Montag, 02. August 2021

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Wohl jeder zweite männliche Diabetiker wird irgendwann ein Potenzproblem bekommen.

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Sehr wichtig ist dann, früh darüber zu reden. Mit wem? Wie sind die ersten Schritte? Wir haben Antworten.

„Unter einer Erektionsstörung – mit dem korrekten medizinischen Fachausdruck als erektile Dysfunktion bezeichnet – versteht man die vollständige oder teilweise Unfähigkeit, über einen längeren Zeitraum eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr oder andere sexuelle Aktivitäten ausreichende Erektion (Versteifung) des Penis zu erreichen und aufrechtzuerhalten.“

Der subjektive Leidensdruck spielt hier eine bedeutende Rolle – eben dieser Aspekt ist nicht so einfach objektivierbar bzw. standardisiert messbar.

Nicht verstummen

Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist es nach unserer Auffassung besonders wichtig, im Fall des Auftretens von Schwierigkeiten nicht zu verstummen und die Symptome sowie den damit verbundenen Leidensdruck einfach hinzunehmen. Welchen Nutzen und welchen Sinn kann es haben, über sein Potenzproblem zu reden?

Um aufzuklären und zu informieren hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine neue Plattform für betroffene Männer geschaffen - Infos zu Erektionsproblemen bei Männern.

"Darüber reden" – heutzutage kein Problem?

Einerseits sind Informationen zur männlichen Sexualität bzw. Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten scheinbar so leicht und schnell zugänglich wie nie zuvor – es gibt Internet-Suchmaschinen, generell viel mehr aktive Aufklärung seitens verschiedenster Organisationen und Institutionen; außerdem gibt es schon seit längerem eine gefühlte Enttabuisierung im Umgang mit der Sexualität.

Nicht einfacher geworden

Andererseits ist es ganz offensichtlich für Betroffene wie für Fachleute bzw. Behandler nicht einfacher geworden, über Probleme und Schwierigkeiten im sexuellen Bereich zu sprechen. Dies zeigt sich auch immer wieder in dem von unserer Klinik angebotenen, verhaltensmedizinisch ausgerichteten Informations- und Behandlungsprogramm (Männerrunde):

Männerrunde: Hemmungen

Hier sind Hemmungen sowie eine gewisse Befangenheit und Zurückhaltung auf Seiten der Teilnehmer zunächst oft deutlich zu spüren. Über diese alltäglichen Erfahrungen in unserer Klinik hinausgehend zeigt sich die Schwierigkeit auch darin, dass nur wenige männliche Diabetiker von sich aus über etwaige Erektionsprobleme sprechen – und dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Patienten eine weiterführende diagnostische Abklärung oder gar konkrete therapeutische Schritte anstrebt.

Besser nicht darüber reden?

Wenn wir uns einig sind, dass es nicht so einfach ist, mit der Partnerin, Vertrauten, anderen Betroffenen oder auch Fachleuten darüber zu reden – warum sollte ein Betroffener das überhaupt tun? Und das schmerzlich bemerkte Nachlassen der Manneskraft im Gespräch thematisieren? Vielleicht ist es ja auch besser, nicht alles zu problematisieren, breitzutreten und ans Licht des alltäglichen Bewusstseins zu zerren? Was soll das schon helfen?

Oft geht die Beeinträchtigung oder gar der Verlust der Erektionsfähigkeit einher mit Identitätsproblemen, massiven Selbstzweifeln, Verschlechterungen des Selbstwertgefühls, der psychischen Befindlichkeit (Traurigkeit, Ängste, Verzweiflung) sowie der Beziehung zum Partner. Insgesamt kann man also in vielen Fällen von einer deutlichen Minderung der Lebensqualität und einer erheblichen Belastungssituation für die Betroffenen sprechen.

Gründe fürs Gespräch

Nun kann es aus einer ganzen Reihe von Gründen von Bedeutung sein, eben nicht zu versuchen, ganz allein – zurückgezogen im stillen Kämmerlein – zu versuchen, die Probleme zu lösen oder irgendwie allein zu verarbeiten! Reden kann in vielerlei Hinsicht unterstützen und den Weg zu einer Besserung der Situation ebnen:

Reden befreit …

Offene Gespräche über die veränderte Situation, über die belastenden Gedanken und Gefühle können befreiend, unterstützend und insgesamt entlastend wirken. Reden an sich kann also schon einen therapeutischen Effekt haben – allerdings ist es hierbei auch wichtig, den richtigen oder geeigneten Gesprächspartner zu finden.

