Mittwoch, 23. Januar 2019

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Stunde der Philharmonie

So., 13. Januar 2019, 11:00 Uhr, Görreshaus Koblenz

Nachdem die letzte Stunde der Philharmonie barocker Musik gehuldigt hat, liegt der zeitliche Schwerpunkt des nächsten Konzertes dieser Reihe am 13. Januar 2019 ausschließlich auf dem 19. Jahrhundert. Obgleich es sich ja um Vormittagsmatineen handelt, ist das folgende Programm eher den „abendlichen Harmonien" und Stimmungen gewidmet. Zu hören ist dabei eine unkonventionelle Instrumentenwahl aus Klavier, Violoncello, Flöte und Tuba.

So selten wie diese Kombination ist auch ein Programm mit der Komponistin Louise Farrenc, die im Paris des 19. Jahrhunderts als eine der ersten Frauen bahnbrechende Erfolge als Komponistin feiern konnte - im Gegensatz zu Fanny Mendelssohn und Clara Schumann. Heute nahezu vergessen, wecken sie die Musiker dieses Vormittags aus dem Dornröschenschlaf, indem sie ihr Trio für Flöte, Violoncello und Klavier in e-Moll op. 45 aufführen. Dieses temperamentvolle Werk, entstanden zwischen 1854 und 1856, sprudelt nur so vor melodiösen Einfällen und trägt gleichzeitig eine melancholische, ja „abendliche" Stimmung in sich. Vom reifen Handwerk eines Komponisten von gerade Anfang 30 zeugt die zweite Sonate für Violoncello und Klavier, die Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahr 1843 abschloss. Reif deshalb, da hier bereits das Verhältnis zwischen beiden Instrumenten ausgeglichener sowie die musikalische Struktur wesentlich feiner gestaltet ist als noch im Vorgängerwerk. Zudem besticht Mendelssohn Bartholdy durch seine reichen Einfälle in dieser Sonate, die von virtuosen Passagen über Kantilenen bis hin zu tief empfundenen Chorälen reichen.

Gegensätzlich wie Tag und Nacht klingt das Adagio und Allegro in As-Dur op. 70, das Robert Schumann im Jahr 1849 ursprünglich für Horn und Klavier schrieb und kurz darauf auch eine Fassung für Violoncello anfertigte. Ist das Adagio noch von einer innigen Romanze bestimmt, so soll das Allegro „rasch und feurig" gespielt werden - Clara Schumann empfand das Stück auch als „prächtig, frisch und leidenschaftlich". Mit innovativen Charakterstücken dieser Art wies der Komponist nicht nur gattungstechnisch in die Zukunft, sondern brachte auch damit sich und seinem Verleger ökonomische Erfolge ein. An die dachte wahrscheinlich Franz Schubert, als er zum drittletzten Lied aus seinem Zyklus „Die schöne Müllerin", nämlich „Trockne Blumen", ein Duo für Flöte und Klavier verfasste unter dem Namen „Introduktion und Variationen". Gegensätzlicher könnte es auch hier nicht sein: Aus der todtraurigen Melodie des Liedes, worin der Müller seiner Liebe entsagt, formt der Komponist immer virtuosere Variationen für beide Instrumente, die dann auch brillant abschließen.

Das Programm endet mit zwei kaum gespielten Werken für Violoncello und Klavier des großen Operettenkomponisten Jacques Offenbach, die sich abermals durch Kontraste auszeichnen. Es erklingen das namensgebende, verinnerlichte „Harmonies du soir" op. 68 von 1855 und der elf Jahre früher entstandene „Danse bohèmienne" op. 44, der die für Offenbach so typische fließende Leichtfüßigkeit und melodische Eingängigkeit enthält.

In Kürze:

So 13 01 19

11:00 Uhr | Koblenz | Görreshaus

STUNDE DER PHILHARMONIE

KAMMERMUSIK

HARMONIES DU SOIR

Carolin Mönnighoff, Sopran

Michael Engl, Tuba

Yoël Cantori, Violoncello

Simon Peguiron, Klavier

Werke von Farrenc, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Schubert und Offenbach

KARTEN

Orchesterbüro | t: 0261 3012-272

Ticket Regional | www.ticket-regional.de