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Umsichtig mit Antibiotika umgehen

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Wann brauchen wir Penicillin und Co – und wann nicht

Mainz, den 10. Dezember 2020 – Die Entdeckung von Antibiotika markiert immer noch einen Meilenstein der Medizingeschichte. Als Arzneimittel werden sie seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt bei schwerwiegenden bakteriellen Erkrankungen, die vorher oft tödlich verliefen. Beispiele sind hier Lungenentzündungen, Typhus, Tuberkulose oder auch Wundbrand. Seit der Entdeckung von Penicillin, das aus einem Schimmelpilz gewonnen wurde, sind Antibiotika aus der medizinischen Versorgung nicht mehr wegzudenken. Darauf weist der Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV hin und ruft gleichzeitig dazu auf, Antibiotika umsichtig einzusetzen. Denn in Europa sterben jährlich rund 33.000 Menschen wegen multiresistenter Keime, die sich mit keinem Antibiotikum mehr behandeln lassen.

Antibiotikaresistenzen haben vielfältige Ursachen, erklärt Petra Engel-Djabarian, Vorstandsmitglied im Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV: „Es ist nichts Neues, dass wir leider sehr lange Antibiotika in der Tierzucht zu großzügig in den Ställen eingesetzt haben. Dort wurden nicht nur kranke Tiere behandelt – sondern Antibiotika wurden vorbeugend eingesetzt.“ Auch bei der Behandlung von Menschen wurden Antibiotika häufig als Allzweckwaffe gesehen, erklärt die Apothekerin weiter: „Dadurch wurden sie auch bei Krankheiten eingesetzt, wo es nicht nötig war, weil sie gar nicht wirken konnten. Bei Durchfallerkrankungen wie beim Noro-Virus oder auch bei grippalen Infekten. Man kann sich einfach merken: Antibiotika wirken gegen Bakterien, aber nicht gegen Viren.“

Daraus folgt, dass Antibiotika heute bewusster eingesetzt werden. Sie dürfen nur auf ärztliche Verordnung hin eingenommen werden und dann auch genau gemäß der Anweisung. Engel-Djabarian: „ Wir haben es hier mit einem Arzneimittel zu tun, das nicht in die Selbstmedikation gehört. Wenn Antibiotika-Tabletten nach einer Behandlung übrig bleiben, gehören die in den Abfall. Die darf man nicht aufheben und einem anderen Familienmitglied bei einer anderen Erkrankung geben.“ Verordnete Antibiotika dürfe man auch nicht eigenmächtig absetzen, wenn die Krankheitssymptome schwächer werden. Dies müsse dringend in Absprache mit dem Arzt geschehen. Zur Einnahme rät Petra Engel-Djabarian: „Das Antibiotikum wird am besten mit reichlich Wasser eingenommen. Milch, Kaffee oder auch Tee eignen sich nicht, da sie die Wirkung des Arzneimittels beeinträchtigen können.“

Todesursachen 2019: Kreislauferkrankungen und Krebs am häufigsten

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Im Jahr 2019 erlagen rund 17.700 Menschen aus Rheinland-Pfalz einer Erkrankung des Kreislaufsystems. Laut Statistischem Landesamt in Bad Ems entspricht dies einem Rückgang von 1,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2018. In den vergangenen zehn Jahren sind die Fallzahlen in dieser Gruppe der Todesursachen um 4,6 Prozent gesunken, während die Gesamtzahl aller Todesfälle im Land um 8,5 Prozent zunahm.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleiben Kreislauferkrankungen nach wie vor die mit Abstand häufigste Todesursache. Insgesamt rund 37 Prozent aller Todesfälle sind hierauf zurückzuführen. Unter den zehn häufigsten Todesursachen bei Männern und Frauen finden sich unter anderem die chronisch ischämische Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße), der akute Myokardinfarkt (Herzinfarkt), die Herzinsuffizienz sowie die hypertensive Herzkrankheit.

Jeder vierte Sterbefall in Rheinland-Pfalz (12.000) wurde durch sogenannte Neubildungen hervorgerufen. Im Vergleich zu 2018 sind die Fallzahlen um 1,9 Prozent zurückgegangen; längerfristig ist jedoch ein Anstieg zu verzeichnen (plus 4,2 Prozent zu 2009; plus 12,1 Prozent zu 1999).

