht nur Hinweise für Verbesserungspotenzial auf dem Weg zur Diagnose. Auch manche Ansätze zur Therapie von Reizdärmen müssen kritisch hinterfragt werden. „Laut Arztreport werden bei einem Reizdarm oft Magensäureblocker verordnet, obwohl ihr Nutzen bei der Behandlung umstritten ist“, erklärt Kleis. Magensäureblocker würden bei einer Langzeitanwendung mit einem erhöhten Risiko für Brüche, Magen-Darm-Infektionen sowie Lungenentzündungen in Verbindung gebracht. Auch opioidhaltige Schmerzmittel kämen zum Einsatz. „Hier ist nicht nur die Wirkung fraglich. Es droht auch eine Abhängigkeit“, unterstreicht Kleis.

Reizdarm-Therapie erfordert ganzheitlichen Ansatz

„Zu einer guten Therapie des Reizdarmsyndroms gehört ein ganzheitlicher Blick auf den Körper, der die Psyche ebenso einbezieht wie die Ernährung und Bewegung. Die reine Gabe von Medikamenten ist der falsche Ansatz“, bemängelt Kleis. Die Versorgung von Reizdarm-Patienten müsse deutlich besser werden. Hausärzte oder Internisten sollten am besten eng mit Schmerztherapeuten sowie zertifizierten Ernährungswissenschaftlern zusammenarbeiten und dabei die Psychosomatik im Blick behalten.

Nach den Worten von BARMER-Landesgeschäftsführerin Kleis können Betroffene selbst viel machen, um eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. Dazu gehört, sich mit seiner Ernährung und seinem Essverhalten gezielt auseinanderzusetzen. Kleis sagt: „Auch Sport wie zum Beispiel Nordic Walking kann helfen. Meditieren und Achtsamkeitstraining können dazu beitragen, dass Betroffene lernen, mit psychosozialen Stressfaktoren umzugehen."

 

Mit chronisch kranken Kindern auf Reisen

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Auch unterwegs bestens gerüstet

Mainz, den 2. Mai 2019 – Wenn Eltern mit einem chronisch kranken Kind auf Reisen gehen, gibt es schon bei der Auswahl des Reiseziels einiges zu beachten. Herzkranke Kinder können hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit nicht gut vertragen. Auch lange Flugreisen sind durch die Druckverhältnisse im Flugzeug sehr belastend. Im Vorfeld zum Tag des herzkranken Kindes (am 5. Mai) klärt der Apothekerverband Rheinland-Pfalz darüber auf, was Eltern konkret bei der Mitnahme der Medikamente und bei deren Lagerung am Urlaubsziel beachten sollten.

Chronisch kranke Menschen sind in der Regel auf eine Vielzahl an teilweise sehr speziellen Arzneimitteln angewiesen. Deswegen sollten alle Medikamente in aus-reichender Menge mitgenommen werden. „Um bei Flugausfällen oder bei Verlust der Medikamente nicht in Schwierigkeiten zu geraten, empfehlen wir, Arzneimittel für die geplante Aufenthaltsdauer plus sieben Tage einzupacken. Diese gehören auch bei der Anreise unbedingt ins Handgepäck, falls der Koffer nicht rechtzeitig am Urlaubsziel ankommt“, erklärt Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV. Sollten darunter Flüssigkeiten in größeren Mengen als den erlaubten 100 Milliliter sein, empfiehlt die Apothekerin, vorher bei der Fluggesellschaft nachzufragen, wie man diese am besten transportiert. Das gleiche gilt für medizinische Geräte wie beispielsweise Beatmungsgeräte, tragbare Dialyse-Geräte oder auch Vernebler.

Bei der Mitnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel Insulin- oder Thrombosespritzen, wird eine Bescheinigung vom Arzt verlangt und auch ein Medikationsplan in englischer Sprache sollte immer dabei sein. Ist das Kind auf Insulin oder andere kühlpflichtige Medikamente angewiesen, ist es wichtig, dass diese die ganze Reise über gekühlt werden können. Hier sollten sich Eltern schon vor der Reise erkundigen, ob im gebuchten Zimmer ein Kühlschrank vorhanden ist. Die Apothekerin rät bei Reisen mit kranken Kindern außerdem, dass Eltern sich vor Reiseantritt erkundigen, ob sich für den Notfall ein geeigneter Arzt oder ein Krankenhaus in erreichbarer Nähe befindet. Für eine ärztliche Behandlung während Reisen außerhalb der EU ist zudem eine Reisekrankenversicherung möglicherweise sinnvoll.

