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DAK-Gesundheit schaltet Sucht-Hotline in Koblenz

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Mediziner beraten am 6. Juni zum Thema Abhängigkeit

Koblenz, 29. Mai 2019. Trinken, Dampfen, Gamen – Millionen Menschen in Deutschland rauchen oder sind alkoholabhängig. Neue Süchte wie die Computerspielsucht sind auf dem Vormarsch. Das zeigt der DAK-Gesundheitsreport „Sucht 4.0“. Doch ab wann wird Alkohol oder Gaming problematisch? Welche Möglichkeiten gibt es, um von der Sucht loszukommen? Antworten auf diese und andere Fragen beantworten Mediziner bei einer Telefon-Hotline der DAK-Gesundheit am 6. Juni zwischen 8 und 20 Uhr. Das Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 können Kunden aller Krankenkassen nutzen.

Insgesamt gibt es nach der DAK-Studie unter den Erwerbstätigen in Deutschland 6,5 Millionen abhängige Raucher, 400.000 erfüllen die Kriterien einer Internet Gaming Disorder (Computerspielsucht), 160.000 Erwerbstätige sind alkoholabhängig. Jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland trinkt riskant Alkohol und riskiert damit krank oder abhängig zu werden. Bei Männern beginnt riskantes Trinken beispielsweise bei täglich mehr als zwei 0,3 Liter-Gläsern Bier, bei Frauen schon bei einem 0,3 Liter-Glas Bier pro Tag. „Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann“, erläutert Jürgen Wilhelm von der DAK-Gesundheit in Koblenz. „Unsere Sucht-Hotline hilft Betroffenen und Angehörigen, einen ersten Schritt zu machen. Auch Menschen, die sich nicht sicher sind, ob ihr Konsum bereits kritisch ist, finden hier Beratung. Denn die Grenze vom riskanten Konsum hin zur Sucht ist fließend.“

Ab wann wird der Konsum Problematisch? Welche Ausprägungen von Sucht gibt es? Und wie lässt sich bei ersten Anzeichen einer Abhängigkeit gegensteuern? Diese und weitere Fragen beantworten die Experten der DAK-Gesundheit am 6. Juni von 8 bis 20 Uhr.

Achtung: Vor Zecken schützen

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Zeckenzeit: Unfallkasse Rheinland-Pfalz gibt Empfehlungen – Infos für Kitas und Schulen

Zeckenstich – was tun? In der Zeit von April bis Oktober ist das Risiko von Zecken  am größten. Sie lauern in Gras, Laub, Sträuchern und im Unterholz auf Menschen und Tiere, die sie im Vorbeigehen streifen. Die Zecken an sich sind nicht gefährlich. Jedoch sind sie

potenzielle Wirte für Bakterien und Viren, die bei Menschen ernsthafte Infektionskrankheiten hervorrufen können. Hierzu gehören neben der Frühsommer-Meningitis (FSME) vor allem auch die Lyme-Borreliose.

Daher gibt die Unfallkasse Rheinland-Pfalz Empfehlungen zum generellen Schutz vor Zeckenstichen. Diese sollten insbesondere auch bei allen Veranstaltungen in Schule und Kita berücksichtigt werden:

  • Bei Spaziergängen möglichst auf festen Wegen bleiben und Unterholz, hohes Gras und Hautkontakt zu bodennahen Pflanzen meiden.
  • Beim Aufenthalt in möglichen Zeckengebieten feste Schuhe anziehen.
  • Auf helle Kleidung achten, die den Körper weitestgehend bedeckt. Hierauf lassen sich die Zecken leichter auffinden.
  • Nach dem Aufenthalt in möglichen Zeckengebieten, vor allem bei Kindern, sollten die Eltern den Körper sorgfältig nach Zecken absuchen. Bevorzugte Saugstellen sind am Kopf und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen.

Nach dem Entdecken sollte eine Zecke unbedingt unverzüglich entfernt werden. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion! Zudem sollte nach Zeckenstichen für mindestens eine Woche genau auf Hautveränderungen an der Einstichstelle geachtet werden. Besonders wenn eine kreisförmige Hautrötung auftritt, ist einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen. Eine Borreliose kann im Frühstadium gut behandelt werden. Wenn in den Wochen nach einem Zeckenstich gesundheitliche Probleme auftreten, sollte man seinen Arzt bzw. seine Ärztin über den Zeckenstich informieren.