Zum weitaus größten Teil handelte es sich hierbei um bösartige Neubildungen (Krebs). So findet sich Lungen- und Bronchialkrebs sowohl bei Männern (6,0 Prozent aller Todesfälle) als auch bei Frauen (3,8 Prozent) unter den am häufigsten festgestellten Todesursachen. Darüber hinaus war Brustdrüsenkrebs ursächlich für vier Prozent aller Todesfälle von Frauen; jeweils rund zwei Prozent aller Männer und Frauen verstarben an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Erkrankungen des Atmungssystems erlagen im Jahr 2019 weitere 7,2 Prozent (3.440 Personen), davon alleine 3,4 Prozent (1.639) durch die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), die damit ebenfalls zu den zehn häufigsten Todesursachen zählt.

Psychischen und Verhaltensstörungen konnten 5,8 Prozent aller Todesfälle (2.759 Personen) zugeordnet werden; 5,1 Prozent (2.448) davon waren verschiedene Formen der Demenz. Wenngleich zuletzt ein Rückgang verzeichnet wurde (minus 8,8 Prozent zu 2018), nehmen die dieser Gruppe zugeordneten Sterbefälle langfristig zu. Die Zahl der Verstorbenen durch psychische und Verhaltensstörungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch für Krankheiten des Nervensystems – insbesondere Parkinson und Alzheimer – beobachten, die 2019 knapp 4 Prozent aller Sterbefälle (1.814) verursachten (minus 4,1 Prozent zu 2018); hier sind die Fallzahlen seit 2009 um 77 Prozent gestiegen.

Insgesamt 2.000 Menschen (4,2 Prozent aller Todesfälle) sind im Jahr 2019 in Rheinland-Pfalz infolge äußerer Ursachen wie Verletzungen und Vergiftungen verstorben; das waren 3,5 Prozent mehr als 2018. Auch für diese Gruppe Todesursachen zeigt sich auf lange Sicht einen überdurchschnittlichen Anstieg von 56 Prozent seit dem Jahr 2009. Zu dieser Dynamik hat vor allem eine Zunahme von Stürzen (plus 180 Prozent) beigetragen. Hiervon waren in erster Linie Personen mit 75 und mehr Lebensjahren betroffen.

Betrachtet man verschiedene Altersgruppen, so zeigt sich, dass sich die relative Häufigkeit von Todesursachen mit fortschreitendem Lebensalter ändert: Der Tod tritt in den ersten Lebenstagen vor allem aufgrund von Komplikationen unmittelbar vor, während oder nach der Geburt auf. Darüber hinaus sterben Menschen in den ersten Wochen und Monaten ihres Lebens vermehrt an angeborenen Chromosomenanomalien und Fehlbildungen. Äußere Ursachen wie Verletzungen und Vergiftungen durch Unfälle oder Suizid sind ebenfalls vergleichsweise häufig Grund für Sterbefälle bei jüngeren Menschen. Mit fortschreitendem Alter treten diese Faktoren – zumindest relativ betrachtet – in den Hintergrund und der Anteil von Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Neubildungen sowie psychischen und Verhaltensstörungen an allen Todesfällen nimmt zu.

Hinweis zu Pressemitteilungen mit Daten vor Corona

Das Statistische Landesamt veröffentlicht jährlich mehr als 200 Pressemitteilungen, die ein umfassendes Bild der Strukturen und Entwicklungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft liefern. Die Veröffentlichung der Zahlen erfolgt mit einigem zeitlichen Abstand zum Berichtszeitraum; denn das Einsammeln der Daten und ihre sorgfältige Aufbereitung nach wissenschaftlichen Grundsätzen kosten Zeit. Deshalb wird im Moment auch noch über Strukturen und Entwicklungen berichtet, die vor dem Beginn der Corona-Pandemie liegen. Das scheint in einer Situation, in der sich nahezu alle Lebensbereiche tiefgreifend verändern, befremdlich. Diese Zahlen haben jedoch eine wichtige Funktion; sie bilden die Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen von Corona in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Deshalb veröffentlicht das Statistische Landesamt Pressemitteilungen mit Vor-Krisen-Ergebnissen.

