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10.03.2019, 19.30 Uhr, Rhein-Mosel-Halle Koblenz

Sinfoniekonzerte ohne Orchester – mit einem einzigen Musiker mit der Orgel der Rhein-Mosel-Halle

Gereon Krahforst spielt auf einer der größten Saalorgeln Deutschlands

Am 10. März 2019 erklingt von neuem die Kemper-Orgel in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz. Die Orgel ist die einzige große Saalorgel mit 5.676 Pfeifen, 71 Registern und vier Manualen, die in diesem Rahmen zum Einsatz kommt.

Gereon Krahforst, Custos und Organist der Rhein-Mosel-Hallenorgel, wird in der Veranstaltungsreihe, die in Kooperation mit der Koblenz-Touristik GmbH stattfindet, in insgesamt fünf Sinfoniekonzerten sämtliche Orgelsymphonien von Charles-Marie Widor (1844 – 1937) zur Aufführung bringen.

Hand aufs Herz: können Sie sich ein Sinfoniekonzert mit einem einzigen Live-Musiker ohne Orchester vorstellen? In der Rhein-Mosel-Halle Koblenz wird es möglich! Dort nämlich befindet sich eine große Konzertorgel, wenngleich nur wenige ihrer Pfeifen bei genauem Hinsehen sichtbar sind. Sie zählt zu den größten Saalorgeln Deutschlands und stellt mit der überragenden Akustik des Großen Saals der Rhein-Mosel-Halle einen besonderen Hörgenuss dar. Die Pfeifen sind links und rechts der Bühne verteilt und werden von einem mobilen Spieltisch aus bespielt. Das exklusive Bühnenkonzert zieht die Besucher auf eine ganz neue Art und Weise in seinen Bann, denn die Sitzplätze sind um den mobilen Spieltisch gruppiert und erlauben ein „direktes Dabeisein“ mit dem international bekannten Konzertorganisten und Komponisten Gereon Krahforst. Der Besucher sieht hautnah die Bedienung dieser mächtigen Orgel und wird in eine Klangfülle entführt, die direkter nicht sein kann.

Das erste Konzert mit Gereon Krahforst findet statt am Sonntag, den 10. März 2019 um 19.30 Uhr. Er spielt die erste und dritte Symphonie des Meisters mit einer kurzen Pause dazwischen. Die erste Symphonie c-moll op. 13/1 verfügt über nicht weniger als sieben Sätze, die wirklich wie eine Suite anmuten – ein Prélude, barockisierend, ein schumann-artiges Allegretto und ein ebensolches Intermezzo, gefolgt von einem ruhig fließenden Adagio, einem fröhlichen Marsch, einer statischen, melancholischen kurzen Meditation und einer Schlussfuge.

 

Die dritte Symphonie e-moll op. 13/3 ist wesentlich kompakter mit fünf nicht allzulangen Sätzen und verbindet eher ernst-erhabene Sätze mit heiteren. Auch in dieser Symphonie ist ein packender Marsch enthalten.

Die nächsten Termine der Reihe mit weiteren Widor-Symphonien werden im Mai 2019 bekannt gegeben.

Über Gereon Krahforst

Gereon Krahforst der als Organist in der Abteikirche Maria Laach und als internationaler Konzertorganist wirkt, als ist ein international bekannter Organist und hat eine breite musikalische Palette von klassisch bis modern. Seine innovativen Orgelinterpretationen bereichern jedes Konzert und heben die Orgelmusik weiter über kirchliche Sphären hinaus. Klassische und neue Orgelmusik in einer Saalatmosphäre sind ein besonderes Musikerlebnis.

Über die Kemper-Orgel

1963 von der Firma Kemper aus Lübeck errichtet und 2014 von der saarländischen Firma Mayer renoviert und technisch auf den neusten Stand gebracht, war dieses Instrument bis vor wenigen Jahren die größte Profanorgel – das bedeutet nicht-kirchliche – Orgel Deutschlands. Sie besitzt 5676 Pfeifen, verteilt auf vier Klaviaturen und Pedal bei 71 Registern.

Über Charles-Marie Widor

Charles-Marie Widor, dessen 175. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird,  war im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ein führender und einflussreicher Organist und Komponist, der die Gattung der Orgelsymphonie ins Leben rief. Die Gattung der Klaviersonaten wurde bereits früher auf die Orgel übertragen, so gibt es zum Beispiel eine ganze Reihe von Orgelsonaten von Mendelssohn und weiteren, weniger bekannten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Widor war es, der diese Gattung vergrößern wollte – in mehrfacher Hinsicht. All seine Symphonien besitzen zwischen vier und sieben Sätzen. Viersätzigkeit ist aus den spätklassischen und romantischen Orchestersymphonien bereits bekannt; eine Erweiterung auf fünf bis sieben Sätze legt Widor erstmalig vor. Ein weiteres Kriterium sind neue Klanglichkeiten und Spieltechniken, die darauf angelegt sind, aus der Orgel orchestrale Wirkungen herauszuholen. Zum Bespiel muss der Organist bei Widor des Öfteren mit beiden Füßen verschiedene Stimmen im Pedal spielen; auch ist das Pedal nicht immer nur für die Bassstimme da, oder er muss mit beiden Händen weit ausgreifen, um weit auseinanderliegende Klänge orchestralen Charakters hervorzurufen. Dies alles war damals in Frankreich in vielerlei Hinsicht eine sensationelle Neuerung. Inspiriert wurde Widor vor allem durch die damals neuartigen symphonischen Orgeln des berühmten Orgelbauers Cavaillé-Coll, die – im Gegensatz zu den klassischen und barocken Instrumenten – viel mehr Klangfarbenreichtum in gleicher Stimmlage anboten, wobei sich die Stimmen auch gut mischen ließen und ein fast stufenloses An- und Abschwellen des Klangs möglich war.

Die Symphonien Widors lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Die erste Gruppe beherbergt die vier ersten Symphonien unter op. 13. Diese Symphonien sind spätklassizistisch bis frühromantisch und beinhalten oft einzelne Sätze, die sogar Studienarbeiten aus Widors Lehr- und Lernzeit waren. Obwohl diese vier Werke bisweilen noch etwas zusammenhanglos und eher als Suiten wie als Symphonien erscheinen, zeigt sich doch schon eine frühe Entwicklung zur Meisterschaft. Die zweite Gruppe mit ebenfalls vier Symphonien unter op. 42 beinhaltet durchschnittlich wesentlich längere Symphonien auf dem Gipfel von Widors Ruhm und Reife. Die Toccata aus der fünften Symphonie zählt übrigens neben der d-moll-Toccata Bachs zu den berühmtesten und meistgespielten Orgelwerken der Welt. Die vier Symphonien op. 42 sind hochromantisch.

Die zwei letzten Symphonien, op. 70 und 73, sind Spät- und Alterswerke, die gregorianische Choräle verarbeiten, Virtuosität in den Hintergrund stellen und nur noch als Ausdrucksform eines höheren Zwecks verwenden und die auf eigentümliche, aber sehr berührende Weise eine gewisse Abgeklärtheit, Plastizität, Transparenz und Leuchtkraft ausstrahlen.

Termin:           Sonntag, 10.03.2019

Ort:                 Rhein-Mosel-Halle, Großer Saal

Beginn:           19.30 Uhr

Einlass:           18.30 Uhr

Tickets:           5.- € ausschließlich an der Abendkasse

Info:                www.koblenz-kongress.de