Mittwoch, 11. Dezember 2019

Letztes Update:10:38:50 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Treffen Angehöriger psychisch kranker Menschen

Drucken

Das nächste Treffen der Angehörigen psychisch kranker Menschen findet am Donnerstag, 7. März 2019, 19 Uhr, im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises in Simmern, Hüllstraße 13 statt. Weitere Informationen erhalten Sie bei Harald Wellems, Telefon 06761 82-723 und Ute Sommer, Telefon 06761 82-721.

Damit es keine Sauf-Kids werden

Drucken

Experten beraten Eltern am 25. Februar zum richtigen Umgang mit Alkohol in der Familie

Koblenz, 19. Februar 2019. Ein Fünftel aller Eltern in Deutschland macht sich Sorgen, dass ihre Kinder zu viel Alkohol trinken. Das zeigt eine repräsentative Elternbefragung der DAK-Gesundheit. Tatsächlich sind 2017 in der Stadt Koblenz rund 35 Jungen und Mädchen mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gekommen.

Damit aus Kindern keine Sauf-Kids werden, bietet die DAK-Gesundheit am 25. Februar eine Telefon-Hotline an. Von 8 bis 20 Uhr erklären medizinische Experten wie Eltern gute Vorbilder sein können. Das spezielle Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 steht Kunden aller Krankenkassen offen.

„Mit unserer Hotline ermuntern wir Mütter und Väter zu einem offenen Umgang mit Alkohol-Themen“, sagt Jürgen Wilhelm von der DAK-Gesundheit. Im Auftrag der Krankenkasse hat das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel (IFT-Nord) die Entwicklung von riskantem Trinkverhalten bei Heranwachsenden über neun Jahre hinweg verfolgt. Demnach steigt bei hohem Alkoholkonsum der Eltern auch beim Nachwuchs das Risiko fürs Rauschtrinken. „Uns liegt die Prävention in Koblenz sehr am Herzen, deshalb wollen wir Risiken klar benennen und Hilfe anbieten“, so Wilhelm. „Wie viel Alkohol dürfen Mütter und Väter selbst trinken, um noch als gutes Vorbild zu gelten? Ab wann ist Alkoholkonsum riskant für die Gesundheit?“

Diese und andere Fragen beantworten die Experten der DAK-Gesundheit am 25. Februar von 8 bis 20 Uhr. Ausführliche Infos für Jugendliche und ihre Eltern zu einem gesundheitsbewussten Umgang mit Alkohol gibt es unter: www.dak.de/glasklar

Pflege macht Angehörige körperlich und seelisch krank

Drucken

Mainz, 18. Februar 2019 – Pflegende Angehörige in Rheinland-Pfalz sind öfter krank als Menschen, die nicht pflegen müssen. Das belegt der BARMER-Pflegereport, den Professor Heinz Rothgang von der Universität Bremen erstellt hat. „Unsere Gesellschaft ist auf die aufopferungsvolle Arbeit pflegender Angehöriger angewiesen. Allerdings fühlen sie sich oft so sehr belastet, dass sie kurz davor sind, die Pflege aufzugeben“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Laut Pflegereport litt im Jahr 2017 fast jeder vierte (23 Prozent) pflegende Angehörige in Rheinland-Pfalz an Depressionen und mehr als jeder achte (13 Prozent) unter Belastungsstörungen wie Nervenzusammenbrüchen. In einer nach Alter und Geschlecht vergleichbaren Gruppe von nicht pflegenden und nicht pflegebedürftigen Versicherten aus Rheinland-Pfalz kamen Depressionen (19 Prozent) und Belastungsstörungen (neun Prozent) seltener vor.

Pflegende Angehörige leiden öfter unter Rückenschmerzen

Auch der körperliche Zustand von pflegenden Angehörigen in Rheinland-Pfalz ist schlechter als der von Nicht-Pflegenden. So war laut Pflegereport mehr als jeder zweite (56 Prozent) pflegende Angehörige in dem Bundesland im Jahr 2017 wegen Rückenschmerzen bei seinem Arzt. Die nach Alter und Geschlecht vergleichbare Gruppe nicht pflegender und nicht pflegebedürftiger Versicherter in Rheinland-Pfalz musste sich seltener wegen Rückenschmerzen in ärztliche Behandlung begeben (50 Prozent).