… und vermittelt Wissen!

Neben diesem unterstützenden oder entlastenden Charakter solcher Gespräche ist es auch wichtig, sich als Betroffener zu informieren, sich Wissen dazu anzueignen, welche Ursachen und vor allem auch welche Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Die Forschung in diesem Bereich hat gezeigt, dass Erektionsprobleme viele Ursachen haben können.

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erektion handelt es sich um einen sehr komplexen und komplizierten Vorgang, der in gewisser Weise auch sehr fragil und störanfällig sein kann. So sind Erektionsprobleme auch in der Regel durch eine Kombination von Einflussfaktoren verursacht.

Je nachdem, welche Ursache im Vordergrund steht, können unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten angeboten werden. Im Gespräch mit dem Arzt – und nur im Gespräch – können somit die wichtigen Fragen beantwortet werden: Woher kommt meine Erektionsstörung? Sind die Symptome bei geeigneter Behandlung rückgängig zu machen oder zumindest zu verbessern? Welches ist die geeignete therapeutische Unterstützung für meinen speziellen Fall?

Also: Darüber reden leistet einen wesentlichen Beitrag auch zur medizinischen Therapie beim Auftreten von Potenzproblemen.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Maarweg 149-161

50825 Köln

Job macht Pflegekräfte krank und zu Frührentnern

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Mainz, 18. Februar 2021 – Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz melden sich deutlich häufiger krank und gehen öfter gesundheitsbedingt in Frührente als der Durchschnitt der übrigen Beschäftigten im Land. Das zeigt der Pflegereport der BARMER, den Forscher der Universität Bremen für die Krankenkasse erstellt haben. „Rheinland-Pfalz hätte auf einen Schlag rechnerisch 1.100 Pflegekräfte mehr, wenn Beschäftigte in der Pflege genauso gesund wären wie die übrigen Beschäftigten im Land. Für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege können Land und Arbeitgeber sorgen“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Dazu würden eine angemessene Vergütung sowie möglichst planbare und familienfreundliche Arbeitszeiten gehören.

Laut Report waren 9,2 Prozent der rheinland-pfälzischen Hilfskräfte in der Alten- und Krankenpflege im Mittel der Jahre 2016 bis 2018 krankgeschrieben. Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Pflegehilfskräften in Rheinland-Pfalz 92 arbeitsunfähig gemeldet waren. Dieser Wert liegt 84 Prozent über dem Krankenstand (5,0 Prozent) der übrigen Berufe in Rheinland-Pfalz im Auswertungszeitraum. Er gehört zu den höchsten Werten im Vergleich aller Bundesländer. Auch der Krankenstand der rheinland-pfälzischen Altenpflegefachkräfte (7,2 Prozent) und Krankenpflegefachkräfte (6,3 Prozent) liegt deutlich über dem Landesmittel der übrigen Berufe für die Jahre 2016 bis 2018.

Pflegekräfte gehen oft in Frührente

Wie gesundheitsbelastend Pflege ist, zeigt auch die hohe Quote von Beschäftigten in Pflegeberufen, die nicht bis zur Altersrente durchhalten. So gingen im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018 von 1.000 Altenpflegehilfskräften in Rheinland-Pfalz fünf in die Erwerbsminderungsrente (0,51 Prozent). Von den Erwerbstätigen in den sonstigen Berufen waren es nur drei (0,32 Prozent). Auch rheinland-pfälzische Krankenpflegehilfskräfte (0,50 Prozent) und Krankenpflegefachkräfte (0,45 Prozent) gingen vergleichsweise oft gesundheitsbedingt in Frührente. Kleis sagt: „Arbeitgeber in der Pflege müssen ihr Engagement beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ausbauen. Übungen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen sowie Kursen gegen Stress und psychische Belastung sollte mehr Raum gegeben werden.“

