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Druck von Intensivstationen nehmen

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Bonn, 19.1.2021 - Der Klinikträger BDH Bundesverband Rehabilitation e.V. warnt im Kampf gegen das Corona-Virus vor wachsendem Druck auf die Intensivstationen und fordert von der Politik einen geeigneten Maßnahmenkatalog, um das Infektionsgeschehen weiter auszubremsen.

Dazu erklärt die Bundesvorsitzende des Verbands, Ilse Müller:

„Wir müssen unter allen Umständen den wachsenden Druck hoher Corona-Fallzahlen von den Intensivstationen nehmen und uns als Gesellschaft weiterhin mit aller Macht gegen das Infektionsgeschehen stemmen. Gerade die jüngst erschienen Virus-Mutationen stellen uns vor die Herausforderung, die Disziplin des Social Distancing, weitgehende Hygienemaßnahmen und Lockdown-Maßnahmen aufrechtzuerhalten und zur Not auszuweiten. Wir appellieren daher an die Einsicht der Mitbürgerinnen und Mitbürger, die künftig geltenden Einschränkungen neben der Maskenpflicht und des Abstandsgebotes unbedingt und ohne Ausnahme zu beachten. Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Dennoch müssen die bestehenden administrativen Schwächen der bundesweiten Impfungen dringend behoben werden, um gerade Krankenhaus- und Pflegepersonal sowie die vulnerablen Gruppen wie Senioren und Heimbewohner so schnell wie möglich zu immunisieren. Die Impfzentren müssen rund um die Uhr arbeiten, um möglichst schnell zu einer Herdenimmunität zu gelangen.“

Hauptpflege in Corona-Zeiten besonders wichtig

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Angegriffene Hände und Gesichtshaut schützen

Mainz, den 19. Januar 2021 – Häufiges Händewaschen, Desinfektionsmittel und das Tragen von Mund-Nase-Masken beanspruchen in der Corona-Pandemie besonders die Haut an Händen und im Gesicht unter der Maske. Hautreizungen und -irritationen wie Pickelchen oder Rötungen nehmen zu. Hinzu kommt, dass die Haut in der kalten Jahreszeit durch eine verminderte Talgproduktion ohnehin empfindlicher ist. Apothekerverband Rheinland-Pfalz – LAV weist darauf hin, dass eine milde und rückfettende Hautpflege die stark beanspruchten Partien entlasten kann.

Im Winter neigt Haut generell dazu, trockener zu sein, weil sie hohen Temperaturunterschieden zwischen drinnen und draußen ausgesetzt ist. Auch Heizungsluft sowie fehlendes Sonnen- und Tageslicht wirken sich negativ aus. Die Haut reagiert mit Rötungen, sie spannt, wird gegebenenfalls rissig und juckt. Die verstärkten Hygienemaßnahmen wie längeres und regelmäßiges Händewaschen werden zu einer zusätzlichen Belastung, weiß Petra Engel-Djabarian, Mitglied des Vorstandes des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV: „Das häufige Händewaschen weicht unsere obere Hautschicht auf – gleiches passiert, wenn wir unter den Masken schwitzen. Die Hautbarriere ist dann quasi nicht mehr ganz dicht. Es entstehen feine Risse und Entzündungen können dort ausbrechen.“ Darum sei eine wichtige Maßnahme, die Hände nach jedem Waschen wirklich gut abzutrocknen. Auch die Masken sollten häufiger gewechselt werden, um keine Staufeuchte entstehen zu lassen.

Wenn die Hände rau und spröde werden, oder gar juckende, gerötete Risse zeigen, ist es wichtig, gegenzusteuern: „Milde und ph-neutrale Seifen greifen den Haut-schutzmantel nicht so an. Nach dem Händeabtrocken tut eine rückfettende und nicht parfümierte Handcreme gut. Achten Sie vielleicht auch auf den Zusatz von Urea, also Harnstoff, um Feuchtigkeit in der Haut zu bewahren. Geeignet sind auch reizlindernde Zusätze wie Omega-3 Fettsäuren und auch ätherische Öle wie Rosen- oder Kamillenöl oder Allantoin“, empfiehlt die Apothekerin. Bei Pickelchen und Rötungen im Maskenbereich kann manchmal eine Reduzierung der Hauptpflege- und Makeup-Produkte helfen. „Oftmals tun gerade Frauen zu viel des Guten an Gesichtspflege. Auch eine Überversorgung der Haut mit vielen Produkten kann schaden“, so Engel-Djabarian. Auch hier sollten seifenfreie und milde Produkte zum Einsatz kommen. Die Tagespflege solle die Rückfettung der Haut unterstützen. Wo erste Symptome sichtbar werden, können antiseptische Pflegecremes, oder auch desinfizierende Wund- und Heilcremes aus der Apotheke helfen, die Entzündungen einzudämmen. Halten die Risse, Sprödigkeit und der Juckreiz länger an, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. „Dann muss vielleicht mit einer vom Arzt verordneten kortisonhaltigen oder antibiotischen Creme die Entzündung behandelt und gestoppt werden“, rät die Apothekerin.