Grundlage der jährlichen Todesursachenstatistik sind die offiziellen Todesbescheinigungen, auf denen der zuständige Arzt im Rahmen der Leichenschau alle zum Tode führenden Ursachen vermerkt. Aus diesen Angaben ermittelt das Statistischen Landesamt nach international festgelegten Regeln das zum Tod führende Grundleiden, also diejenige Todesursache, die als ursächlich für den Tod anzunehmen ist. Es handelt sich somit um eine monokausale Darstellung der Todesursache. Die Unterscheidung nach den verschiedenen Todesursachen erfolgt auf Basis einer international einheitlichen Klassifikation (ICD-10). Die Todesursachenstatistik dient als Grundlage zur Ermittlung von Gesundheitsindikatoren wie Sterbeziffern, verlorene Lebensjahre und vermeidbare Sterbefälle. Die Statistik ermöglicht die Erforschung regionaler Besonderheiten und deren Veränderungen im Laufe der Zeit. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen und Strategien bspw. für die epidemiologische Forschung, den Bereich der Prävention und Gesundheitspolitik abgeleitet. Da hier das Jahr 2019 betrachtet wird, sind die Folgen der Corona-Pandemie in den Daten nicht enthalten.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)

Neues Info-Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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(Text enthält Werbung)

Wohl jeder zweite männliche Diabetiker wird irgendwann ein Potenzproblem bekommen. Sehr wichtig ist dann, früh darüber zu reden. Mit wem? Wie sind die ersten Schritte? Wir haben Antworten.

„Unter einer Erektionsstörung – mit dem korrekten medizinischen Fachausdruck als erektile Dysfunktion bezeichnet – versteht man die vollständige oder teilweise Unfähigkeit, über einen längeren Zeitraum eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr oder andere sexuelle Aktivitäten ausreichende Erektion (Versteifung) des Penis zu erreichen und aufrechtzuerhalten.“

Der subjektive Leidensdruck spielt hier eine bedeutende Rolle – eben dieser Aspekt ist nicht so einfach objektivierbar bzw. standardisiert messbar.

Nicht verstummen

Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist es nach unserer Auffassung besonders wichtig, im Fall des Auftretens von Schwierigkeiten nicht zu verstummen und die Symptome sowie den damit verbundenen Leidensdruck einfach hinzunehmen. Welchen Nutzen und welchen Sinn kann es haben, über sein Potenzproblem zu reden?

Um aufzuklären und zu informieren hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine neue Plattform für betroffene Männer geschaffen - (Link enthält Werbung)  Infos zu Erektionsproblemen bei Männern

"Darüber reden" – heutzutage kein Problem?

Einerseits sind Informationen zur männlichen Sexualität bzw. Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten scheinbar so leicht und schnell zugänglich wie nie zuvor – es gibt Internet-Suchmaschinen, generell viel mehr aktive Aufklärung seitens verschiedenster Organisationen und Institutionen; außerdem gibt es schon seit längerem eine gefühlte Enttabuisierung im Umgang mit der Sexualität.

Nicht einfacher geworden

Andererseits ist es ganz offensichtlich für Betroffene wie für Fachleute bzw. Behandler nicht einfacher geworden, über Probleme und Schwierigkeiten im sexuellen Bereich zu sprechen. Dies zeigt sich auch immer wieder in dem von unserer Klinik angebotenen, verhaltensmedizinisch ausgerichteten Informations- und Behandlungsprogramm (Männerrunde):

Männerrunde: Hemmungen

Hier sind Hemmungen sowie eine gewisse Befangenheit und Zurückhaltung auf Seiten der Teilnehmer zunächst oft deutlich zu spüren. Über diese alltäglichen Erfahrungen in unserer Klinik hinausgehend zeigt sich die Schwierigkeit auch darin, dass nur wenige männliche Diabetiker von sich aus über etwaige Erektionsprobleme sprechen – und dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Patienten eine weiterführende diagnostische Abklärung oder gar konkrete therapeutische Schritte anstrebt.