Nach den Worten von Kleis hat die Corona-Pandemie die Arbeitsbedingungen in der Pflege verschärft: „Hygieneschutzmaßnahmen und die Versorgung von Heimbewohnern in Quarantäne haben für das Pflegepersonal Mehraufwand bedeutet. Pflegebedürftige konnten nur eingeschränkt oder gar keinen Besuch empfangen, was diese oft depressiv verstimmt hat.“ Die resultierenden Mehrbelastungen hätten mit einer pandemiebedingt verringerten Personaldecke gestemmt werden müssen. „Auch die psychische Belastung der Pflegekräfte ist gestiegen. Hierzu tragen die Konfrontation mit schweren Krankheitsverläufen und dramatischen Todesfällen sowie die Angst vor Ansteckung bei“, meint Kleis. Schon ohne Corona-Pandemie sei die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte hoch gewesen.

Gesundheit von Heim-Beschäftigten leidet körperlich und psychisch

Datenauswertungen der BARMER liefern Hinweise darauf, dass besonders Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen unter der Arbeitsbelastung leiden. So waren Beschäftigte in Heimen im Jahr 2019 in Rheinland-Pfalz 29,0 Tage arbeitsunfähig zuhause. Der Landesdurchschnitt aller Erwerbspersonen lag dagegen bei nur 18,5 Arbeitsunfähigkeitstagen. Sehr hoch sind dabei die Fehlzeiten in der Belegschaft rheinland-pfälzischer Heime wegen psychischer Leiden wie zum Beispiel Depressionen. Seelische Erkrankungen sorgten bei Heimmitarbeitern für durchschnittlich 7,6 Krankentage. Im Landesmittel waren Erwerbspersonen nur 3,6 Tage arbeitsunfähig infolge psychischer Leiden.

Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen sind mit durchschnittlich 7,4 Arbeitsunfähigkeitstagen ein weiterer Hauptgrund für die hohen Fehlzeiten von Beschäftigten in Heimen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2019. Dieser Wert übertrifft den Landesdurchschnitt aller Erwerbspersonen von 4,1 Krankentagen deutlich. Kleis sagt: „In den Pflegeberufen ist eine Aus- und Weiterbildungsoffensive zwingend nötig. Der Gesetzgeber hat mit der Konzertierten Aktion Pflege, die bis zum Jahr 2023 einen deutlichen Zuwachs an Ausbildungsplätzen vorsieht, einen wichtigen Schritt gemacht.“ Allerdings richte sich der Fokus dabei nur auf Pflegefachkräfte. Das reiche nicht aus: „Die Pflegedienste und -heime müssen verstärkt auch Ausbildungsplätze für Pflegehilfskräfte anbieten.“

200.000 Corona-Schutzimpfungen in Rheinland-Pfalz verimpft

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Erstimpfungen in nahezu allen Pflegeeinrichtungen absolviert

„Mehr als 200.000 Impfungen in Rheinland-Pfalz seit dem bundesweiten Impfstart vor nur rund sechs Wochen zeigen, dass wir mit unserem Vorgehen bei den Corona-Schutzimpfungen auf einem sehr guten Weg sind“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Die Zahlen belegen, wie leistungsfähig und verlässlich unser dreigliedriges System mit Impfungen in den neu errichteten Impfzentren, über die mobilen Teams sowie in den Krankenhäusern ist. Ich kann allen Beteiligten für diesen tollen Erfolg und das große Engagement, das dahintersteht, nur ausdrücklichen danken. So ermöglichen wir alle gemeinsam den bestmöglichen Schutz für die Menschen in Rheinland-Pfalz.“

Innerhalb von nur sechs Wochen hat es in Rheinland-Pfalz bereits 201.075 Corona-Schutzimpfungen gegeben. Stand Sonntagabend haben 146.797 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer ihre Erstimpfung erhalten, mehr als ein Drittel (54.278) davon auch schon die Zweitimpfung. Damit liegt Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich der Länder auch bei den Zweitimpfungen in der oberen Hälfte. Bei den Erstimpfungen hat kein anderes Bundesland anteilig so vielen seiner Einwohner bereits einen ersten Corona-Schutz anbieten können.