Für den Pflegereport wurden zudem pflegende Angehörige zu den Belastungen ihres Alltags befragt. „Die Umfrage zeigt, dass bundesweit rund 185.000 von ihnen kurz davor sind, die Pflege ihrer Angehörigen zu beenden, weil sie sich überlastet fühlen. Heruntergebrochen auf die Bevölkerung von Rheinland-Pfalz dürfte es bei uns rund 9.300 pflegenden Angehörigen so gehen“, rechnet BARMER-Landesgeschäftsführerin Kleis vor. Sie betont: „Pflegende Angehörige, die an ihre Grenze kommen und nicht mehr pflegen können, weil sie körperlich und geistig erschöpft sind, kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten.“

Zahl der Pflegebedürftigen steigt in Rheinland-Pfalz

Die Ergebnisse des Pflegreports sind alarmierend, denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt und damit der Bedarf an Pflegenden. In Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2015 insgesamt 141.000 Menschen pflegebedürftig. Zehn Jahre zuvor waren es nur 98.000. Knapp drei von vier Pflegebedürftigen (74,3 Prozent) wurden im Jahr 2015 in Rheinland-Pfalz zuhause gepflegt, teils mit Unterstützung eines ambulanten Pflegediensts.

„Pflegende Angehörige werden oft als größter Pflegedienst der Nation bezeichnet. Der Pflegereport zeigt, wie dringend sie Hilfe für sich selbst brauchen“, sagt Kleis. Daher biete die BARMER für ihre Versicherten kostenlos das Seminar „Ich pflege – auch mich“ an. Hier würden die Teilnehmer lernen, wie sie sich trotz der anstrengenden Pflegesituation entlasten könnten.

Kostenfreie Unterstützung finden pflegende Angehörige und Pflegebedürftige auch bei den 135 Pflegestützpunkten in Rheinland-Pfalz. Sie beraten und informieren zu allen Fragen rund um die Pflege. „Meist schauen sich die Pflegeberater der Stützpunkte die häusliche Situation vor Ort an, denn sie kennen alle regionalen Anbieter und Angebote, die in der jeweiligen Situation unterstützen können“, erklärt Kleis. Getragen und finanziert werden die Pflegestützpunkte von den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie dem Land Rheinland-Pfalz.

Operationen an Bauchschlagader: Überlebenschance hängt von Krankenhaus ab

Drucken

Mainz, 13. Februar 2019 – Patienten haben bei planbaren Operationen an erweiterten Bauchschlagadern bessere Überlebenschancen, wenn der Eingriff an einer Klinik erfolgt, die von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) zertifiziert ist. Das zeigt der BARMER-Krankenhausreport, den das RWI-Leibnizinstitut für Wirtschaftsforschung erstellt hat. „In Rheinland-Pfalz finden planbare Operationen an der Bauchschlagader oft an Kliniken ohne DGG-Zertifikat statt. Für die Patienten ist das nicht die bestmögliche Lösung“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

„Bundesweit leiden rund 200.000 Menschen über 65 Jahren an einer erweiterten Bauchschlagader. In Rheinland-Pfalz dürfte es etwa 10.000 Betroffene geben“, rechnet Kleis vor. Krankhaft erweiterte Bauchschlagadern treten in der Regel erst ab einem Alter von 65 Jahren auf. Reißt die Bauchschlagader, kann das innerhalb weniger Minuten zum Tod führen. Eine Operation, durch die die erweiterte Stelle der Bauchschlagader überbrückt wird, ist oft lebensrettend.

Rheinland-Pfälzische Kliniken operieren oft ohne DGG-Zertifizierung

Eine Zertifizierung durch die DGG erfordert die Erfüllung höchster Qualitätsstandards in der Gefäßchirurgie. Laut Krankenhausreport war die Sterblichkeitsrate nach planbaren, minimal-invasiven Eingriffen an der Bauschlagader in einer DGG-zertifizierten Klinik um 2,3 Prozentpunkte geringer als an anderen Kliniken. „Im Jahr 2016 haben 18 Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz Eingriffe an der Bauchschlagader durchgeführt. Nicht alle davon waren planbar, sondern Notfälle. Dennoch ist es bedenklich, dass nur neun der 18 Kliniken DGG-zertifiziert waren“, meint Kleis.

Nach den Worten der BARMER-Landesgeschäftsführerin bieten auch Kliniken, die häufig Operationen an der Bauschlagader durchführen, bessere Überlebenschancen: „In Kliniken mit hohen Fallzahlen lag die bundesweite Sterberate nach einer Bauchschlagader-Operation um 2,6 Prozentpunkte niedriger als in Krankenhäusern mit kleiner Fallzahl. Das ist bedeutsam, denn erfahrene Operateure und eingespielte Behandlerteams machen weniger Fehler“, sagt Kleis.