Besser nicht darüber reden?

Wenn wir uns einig sind, dass es nicht so einfach ist, mit der Partnerin, Vertrauten, anderen Betroffenen oder auch Fachleuten darüber zu reden – warum sollte ein Betroffener das überhaupt tun? Und das schmerzlich bemerkte Nachlassen der Manneskraft im Gespräch thematisieren? Vielleicht ist es ja auch besser, nicht alles zu problematisieren, breitzutreten und ans Licht des alltäglichen Bewusstseins zu zerren? Was soll das schon helfen?

Oft geht die Beeinträchtigung oder gar der Verlust der Erektionsfähigkeit einher mit Identitätsproblemen, massiven Selbstzweifeln, Verschlechterungen des Selbstwertgefühls, der psychischen Befindlichkeit (Traurigkeit, Ängste, Verzweiflung) sowie der Beziehung zum Partner. Insgesamt kann man also in vielen Fällen von einer deutlichen Minderung der Lebensqualität und einer erheblichen Belastungssituation für die Betroffenen sprechen.

Gründe fürs Gespräch

Nun kann es aus einer ganzen Reihe von Gründen von Bedeutung sein, eben nicht zu versuchen, ganz allein – zurückgezogen im stillen Kämmerlein – zu versuchen, die Probleme zu lösen oder irgendwie allein zu verarbeiten! Reden kann in vielerlei Hinsicht unterstützen und den Weg zu einer Besserung der Situation ebnen:

Reden befreit …

Offene Gespräche über die veränderte Situation, über die belastenden Gedanken und Gefühle können befreiend, unterstützend und insgesamt entlastend wirken. Reden an sich kann also schon einen therapeutischen Effekt haben – allerdings ist es hierbei auch wichtig, den richtigen oder geeigneten Gesprächspartner zu finden.

… und vermittelt Wissen!

Neben diesem unterstützenden oder entlastenden Charakter solcher Gespräche ist es auch wichtig, sich als Betroffener zu informieren, sich Wissen dazu anzueignen, welche Ursachen und vor allem auch welche Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Die Forschung in diesem Bereich hat gezeigt, dass Erektionsprobleme viele Ursachen haben können.

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erektion handelt es sich um einen sehr komplexen und komplizierten Vorgang, der in gewisser Weise auch sehr fragil und störanfällig sein kann. So sind Erektionsprobleme auch in der Regel durch eine Kombination von Einflussfaktoren verursacht.

Je nachdem, welche Ursache im Vordergrund steht, können unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten angeboten werden. Im Gespräch mit dem Arzt – und nur im Gespräch – können somit die wichtigen Fragen beantwortet werden: Woher kommt meine Erektionsstörung? Sind die Symptome bei geeigneter Behandlung rückgängig zu machen oder zumindest zu verbessern? Welches ist die geeignete therapeutische Unterstützung für meinen speziellen Fall?

Also: Darüber reden leistet einen wesentlichen Beitrag auch zur medizinischen Therapie beim Auftreten von Potenzproblemen.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Maarweg 149-161

50825 Köln

Klangtherapie in der BDH-Klinik

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ZNS – Hannelore Kohl Stiftung unterstützt klangvolles Projekt

Die BDH-Klinik Vallendar möchte ihr Therapieangebot um einen klangtherapeutischen Bereich erweitern. Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung hat der neurologischen Rhea-Klinik hierfür eine zweckgebundene Fördersumme von 8.000 Euro zugesagt.

Die Betreuung von Schwerst-Schädelhirnverletzten sowie Patienten mit schweren zerebralen Störungen vor allem in der Frühphase der neurorehabilitativen Behandlung zählt zu den zentralen Aufgaben der Vallendarer Fachklinik. Hierbei setzt das interdisziplinäre Therapeuten- und Pflegeteam durch unterschiedliche Herangehensweisen Reize, die zu einer Wachheits- und Bewusstseinsförderung beitragen sollen. Aktuell besteht das Team aus Pflegekräften mit therapeutischer Ausrichtung, motorischen Therapeuten (Physio- und Ergotherapie), Schluck- und Sprachtherapeuten (Logopädie) sowie Neuropsychologen (Psychologie).

