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Pflege und Altenheim

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Wie Apotheken die Arzneimitteleinnahme begleiten

Mainz, 10. August 2018 – Apotheken versorgen auch solche Menschen mit Arzneimitteln, die in Pflege- und Seniorenheimen leben und selbst nicht mehr mobil sind. In der Regel werden dabei Heime von einer oder mehreren Apotheken beliefert. Diese bringen die verordneten Arzneimittelpackungen, Verbandstoffe und andere benötigte Hilfsmittel aus der Apotheke in die Heime, erklärt Petra Engel-Djabarian, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV.

Die Apothekerin und der Apotheker sorgen mit Ihrer fachlichen Kompetenz für Arzneimittelsicherheit. „Jede Lieferung wird personenbezogen beschriftet und durch Personal der Apotheke auf den Pflegebereich gebracht. So wird die Verwechslungsgefahr minimiert.“ Engel-Djabarian weiter: „Mit ihrem pharmazeutischen Fachwissen können Apothekerinnen und Apotheker über eventuelle Wechsel- und Nebenwirkungen aufklären. Ebenso werden spezielle Fragen, wie zum Beispiel ob ein Arzneimittel sondengängig ist, mit dem Pflegepersonal geklärt. Außerdem überwachen wir beratend die Arzneimittelvorräte im Heim und geben Tipps zur Lagerung.“

Wer Heime versorgt, bietet den Pflegeteams auch Schulungen zur Arzneimittelversorgung an.“ Dabei geht es um heimtypische Krankheitsbilder oder um den Umgang mit verschiedenen Arzneiformen und -mitteln, erklärt Apothekerin Engel-Djabarian. „Wir erläutern, warum manche Arzneimittel vor oder nach dem Essen gegeben werden müssen. Und wir zeigen auch ganz praktisch, wie spezielle Arzneimittelformen wie Schmerzpflaster korrekt angewendet werden müssen. Denn jedes Arzneimittel kann seine volle Wirkung nur entfalten, wenn es richtig eingesetzt wird.“

Krebsvorsorge: Landkreis und Landfrauen gemeinsam aktiv

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Nächste Veranstaltung in Weiler

KREIS MYK. Die gemeinsame Veranstaltungsreihe von Landkreis, Landfrauenkreis- verband Mayen-Koblenz und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung rund um das Thema Gesundheit wird fortgeführt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Krebsvorsorge und dem Umgang mit schwierigen Lebenssituationen.

Die letzte Veranstaltung der Reihe findet am sind am 23. August, um 18 Uhr im Pfarrheim in Weiler statt. Referentinnen sind die Onkologin Dr. Judith Breil und die Unternehmensberaterin Marina Schröder.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Anmeldungen und weitere Informationen zur Veranstaltung bei Lea Bales, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mayen-Koblenz, Tel: 0261/108-275 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Personaluntergrenzen in der Krankenhauspflege

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BDH warnt vor bürokratischem Monster und Kostensteigerungen

Berlin/ Bonn - Geht es nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums, werden Krankenhäuser in Deutschland ab dem 1. Januar 2019 zu erheblichem zusätzlichen Dokumentationsaufwand im Bereich des Pflegepersonals verpflichtet. Zudem droht ein Personalkostensprung im Zuge der geplanten Personaluntergrenzen in der Pflege. Mit immer neuer Bürokratie, Sanktionsdrohungen und politischem Aktionismus vergifte die Politik den notwendigen Diskurs zur weiteren Entwicklung der Pflegerahmenbedingungen in den Häusern, warnt Ilse Müller, Bundesvorsitzende des Sozialverbands und Klinikträgers BDH Bundesverband Rehabilitation e.V.:

„Mit der gesetzlichen Pflicht zur Dokumentation schichtgenauer Personaluntergrenzen schafft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das nächste bürokratische Monster in unseren Krankenhäusern. Bis zum heutigen Tage ist es der Politik nicht gelungen, das Personal von unpraktikablen Dokumentationspflichten im Klinikalltag wirksam zu entlasten, jetzt folgt die nächste Bürokratiekeule für unsere Verwaltungen. Wir hätten im Zuge der Krankenhausreformen Maßnahmen zur Entbürokratisierung erwartet, um die Arbeit am Menschen stärker in den Fokus zu rücken. Die Kontrollwut ändert nichts daran, dass Pflegekräfte Mangelware sind. Die Wurzel des Übels wird von der Politik nicht angefasst! Wir benötigen attraktivere Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der sozialen Werte in Deutschland. Nur so kann es gelingen, dass wieder mehr qualifizierte Menschen diesen anspruchsvollen Beruf ergreifen. Die Mitarbeiter müssen Zeit haben, Pflege zu leben. Solange beispielsweise Bankangestellte attraktivere Vergütungen bei bequemeren Arbeitszeiten erhalten, werden sich junge Menschen kaum für den Pflegeberuf entscheiden.“

Die Untergrenzen sollen zunächst für die medizinischen Bereiche der Geriatrie, Neurologie, Kardiologie, Unfallchirurgie, Herzchirurgie und Intensivmedizin gelten und in der Folge ausgeweitet werden. Dabei werden statistische Messgrößen gewählt, die sich offenkundig nicht an den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften orientieren.

„Der vorliegende Gesetzentwurf bedeutet für unsere Kliniken einen enormen zusätzlichen Personalaufwand, weshalb wir dringend dazu raten, die Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften zur Personalbesetzung zu beachten. Aus ihnen lassen sich wesentlich geringere Personaluntergrenzen ableiten, als es der hektisch zusammengewürfelte Gesetzentwurf derzeit vorsieht. Eine gesetzlich festgeschriebene Personaluntergrenze könnte zudem Tendenzen eines Wettlaufs „to-the-bottom“ begünstigen. Wir lehnen die Einführung einer ausschließlich auf statistischen Messwerten fußenden, nicht evidenzbasierten Personaluntergrenze ab“, so Müller weiter.