Die BARMER-Landesgeschäftsführerin betont: „Die rheinland-pfälzische Landesregierung hätte in dem jüngst beschlossenen Krankenhausplan festlegen können, dass nur Krankenhäuser mit einer DGG-Zertifizierung oder einer hohen Anzahl von Bauchschlagader-Operationen, planbare Eingriffe an der Bauschlagader durchführen dürfen. Diese Chance hat sie leider verpasst.“ Auch wenn nicht jede Klinik mit geringer Fallzahl planbare Operationen an der Bauchschlagader vornehme, sei die flächendeckende Versorgung sichergestellt.

Auch Art des Eingriffs beeinflusst Überlebenschance

„Neben der Häufigkeit von Operationen an der Bauchschlagader und der Zertifizierung von Kliniken entscheidet auch die Art des Eingriffs über die Sterbewahrscheinlichkeit von Patienten“, berichtet Kleis. So war laut Krankenhausreport die Sterberate drei Jahre nach einem planbaren Eingriff an der Bauchschlagader bundesweit um zwei Prozentpunkte geringer, wenn die Operation nicht offen-chirurgisch, sondern minimal-invasiv erfolgte.

In Rheinland-Pfalz ist der Anteil der minimal-invasiven Eingriffe an der Bauchschlagader von 43,6 Prozent im Mittel der Jahre 2008 bis 2010 auf 78,5 Prozent im Mittel der Jahre 2014 bis 2016 gestiegen. Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich der Bundesländer ist Sachsen mit 85,7 Prozent. Kleis sagt: „Der zunehmende Einsatz von minimal-invasiven Eingriffen an der Bauchschlagader bei planbaren Operationen ist erfreulich, aber ausbaufähig. Eine qualitativ hochwertige Operation darf nicht vom Wohnort abhängen.“

Kleis ruft dazu auf, die Gefahren von erweiterten Bauchschlagadern ernst zu nehmen: „Ohne Riss verursachen erweiterte Bauchschlagadern oft keine Beschwerden. Besonders gefährdet sind Männer über 65 Jahren. Deshalb haben sie einen Anspruch auf Beratung und auf eine kostenlose Ultraschalluntersuchung ihrer Bauchschlagader“, sagt Kleis. Sei ein operativer Eingriff unvermeidbar, gebe die kostenlose „Weisse Liste“ der Bertelsmann Stiftung Auskunft, wie häufig Kliniken Bauchschlagader-Operationen durchführen.

Sie ist online abrufbar unter www.weisse-liste.de.

Zertifizierte Krankenhäuser listet die DGG unter www.gefaesschirurgie.de.

Apothekenpflichtige Arzneimittel: Schutz für die Gesundheit

Drucken

Paracetamol und Erkältungssaft sind nicht harmlos

Mainz, den 13. Februar 2019 – Dass es manche Arzneimittel nur in Apotheken gibt ist eine Maßnahme, die dem Patientenschutz und der Arzneimittelsicherheit gleichermaßen dient. Darauf macht der Apothekerverband Rheinland-Pfalz aufmerksam. Zunehmende Bestrebungen, immer mehr Arzneimittel aus der Apothekenpflicht zu entlassen, bergen Gefahren, so der LAV weiter. Denn auch rezeptfreie Schlafmittel oder ein Erkältungssaft können ernstzunehmende Nebenwirkungen haben und auch Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Darum ist es wichtig, sich vor der Einnahme am besten persönlich beraten zu lassen oder zumindest den Beipackzettel gründlich zu lesen.

Gerade am Beispiel von Paracetamol gegen Fieber und Schmerzen lassen sich die Gefahren gut aufzeigen, so Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV: „Viele Menschen halten rezeptfreie Schmerzmittel für ungefährlich. Das stimmt aber so nicht uneingeschränkt. Paracetamol ist gerade wegen seines Gefährdungspotenzials seit 2008 ab einer bestimmten Dosierung wieder rezeptpflichtig geworden.“ Die Erfahrungen hatten zuvor gezeigt, dass es in der freien Verwendung zu häufigen Überdosierungen gekommen war, die schlimme Leberschäden nach sich gezogen hatte. Paracetamol kann in hohen Dosen sogar tödlich sein – selbstmordgefährdete Menschen hatten das Arzneimittel auch dafür eingenommen, erläutert Apothekerin Engel-Djabarian. „Daran wird deutlich, dass sich nicht jedes Arzneimittel für einen freien und ungezügelten Warenverkehr eignet. Unsere hiesigen Unterscheidungen in rezeptpflichtige, apothekenpflichtige und frei verkäufliche Arzneimittel macht also durchaus Sinn. Wir Apotheker warnen eindringlich davor, die europäisch geforderte Warenfreiheit unüberlegt auch auf Arzneimittel anzuwenden. Pillen sind keine Drops und müssen mit besonderer Sorgfalt und entsprechendem Fachwissen abgegeben werden.“

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL