Samstag, 06. März 2021

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Weaningzentrum rezertifiziert

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Bereits zum 3. Mal wurde das Weaningzentrum der Hufeland-Klinik Bad Ems zertifiziert.

Bad Ems. KĂŒnstliche Beatmung auf einer Intensivstation rettet in medizinischen NotfĂ€llen und im OP Menschenleben. Fast 40 Prozent der beatmeten Patienten fĂ€llt es aber anschließend schwer, vom BeatmungsgerĂ€t entwöhnt zu werden (weaning), um wieder selbst zu atmen.

In der Hufeland-Klinik in Bad Ems werden Patienten, die ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum lebenserhaltend-intensivmedizinisch behandelt wurden, von der Langzeitbeatmung entwöhnt. „Im Bereich der Beatmungsmedizin haben wir besondere Kompetenzen aufgebaut“, so Chefarzt Dr. Wolfgang Neumeister, „weshalb es uns hier gelingt, Patienten, die aus anderen KrankenhĂ€usern zu uns verlegt werden, vom BeatmungsgerĂ€t zu lösen und sie wieder ins Leben zu integrieren.“ Mit dafĂŒr verantwortlich, dass das hier so hĂ€ufig gelingt, ist neben der langjĂ€hrigen Erfahrung in der Klinik die besondere medizinische Ausstattung des Hauses. „Die 16 Betten unserer Weaningstation sind eigentlich immer belegt“, erklĂ€rt Stationsleiter Hendrik van ‘t Hoff-Haas.

Die deutsche Gesellschaft fĂŒr Pneumologie und Beatmungsmedizin hat das Weaningzentrum der Hufeland-Klinik Bad Ems nun bereits zum 3. Mal in Folge zertifiziert. GeprĂŒft wurden u. a. die technische, rĂ€umliche und personelle Ausstattung, die Prozess- und ErgebnisqualitĂ€t sowie die Zusammenarbeit im interdisziplinĂ€ren Behandlungsteam.

„Gerade die Zusammenarbeit im interdisziplinĂ€ren Team und ein strukturierter Behandlungsplan sind fĂŒr den Erfolg der Maßnahme von besonderer Bedeutung“, erlĂ€utert Oberarzt Christoph Lesch. Denn es braucht speziell ausgebildete Ärzte, PflegefachkrĂ€fte, Atmungstherapeuten, LogopĂ€den, Physiotherapeuten, Psychologen und ErnĂ€hrungstherapeuten, um die Atemmuskulatur Schritt-fĂŒr-Schritt wieder zu mobilisieren, dem Patienten sein Vertrauen in den eigenen Körper wieder zu vermitteln und Begleiterkrankungen jederzeit mit zu berĂŒcksichtigen.

Die Entwöhnung kann 14 Tage, aber auch mehrere Monate dauern – je nachdem, wie lange der Patient vorab beatmet wurde. Auch gelingt es nicht immer, den Patienten komplett vom BeatmungsgerĂ€t zu entwöhnen, aber schon einige Stunden sind ein echter Zugewinn an LebensqualitĂ€t – schließlich kann in dieser Zeit ganz normal mit Angehörigen gesprochen, gegessen und am Leben teilgenommen werden.

Gelingt die Entwöhnung vom BeatmungsgerĂ€t, können die Patienten im Anschluss ihre Rehabilitationsbehandlung direkt in der Hufeland-Klinik durchfĂŒhren, um anschließend ein möglichst selbststĂ€ndiges Leben in ihrer hĂ€uslichen Umgebung zu fĂŒhren. „Das ist einer unserer großen Vorteile“, so Dr. Neumeister. „Wir bieten akut- und rehapneumologische Maßnahmen unter einem Dach an. Einer von vielen Faktoren, den die PrĂŒfgesellschaft bei uns gelobt hat.“