Freitag, 19. Oktober 2018

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Sommerzeit = Grippezeit? Beschwerdefrei durch die warmen Monate

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Eigentlich gelten Jahreszeiten mit kühlen Außentemperaturen als typische Grippezeit.

Doch auch im Sommer läuft so manchem Betroffenen die Nase und lästiger Husten macht sich bemerkbar.

Das liegt daran, dass der häufige Wechsel zwischen warmen und kalten Temperaturen (im Außenbereich und klimatisierten Räumen) das Immunsystem herausfordern kann. Ist es bereits geschwächt, bietet es die ideale Angriffsfläche für die so genannten Enteroviren, welche sich für die Sommergrippe verantwortlich zeigen.

Ansteckungsgefahren im Sommer

An Orten, auf denen viele Menschen aufeinander treffen, können Viren leichter verbreitet werden; gerade bei sehr warmen Temperaturen fühlen sich die Erreger wohl und vermehren sich rasch. Zu kalte Getränke oder stark gekühlte Räume im Sommer fordern außerdem die Schleimhäute heraus und trocknen sie aus. Die Schutzfunktion lässt nach; eine Ansteckung mit der Sommergrippe durch Tröpfcheninfektion per Husten oder Niesen wird wahrscheinlicher. Ein weiteres Risiko: Die Ansteckung per Schmierinfektion. Da Enteroviren über den Stuhl ausgeschieden werden, kann schon eine schlechte Hygiene für eine Ansteckung sorgen. Kontaminierte Türgriffe oder ein Händedruck mit einem Patienten, der sich zuvor nicht ausreichend die Hände gewaschen hat, übertragen die Enteroviren und lösen spätestens nach zwei Wochen die Sommergrippe aus.

Symptome und Verlauf einer Sommergrippe

Die typischen Symptome einer Sommergrippe ähneln einer herkömmlichen Erkältung. Meist sind sie lästig, aber nicht gefährlich. Es beginnt mit Abgeschlagenheit und Halskratzen, manchmal auch mit dem klassischen "Erkältungskopfschmerz". Anschließend folgen Gliederschmerzen, eine laufende oder verstopfte Nase, Husten und/oder eine Entzündung der Atemwege. Weitere Begleitsymptome, die bei einigen Betroffenen auftreten können, sind:

  • Appetitlosigkeit
  • angeschwollene Lymphknoten
  • Fieber
  • allgemeine Kraftlosigkeit und starke Müdigkeit
  • Durchfall und Bauchschmerzen

In den meisten Fällen heilt die Sommergrippe rasch und komplikationslos aus. Personen mit einem stark geschwächten Immunsystem sollten zur Sicherheit jedoch einen Arzt aufsuchen.

Behandlung der Symptome

Bei einer Sommergrippe richtet sich die Behandlung nach den jeweils auftretenden Symptomen. Bewährt haben sich rezeptfreien Grippe-Medikamenten und Hausmitteln. So empfiehlt sich ein acetylsalicylsäureenthaltendes Schmerzmittel gegen Kopf- und Gliederschmerzen, während die verstopfte Nase mit abschwellenden Nasensprays behandelt wird. Zur Fiebersenkung kann ebenfalls Acetylsalicylsäure helfen, aber auch der Wirkstoff Ibuprofen wird verwendet. Die Inhalation mit Kamille oder Salzwasser befreit die Atemwege auf sanfte Weise, heiße Tees mit Ingwer, der das Immunsystem stärkt, sind eine weitere Möglichkeit, die Symptome zu lindern. Halsschmerzen können mit Kartoffelwickeln und Lutschtabletten von außen und innen bekämpft werden.

Vorbeugung und Entgegenwirkung der Sommergrippe

Wer es gar nicht erst bis zur Sommergrippe kommen lassen möchte, sollte sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen sowie möglicherweise von Enteroviren betroffene Gegenstände (Türgriffe, PC-Tastaturen etc.) desinfizieren. Um das Immunsystem zu stärken, empfiehlt sich ergänzend der Verzehr von Gemüse und Obst sowie die Anwendung von Wechselduschen oder ein häufiger Saunagang. Sport und Bewegung an der frischen Luft kann ebenfalls wirksam sein, um potenziellen Viren keine Chance zu geben.