Am 7. Juni ist Tag der Apotheke

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Eltern und Erzieher sollten mit Notfall-Arzneimitteln für Kinder üben

Mainz, 30. April 2019 – Wenn ein Kind ein Notfall-Arzneimittel braucht, sollten Eltern, Erzieher und Lehrer dessen Anwendung schon im Vorfeld üben. „Im Notfall sind alle Beteiligten so unter Druck, dass gerade bei komplexen Darreichungsformen leicht Fehler passieren. Deshalb sollten sich die Erwachsenen schon im Vorfeld in der Apotheke demonstrieren lassen, wie ein Notfall-Arzneimittel bei einem Kind richtig angewendet wird“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz. Der bundesweite ‘Tag der Apotheke‘ findet jedes Jahr am 7. Juni statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Richtige Medikation für Kinder“. Viele der rheinland-pfälzischen Apotheken machen an diesem Aktionstag auf Leistungen speziell für Kinder aufmerksam.

Notfall-Arzneimittel brauchen Kinder zum Beispiel bei einer Allergie gegen Erdnüsse oder andere Nahrungsmittel, erklärt Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV: „Rund acht Prozent aller Kinder sind schätzungsweise betroffen, wobei diese Allergie mit zunehmendem Alter seltener wird. Die Allergie kann unter anderem zu Hautausschlag, Schwellungen, Luftnot oder Schwindel führen.“ Die Symptome betreffen den ganzen Körper und sind schwerwiegender als bei einer Lebensmittel-Intoleranz. Typisch für die allergische Reaktion ist der rasche Beginn der Symptome; die Schwere der Symptome kann nur selten vorhergesagt werden. „Unbehandelt können akute schwere allergische Reaktionen bei Kindern tödlich enden. Deshalb ist es wichtig, dass die Notfall-Arzneimittel nicht nur immer in Reichweite sind, sondern die Erwachsenen auch mit der Anwendung vertraut sind“, sagt Dr. Martina Neininger vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS) der Universität Leipzig. Im Notfall sollte zunächst ein Notarzt verständigt werden. Allerdings sollten auch ärztlich verschriebene Antihistaminika oder Kortison griffbereit sein. Dabei ist zu bedenken, dass die ebenfalls zum Notfallset gehörenden beratungsintensiven Adrenalin-Autoinjektoren wegen Lieferproblemen der Anbieter aktuell in Apotheken kaum verfügbar sind.

Beispiele für weitere Notfall-Arzneimittel, deren Anwendung Erwachsene üben sollten, sind Dosieraerosole bei Asthmaanfällen sowie Rektiolen oder Mundspritzen bei epileptischen Anfällen von Kindern.

Wie lange brauche ich bis zum nächsten Krankenhaus?

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Krankenhaus-Atlas geht online

Knapp 94 Prozent der in städtischen Regionen lebenden Bevölkerung in Rheinland-Pfalz erreichen innerhalb von 15 Minuten das nächste Krankenhaus mit einer Basisversorgung. Deutschlandweit sind es knapp 90 Prozent. In ländlichen Regionen schaffen dies in Rheinland-Pfalz wie in Deutschland rund 64 Prozent der Bevölkerung. Diese Erreichbarkeiten ergeben sich aus dem neuen Krankenhaus-Atlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Das interaktive Kartenangebot zeigt erstmals die Erreichbarkeit von allen möglichen Standorten in Deutschland zum nächsten Krankenhaus. Die Nutzerinnen und Nutzer können dabei nicht nur nach Krankenhäusern mit Basisversorgung und allgemeinen Fachabteilungen suchen, sondern auch nach speziellen medizinischen Leistungen filtern. So wird für Rheinland-Pfalz etwa sichtbar, dass in städtischen Regionen Kliniken mit Frauenheilkunde und/oder Geburtshilfe für 90 Prozent der Bevölkerung binnen 15 Minuten erreichbar sind, in ländlichen Gegenden sind es 58 Prozent (Deutschland: 83 bzw. 55 Prozent).

Die Erreichbarkeiten werden in Minuten angegeben und beziehen sich auf die Fahrtzeit in einem Pkw bei ungestörter Verkehrslage. Grundlage der Berechnung ist der Straßendatenbestand des offenen Gemeinschaftsprojektes OpenStreetMap (OSM).

Erreichbarkeitsdiagramme ermöglichen Regional- und Ländervergleich

Für den regionalen Vergleich sind die Erreichbarkeiten in Anlehnung an die siedlungsstrukturellen Regionstypen „Städtische Region“, „Region mit Verstädterungsansätzen“ und „Ländliche Region“ in Erreichbarkeitsdiagrammen dargestellt. So können die Erreichbarkeiten nach Regionstypen für jedes Bundesland nachvollzogen werden. Für GIS-Anwenderinnen und Anwender werden WMS-Kartendienste bereitgestellt.

Basis der Informationen für den Krankenhaus-Atlas sind Ergebnisse der Daten von Krankenhäusern, die im Rahmen der fallpauschalenbezogenen Krankenhaus-Statistik (DRG-Statistik) im Jahre 2016 Leistungen abgerechnet haben. Diese Informationen wurden um eigene Recherchen der statistischen Ämter angereichert.

Der Krankenhausatlas sowie weitere Informationen sind über folgenden Link zugänglich: krankenhausatlas.statistikportal.de

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