Auch in den Alten- und Pflegeeinrichtungen kommen die Erstimpfungen sehr zügig voran. Mehr als 99 Prozent – exakt 472 der 474 Einrichtungen – konnten bislang bedient werden. Die beiden noch ausstehenden Häuser werden in Kürze Erstimpfungen erhalten. Auch die Termine für die Zweitimpfungen sind in nahezu allen Einrichtungen vergeben. „Das ist eine großartige Leistung, die wir in erster Linie den engagierten Mitarbeitenden in den Einrichtungen sowie den mobilen Impf-Teams zu verdanken haben, aber auch den hausärztlichen Teams, die in vielen Pflegeeinrichtungen nach einer entsprechenden Eigenorganisation geimpft haben“, sagten Ministerpräsidentin Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Gleichzeitig kündigte Ministerin Bätzing-Lichtenthäler weitere Erstimpfungen für die Personen der Gruppe mit höchster Priorität an, die beim ersten Besuch der mobilen Impfteams in den Einrichtungen nicht geimpft werden konnten, aber grundsätzlich impfbereit sind. Für die Mitarbeitenden sowie die Bewohnerinnen und Bewohner soll es in den kommenden Wochen ein zweites Angebot für eine erste Corona-Schutzimpfung geben. „Die Impfquoten sind mit rund 80 Prozent bei Bewohnerinnen und Bewohnern sowie rund 70 Prozent bei den Mitarbeitenden erfreulich hoch“, sagte Bätzing-Lichtenthäler. „Dennoch werden wir auf jeden Fall einen zweiten Durchgang organisieren, in dem in den Einrichtungen alle Personen mit höchster Priorisierung zum Zuge kommen können, die sich erst später für eine Impfung entschieden haben oder die bei der ersten Runde nicht dabei sein konnten.“ Auch die zweite Runde wird durch mobile Impf-Teams oder in Eigenorganisation erfolgen. Die Vorbereitungen laufen.

Mit Stand vom 7. Februar abends haben bereits 34.940 Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen eine erste Corona-Schutzimpfung erhalten, 10.317 von ihnen auch schon die Zweitimpfung. Bei den Mitarbeitenden liegen die Zahlen bei 30.440 (Erstimpfung) beziehungsweise 9188 (Zweitimpfung). In Rheinland-Pfalz leben etwa 42.000 Personen in einer Pflegeeinrichtung, beschäftigt sind dort rund 40.000 Mitarbeitende.

Kenntnis alternativer Corona-Strategie steigert Impfbereitschaft und Durchhaltekräfte

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Zunehmend mehr Wissenschaftler fordern in Deutschland ein Umdenken im Kampf gegen die Pandemie – auch Professor Marc Oliver Rieger von der Universität Trier.

Vordergründig hat der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Marc Oliver Rieger von der Universität Trier in einer Studie mit insgesamt mehr als 2000 Teilnehmern untersucht, was deutsche Bürger über die Corona-Lage in Ostasien wissen. Bei der Frage nach der Zahl der COVID-19-Toten zeigte sich beispielsweise, dass die hierzu befragten Teilnehmer die Anzahl der am Virus gestorbenen Menschen in Deutschland deutlich unterschätzen, diejenige in China, Taiwan oder Australien jedoch deutlich überschätzen.

Bedeutender als diese Fehleinschätzung ist im Hinblick auf die Corona-Strategie aber ein weiteres Ergebnis der Befragung: Die Einstellungen zu sozialer Distanzierung und einer Impfung hängen signifikant mit dem Kenntnisstand über die Corona-Lage in Ostasien zusammen.

„Wenn Menschen bewusst ist, dass in Taiwan, China oder Australien COVID-19 quasi bezwungen ist, sehen sie die Pandemie weniger als ein unabänderliches Schicksal an und halten Schutzmaßnahmen oder eine Impfung generell für sinnvoller“, erläutert Professor Rieger den Zusammenhang. Er plädiert daher schon aufgrund dieses Effekts für eine intensivere Auseinandersetzung in Deutschland mit den erfolgreichen Corona-Strategien in Australien und Ostasien. Damit steht er in einer Linie mit den prominenten Vertretern der „No Covid“-Strategie, der Braunschweiger Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann und dem Kölner Intensivmediziner Prof. Dr. Michael Hallek.

