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Atemwegserkrankungen erhöhen Krankenstand

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Mainz, 24. September 2019 – Beschäftigte aus Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2018 öfter krankgeschrieben als im Jahr davor. Das meldet die Krankenkasse BARMER, die die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der rund 200.000 bei ihr in Rheinland-Pfalz versicherten Erwerbspersonen anonymisiert ausgewertet hat. „Besonders Erkrankungen der Atemwege sorgten für einen Anstieg bei Krankschreibungen von Erwerbspersonen in Rheinland-Pfalz. Hierfür dürfte die heftige Grippewelle im ersten Quartal des Vorjahres die Ursache sein“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Laut der BARMER-Daten schlugen Erkältungs- und Grippekrankheiten besonders heftig in der Pfalz zu. Pirmasens verzeichnete von allen 413 Landkreisen und kreisfreien Städte in Deutschland den Höchstwert an Arbeitsunfähigkeitstagen pro Erwerbsperson wegen Erkrankungen der Atemwege (4,4). Auch Beschäftigte aus Frankenthal (3,6 Tage, Platz 34) und dem Donnersbergkreis (3,5 Tage, Platz 42) blieben deswegen oft krank zuhause. Im Landesdurchschnitt war jeder Beschäftigte in Rheinland-Pfalz 2,8 Tage wegen Atemwegserkrankungen arbeitsunfähig (2017: 2,4 Tage).

Psychische Leiden belasten Beschäftigte in der Pfalz besonders stark

Auf hohem Niveau verharrten die Ausfallzeiten rheinland-pfälzischer Arbeitnehmer wegen seelischer Leiden. Ihretwegen blieb jede Erwerbsperson aus Rheinland-Pfalz im Durchschnitt 3,4 Tage der Arbeit fern (2017: 3,4 Tage). Die bundesweit zweitmeisten Krankheitstage aller Landkreise und kreisfreien Städte wegen psychischer Erkrankungen verbuchte der Landkreis Kusel (5,4 Tage). Auch der Landkreis Südwestpfalz (4,6 Tage, Platz 16) und die Stadt Kaiserslautern (4,5 Tage, Platz 22) erlebten hohe Ausfallzeiten von Beschäftigten wegen seelischer Leiden.

„Nie war es für Arbeitgeber wichtiger, mit Maßnahmen zur Stressprävention und Stärkung der psychischen Gesundheit ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen“, sagt BARMER-Landesgeschäftsführerin Kleis. Besonders die Digitalisierung der Arbeit berge gesundheitliche Risiken. Das habe eine Studie der Universität St. Gallen im Auftrag der BARMER jüngst belegt. Kleis erklärt: „Digitalisierung führt immer öfter zu Burnout. Wer digitale Medien wie das Diensthandy privat kaum nutzt, ist seltener emotional erschöpft.“ Führungskräfte würden eine besondere Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern bei der Digitalisierung der Arbeit tragen.

Muskel-Skelett-Erkrankungen Hauptursache für Krankschreibungen

Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit rheinland-pfälzischer Erwerbspersonen blieben Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Sie sorgten im Durchschnitt für 4,0 Arbeitsunfähigkeitstage unter Beschäftigten in Rheinland-Pfalz (2017: 4,0). Häufigste Ursache waren Rückenbeschwerden. Mehr als jeder zweite Tag (55,8 Prozent) von Arbeitsunfähigkeit ging im Jahr 2018 auf das Konto von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (21,7 Prozent), seelischen Leiden (18,7 Prozent) und Atemwegserkrankungen (15,4 Prozent).

Über alle Krankheiten hinweg zählten die Statistiker 18,3 Tage von Arbeitsunfähigkeit pro Beschäftigten in Rheinland-Pfalz (2017: 17,8). Im Durchschnitt meldete sich jede Erwerbsperson in dem Bundesland 1,3 Mal krank. Mehr als jeder zweite Beschäftigte (56,7 Prozent) in Rheinland-Pfalz blieb mindestens einmal arbeitsunfähig (2017: 55,6 Prozent) zuhause. Der Krankenstand lag bei 5,0 Prozent (2017: 4,9 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten in Rheinland-Pfalz 50 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erklärt Kleis.