Die Verantwortlichen der Kitas und der Schulen sollten im Vorfeld mit den Erziehungsberechtigten die Verfahrensweise beim Zeckenbefall absprechen. In jedem Fall sollten die Erziehungsberechtigten über das Entfernen einer Zecke informiert und die durchgeführten Maßnahmen dokumentiert werden.

Weitere Infos insbesondere für Schulen und Kitas gibt die Unfallkasse Rheinland-Pfalz in einem Infoblatt unter www.ukrlp.de, Webcode 129 oder bei den Ansprechpersonen der Unfallkasse Rheinland-Pfalz unter  Telefon: 02632 960-1650, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Schattenseiten einer Schwangerschaft – Wieso psychisch auffällige Mütter unsere Hilfe brauchen

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"Die Schwangerschaft zu hassen, heißt nicht, dass wir unsere Babys hassen, und depressiv zu sein, heißt nicht, dass wir es hassen, Mütter zu sein. Manchmal ist das einfach Chemie." Diesen Satz könnte eine mutige Mutter offenbart haben. Sie hätte es geschafft - trotz des gesellschaftlichen Drucks - ihre Gefühle in ihrer Schwangerschaft ehrlich zu beschreiben.

Neben den Glücksgefühlen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, gibt es auch die Schattenseiten. Diese Schattenseiten durchleben derzeit 10-15% aller Frauen in Deutschland. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

Aus diesem Grund haben sich, auf Einladung der Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz-Kindergesundheit des Landkreises Mayen-Koblenz, Gabriele Teuner, und der Netzwerkkoordinatorin Kindeswohl der Stadt Koblenz, Sabine Schmengler, multiprofessionelle Fachkräfte aus den Arbeitsfeldern Medizin, Soziale Arbeit, Geburtshilfe, Jugendamt, Psychotherapie und Beratungsstellen getroffen und einen Runden Tisch zum Thema „Psychisch auffällige Mütter rund um die Geburt“ ins Leben gerufen.

Mit großem Bedauern wurden aus allen Bereichen große Versorgungslücken in Koblenz  und dem Bereich des Kreisjugendamts Mayen-Koblenz zurückgemeldet. Die Zahl der ambulanten und niedrigschwelligen Therapieangebote ist verschwindend gering. Therapieplätze für betroffene Frauen liegen meist bei einer Wartezeit zwischen 6 und 16 Monaten. Gerade für akut betroffene Frauen und deren Kinder kann das gravierende Folgen haben. Eine schnelle therapeutische Anbindung wäre nötig, um Krisen abzuwenden und Frauen den Leidensdruck zu nehmen. Auch wenn die jeweiligen Beratungsstellen/ Institutionen Schwangere und Mütter therapeutisch anbinden möchten, ist das in der Region nicht ohne weiteres möglich, da schlichtweg das Angebot fehlt. Der Runde Tisch kam gemeinsam zu dem Entschluss, dass ein ambulantes, therapeutisches Angebot geschaffen werden muss, um Betroffenen schnelle Hilfen zu vermitteln. Der Arbeitskreis sieht die Notwendigkeit ein Angebot zu schaffen, das psychisch kranken Müttern auch kurzfristig Erstgespräche ermöglicht, um diesen ihren Leidensdruck zu mildern und Krisen zu vermeiden. Hier sind die Politik und die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz gefragt, diese gravierende Versorgungslücke zu schließen.