Die zwischen März 2020 und Januar 2021 durchgeführten Befragungen offenbaren zwar, dass in Deutschland das Wissen über die Corona-Situation in Ostasien spärlich ist. „Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass die Vorbildfunktion Ostasiens und Australiens im Umgang mit der Pandemie von mehr und mehr Deutschen wahrgenommen wird“, ergänzt Marc Oliver Rieger. Der Anteil der Personen, die von diesen Ländern lernen wollen, stieg von 33 Prozent im Frühjahr 2020 auf inzwischen mehr als 60 Prozent.

Die Studie „East Asia’s success against COVID-19 – acclaimed or ignored?” wird in „Economic Bulletin“ veröffentlicht.

Wenn plötzlich die Worte fehlen

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Holger Wolf informiert sich bei Aphasie-Selbsthilfegruppe Waldbreitbach

Es kann jede und jeden treffen: Durch Krankheit oder einen Unfall fehlt von einem Tag auf den anderen die Fähigkeit, mit Worten zu kommunizieren. Menschen, die von einem plötzlichen Sprachverlust - der Fachbegriff ist „Aphasie“ - betroffen sind, müssen das Sprechen und oft auch das Schreiben erst wieder erlernen.

Holger Wolf informierte sich bei Hermann-Josef Wester von der Aphasie-Selbsthilfegruppe Waldbreitbach über die Arbeit der Initiative.

Aphasie ist eine Sprachstörung, die nach einer Schädigung der linken Gehirnhälfte auftreten kann. Ursache einer solchen Schädigung ist in vielen Fällen ein Schlaganfall. Andere mögliche Ursachen sind Hirnblutungen, Hirntumore, entzündliche Prozesse oder Schädelhirnverletzungen (etwa nach einem Unfall). Wer unter einer Aphasie leidet, kann häufig selbst alltägliche Dinge nicht mehr benennen. Er oder sie weiß, dass auf dem Tisch ein Teller und ein Messer liegen, aber es fehlen einfach die Worte. Eine schreckliche Situation für die Betroffenen und für ihre Angehörigen.

Der Weg zurück zur Sprache ist mühsam, kann aber mit Unterstützung durch eine Sprachtherapie gelingen. Wichtig ist es, nicht den Mut zu verlieren. Im Landesverband Aphasie Rheinland-Pfalz und in örtlichen Aphasie Selbsthilfegruppen unterstützen sich Betroffene und ihre Familien gegenseitig.

„Aphasiker bekommen zwar alles um sich herum mit, doch sie können sich nicht ausdrücken“, erklärt Hermann-Josef Wester von der Selbsthilfegruppe Waldbreitbach. „Viele ziehen sich zurück und werden depressiv. Doch Gruppen wie unsere sind ein gutes Mittel dagegen. Wir aktivieren uns gegenseitig und das ist wichtig“.

Auch zwanzig Jahre nach seinem Schlaganfall trainiert Hermann-Josef Wester jeden Tag zwei Stunden Lesen und Schreiben: „Gelegentlich fehlen mir immer noch einzelne Wörter und so muss ich sie dann umschreiben“.

Von der Politik und den Krankenkassen fühlen sich die Mitglieder der Selbsthilfegruppe nicht richtig wahrgenommen: "Jedes Jahr kommen 8000 Aphasiker hinzu, aber es gibt keine Auswertungen, die sich auf unseren Unterstützungsbedarf konzentrieren. Das ist anscheinend nicht gewollt", so Wester.

Holger Wolf, der selbst im sozialen Bereich arbeitet, sieht ebenfalls Handlungsbedarf: „Der medizinische Dienst der Krankenkassen konzentriert sich noch immer vor allem auf die Fähigkeiten zur Motorik. Eine fehlende Aussprache wird oftmals in der Einschränkung und dem Unterstützungsbedarf viel zu niedrig bewertet. Diagnosen sollten automatisch zu einer Bedarfsprüfung führen, ohne dass die Betroffenen sich zuerst informieren und durch lange Anträge arbeiten müssen“.

Herr Wester lädt alle an der Arbeit der Selbsthilfegruppe interessierten zur Kontaktaufnahme per Email über Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder über die Rufnummer 02683–9437010 ein.

Foto: Hermann-Josef Wester, Holger Wolf

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