Mittwoch, 23. Januar 2019

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Immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz erhalten Pflegeleistungen

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Zum Jahresende 2017 erhielten rund 161.200 Personen in Rheinland-Pfalz Leistungen der Pflegeversicherung. Laut Statistischem Landesamt in Bad Ems waren dies knapp 29.000 Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger bzw. 22 Prozent mehr als in der vorangegangenen Erhebung im Jahr 2015.

Hintergrund dieser Entwicklung ist einerseits die wachsende Zahl älterer Menschen, die natürlicherweise einem erhöhten Risiko der Pflegebedürftigkeit unterliegen. Darüber hinaus steht der deutliche Anstieg der Fallzahlen in engem Zusammenhang mit Anpassungen im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes II, welches vor allem den Pflegebedarf von Demenzkranken, geistig Behinderten und psychisch Kranken besser erfassen und abdecken soll.

Mehr als 60 Prozent aller Pflegebedürftigen waren weiblich, was in erster Linie auf den höheren Frauenanteil unter der älteren Bevölkerung zurückzuführen ist. Rund 80 Prozent aller Pflegebedürftigen waren im Dezember 2017 älter als 70 Jahre, nahezu 60 Prozent hatten bereits das 80. Lebensjahr vollendet.

Art der Versorgung

Über die Hälfte (55 Prozent) aller Pflegebedürftigen nahm zum Stichtag der Erhebung ausschließlich Pflegegeldleistungen in Anspruch und wurde zu Hause gepflegt; häufig von Familienangehörigen. Weitere 22 Prozent der pflegebedürftigen Frauen und Männer erhielten zu Hause Unterstützung von einem Pflegedienst; mitunter nutzten sie zusätzlich teilstationäre Angebote der Tages- oder Nachtpflege in Heimen. Die restlichen 23 Prozent der Leistungsempfängerinnen und -empfänger befanden sich Ende 2017 in vollstationärer Pflege in einem Heim – 22 Prozent in Dauerpflege und ein Prozent vorrübergehend in sogenannter Kurzzeitpflege.

Pflegegrade

Infolge geringer Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit waren 1,6 Prozent aller Pflegebedürftigen dem Pflegegrad 1 zugeordnet, 44,3 Prozent waren erheblich (Pflegegrad 2) und 31,2 Prozent schwer beeinträchtigt (Pflegegrad 3). Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit (Pflegegrad 4) lag bei 16,9 Prozent der Personen vor; in 5,9 Prozent der Fälle galt es darüber hinaus besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung gerecht zu werden (Pflegestufe 5). In wenigen Fällen (0,1 Prozent) war die Einstufung durch den medizinischen Dienst zum Stichtag der Erhebung noch nicht erfolgt.

Pflegeheime und -dienste

Ende 2017 gab es in Rheinland-Pfalz insgesamt 539 Pflegeheime mit knapp 35.000 Beschäftigten, die rund 40.500 Personen in der voll- und teilstationären Pflege betreuten – davon 62 Prozent in Einrichtungen freigemeinnütziger Träger und gut 35 Prozent in Heimen privater Träger. Gegenüber der Erhebung im Jahr 2015 hat sich die Zahl der Heime um 23 Einrichtungen erhöht; die Beschäftigtenzahl ist um fast 1.400 gestiegen.

Darüber hinaus unterstützten 516 Pflegedienste mit rund 15.300 Beschäftigten die Pflege von knapp 36.000 Personen; das waren 28 Dienste und knapp 1.100 Beschäftigte mehr als 2015. Auf freigemeinnützige Träger entfielen rund 57 Prozent dieser ambulanten Pflegeverhältnisse, knapp 43 Prozent auf private Dienstleister.

Die Angaben stammen aus der Pflegestatistik zum Stichtag 15. bzw. 31. Dezember 2017. Die Pflegestatistik wird alle zwei Jahre erhoben. Befragt wurden die ambulanten Pflegedienste und die stationären Pflegeheime in Rheinland-Pfalz, mit denen ein Versorgungsvertrag nach dem SGB XI bestand (Stichtag 15. Dezember). Die Pflegegeldempfänger (Stichtag 31. Dezember) wurden von den Pflegekassen an das Statistische Bundesamt gemeldet und von dort den Ländern zugeordnet.

Autor: Markus Elz (Referat Soziale Leistungen, Gesundheit, Rechtspflege)