Im Rahmen verschiedener Studien konnte seit Beginn des 21. Jahrtausends eindeutig belegt werden, dass musiktherapeutische Elemente eine zusätzliche dialogische Reizsetzung darstellt, die wesentlich zur Verbesserung der Wachheit und Bewusstheit beitragen kann. Erste klinikeigene positive Erfahrungen konnten bereits im dort befindlichen Snoezelen-Raum gemacht werden. Durch seine besondere Gestaltung mit der Möglichkeit über Licht-, Klang- und Tonelemente, Aromen und Musik Sinnesempfindungen auszulösen, dient der Raum dazu, aktivierend auf die verschiedensten Wahrnehmungsbereiche zu wirken.

Die Förderung durch die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung ermöglicht nun den Aufbau eines klangtherapeutischen Bereichs in der BDH-Klinik Vallendar. Geeignete Räume zur Durchführung der Therapie stehen zur Verfügung. Zunächst werden basal ansprechende Instrumente angeschafft, mit denen haptisch-klangliche Effekte (Klangschalen) oder rein klangliche Effekte (Vibraphon, Glockenspiel, Marimbaphon) ergänzend im Rahmen der Therapie zum Einsatz kommen sollen. Zudem werden Therapeuten an Weiterbildungen im klang- und musiktherapeutischen Bereich teilnehmen.

Die Anwendung der Klangtherapie soll zunächst fokussiert im Bereich der schwerstbetroffenen zerebral geschädigten Patienten erfolgen. Perspektivisch ist nach einer Einführungsphase ein weiterer Ausbau der Klang- und Musiktherapie auch in weiterführenden neurologischen Rehabilitationsbereichen geplant.

„Deutliche Verbesserungen in der Pflege – mehr Hebammen und stabile Finanzen!“

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Erwin Rüddel bewertet neuen Gesetzentwurf als großen Schritt nach vorn

Berlin / Wahlkreis. „Der Bundestag hat den Gesetzentwurf zur ‚Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege‘ in der vom Gesundheitsausschuss des Parlaments erarbeiteten Fassung angenommen. Das Gesetz, welches bereits zum 1. Januar 2021 in Kraft treten soll, bringt viele neue Regelungen mit sich und bedeutet für unser Gesundheitssystem einen großen Schritt nach vorn“, teilt der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, mit.

Er stellt heraus: „Durch das Gesetz gibt es zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte in der Altenpflege, mehr Hebammen an Kliniken, Verbesserungen für Pflegebedürftige und deren Angehörigen sowie stabile Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen. Die gesetzliche Krankenversicherung erhält im kommenden Jahr einen zusätzlichen Bundeszuschuss in Höhe von fünf Milliarden Euro, um deren Finanzen auch angesichts der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise zu sichern und zugleich die Beiträge stabil zu halten.“

Für Pflegehilfskräfte in der vollstationären Altenpflege sind 20.000 zusätzliche Stellen geplant. „Pflegebedürftige werden dadurch nicht belastet, da die Stellen vollständig durch die Pflegeversicherung finanziert werden. Auch die Krankenhäuser sollen mehr Stellen in der Geburtshilfe erhalten. Dazu wird für die Jahre 2021 bis 2023 ein Förderprogramm im Umfang von insgesamt rund 200 Millionen Euro aufgelegt“, so der Abgeordnete weiter.

Außerdem sollen aus den Finanzreserven der Krankenkassen einmalig acht Milliarden Euro in die Einnahmen des Gesundheitsfonds überführt werden. Zur Stabilisierung der Zusatzbeiträge ist geplant, das Anhebungsverbot für Zusatzbeiträge und die Verpflichtung zum stufenweisen Abbau überschüssiger Finanzreserven auszuweiten.

„In ländlichen Regionen werden zudem Kinderkrankenhäuser und Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin gestärkt. Die Krankenkassen erhalten weitere Spielräume für sogenannte Selektivverträge, um innovative regionale Versorgungsformen zu fördern“, fügt der Gesundheitspolitiker hinzu.