Unterschätzte Gefahr: HP-Viren verursachen Krebs

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Knappschaft übernimmt Impfkosten nun auch für Jungen

Humane Papillomaviren (HPV) sind hochansteckend, verursachen die häufigsten Geschlechtskrankheiten und können als Spätfolge bösartige Tumore bilden – bei Frauen und Männern gleichermaßen. Kinder und Jugendliche sollten daher rechtzeitig gegen HPV geimpft werden. Rechtzeitig bedeutet in diesem Fall, dass die Impfung noch vor den ersten sexuellen Kontakten stattfindet. Bisher wurde sie hauptsächlich bei Mädchen durchgeführt, dabei sind Jungen genauso gefährdet. Als eine der ersten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernimmt die Knappschaft die Kosten für die HPV-Impfung ab sofort auch für Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.

Erschreckend, aber wahr: Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit den gefährlichen Erregern. Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungsinstituts tragen heute 75 bis 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen die HP-Viren in sich. Dabei kann man sich durch Impfen leicht schützen. Seit mehr als zehn Jahren ist die HPV-Impfung in Europa zugelassen. Sie ist gut verträglich und hochwirksam.

Impfkosten wurden bisher nur für Mädchen übernommen

Bislang übernehmen die meisten gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dieser Schutzimpfung nur für Mädchen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) und Fachexperten empfehlen die Impfung aber auch für Jungen. Dieser Empfehlung folgt nun die Knappschaft als eine der ersten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland: Sie übernimmt die Kosten für die HPV-Impfung ab sofort auch für Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.

Norbert H. Brockmeyer ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und betreibt Forschungen zu HIV und AIDS. Er gehört zum medizinischen Kompetenznetz der Knappschaft und berät die Krankenkasse und ihre Versicherten zu Fragen der sexuellen Gesundheit. „HP-Viren sind extrem gefährlich, weil sie in der Lage sind, gesunde Zellen über viele Jahre schrittweise umzuprogrammieren, so dass sie sich zu bösartige Tumorzellen entwickeln“, erklärt der Experte die Gefahr, die von den HP-Viren ausgeht.

Infektionsforscher sieht Eltern in der Pflicht

„Es gibt Hunderte verschiedener HP-Viren“, so Brockmeyer weiter. „In einem Abstrich bei Erwachsenen finden wir oft 10 oder mehr verschiedene Virustypen. Wir wissen aber, dass HPV 16 und 18 die gefährlichsten sind. Sie verursachen Krebs überall dort, wo sie beim Sex mit der Schleimhaut in Kontakt gekommen sind.“  Frauen wie Männer können die Erreger übertragen und ihr zum Opfer fallen. Die Impfung schütze, so der Forscher, vor beiden Risiken: Vor der Übertragung und vor den gefährlichen Spätfolgen. Daher sei es wichtig, dass alle Geschlechter im Kindesalter geimpft werden. „Bis Jugendliche ein eigenes Bewusstsein für die Gefahren durch Übertragung von HPV entwickeln, ist es für eine Grundimmunisierung meistens zu spät. Höchste Wirksamkeit erreicht die Impfung nur, wenn sie vor den ersten sexuellen Kontakten verabreicht wird. Hier sind die Eltern in der Pflicht, lange bevor ihr Kind sexuell aktiv wird“, so Brockmeyer.

Die HPV-Impfung wird bei Kinder- und Jugendärzten, aber auch beim Hausarzt durchgeführt und gilt als sicher: „Das Risiko möglicher Impfschäden ist weitaus geringer als die Wahrscheinlichkeit, durch HPV an Krebs zu erkranken“, betont der Knappschaft-Experte. Auf 100.000 Impfdosen komme lediglich eine heftige allergische Reaktion“. Die Kosten pro Impfung belaufen sich auf etwa 500 Euro, die von der Knappschaft erstattet werden.



Apothekerverband beklagt Valsartan-Desaster

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Arzneimittelrückrufe von valsartanhaltigen Medikamenten: Apotheker sehen vor allem Arzneimittelhersteller in der Verantwortung und in der Pflicht

Mainz, 13.07.2018 – Die Apothekerinnen und Apotheker in Rheinland-Pfalz haben seit Tagen deutliche Mehrarbeit zu leisten. Der Grund: Bei vielen Arzneimittel, in den der blutdruck-kontrollierende Wirkstoff des chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical enthalten ist, ist es zu einer produktionsbedingten Verunreinigung mit N-Nitrosodimethylamin gekommen, einem Stoff, der von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft wird. Die betroffenen Arzneimittel wurden deshalb durch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) vorsorglich zurückgerufen. Betroffen von diesen Rückrufen sind Arzneimittel in unterschiedlichen Dosierungen und Packungsgrößen von etwa 20 Herstellern.

In der Apotheke muss nun das Warenlager auf diese Rückrufe hin überwacht und kontrolliert werden – betroffene Arzneimittel werden in der Apotheke dann in Quarantäne genommen und nicht mehr an Patienten abgegeben. „Die ersten Rückrufe kamen am 5. Juli, die Liste der betroffenen Arzneimittelchargen wird aber nahezu jeden Tag erweitert und ergänzt“, berichtet Andreas Hott, Vorsitzender des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz (LAV). „Das heißt, dass wir Apotheker jeden Tag auf die Internetseite der AMK schauen müssen, ob es hier etwas Neues gibt, um dann immer wieder und erneut unser Warenlager zu kontrollieren“.

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