BARMER erleichtert Zugang zu Kinderkrankengeld

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Bescheinigung von Kita oder Schule nicht erforderlich

Mainz/Saarbrücken, 19. Januar 2021 – Versicherte der BARMER können bis auf Weiteres auch ohne Kita- oder Schulbescheinigung Corona-bedingtes Kinderkrankengeld erhalten. Wenn sie ihr Kind aufgrund der Pandemie zu Hause betreuen müssen, reicht ein einfacher Antrag zur Auszahlung aus. Dieser steht als Vordruck auf der Webseite der BARMER bereit. Der Nachweis der Kita oder Schule zur pandemiebedingten Schließung ist nicht erforderlich, da es der Gesetzgeber derzeit nicht explizit vorsieht.

„Die Corona-Pandemie ist für viele Eltern eine enorme Herausforderung, sowohl organisatorisch als auch finanziell. Bürokratische Hürden sind das Letzte, was sie jetzt noch gebrauchen können. Deshalb müssen sie vorerst keine Kita- oder Schulbescheinigung einholen, um das Kinderkrankengeld zu erhalten“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Der entsprechende Antrag stehe zum Download bereit unter www.barmer.de/Kinderkrankengeldantrag. Das Verfahren könne bei Bedarf noch angepasst werden, sofern es beispielsweise die Gesetzgebung künftig erfordere.

Antrag enthält lediglich gesetzlich erforderliche Angaben

„Der Antrag zum Kinderkrankengeld ist bewusst schlank gestaltet und enthält nur die gesetzlich erforderlichen Angaben“, sagt Kleis. Daraus müsse unter anderem der Grund für die Auszahlung des Kinderkrankengeldes hervorgehen, etwa die „pandemiebedingte Schließung“ der Kita oder Schule. Erforderlich seien beispielsweise auch der Betreuungszeitraum, die Bankverbindung und die Unterschrift.

„Wenn ein Antrag auf Kinderkrankengeld formlos erfolgt oder unvollständig ist, nehmen wir schnellstmöglich Kontakt zu den Eltern auf und holen die fehlenden Informationen ein. Das soll eine schnelle Auszahlung gewährleisten und den Eltern zumindest die finanzielle Sorge ein Stück weit nehmen“, sagt Kleis.

KNAPPSCHAFT verschickt Gutscheine für Corona-Schutzmasken

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· Die ersten 450.00 Coupons gehen an Versicherte über 75 Jahren
· Weitere folgen in den kommenden Wochen

Als eine der ersten Krankenkassen verschickt die KNAPPSCHAFT jetzt im Auftrag der Bundesregierung Gutscheine für sogenannte FFP2-Masken. Zunächst erhält jeder Versicherte über 75 Jahren zwei Gutscheine für jeweils 6 Masken, die in Apotheken abgeholt werden können.

In einem zweiten Schritt werden alle versicherten Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf angeschrieben, zudem alle Personen zwischen 70 und 74 Jahren. Voraussichtlich in drei Wochen kommen dann alle Personen zwischen 60 und 69 Jahren dran. Auch sie erhalten zwei Gutscheine für jeweils sechs Corona-Schutz-masken. Diese Reihenfolge ist gesetzlich festgelegt. Es kann daher vorkommen, dass mehrere Personen desselben Haushalts ihre Gutscheine zu unterschiedlichen Zeitpunkten bekommen.

Der erste Gutschein ist bis zum 28. Februar gültig, der zweite vom 16. Februar bis zum 15. April. In der Apotheke bezahlt jede Person eine Eigenbeteiligung von zwei Euro pro Coupon. Insgesamt wird die KNAPPSCHAFT voraussichtlich mehr als 900.000 Schreiben mit Gutscheinen an ihre Versicherten verschicken.