Die Pandemie belastet natürlich auch die gesetzlichen Krankenkassen – durch geringere Einnahmen und höhere Ausgaben. Deshalb verteilen wir die Lasten auf verschiedene Schultern. Damit schaffen wir es, die Lohnnebenkosten auch im kommenden Jahr 2021 unter 40 Prozent zu halten. Das ist in diesen wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten besonders wichtig, und zwar für Beitragszahler und Arbeitgeber gleichermaßen“, bekräftigt Erwin Rüddel.

Zum Hintergrund:

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Um nach der von der COVID-19-Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu gewährleisten und die Beiträge weitestgehend stabil zu halten, erhält die GKV im Jahr 2021 einen ergänzenden Bundeszuschuss in Höhe von fünf Milliarden Euro.

Außerdem werden aus den Finanzreserven der Krankenkassen einmalig acht Milliarden Euro in die Einnahmen des Gesundheitsfonds überführt.

Um die Zusatzbeiträge zu stabilisieren, wird das Anhebungsverbot für Zusatzbeiträge und die Verpflichtung zum stufenweisen Abbau überschüssiger Finanzreserven ausgeweitet. Durch Sonderregelungen für das Jahr 2021 wird dafür gesorgt, dass bei allen Krankenkassen ausreichende Finanzreserven verbleiben, um unerwartete Ausgabensteigerungen im Jahr 2021 auffangen zu können.

In der vollstationären Altenpflege sollen 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte finanziert werden. Der Eigenanteil der Pflegebedürftigen soll dadurch nicht steigen, die Stellen werden vollständig durch die Pflegeversicherung finanziert.

Eine bisher befristete Regelung, nach der im Rahmen der Pflegebegutachtung empfohlene Hilfsmittel automatisch – auch ohne ärztliche Verordnung – als beantragt galten, hat sich in der Praxis bewährt. Das Verfahren soll daher ab dem kommenden Jahr auf Dauer gelten.

Das Pflegeunterstützungsgeld wurde zur Bewältigung Corona-bedingter Versorgungsengpässe erheblich ausgebaut. Diese Verbesserungen werden jetzt bis Ende März 2021 verlängert. Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung für Angehörige, die vorübergehend gezwungen sind, die häusliche Pflege zu übernehmen.

Um dem Infektionsrisiko Rechnung zu tragen, sollen Beratungsbesuche für Pflegegeldempfänger bis Ende März 2021 nicht nur in der eigenen Häuslichkeit, sondern auch telefonisch, digital oder mittels Einsatz von Videotechnik ermöglicht werden. Die Beratungsbesuche dienen insbesondere der regelmäßigen Hilfestellung und praktischen pflegefachlichen Unterstützung, beispielsweise pflegender Angehöriger, und somit der langfristigen Sicherstellung der häuslichen Pflege.

Krankenhäuser sollen künftig mehr Stellen für Hebammen erhalten. Dazu soll ein Hebammen-Förderprogramm mit 100 Millionen Euro pro Jahr (Laufzeit 2021-2023) aufgelegt werden.

Dadurch können etwa 600 zusätzliche Hebammenstellen und bis zu 1.750 weitere Stellen für Fachpersonal zur Unterstützung von Hebammen in Geburtshilfeabteilungen geschaffen werden.

Kinderkrankenhäuser und Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin, welche die Voraussetzungen für einen Sicherstellungszuschlag erfüllen, können bereits ab dem Jahr 2021 in die zusätzliche Finanzierung für bedarfsnotwendige Krankenhäuser in ländlichen Regionen einbezogen werden.

Krankenkassen erhalten weitere Spielräume für Selektivverträge z.B. für Vernetzungen über die gesetzliche Krankenversicherung hinaus und um regionalen Bedürfnissen besser Rechnung tragen zu können.

Im Bereich der Pflege werden wesentliche, bisher bis zum 31, Dezember 2020 befristete Regelungen zur finanziellen Entlastung und Unterstützung von Pflegeeinrichtungen, Pflegbedürftigen und pflegenden Angehörigen bis zum, 31. März 2021 verlängert. Dies gilt beispielsweise für die Kostenerstattungsregelungen, über die stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und Anbieter von nach Landesrecht anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag pandemiebedingten Mehrausgaben und Mindereinnahmen erstattet bekommen können.

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