Ein Blick auf andere Städte zeigt, dass es geht. Zu nennen ist zum Beispiel die LWL Klinik Dortmund, die das Projekt „Eltern sein“ ins Leben gerufen hat. Dieses bietet eine wöchentliche Beratung für psychisch kranke Eltern, welche in Form eines Gruppen- oder Einzelangebotes wahrgenommen werden kann. Ziel dieses Angebotes ist die Entlastung der psychisch kranken Eltern und deren Kinder, die Stärkung der Elternkompetenz, sowie ggf. die Vermittlung weiterer Hilfsangebote.
Die Fachkräfte sind sich einig: wir benötigen ein ambulantes, therapeutisches Angebot,  um Frauen in dieser schwierigen Phase aufzufangen. Beratungsstellen und Institutionen müssen eine Möglichkeit erhalten, ihre Klientinnen und Klienten sowie Patientinnen und Patienten in professionelle Hände geben zu können.

Rheinland-Pfälzer leiden besonders oft unter Reizdarm

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Mainz, 17. Mai 2019 – In fast keinem anderen Bundesland leiden anteilig mehr Menschen unter einem Reizdarm als in Rheinland-Pfalz. Das zeigt der Arztreport der BARMER. „Menschen mit einem Reizdarm sind oft in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Der Weg zur Arbeit, ein Treffen mit Freunden oder ein Kinobesuch kann mit dieser Erkrankung zur quälenden Belastung werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Das Reizdarmsyndrom sei gemessen an der Zahl der Betroffenen ein Volksleiden.

Das Reizdarmsyndrom äußert sich durch häufige und lange anhaltende Beschwerden im unteren Verdauungstrakt mit unbekannter Ursache. Typische Beschwerden sind Bauschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen. Laut Arztreport wurde im Jahr 2017 bei knapp 60.000 Rheinland-Pfälzern ein Reizdarm diagnostiziert. Das sind 1,5 Prozent der Bevölkerung in dem Bundesland. Nur im Saarland sowie in Baden-Württemberg, Bremen und Thüringen erfolgte die Diagnose öfter. „Befragungsstudien legen nahe, dass in Deutschland 17 Prozent der Bevölkerung an einem Reizdarm leiden. Viele Betroffene meiden aus Scham den Arztbesuch“, berichtet Kleis.

Reizdarmsyndrom betrifft auffallend viele Menschen in der Pfalz

In Rheinland-Pfalz wird auffällig oft in der Pfalz ein Reizdarm diagnostiziert. Zu den Landkreisen und kreisfreien Städten mit den bundesweit höchsten Diagnoseraten gehören der Kreis Kusel (3,0 Prozent), Speyer (2,5 Prozent), Ludwigshafen (2,4 Prozent), der Donnersbergkreis, der Rhein-Pfalz-Kreis (je 2,3 Prozent) und der Kreis Bad Dürkheim (2,1 Prozent). Der Kreis Kusel weist im Ranking aller deutschen Kreise und Städte den dritthöchsten Wert auf. Speyer und Ludwigshafen folgen auf den Plätzen sechs und sieben. Den geringsten Bevölkerungsanteil in Rheinland-Pfalz mit der Diagnose „Reizdarm“ gibt es im Kreis Vulkaneifel (0,8 Prozent).

Laut Kleis stellen sich Reizdarm-Patienten oft bei vielen Ärzten vor, bis sie die richtige Diagnose erhalten: „Die Anzeichen der Erkrankung sind sehr unspezifisch. Zudem ist das Reizdarmsyndrom eine Ausschlussdiagnose. Das heißt, es müssen erst andere Ursachen ausgeschlossen werden, die die Beschwerden ebenso auslösen können.“ Bei der Diagnose würden zu oft bildgebende Verfahren wie Computer- und Magnetresonanztomografien eingesetzt, obwohl sie in der Regel nicht zur Abklärung eines Reizdarmsyndroms vorgesehen seien. „Gerade Computertomografien sollten aufgrund der hohen Strahlenbelastung zurückhaltend eingesetzt werden“, betont Kleis.

Der Arztreport liefert nicht nur Hinweise für Verbesserungspotenzial auf dem Weg zur Diagnose. Auch manche Ansätze zur Therapie von Reizdärmen müssen kritisch hinterfragt werden. „Laut Arztreport werden bei einem Reizdarm oft Magensäureblocker verordnet, obwohl ihr Nutzen bei der Behandlung umstritten ist“, erklärt Kleis. Magensäureblocker würden bei einer Langzeitanwendung mit einem erhöhten Risiko für Brüche, Magen-Darm-Infektionen sowie Lungenentzündungen in Verbindung gebracht. Auch opioidhaltige Schmerzmittel kämen zum Einsatz. „Hier ist nicht nur die Wirkung fraglich. Es droht auch eine Abhängigkeit“, unterstreicht Kleis.