Mangelnder Informationsfluss zwischen Klinik und Arztpraxis gefährdet Patienten

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Mainz, 4. Januar 2021 – Der Informationsaustausch zwischen Krankenhäusern und Arztpraxen in Rheinland-Pfalz weist oft Defizite auf. Beim Übergang zwischen der stationären und ambulanten Behandlung werden behandlungsrelevante Informationen zur Medikation oft nicht in ausreichendem Maß weitergegeben. Das zeigt der Arzneimittelreport der BARMER. „Patienten sind unnötigen Risiken ausgesetzt, wenn wichtige Informationen nicht oder nur lückenhaft übermittelt werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Besonders gefährdet seien chronisch Kranke und Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen.

Laut BARMER-Report haben in Rheinland-Pfalz rund 150.000 Patienten, die im Jahr 2017 in ein Krankenhaus aufgenommen wurden, fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig und andauernd eingenommen. Das ist mehr als jeder vierte Klinikpatient (26,7 Prozent). Die Datenanalysen zeigen zudem, dass 26,7 Prozent der rheinland-pfälzischen Patienten, die im Jahr 2017 in einem Krankenhaus behandelt wurden, bereits vor Aufnahme in die Klinik Polypharmazie-Patienten waren. Nach dem Krankenhausaufenthalt steigt der Anteil auf 33,5 Prozent im ersten Quartal. Im dritten Quartal nach dem Eingriff in der Klinik liegt der Anteil an Polypharmazie-Patienten noch immer bei 29,2 Prozent.

Polypharmazie-Patienten: bedenkliche Informationslücken

„Gerade bei Polypharmazie-Patienten kommt es bei der Aufnahme ins und der Entlassung aus dem Krankenhaus oft zu Informationslücken”, erklärt Kleis. So hatten nur 29 Prozent der Patienten bei der Klinikaufnahme einen Medikationsplan. Ab drei Medikamenten, die zugleich und andauernd eingenommen werden, hat jeder Patient Anspruch auf den bundeseinheitlichen Medikationsplan, der Informationsverluste zwischen Ärzten verhindern soll. Zudem verfügten 17 Prozent über gar keine aktuelle Aufstellung ihrer Medikamente. Immerhin 54 Prozent der Befragten hatten zwar einen Medikationsplan, aber nicht den bundeseinheitlichen, der auch digital ausgelesen werden kann. Das geht aus einer bundesweiten Befragung von bei der BARMER versicherten Polypharmazie-Patienten über 65 Jahren für den Arzneimittelreport hervor.

„Patienten treten heutzutage als selbstbewusste Beitragszahler und kritische Verbraucher auf. Viele informieren sich über ihre Krankheit und wollen aktiv in Therapie-Entscheidungen eingebunden werden“, sagt Kleis. Angesichts dessen sei es bedenklich, dass knapp 30 Prozent der von der BARMER Befragten angeben, dass ihnen die Arzneitherapie vom Arzt nicht erklärt worden sei. Jeder dritte Patient mit im Krankenhaus geänderter Therapie habe zudem vom Krankenhaus keinen aktualisierten Medikationsplan erhalten. „Eine Arzneitherapie kann nur erfolgreich sein, wenn der Patient sie versteht und mitträgt. Dazu muss er sie entsprechend erklärt bekommen. Informationsdefizite dürfen auch deswegen nicht auftreten, weil die Therapie nach einem Krankenhausaufenthalt häufig noch komplexer wird“, sagt Kleis.

Ursache der Informationsdefizite ist aus Sicht der BARMER weniger der einzelne Arzt als vielmehr der unzureichend organisierte und nicht adäquat digital unterstützte Prozess einer sektorenübergreifenden Behandlung. „Es gilt, nachzubessern, um die Risiken für Patienten auf ein Minimum zu beschränken und die Arbeit der Ärzteschaft zu erleichtern. Offenbar erreicht der erst im Jahr 2016 eingeführte bundeseinheitliche Medikationsplan noch nicht, was damit vorgesehen war. Ein Instrument für mehr Sicherheit und Transparenz in der Arzneimitteltherapie kann die elektronische Patientenakte sein, die alle gesetzlich Krankenversicherten seit dem 1. Januar dieses Jahres freiwillig nutzen können“, meint Kleis.

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