Mittwoch, 08. Dezember 2021

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Tourismus

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August 2021: Gäste- und Übernachtungszahlen in rheinland-pfälzischen Tourismusbetrieben weiterhin rückläufig

Die Hochwasserkatastrophe vom 14./15. Juli im Ahrtal hat nicht nur verheerende Auswirkungen für die unmittelbar Betroffenen in der Tourismusregion Ahr; auch in den anderen Tourismusregionen bleibt die Lage für die rheinland-pfälzischen Tourismusbetriebe angespannt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes empfingen die Tourismusbetriebe im August 2021 rund 845.300 Gäste, die knapp 2,5 Millionen Übernachtungen buchten.

Die Rückgänge gegenüber August 2020 beziffern sich bei der Gästezahl auf elf Prozent und bei der Zahl der Übernachtungen auf acht Prozent. Noch deutlicher zeigt sich die rückläufige Entwicklung der Gäste- und Übernachtungszahlen im Vergleich zu August 2019 (Gäste: minus 22 Prozent; Übernachtungen: minus 15 Prozent).

Tourismusregionen

Aufgrund der Flutkatastrophe mussten auch im August viele Tourismusbetriebe im Ahrtal geschlossen bleiben, sodass die Zahl der Übernachtungen in der Region Ahr auf weniger als ein Viertel der Buchungen des Vorjahres zusammenbrach. Die benachbarten Regionen Eifel und Mosel-Saar mussten ebenfalls deutliche Einbußen in Hinblick auf die Übernachtungszahlen hinnehmen (minus 19 bzw. 12 Prozent). Auch die Gästezahl fiel in diesen Regionen drastisch: Die Ahr-Region begrüßte drei Viertel weniger Gäste als noch im August 2020; die Gebiete Eifel sowie Mosel-Saar 26 Prozent bzw. 17 Prozent weniger. Vergleichsweise geringere Rückläufe an Übernachtungen verzeichnete das Rheintal mit minus 4,6 Prozent bei einem Gästerückgang von gut zehn Prozent. Eine positive Gäste- und Übernachtungsbilanz erreichten vor allem die Regionen Naheland, Rheinhessen und die Pfalz, die jeweils mehr Gäste als noch im August 2020 über einen längeren Zeitraum begrüßten (Übernachtungen: plus 20, 13 bzw. 1,2 Prozent; Gäste: plus 15, neun bzw. 3,7 Prozent). In den Gebieten Westerwald-Lahn und Hunsrück verweilten mit jeweils minus 2,2 bzw. 7,4 Prozent weniger Gäste, die jedoch mehr Übernachtungen buchten (plus 8 bzw. 4,4 Prozent).

Betriebsarten

Drei der zehn Betriebsarten erreichen Zuwächse an Gäste- und Übernachtungszahlen. Die Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime verzeichneten mit gut einem Drittel mehr Übernachtungen und über einem Fünftel mehr Gästen den kräftigsten Aufschwung im Vergleich zu August 2020. Ebenfalls positive Entwicklungen wiesen die Jugendherbergen auf (Gäste: plus 1,5 Prozent; Übernachtungen: plus 18 Prozent). Deutlich nachlassende Übernachtungszahlen verzeichneten die Camping- und Reisemobilstellplätze. Dieser Rückgang ging mit einer um knapp ein Drittel rückläufigen Besucherzahl einher (minus 31 Prozent). Auch in Vorsorge- und Rehabilitationskliniken sank die Zahl der Gäste um 4,2 Prozent (Übernachtungen: minus neun Prozent). Die Hotels, die die beliebteste Betriebsart darstellen, nahmen 7,6 Prozent weniger Gäste in Empfang (Übernachtungen: minus 3,3 Prozent). In Pensionen ging die Zahl der Gäste um 13 Prozent zurück, zusätzlich sank deren Verweildauer (minus vier Prozent).

Herkunft

Mit knapp 83 Prozent reiste der Großteil der Gäste im August 2021 aus dem Inland an. Die rund 701.100 Gäste aus Deutschland buchten gut zwei Millionen Übernachtungen (minus acht bzw. minus 1,3 Prozent gegenüber August 2020). Die Zahl der Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland ging um ein Viertel zurück. Diese nahmen 30 Prozent weniger Übernachtungen in Anspruch.

Zeitraum Januar bis August

Die Zahl der Gäste von Januar bis August 2021 betrug in Rheinland-Pfalz rund 2,6 Millionen. Diese buchten knapp acht Millionen Übernachtungen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum reduzierte sich die Zahl der Gäste um 32 Prozent; die Zahl der Übernachtungen verringerte sich um 24 Prozent.

Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung aller Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Fremdenbetten sowie den Betreibern von Camping- und Reisemobilplätzen mit zehn und mehr Stellplätzen.

Hinweis: Mit dem Berichtsmonat Januar 2021 werden Privatquartiere und Kleinbetriebe mit weniger als 10 Betten in Städten und Gemeinden mit einem Prädikat als Heilbad, Luftkurort, Erholungsort oder Fremdenverkehrsort nicht mehr befragt. Zu Vergleichszwecken wurden die Vergleichsergebnisse entsprechend umgerechnet.

Durch die Corona-Krise sind die Beherbergungsbetriebe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß. Eine weitere Beeinträchtigung ergibt sich aus den Folgen der Hochwasserkatastrophe im August 2020. Deren Einfluss lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Autorin: Dr. Noreen Geenen (Referat Unternehmensstatistiken)