Reizdarm-Therapie erfordert ganzheitlichen Ansatz

„Zu einer guten Therapie des Reizdarmsyndroms gehört ein ganzheitlicher Blick auf den Körper, der die Psyche ebenso einbezieht wie die Ernährung und Bewegung. Die reine Gabe von Medikamenten ist der falsche Ansatz“, bemängelt Kleis. Die Versorgung von Reizdarm-Patienten müsse deutlich besser werden. Hausärzte oder Internisten sollten am besten eng mit Schmerztherapeuten sowie zertifizierten Ernährungswissenschaftlern zusammenarbeiten und dabei die Psychosomatik im Blick behalten.

Nach den Worten von BARMER-Landesgeschäftsführerin Kleis können Betroffene selbst viel machen, um eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. Dazu gehört, sich mit seiner Ernährung und seinem Essverhalten gezielt auseinanderzusetzen. Kleis sagt: „Auch Sport wie zum Beispiel Nordic Walking kann helfen. Meditieren und Achtsamkeitstraining können dazu beitragen, dass Betroffene lernen, mit psychosozialen Stressfaktoren umzugehen."

 

Mit chronisch kranken Kindern auf Reisen

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Auch unterwegs bestens gerüstet

Mainz, den 2. Mai 2019 – Wenn Eltern mit einem chronisch kranken Kind auf Reisen gehen, gibt es schon bei der Auswahl des Reiseziels einiges zu beachten. Herzkranke Kinder können hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit nicht gut vertragen. Auch lange Flugreisen sind durch die Druckverhältnisse im Flugzeug sehr belastend. Im Vorfeld zum Tag des herzkranken Kindes (am 5. Mai) klärt der Apothekerverband Rheinland-Pfalz darüber auf, was Eltern konkret bei der Mitnahme der Medikamente und bei deren Lagerung am Urlaubsziel beachten sollten.

Chronisch kranke Menschen sind in der Regel auf eine Vielzahl an teilweise sehr speziellen Arzneimitteln angewiesen. Deswegen sollten alle Medikamente in aus-reichender Menge mitgenommen werden. „Um bei Flugausfällen oder bei Verlust der Medikamente nicht in Schwierigkeiten zu geraten, empfehlen wir, Arzneimittel für die geplante Aufenthaltsdauer plus sieben Tage einzupacken. Diese gehören auch bei der Anreise unbedingt ins Handgepäck, falls der Koffer nicht rechtzeitig am Urlaubsziel ankommt“, erklärt Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV. Sollten darunter Flüssigkeiten in größeren Mengen als den erlaubten 100 Milliliter sein, empfiehlt die Apothekerin, vorher bei der Fluggesellschaft nachzufragen, wie man diese am besten transportiert. Das gleiche gilt für medizinische Geräte wie beispielsweise Beatmungsgeräte, tragbare Dialyse-Geräte oder auch Vernebler.

Bei der Mitnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel Insulin- oder Thrombosespritzen, wird eine Bescheinigung vom Arzt verlangt und auch ein Medikationsplan in englischer Sprache sollte immer dabei sein. Ist das Kind auf Insulin oder andere kühlpflichtige Medikamente angewiesen, ist es wichtig, dass diese die ganze Reise über gekühlt werden können. Hier sollten sich Eltern schon vor der Reise erkundigen, ob im gebuchten Zimmer ein Kühlschrank vorhanden ist. Die Apothekerin rät bei Reisen mit kranken Kindern außerdem, dass Eltern sich vor Reiseantritt erkundigen, ob sich für den Notfall ein geeigneter Arzt oder ein Krankenhaus in erreichbarer Nähe befindet. Für eine ärztliche Behandlung während Reisen außerhalb der EU ist zudem eine Reisekrankenversicherung möglicherweise sinnvoll.

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